Die Kritik
von TribunQuick Answer: Ist Captain Marvel sehenswert?
Kurze Antwort: JA – Ein solider MCU-Einstieg mit starker Hauptfigur, auch wenn nicht alle Actionszenen zĂŒnden.
FĂŒr wen geeignet: MCU-Fans, 90er-Nostalgiker, Liebhaber von Buddy-Komödien, Superhelden-Einsteiger.
Nicht geeignet fĂŒr: Action-Puristen, Marvel-Skeptiker, wer kitschige Heldenreisen hasst.
Mein Urteil: Carol Danvers ist keine perfekte Heldin – und das ist gut so. Der Film funktioniert vor allem durch die Chemie zwischen Brie Larson und Samuel L. Jackson, weniger durch spektakulĂ€re Kampfszenen.
Worum geht es in Captain Marvel?
Captain Marvel erzĂ€hlt die Origin-Story von Carol Danvers, die als Kree-Kriegerin Vers auf dem Planeten Hala erwacht – ohne Erinnerungen an ihre Vergangenheit. Als sie 1995 nach einem Skrull-Angriff auf der Erde strandet, entdeckt sie zusammen mit dem jungen Nick Fury ihre wahre IdentitĂ€t als ehemalige Air Force-Pilotin und ihre unglaublichen kosmischen KrĂ€fte.
Die Geschichte beginnt sechs Jahre nach Carol Danvers‘ mysteriösem Verschwinden bei einem Testflug. Sie lebt jetzt als Vers bei den Kree und glaubt, eine ihrer Elite-Kriegerinnen zu sein. Ihr Mentor Yon-Rogg (Jude Law) trainiert sie, ihre „Photon-Explosion“ genannten EnergiekrĂ€fte zu kontrollieren. Doch Carol wird von Visionen geplagt – BruchstĂŒcke einer Vergangenheit, die sie nicht einordnen kann.
Als ihre Einheit bei einer Mission von formwandelnden Skrulls angegriffen wird, crasht Carol auf der Erde – genauer gesagt: mitten durch das Dach eines Blockbuster-Videos in Los Angeles. Willkommen in den 90ern! Hier trifft sie auf Nick Fury, noch mit beiden Augen und deutlich weniger zynisch als der Fury, den wir aus spĂ€teren MCU-Filmen kennen.
Was mir besonders gut gefĂ€llt: Der Film nimmt sich Zeit fĂŒr die Buddy-Dynamik zwischen Carol und Fury. Samuel L. Jackson spielt einen Fury, der noch nicht der abgebrĂŒhte Spionagechef ist – er ist neugierig, manchmal naiv und entwickelt eine echte Freundschaft zu Carol. Diese Momente funktionieren viel besser als die groĂen Actionsequenzen.
Die Suche nach Carols Vergangenheit fĂŒhrt sie zu ihrer besten Freundin Maria Rambeau (Lashana Lynch) und deren Tochter Monica – ja, die spĂ€tere Photon aus „The Marvels“. Hier wird klar: Carol war keine gewöhnliche Pilotin, sondern testete zusammen mit Dr. Wendy Lawson (Annette Bening) einen revolutionĂ€ren Lichtgeschwindigkeitsantrieb. Der Absturz damals war kein Unfall.
Ohne zu spoilern: Die gröĂte Ăberraschung des Films liegt darin, wer hier wirklich die Bösen sind. Marvel dreht geschickt die Erwartungen um und macht aus vermeintlichen Invasoren FlĂŒchtlinge. Ben Mendelsohn als Skrull-AnfĂŒhrer Talos liefert eine seiner besten Leistungen – erst bedrohlich, dann ĂŒberraschend sympathisch.
Wie inszenieren Anna Boden und Ryan Fleck Captain Marvel?
Das Regie-Duo Anna Boden und Ryan Fleck bringt einen ungewöhnlich persönlichen Ansatz in das MCU. Statt auf pure Spectacle zu setzen, fokussieren sie auf Charakterentwicklung und emotionale Momente – manchmal zu Lasten der Action-Dynamik.
Ich kenne Boden und Fleck hauptsĂ€chlich aus ihren Indie-Dramen wie „Half Nelson“ mit Ryan Gosling. Dass Marvel ausgerechnet diese beiden fĂŒr einen Blockbuster verpflichtete, war mutig – und zeigt sich im Ergebnis. Captain Marvel fĂŒhlt sich anders an als andere MCU-Filme, weniger wie ein Produkt der Marvel-Maschinerie.
Besonders stark sind die ruhigen Momente: Carol, die durch ihr altes Zuhause wandelt und Erinnerungsfetzen zusammensetzt. Fury, der versucht, eine auĂerirdische Katze zu verstehen. Maria Rambeau, die ihrer totgeglaubten besten Freundin gegenĂŒbersteht. Diese Szenen haben echte emotionale Tiefe.
Die Actionregie ist allerdings durchwachsen. Die Kampfszenen auf Hala wirken generisch, die finale Weltraum-Schlacht bleibt seltsam distanziert. Erst wenn Carol ihre volle Kraft entfesselt – dieses Moment, wo sie komplett in goldenem Licht aufgeht – packt einen das Spektakel wirklich. Diese Transformation hĂ€tte ruhig frĂŒher und ausgiebiger gezeigt werden können.
Interessant ist auch die visuelle Sprache: Die Kree-Welt ist kalt und steril gehalten, die Erde warm und farbenfroh. Besonders die 90er-Jahre-Ăsthetik stimmt – von der Blockbuster-Videothek bis zu den Grunge-Outfits. Das ist keine aufgesetzte Nostalgie, sondern fĂŒhlt sich authentisch an.
Was mir fehlt, ist mehr visueller Mut. FĂŒr einen Film ĂŒber kosmische KrĂ€fte und Alien-Zivilisationen bleibt „Captain Marvel“ oft ĂŒberraschend bodenhaftung. Die Guardians-of-the-Galaxy-Filme zeigen, wie verrĂŒckt und bunt das MCU sein kann – hier hĂ€tte ich mir mehr Experimentierfreude gewĂŒnscht.
Wie schlÀgt sich die Besetzung von Captain Marvel?
Brie Larson trĂ€gt den Film souverĂ€n, ohne jemals zur strahlenden Superheldin zu werden – ihre Carol Danvers ist kratzbĂŒrstig, dickköpfig und herrlich unperfekt. Samuel L. Jackson brilliert als junger Fury, wĂ€hrend Jude Law eine seiner undurchsichtigsten Rollen spielt.
Brie Larson war eine interessante Wahl fĂŒr Carol Danvers. Nach ihrem Oscar fĂŒr „Raum“ hĂ€tte sie jeden Indie-Film machen können, entschied sich aber fĂŒr das MCU. Das merkt man ihrer Performance an – sie nimmt die Rolle ernst, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen.
Besonders gut: Larson spielt Carol nie als perfekte Heldin. Sie ist stur, macht Fehler, lĂ€sst sich provozieren. In der berĂŒhmten „LĂ€chel mal“-Szene hĂ€tte ein anderer Film Carol triumphieren lassen – hier zeigt sie einfach den Mittelfinger. Das ist echter als jede heroische Rede.
Samuel L. Jackson scheint sichtlich SpaĂ zu haben, den jungen, weniger zynischen Fury zu spielen. Die De-Aging-Technologie ist beeindruckend – man vergisst schnell, dass Jackson damals schon ĂŒber 70 war. Sein Fury ist neugierig, fast kindlich begeistert von AuĂerirdischen und SuperkrĂ€ften. Die Chemie zwischen Jackson und Larson trĂ€gt weite Teile des Films.
Jude Law als Yon-Rogg ist bewusst schwer zu durchschauen. Ist er Mentor oder Manipulator? Law spielt diese AmbiguitĂ€t perfekt – man ist sich nie ganz sicher, was er wirklich will. Seine finale Konfrontation mit Carol hĂ€tte allerdings spektakulĂ€rer ausfallen können.
Lashana Lynch als Maria Rambeau bringt WĂ€rme und GlaubwĂŒrdigkeit in die Rolle der besorgten Freundin. Ihre Szenen mit Larson funktionieren, weil beide Schauspielerinnen eine echte Freundschaft vermitteln. Schade nur, dass Lynch nicht mehr Screentime bekommt.
Ben Mendelsohn ĂŒberrascht als Talos. Anfangs der typische Alien-Bösewicht, entwickelt er sich zu einer der sympathischsten Figuren des Films. Mendelsohn schafft es, sowohl bedrohlich als auch verletzlich zu wirken – nicht einfach unter all der Prosthetic-Maske.
Annette Bening in ihrer Doppelrolle als Dr. Lawson und Supreme Intelligence zeigt einmal mehr ihre WandlungsfĂ€higkeit. Besonders als kĂŒnstliche Intelligenz, die Carols Unterbewusstsein widerspiegelt, ist sie faszinierend zu beobachten.
Wie ĂŒberzeugen Kamera und Bildsprache in Captain Marvel?
Kameramann Ben Davis schafft optisch ĂŒberzeugende Welten – von der sterilen Kree-Technologie bis zur warmen 90er-Nostalgie der Erde. Allerdings fehlt den Actionsequenzen oft die nötige Dynamik und visuelle Klarheit.
Ben Davis, der schon bei „Guardians of the Galaxy“ und „Doctor Strange“ die Kamera fĂŒhrte, versteht es, verschiedene Welten visuell zu unterscheiden. Hala, die Kree-Hauptstadt, ist in kĂŒhlen Blau- und Grautönen gehalten – alles wirkt technisch perfekt, aber emotionslos. Ein perfekter visueller Kommentar auf die Kree-Gesellschaft.
Die Erde dagegen leuchtet in warmen Farben. Besonders die Szenen in Louisiana bei Maria Rambeau strahlen eine GemĂŒtlichkeit aus, die Carol seit Jahren nicht erlebt hat. Davis nutzt natĂŒrliches Licht und warme Farbtöne, um Carols emotionale Reise zu unterstreichen.
GroĂartig ist die Darstellung von Carols KrĂ€ften. Wenn sie ihre Photonen-Explosionen abfeuert, leuchtet alles in diesem charakteristischen Gold-Orange. Der Moment, wo sie ihre volle Kraft entfesselt und praktisch zu einem menschlichen Stern wird, ist visuell atemberaubend.
Weniger ĂŒberzeugen die Actionsequenzen. Zu oft verliert man in den KĂ€mpfen die Orientierung. Die Verfolgungsjagd durch Los Angeles hĂ€tte mehr Klarheit vertragen – man weiĂ oft nicht, wer gerade wo ist und warum. Auch die finale Weltraum-Schlacht wirkt trotz der beeindruckenden Effekte seltsam distanziert.
Positiv hervorzuheben ist die 90er-Jahre-Ausstattung. Von der originalgetreu nachgebauten Blockbuster-Filiale bis zu Carols Grunge-Outfits – alles stimmt. Das ist keine oberflĂ€chliche Nostalgie, sondern fĂŒhlt sich authentisch an. Wer die 90er erlebt hat, wird sich wiedererkennen.
Die Alien-Designs sind solide, wenn auch nicht revolutionĂ€r. Die Skrulls sehen bedrohlich aus, ohne zu ĂŒbertrieben zu wirken. Ben Mendelsohn kann trotz der aufwendigen Maske noch immer schauspielern. Die Kree-Ăsthetik erinnert an klassische Science Fiction – funktional, aber nicht besonders originell.
Wie unterstĂŒtzen Musik und Sound Captain Marvel?
Pinar Toprak komponiert einen soliden Superhelden-Score, der allerdings von den groĂartigen 90er-Jahre-Songs ĂŒberschattet wird. Von No Doubt bis Nirvana – der Soundtrack ist eine perfekte Zeitreise.
Pinar Toprak war die erste Frau, die einen Marvel-Film komponierte – und sie macht ihre Sache gut. Ihr Score fĂŒr Carol Danvers ist heroisch ohne ĂŒberheblich zu sein, emotional ohne kitschig zu werden. Das „Captain Marvel“-Hauptthema hat eine schöne Mischung aus Triumph und Melancholie.
Besonders gelungen ist die musikalische Unterscheidung der verschiedenen Welten. Hala klingt elektronisch und kalt, die Erde warm und organisch. Wenn Carol ihre KrĂ€fte einsetzt, wird die Musik kosmisch und weitlĂ€ufig – das funktioniert.
Der eigentliche Star des Soundtracks sind aber die 90er-Jahre-Songs. „Just a Girl“ von No Doubt wĂ€hrend Carols finaler Kampfszene ist perfekt gewĂ€hlt – ironisch und empowernd zugleich. „Come As You Are“ von Nirvana, „Celebrity Skin“ von Hole, „Man on the Box“ von Garbage – jeder Song sitzt.
Diese Musik ist nicht einfach nur Nostalgie. Sie erzÀhlt auch Carols Geschichte: Eine Frau, die in den 90ern lebte, als weibliche Empowerment gerade in der Popkultur ankam. Die Songtexte spiegeln oft ihre emotionale Reise wider.
Der Sound-Design ist typisch MCU – Explosionen knallen ordentlich, Photonen-Blasts haben ihren charakteristischen Klang. Besonders gut: Goose die Katze. Ihr Miauen ist echt, ihre… anderen GerĂ€usche… deutlich weniger niedlich. Wer den Film gesehen hat, weiĂ was ich meine.
Ein kleiner Kritikpunkt: Manchmal ĂŒbertönt die Popmusik Topraks Score komplett. In einer Szene hĂ€tte ruhig mal die Filmmusik im Vordergrund stehen können, statt immer nur als Untermalung zu fungieren.
Was sind die gröĂten StĂ€rken von Captain Marvel?
Captain Marvel punktet vor allem durch die Chemie zwischen Brie Larson und Samuel L. Jackson, eine erfrischend unperfekte Heldin und die authentische 90er-Jahre-AtmosphÀre. Der Film traut sich, Erwartungen zu brechen und macht seine Protagonistin menschlich statt makellos.
Die gröĂte StĂ€rke des Films ist definitiv die Beziehung zwischen Carol und Fury. Ihre Buddy-Cop-Dynamik funktioniert perfekt – sie ergĂ€nzen sich, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Fury ist der Skeptiker, der allmĂ€hlich zum GlĂ€ubigen wird. Carol ist die Suchende, die ihre Vergangenheit und IdentitĂ€t wiederfindet. Zusammen haben sie eine natĂŒrliche Komik, die nie forciert wirkt.
Brie Larson spielt Carol erfreulich kantig. Sie lĂ€chelt nicht auf Kommando, lĂ€sst sich nicht einschĂŒchtern und macht Fehler. In einer Szene will ein Typ, dass sie lĂ€chelt – ihre Antwort ist herrlich direkt. Das ist eine Heldin, die auch mal schlecht gelaunt sein darf.
Die 90er-Jahre-Nostalgie ist perfekt getroffen. Wer diese Zeit erlebt hat, wird sich wiedererkennen – von der Blockbuster-Videothek bis zu den Slow-Internet-Witzen. Aber es ist keine oberflĂ€chliche Nostalgie. Die 90er sind wichtig fĂŒr Carols Charakter – eine Zeit des Aufbruchs fĂŒr Frauen, sowohl gesellschaftlich als auch in der Popkultur.
Ăberraschend gut ist die emotionale Tiefe. Carols Wiedersehen mit Maria Rambeau ist herzzerreiĂend – zwei Freundinnen, die sich nach sechs Jahren wiedertreffen, eine davon hat ihre komplette Persönlichkeit verloren. Diese Szenen haben echtes Gewicht.
Der Film traut sich auch, Marvel-Formeln zu brechen. Die Skrulls sind nicht die Bösen, Carol muss keinen mĂ€nnlichen Mentor ĂŒberwinden, und ihre gröĂte Kraft liegt nicht in perfekter Kontrolle, sondern darin, sich selbst zu akzeptieren. Das ist erfrischend anders.
Goose die Katze verdient eine eigene ErwĂ€hnung. Sie ist nicht nur niedlich, sondern wird zu einem wichtigen Plot-Element. Und ihre wahre Natur… nun ja, das mĂŒsst ihr selbst sehen. Samuel L. Jackson mit Katze ist jedenfalls Gold wert.
Die Message des Films kommt an, ohne penetrant zu werden. Es geht um Selbstbestimmung, um das Recht, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Aber der Film predigt nicht – er zeigt es durch Carols Reise.
Wo schwÀchelt Captain Marvel?
Die gröĂten SchwĂ€chen liegen in den uninspirierten Actionsequenzen, einem vorhersehbaren dritten Akt und der Tatsache, dass Carol als Charakter manchmal zu zurĂŒckhaltend gezeichnet ist. Einige Plotpunkte wirken zu glatt aufgelöst.
Mein gröĂter Kritikpunkt: Die Actionszenen sind gröĂtenteils langweilig. Die Kampfsequenzen auf Hala fĂŒhlen sich generisch an, die Verfolgungsjagd durch LA ist unĂŒbersichtlich, und die finale Weltraum-Schlacht hat keine emotionale Dringlichkeit. FĂŒr einen Superheldenfilm ist das ein Problem.
Carol als Charakter bleibt manchmal zu brav. Ja, sie ist kantig und macht Fehler, aber sie könnte noch mehr Ecken und Kanten vertragen. Ihre Entwicklung ist manchmal zu glatt – von der verwirrten Kriegerin zur selbstbewussten Heldin in 124 Minuten. Da hĂ€tte mehr Reibung gut getan.
Der dritte Akt folgt zu sehr der Marvel-Formel. GroĂer Bösewicht wird enthĂŒllt, es gibt eine groĂe Schlacht, die Heldin rettet den Tag. Nach den ĂŒberraschenden Wendungen der ersten beiden Akte ist das enttĂ€uschend vorhersehbar.
Jude Laws Yon-Rogg als Antagonist bleibt blass. Klar, er soll manipulativ und undurchsichtig sein, aber als finaler Gegner hat er zu wenig Profil. Seine Motivation – Carol kontrollieren zu wollen – ist zu einfach gestrickt fĂŒr die komplexe Geschichte, die der Film bis dahin erzĂ€hlt hat.
Einige Plotpunkte werden zu schnell abgehakt. Wie Carol ihre KrĂ€fte bekommen hat, wird in einem kurzen Flashback abgehandelt. Ihre Beziehung zu Maria hĂ€tte mehr Raum verdient. Die Skrull-FlĂŒchtlings-Thematik wird angerissen, aber nicht vertieft.
Die Pacing-Probleme werden im zweiten Akt deutlich. Nachdem Carol auf der Erde gelandet ist, plĂ€tschert der Film eine Weile vor sich hin. Die Spurensuche ist wichtig fĂŒr die Charakterentwicklung, aber manchmal zu gemĂ€chlich erzĂ€hlt.
Die Komik funktioniert nicht immer. Manche Witze (besonders die ĂŒber 90er-Jahre-Technologie) wirken aufgesetzt. Marvel hat schon bewiesen, dass sie Humor natĂŒrlich integrieren können – hier fĂŒhlt sich manches forciert an.
Ein technischer Punkt: Die De-Aging-Technologie bei Samuel L. Jackson ist beeindruckend, aber nicht perfekt. In einigen Szenen sieht man, dass etwas nicht stimmt. Es ist nicht schlimm genug, um den Film zu ruinieren, aber auffÀllig genug, um abzulenken.
FĂŒr wen ist Captain Marvel geeignet?
Captain Marvel funktioniert am besten fĂŒr MCU-Fans, die sich fĂŒr Charakterentwicklung interessieren, 90er-Nostalgiker und alle, die eine weniger perfekte Superheldin erleben wollen. Actionfans könnten enttĂ€uscht werden.
Wenn ihr zu den Marvel-Completionisten gehört, die jeden MCU-Film sehen mĂŒssen: Captain Marvel ist Pflicht. Der Film erklĂ€rt nicht nur, woher Nick Furys Pager aus der „Infinity War“-Post-Credit-Szene stammt, sondern etabliert auch eine der mĂ€chtigsten MCU-Heldinnen.
90er-Kinder werden ihre Freude haben. Von der Blockbuster-Videothek bis zum Grunge-Soundtrack – der Film ist eine liebevolle Zeitkapsel. Besonders wenn ihr No Doubt, Nirvana und Hole hört, werdet ihr euch wie zu Hause fĂŒhlen.
Wer starke weibliche Charaktere schÀtzt, wird Carol Danvers mögen. Sie ist keine makellose Heldin, sondern eine Frau mit Fehlern und StÀrken. Ihre Reise zur Selbstfindung ist authentisch erzÀhlt.
Buddy-Cop-Fans kommen auf ihre Kosten. Die Dynamik zwischen Brie Larson und Samuel L. Jackson trĂ€gt weite Teile des Films. Ihre Chemie ist natĂŒrlich und unterhaltsam.
Familien können den Film gemeinsam schauen. FSK 12 bedeutet, dass auch Teenager mitgucken können, aber der Film ist nicht zu kindisch fĂŒr Erwachsene. Die 90er-Referenzen werden die Eltern mehr begeistern als die Kids.
Sci-Fi-Fans werden die kosmischen Elemente schÀtzen. Die Kree-Skrull-Mythologie ist interessant, auch wenn sie nicht vollstÀndig ausgeschöpft wird. Die Alien-Designs sind solide.
Weniger geeignet ist der Film fĂŒr reine Actionfans. Wer spektakulĂ€re Kampfszenen erwartet, wird enttĂ€uscht. Die besten Momente sind die ruhigen, charakterbasierten Szenen.
Marvel-Skeptiker werden auch hier nicht bekehrt. Wer mit dem MCU nichts anfangen kann, wird auch „Captain Marvel“ nicht ĂŒberzeugen. Der Film ist zu sehr Teil des gröĂeren Universums.
Wer spielt in Captain Marvel mit?
- Brie Larson als Carol Danvers / Captain Marvel / Vers
- Samuel L. Jackson als Nick Fury
- Jude Law als Yon-Rogg
- Lashana Lynch als Maria „Photon“ Rambeau
- Ben Mendelsohn als Talos / Keller
- Annette Bening als Supreme Intelligence / Dr. Wendy Lawson / Mar-Vell
- Gemma Chan als Minn-Erva
- Djimon Hounsou als Korath
- Lee Pace als Ronan the Accuser
- Clark Gregg als Phil Coulson
Fazit: Lohnt sich Captain Marvel?
Nach mehrmaligem Schauen bin ich immer noch ĂŒberzeugt: Captain Marvel ist ein sympathischer MCU-Film, der seine StĂ€rken in den ruhigen Momenten findet. Brie Larson macht Carol Danvers zu einer glaubwĂŒrdigen Heldin – nicht perfekt, aber authentisch. Die Buddy-Dynamik mit Samuel L. Jackson trĂ€gt den Film, wĂ€hrend die 90er-AtmosphĂ€re fĂŒr echte Nostalgie sorgt.
Klar, die Actionszenen könnten spektakulĂ€rer sein und der finale Akt ist zu vorhersehbar. Aber als Charakterstudie und MCU-Baustein funktioniert der Film. Wer Superhelden-Kino mit Herz und Humor schĂ€tzt, wird hier fĂŒndig. 7.8/10 Punkte.
Bewertung
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von Tribun â eine Person, ein begrĂŒndetes Urteil.
Carol Danvers ist herrlich unperfekt - eine Heldin mit Ecken, Kanten und 90er-Attitude!â aus der Wertung von Tribun
Wer streamt Captain Marvel?
VerfĂŒgbarkeit DEStand 13.08.2026: Captain Marvel lĂ€uft im Abo bei Disney+ â mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 3,99 âŹ.
VerfĂŒgbarkeit Deutschland · Stand 13.08.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne GewĂ€hr, keine bezahlte Kooperation.
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu Captain Marvel
Wo kann ich Captain Marvel streamen?
Captain Marvel lĂ€uft aktuell im Abo bei Disney+; zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, Google Play, YouTube, maxdome, MagentaTV, Videoload und freenet Video. Stand August 2026, Angaben fĂŒr Deutschland ohne GewĂ€hr.
Wie lange dauert Captain Marvel?
Captain Marvel hat eine Laufzeit von rund 124 Minuten (2 Stunden und 4 Minuten).
Lohnt sich Captain Marvel?
Unsere Redaktion vergibt Captain Marvel einen Watcher-Score von 8,0 von 10. Female Power, aber cool â Marvel wie es sein sollte!
FĂŒr wen ist Captain Marvel geeignet?
Captain Marvel ist vor allem etwas fĂŒr Action und Abenteuer-Fans und alle, die solide Genre-Unterhaltung suchen.
Worum geht es in Captain Marvel?
Bei einem Einsatz wird die Kree-Soldatin Vers von den Skrull gefangengenommen.
Trailer
Besetzung
FAQ zu Captain Marvel
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