Poster zum Film Captain Marvel (2019) Pflichtprogramm — WatchGuide-Auszeichnung „Der Watcher"

Captain Marvel (2019)

🏅 Pflichtprogramm 🎬 Film 124 Min. ActionAbenteuer
⚡ Kurz gesagt

Female Power, aber cool – Marvel wie es sein sollte! Watcher-Score 8,0/10.

⚖️ Zum Urteil 📺 Wer streamt's? ▶ Trailer
📺

Wer streamt Captain Marvel?

Verfügbarkeit DE

Stand 28.07.2026: Captain Marvel läuft im Abo bei Disney+ – mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 3,99 €.

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 28.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

✍️

Die Kritik

von Tribun
Als ich 2019 ins Kino ging, um den ersten Marvel-Film mit weiblicher Hauptfigur zu sehen, hatte ich ehrlich gesagt gemischte Erwartungen. Nach jahrelangem Warten auf Captain Marvel war die Spannung groß – würde Marvel das hinkriegen, ohne in plumpe Klischees zu verfallen? Brie Larson als kosmische Superheldin mit Samuel L. Jackson als junger Nick Fury klang erstmal wild. Und dann diese ganze 90er-Jahre-Nostalgie mit Blockbuster-Videotheken und Nirvana-Soundtrack – das könnte entweder genial werden oder komplett daneben gehen.

Quick Answer: Ist Captain Marvel sehenswert?

Kurze Antwort: JA – Ein solider MCU-Einstieg mit starker Hauptfigur, auch wenn nicht alle Actionszenen zünden.

Für wen geeignet: MCU-Fans, 90er-Nostalgiker, Liebhaber von Buddy-Komödien, Superhelden-Einsteiger.

Nicht geeignet für: Action-Puristen, Marvel-Skeptiker, wer kitschige Heldenreisen hasst.

Mein Urteil: Carol Danvers ist keine perfekte Heldin – und das ist gut so. Der Film funktioniert vor allem durch die Chemie zwischen Brie Larson und Samuel L. Jackson, weniger durch spektakuläre Kampfszenen.

Worum geht es in Captain Marvel?

Captain Marvel erzählt die Origin-Story von Carol Danvers, die als Kree-Kriegerin Vers auf dem Planeten Hala erwacht – ohne Erinnerungen an ihre Vergangenheit. Als sie 1995 nach einem Skrull-Angriff auf der Erde strandet, entdeckt sie zusammen mit dem jungen Nick Fury ihre wahre Identität als ehemalige Air Force-Pilotin und ihre unglaublichen kosmischen Kräfte.

Die Geschichte beginnt sechs Jahre nach Carol Danvers‘ mysteriösem Verschwinden bei einem Testflug. Sie lebt jetzt als Vers bei den Kree und glaubt, eine ihrer Elite-Kriegerinnen zu sein. Ihr Mentor Yon-Rogg (Jude Law) trainiert sie, ihre „Photon-Explosion“ genannten Energiekräfte zu kontrollieren. Doch Carol wird von Visionen geplagt – Bruchstücke einer Vergangenheit, die sie nicht einordnen kann.

Als ihre Einheit bei einer Mission von formwandelnden Skrulls angegriffen wird, crasht Carol auf der Erde – genauer gesagt: mitten durch das Dach eines Blockbuster-Videos in Los Angeles. Willkommen in den 90ern! Hier trifft sie auf Nick Fury, noch mit beiden Augen und deutlich weniger zynisch als der Fury, den wir aus späteren MCU-Filmen kennen.

Was mir besonders gut gefällt: Der Film nimmt sich Zeit für die Buddy-Dynamik zwischen Carol und Fury. Samuel L. Jackson spielt einen Fury, der noch nicht der abgebrühte Spionagechef ist – er ist neugierig, manchmal naiv und entwickelt eine echte Freundschaft zu Carol. Diese Momente funktionieren viel besser als die großen Actionsequenzen.

Die Suche nach Carols Vergangenheit führt sie zu ihrer besten Freundin Maria Rambeau (Lashana Lynch) und deren Tochter Monica – ja, die spätere Photon aus „The Marvels“. Hier wird klar: Carol war keine gewöhnliche Pilotin, sondern testete zusammen mit Dr. Wendy Lawson (Annette Bening) einen revolutionären Lichtgeschwindigkeitsantrieb. Der Absturz damals war kein Unfall.

Ohne zu spoilern: Die größte Überraschung des Films liegt darin, wer hier wirklich die Bösen sind. Marvel dreht geschickt die Erwartungen um und macht aus vermeintlichen Invasoren Flüchtlinge. Ben Mendelsohn als Skrull-Anführer Talos liefert eine seiner besten Leistungen – erst bedrohlich, dann überraschend sympathisch.

Wie inszenieren Anna Boden und Ryan Fleck Captain Marvel?

Das Regie-Duo Anna Boden und Ryan Fleck bringt einen ungewöhnlich persönlichen Ansatz in das MCU. Statt auf pure Spectacle zu setzen, fokussieren sie auf Charakterentwicklung und emotionale Momente – manchmal zu Lasten der Action-Dynamik.

Ich kenne Boden und Fleck hauptsächlich aus ihren Indie-Dramen wie „Half Nelson“ mit Ryan Gosling. Dass Marvel ausgerechnet diese beiden für einen Blockbuster verpflichtete, war mutig – und zeigt sich im Ergebnis. Captain Marvel fühlt sich anders an als andere MCU-Filme, weniger wie ein Produkt der Marvel-Maschinerie.

Besonders stark sind die ruhigen Momente: Carol, die durch ihr altes Zuhause wandelt und Erinnerungsfetzen zusammensetzt. Fury, der versucht, eine außerirdische Katze zu verstehen. Maria Rambeau, die ihrer totgeglaubten besten Freundin gegenübersteht. Diese Szenen haben echte emotionale Tiefe.

Die Actionregie ist allerdings durchwachsen. Die Kampfszenen auf Hala wirken generisch, die finale Weltraum-Schlacht bleibt seltsam distanziert. Erst wenn Carol ihre volle Kraft entfesselt – dieses Moment, wo sie komplett in goldenem Licht aufgeht – packt einen das Spektakel wirklich. Diese Transformation hätte ruhig früher und ausgiebiger gezeigt werden können.

Interessant ist auch die visuelle Sprache: Die Kree-Welt ist kalt und steril gehalten, die Erde warm und farbenfroh. Besonders die 90er-Jahre-Ästhetik stimmt – von der Blockbuster-Videothek bis zu den Grunge-Outfits. Das ist keine aufgesetzte Nostalgie, sondern fühlt sich authentisch an.

Was mir fehlt, ist mehr visueller Mut. Für einen Film über kosmische Kräfte und Alien-Zivilisationen bleibt „Captain Marvel“ oft überraschend bodenhaftung. Die Guardians-of-the-Galaxy-Filme zeigen, wie verrückt und bunt das MCU sein kann – hier hätte ich mir mehr Experimentierfreude gewünscht.

Wie schlägt sich die Besetzung von Captain Marvel?

Brie Larson trägt den Film souverän, ohne jemals zur strahlenden Superheldin zu werden – ihre Carol Danvers ist kratzbürstig, dickköpfig und herrlich unperfekt. Samuel L. Jackson brilliert als junger Fury, während Jude Law eine seiner undurchsichtigsten Rollen spielt.

Brie Larson war eine interessante Wahl für Carol Danvers. Nach ihrem Oscar für „Raum“ hätte sie jeden Indie-Film machen können, entschied sich aber für das MCU. Das merkt man ihrer Performance an – sie nimmt die Rolle ernst, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen.

Besonders gut: Larson spielt Carol nie als perfekte Heldin. Sie ist stur, macht Fehler, lässt sich provozieren. In der berühmten „Lächel mal“-Szene hätte ein anderer Film Carol triumphieren lassen – hier zeigt sie einfach den Mittelfinger. Das ist echter als jede heroische Rede.

Samuel L. Jackson scheint sichtlich Spaß zu haben, den jungen, weniger zynischen Fury zu spielen. Die De-Aging-Technologie ist beeindruckend – man vergisst schnell, dass Jackson damals schon über 70 war. Sein Fury ist neugierig, fast kindlich begeistert von Außerirdischen und Superkräften. Die Chemie zwischen Jackson und Larson trägt weite Teile des Films.

Jude Law als Yon-Rogg ist bewusst schwer zu durchschauen. Ist er Mentor oder Manipulator? Law spielt diese Ambiguität perfekt – man ist sich nie ganz sicher, was er wirklich will. Seine finale Konfrontation mit Carol hätte allerdings spektakulärer ausfallen können.

Lashana Lynch als Maria Rambeau bringt Wärme und Glaubwürdigkeit in die Rolle der besorgten Freundin. Ihre Szenen mit Larson funktionieren, weil beide Schauspielerinnen eine echte Freundschaft vermitteln. Schade nur, dass Lynch nicht mehr Screentime bekommt.

Ben Mendelsohn überrascht als Talos. Anfangs der typische Alien-Bösewicht, entwickelt er sich zu einer der sympathischsten Figuren des Films. Mendelsohn schafft es, sowohl bedrohlich als auch verletzlich zu wirken – nicht einfach unter all der Prosthetic-Maske.

Annette Bening in ihrer Doppelrolle als Dr. Lawson und Supreme Intelligence zeigt einmal mehr ihre Wandlungsfähigkeit. Besonders als künstliche Intelligenz, die Carols Unterbewusstsein widerspiegelt, ist sie faszinierend zu beobachten.

Wie überzeugen Kamera und Bildsprache in Captain Marvel?

Kameramann Ben Davis schafft optisch überzeugende Welten – von der sterilen Kree-Technologie bis zur warmen 90er-Nostalgie der Erde. Allerdings fehlt den Actionsequenzen oft die nötige Dynamik und visuelle Klarheit.

Ben Davis, der schon bei „Guardians of the Galaxy“ und „Doctor Strange“ die Kamera führte, versteht es, verschiedene Welten visuell zu unterscheiden. Hala, die Kree-Hauptstadt, ist in kühlen Blau- und Grautönen gehalten – alles wirkt technisch perfekt, aber emotionslos. Ein perfekter visueller Kommentar auf die Kree-Gesellschaft.

Die Erde dagegen leuchtet in warmen Farben. Besonders die Szenen in Louisiana bei Maria Rambeau strahlen eine Gemütlichkeit aus, die Carol seit Jahren nicht erlebt hat. Davis nutzt natürliches Licht und warme Farbtöne, um Carols emotionale Reise zu unterstreichen.

Großartig ist die Darstellung von Carols Kräften. Wenn sie ihre Photonen-Explosionen abfeuert, leuchtet alles in diesem charakteristischen Gold-Orange. Der Moment, wo sie ihre volle Kraft entfesselt und praktisch zu einem menschlichen Stern wird, ist visuell atemberaubend.

Weniger überzeugen die Actionsequenzen. Zu oft verliert man in den Kämpfen die Orientierung. Die Verfolgungsjagd durch Los Angeles hätte mehr Klarheit vertragen – man weiß oft nicht, wer gerade wo ist und warum. Auch die finale Weltraum-Schlacht wirkt trotz der beeindruckenden Effekte seltsam distanziert.

Positiv hervorzuheben ist die 90er-Jahre-Ausstattung. Von der originalgetreu nachgebauten Blockbuster-Filiale bis zu Carols Grunge-Outfits – alles stimmt. Das ist keine oberflächliche Nostalgie, sondern fühlt sich authentisch an. Wer die 90er erlebt hat, wird sich wiedererkennen.

Die Alien-Designs sind solide, wenn auch nicht revolutionär. Die Skrulls sehen bedrohlich aus, ohne zu übertrieben zu wirken. Ben Mendelsohn kann trotz der aufwendigen Maske noch immer schauspielern. Die Kree-Ästhetik erinnert an klassische Science Fiction – funktional, aber nicht besonders originell.

Wie unterstützen Musik und Sound Captain Marvel?

Pinar Toprak komponiert einen soliden Superhelden-Score, der allerdings von den großartigen 90er-Jahre-Songs überschattet wird. Von No Doubt bis Nirvana – der Soundtrack ist eine perfekte Zeitreise.

Pinar Toprak war die erste Frau, die einen Marvel-Film komponierte – und sie macht ihre Sache gut. Ihr Score für Carol Danvers ist heroisch ohne überheblich zu sein, emotional ohne kitschig zu werden. Das „Captain Marvel“-Hauptthema hat eine schöne Mischung aus Triumph und Melancholie.

Besonders gelungen ist die musikalische Unterscheidung der verschiedenen Welten. Hala klingt elektronisch und kalt, die Erde warm und organisch. Wenn Carol ihre Kräfte einsetzt, wird die Musik kosmisch und weitläufig – das funktioniert.

Der eigentliche Star des Soundtracks sind aber die 90er-Jahre-Songs. „Just a Girl“ von No Doubt während Carols finaler Kampfszene ist perfekt gewählt – ironisch und empowernd zugleich. „Come As You Are“ von Nirvana, „Celebrity Skin“ von Hole, „Man on the Box“ von Garbage – jeder Song sitzt.

Diese Musik ist nicht einfach nur Nostalgie. Sie erzählt auch Carols Geschichte: Eine Frau, die in den 90ern lebte, als weibliche Empowerment gerade in der Popkultur ankam. Die Songtexte spiegeln oft ihre emotionale Reise wider.

Der Sound-Design ist typisch MCU – Explosionen knallen ordentlich, Photonen-Blasts haben ihren charakteristischen Klang. Besonders gut: Goose die Katze. Ihr Miauen ist echt, ihre… anderen Geräusche… deutlich weniger niedlich. Wer den Film gesehen hat, weiß was ich meine.

Ein kleiner Kritikpunkt: Manchmal übertönt die Popmusik Topraks Score komplett. In einer Szene hätte ruhig mal die Filmmusik im Vordergrund stehen können, statt immer nur als Untermalung zu fungieren.

Was sind die größten Stärken von Captain Marvel?

Captain Marvel punktet vor allem durch die Chemie zwischen Brie Larson und Samuel L. Jackson, eine erfrischend unperfekte Heldin und die authentische 90er-Jahre-Atmosphäre. Der Film traut sich, Erwartungen zu brechen und macht seine Protagonistin menschlich statt makellos.

Die größte Stärke des Films ist definitiv die Beziehung zwischen Carol und Fury. Ihre Buddy-Cop-Dynamik funktioniert perfekt – sie ergänzen sich, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Fury ist der Skeptiker, der allmählich zum Gläubigen wird. Carol ist die Suchende, die ihre Vergangenheit und Identität wiederfindet. Zusammen haben sie eine natürliche Komik, die nie forciert wirkt.

Brie Larson spielt Carol erfreulich kantig. Sie lächelt nicht auf Kommando, lässt sich nicht einschüchtern und macht Fehler. In einer Szene will ein Typ, dass sie lächelt – ihre Antwort ist herrlich direkt. Das ist eine Heldin, die auch mal schlecht gelaunt sein darf.

Die 90er-Jahre-Nostalgie ist perfekt getroffen. Wer diese Zeit erlebt hat, wird sich wiedererkennen – von der Blockbuster-Videothek bis zu den Slow-Internet-Witzen. Aber es ist keine oberflächliche Nostalgie. Die 90er sind wichtig für Carols Charakter – eine Zeit des Aufbruchs für Frauen, sowohl gesellschaftlich als auch in der Popkultur.

Überraschend gut ist die emotionale Tiefe. Carols Wiedersehen mit Maria Rambeau ist herzzerreißend – zwei Freundinnen, die sich nach sechs Jahren wiedertreffen, eine davon hat ihre komplette Persönlichkeit verloren. Diese Szenen haben echtes Gewicht.

Der Film traut sich auch, Marvel-Formeln zu brechen. Die Skrulls sind nicht die Bösen, Carol muss keinen männlichen Mentor überwinden, und ihre größte Kraft liegt nicht in perfekter Kontrolle, sondern darin, sich selbst zu akzeptieren. Das ist erfrischend anders.

Goose die Katze verdient eine eigene Erwähnung. Sie ist nicht nur niedlich, sondern wird zu einem wichtigen Plot-Element. Und ihre wahre Natur… nun ja, das müsst ihr selbst sehen. Samuel L. Jackson mit Katze ist jedenfalls Gold wert.

Die Message des Films kommt an, ohne penetrant zu werden. Es geht um Selbstbestimmung, um das Recht, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Aber der Film predigt nicht – er zeigt es durch Carols Reise.

Wo schwächelt Captain Marvel?

Die größten Schwächen liegen in den uninspirierten Actionsequenzen, einem vorhersehbaren dritten Akt und der Tatsache, dass Carol als Charakter manchmal zu zurückhaltend gezeichnet ist. Einige Plotpunkte wirken zu glatt aufgelöst.

Mein größter Kritikpunkt: Die Actionszenen sind größtenteils langweilig. Die Kampfsequenzen auf Hala fühlen sich generisch an, die Verfolgungsjagd durch LA ist unübersichtlich, und die finale Weltraum-Schlacht hat keine emotionale Dringlichkeit. Für einen Superheldenfilm ist das ein Problem.

Carol als Charakter bleibt manchmal zu brav. Ja, sie ist kantig und macht Fehler, aber sie könnte noch mehr Ecken und Kanten vertragen. Ihre Entwicklung ist manchmal zu glatt – von der verwirrten Kriegerin zur selbstbewussten Heldin in 124 Minuten. Da hätte mehr Reibung gut getan.

Der dritte Akt folgt zu sehr der Marvel-Formel. Großer Bösewicht wird enthüllt, es gibt eine große Schlacht, die Heldin rettet den Tag. Nach den überraschenden Wendungen der ersten beiden Akte ist das enttäuschend vorhersehbar.

Jude Laws Yon-Rogg als Antagonist bleibt blass. Klar, er soll manipulativ und undurchsichtig sein, aber als finaler Gegner hat er zu wenig Profil. Seine Motivation – Carol kontrollieren zu wollen – ist zu einfach gestrickt für die komplexe Geschichte, die der Film bis dahin erzählt hat.

Einige Plotpunkte werden zu schnell abgehakt. Wie Carol ihre Kräfte bekommen hat, wird in einem kurzen Flashback abgehandelt. Ihre Beziehung zu Maria hätte mehr Raum verdient. Die Skrull-Flüchtlings-Thematik wird angerissen, aber nicht vertieft.

Die Pacing-Probleme werden im zweiten Akt deutlich. Nachdem Carol auf der Erde gelandet ist, plätschert der Film eine Weile vor sich hin. Die Spurensuche ist wichtig für die Charakterentwicklung, aber manchmal zu gemächlich erzählt.

Die Komik funktioniert nicht immer. Manche Witze (besonders die über 90er-Jahre-Technologie) wirken aufgesetzt. Marvel hat schon bewiesen, dass sie Humor natürlich integrieren können – hier fühlt sich manches forciert an.

Ein technischer Punkt: Die De-Aging-Technologie bei Samuel L. Jackson ist beeindruckend, aber nicht perfekt. In einigen Szenen sieht man, dass etwas nicht stimmt. Es ist nicht schlimm genug, um den Film zu ruinieren, aber auffällig genug, um abzulenken.

Für wen ist Captain Marvel geeignet?

Captain Marvel funktioniert am besten für MCU-Fans, die sich für Charakterentwicklung interessieren, 90er-Nostalgiker und alle, die eine weniger perfekte Superheldin erleben wollen. Actionfans könnten enttäuscht werden.

Wenn ihr zu den Marvel-Completionisten gehört, die jeden MCU-Film sehen müssen: Captain Marvel ist Pflicht. Der Film erklärt nicht nur, woher Nick Furys Pager aus der „Infinity War“-Post-Credit-Szene stammt, sondern etabliert auch eine der mächtigsten MCU-Heldinnen.

90er-Kinder werden ihre Freude haben. Von der Blockbuster-Videothek bis zum Grunge-Soundtrack – der Film ist eine liebevolle Zeitkapsel. Besonders wenn ihr No Doubt, Nirvana und Hole hört, werdet ihr euch wie zu Hause fühlen.

Wer starke weibliche Charaktere schätzt, wird Carol Danvers mögen. Sie ist keine makellose Heldin, sondern eine Frau mit Fehlern und Stärken. Ihre Reise zur Selbstfindung ist authentisch erzählt.

Buddy-Cop-Fans kommen auf ihre Kosten. Die Dynamik zwischen Brie Larson und Samuel L. Jackson trägt weite Teile des Films. Ihre Chemie ist natürlich und unterhaltsam.

Familien können den Film gemeinsam schauen. FSK 12 bedeutet, dass auch Teenager mitgucken können, aber der Film ist nicht zu kindisch für Erwachsene. Die 90er-Referenzen werden die Eltern mehr begeistern als die Kids.

Sci-Fi-Fans werden die kosmischen Elemente schätzen. Die Kree-Skrull-Mythologie ist interessant, auch wenn sie nicht vollständig ausgeschöpft wird. Die Alien-Designs sind solide.

Weniger geeignet ist der Film für reine Actionfans. Wer spektakuläre Kampfszenen erwartet, wird enttäuscht. Die besten Momente sind die ruhigen, charakterbasierten Szenen.

Marvel-Skeptiker werden auch hier nicht bekehrt. Wer mit dem MCU nichts anfangen kann, wird auch „Captain Marvel“ nicht überzeugen. Der Film ist zu sehr Teil des größeren Universums.

Wer spielt in Captain Marvel mit?

  • Brie Larson als Carol Danvers / Captain Marvel / Vers
  • Samuel L. Jackson als Nick Fury
  • Jude Law als Yon-Rogg
  • Lashana Lynch als Maria „Photon“ Rambeau
  • Ben Mendelsohn als Talos / Keller
  • Annette Bening als Supreme Intelligence / Dr. Wendy Lawson / Mar-Vell
  • Gemma Chan als Minn-Erva
  • Djimon Hounsou als Korath
  • Lee Pace als Ronan the Accuser
  • Clark Gregg als Phil Coulson

Fazit: Lohnt sich Captain Marvel?

Nach mehrmaligem Schauen bin ich immer noch überzeugt: Captain Marvel ist ein sympathischer MCU-Film, der seine Stärken in den ruhigen Momenten findet. Brie Larson macht Carol Danvers zu einer glaubwürdigen Heldin – nicht perfekt, aber authentisch. Die Buddy-Dynamik mit Samuel L. Jackson trägt den Film, während die 90er-Atmosphäre für echte Nostalgie sorgt.

Klar, die Actionszenen könnten spektakulärer sein und der finale Akt ist zu vorhersehbar. Aber als Charakterstudie und MCU-Baustein funktioniert der Film. Wer Superhelden-Kino mit Herz und Humor schätzt, wird hier fündig. 7.8/10 Punkte.

⚖️

Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

Carol Danvers ist herrlich unperfekt - eine Heldin mit Ecken, Kanten und 90er-Attitude!— aus der Wertung von Tribun
Captain Marvel macht vieles richtig, ohne perfekt zu sein. Brie Larson und Samuel L. Jackson haben großartige Chemie, die 90er-Nostalgie fühlt sich authentisch an, und Carol ist erfrischend menschlich für eine kosmische Superheldin. Die Actionszenen hätten dynamischer sein können und der dritte Akt folgt zu sehr der Marvel-Formel, aber der emotionale Kern stimmt. Für MCU-Fans ein Muss, für alle anderen ein solider Einstieg in Carols Geschichte.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu Captain Marvel

Wo kann ich Captain Marvel streamen?

Captain Marvel läuft aktuell im Abo bei Disney+; zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, Google Play, YouTube, maxdome, MagentaTV, Videoload und freenet Video. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Wie lange dauert Captain Marvel?

Captain Marvel hat eine Laufzeit von rund 124 Minuten (2 Stunden und 4 Minuten).

Lohnt sich Captain Marvel?

Unsere Redaktion vergibt Captain Marvel einen Watcher-Score von 8,0 von 10. Female Power, aber cool – Marvel wie es sein sollte!

Für wen ist Captain Marvel geeignet?

Captain Marvel ist vor allem etwas für Action und Abenteuer-Fans und alle, die solide Genre-Unterhaltung suchen.

Worum geht es in Captain Marvel?

Bei einem Einsatz wird die Kree-Soldatin Vers von den Skrull gefangengenommen.

🎬

Trailer

🎭

Besetzung

Brie LarsonCarol Danvers / Vers / Captain Marvel
Samuel L. JacksonNick Fury
Ben MendelsohnTalos / Keller
Jude LawYon-Rogg
Annette BeningSupreme Intelligence / Dr. Wendy Lawson
Djimon HounsouKorath
Lee PaceRonan
Lashana LynchMaria Rambeau
Gemma ChanMinn-Erva
Clark GreggAgent Coulson

FAQ zu Captain Marvel

Wann spielt Captain Marvel in der MCU-Timeline?
Captain Marvel spielt 1995, also etwa 13 Jahre vor dem ersten Iron Man-Film. Es ist chronologisch der zweite MCU-Film nach Captain America: The First Avenger.
Muss man andere Marvel-Filme gesehen haben?
Nein, Captain Marvel funktioniert als Standalone-Film. Allerdings wird das Viewing-Erlebnis besser, wenn man Nick Fury aus anderen MCU-Filmen kennt. Für Avengers: Endgame ist der Film aber Pflicht.
Wie mächtig ist Captain Marvel im Vergleich zu anderen MCU-Helden?
Captain Marvel gilt als eine der mächtigsten MCU-Heldinnen, auf einem Level mit Thor und Hulk. Sie kann im Weltraum überleben, mit Lichtgeschwindigkeit fliegen und Energiestrahlen abfeuern, die Raumschiffe zerstören können.
Was ist Goose für eine Katze?
Goose ist ein Flerken - eine außerirdische Spezies, die wie Erdkatzen aussieht, aber Tentakel-Münder haben und ganze Objekte verschlucken kann. In den Comics heißt die Katze übrigens Chewie.
Gibt es Pläne für weitere Captain Marvel-Filme?
Ja, 2023 kam bereits "The Marvels" in die Kinos, wo Captain Marvel zusammen mit Ms. Marvel und Photon auftritt. Weitere Solofilme sind bisher nicht offiziell angekündigt.
Warum sieht Nick Fury so jung aus?
Samuel L. Jackson wurde mit aufwendiger De-Aging-Technologie digital verjüngt. Derselbe Effekt wurde auch bei anderen MCU-Charakteren wie Tony Starks Vater Howard verwendet.
📣

Der Saal

Community — getrennt von der Redaktion

Schon gesehen? Bewerte in 2 Sekunden — deine Stimme zählt für den Saal, nie für den Watcher-Score.

🌟 Community Bewertung

Noch keine Community-Bewertung

Sei der Erste!

📝 Deine Bewertung
Klicke zum Bewerten (wird temporär gespeichert)
💬

Wie reagierst du auf das Review?

🗣️

Diskutiere mit · 0 Kommentare

0 Kommentare

🚪

Ähnliche Filme

aus derselben Kammer
Cookie Consent mit Real Cookie Banner