In the Grey erzählt in der ersten Hälfte fast nur, was seine Figuren gleich tun werden, und in der zweiten tut es dann genau das. Ein Heist-Film, der seinen Plan vorher verrät, muss danach mit Wendungen nachhelfen, und die sind bei Guy Ritchie diesmal eher kompliziert als überraschend. Meine WatchGuide-Wertung: 4,8 von 10. Eiza González ist das Beste daran, Henry Cavill und Jake Gyllenhaal finden nie zusammen.
Seit dem 21. Mai 2026 im Kino, Verleih Leonine, 97 Minuten, FSK 16. Buch und Regie Guy Ritchie. Gedreht wurde im Herbst 2023 auf Teneriffa, danach hing der Film zweieinhalb Jahre fest: Lionsgate hatte ihn für Januar 2025 angesetzt und gab ihn ab, in den USA brachte ihn schließlich Black Bear Pictures am 15. Mai 2026 heraus.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionWorum es geht
Rachel Wild (Eiza González), eine Unterhändlerin mit Wall-Street-Hintergrund, soll eine Milliarde Dollar von Manny Salazar (Carlos Bardem) zurückholen, der sich auf einer bewachten Privatinsel verschanzt hat. Dafür braucht sie zwei Männer fürs Grobe: den unerschütterlichen Sid (Henry Cavill) und den aufbrausenden Bronco (Jake Gyllenhaal). Rosamund Pike spielt Bobby Sheen, Kristofer Hivju und Fisher Stevens gehören zum Ensemble.
Das Drehbuch sagt alles vorher
Mein erstes Problem mit diesem Film: Er erklärt, statt zu zeigen. Die erste Hälfte besteht zum großen Teil aus Briefings. Wer was besorgt, wo die Waffen liegen, wie man auf die Insel kommt. Der filmdienst vergleicht das mit einer in die Länge gezogenen Mission aus Grand Theft Auto, in der man den Figuren zuhört, wie sie über Ausrüstung reden, statt ihnen dabei zuzusehen. Das trifft es genau.
Ein Heist-Film lebt davon, dass er Information zurückhält. Man soll den Plan halb kennen und im entscheidenden Moment merken, dass man die falsche Hälfte kannte. In the Grey legt alles auf den Tisch und muss deshalb im zweiten Drittel ein Doppelspiel nachschieben, das Markus Tschiedert bei Filmstarts zu Recht kompliziert erdacht nennt. Die Wendung ist nicht verdient, sie ist angebaut.
Ritchie weiß selbst, dass da etwas fehlt. Split-Screens, Inserts und eingeblendete Grafiken sollen Tempo erzeugen, wo die Szenen keines haben. Das ist handwerklich sauber und bleibt trotzdem Kosmetik.
Cavill, Gyllenhaal und eine Frau, die ihnen die Show stiehlt
Seit Prisoners, bei dem Anke mir im Cinenova die Hand gequetscht hat, weiß ich, was Jake Gyllenhaal in stillen Szenen kann. Hier darf er fast nur laut sein. Sein Bronco ist überdreht, Cavills Sid stoisch, und aus diesem Gegensatz könnte etwas entstehen. Es entsteht nichts. Die beiden spielen nebeneinander her, nicht miteinander. Filmstarts schreibt, sie scheinen eher in Konkurrenz zu stehen, und so habe ich es auch gesehen.
Eiza González dagegen trägt die Szenen, in denen sie verhandelt, mit einer Ruhe, die sonst niemand in diesem Film hat. Tschiedert nennt sie den absoluten Lichtblick. Bei critic.de steht der Hinweis auf den kurzen Moment nach einer Schießerei in einem Café, in dem Rachel die Fassung verliert. Das ist die eine Stelle, an der der Film zeigt, was diese Leute der Druck kostet. Sie dauert Sekunden, und danach geht es weiter, als wäre nichts gewesen.
Was die Kritik sagt
Das Echo ist gemischt. Rotten Tomatoes zählt 53 Prozent positive Stimmen aus 74 Kritiken, der Konsens nennt den Film ein schickes Actionvehikel ohne frische Ideen. Beim Publikum dort liegt er bei 82 Prozent. Metacritic weist 53 von 100 bei 17 Kritiken aus. Filmstarts vergibt zweieinhalb von fünf Sternen, der filmdienst sieht Ritchies Männerbilder bis zur Karikatur überzeichnet und den Film als überdehnte Mission.
Meine 4,8 liegt knapp unter diesem Schnitt. Die Bilder von Teneriffa sind schön, die Action ist übersichtlich. Aber für mich steht und fällt ein Heist-Film mit dem Drehbuch, und das hat seine Karten zu früh gezeigt.
Für wen sich In the Grey lohnt
Für Ritchie-Vollständige und alle, die Cavill und Gyllenhaal einfach gern in Anzügen und mit Waffen sehen. Für einen Abend, an dem man nicht mitdenken möchte, reicht es. Wer Ritchie in Form sehen will, schaut Snatch, wo jede Figur mehr Profil hat als hier das ganze Team. Ritchies jüngere Spionagekomödie Operation Fortune ist leichter, aber ehrlicher in dem, was sie will. Mehr sammelt unsere Action-Übersicht.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Eiza González als Unterhändlerin Rachel Wild ist der Lichtblick
- Teneriffa sieht großartig aus
- Übersichtlich inszenierte Action
- Der kurze Moment nach der Café-Schießerei zeigt, was der Druck kostet
Dagegen
- Die erste Hälfte besteht vor allem aus Briefings und Exposition
- Das Doppelspiel im zweiten Drittel ist angebaut statt verdient
- Keine Chemie zwischen Cavill und Gyllenhaal
- Split-Screens und Grafiken ersetzen kein Tempo
Ein Heist-Film muss Information zurückhalten. In the Grey legt alle Karten in der ersten Stunde auf den Tisch.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt In the Grey?
Verfügbarkeit DEStand 17.10.2026: In the Grey läuft im Abo bei Max und Prime Video, mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 4,99 €.
Stand 17.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- SidHenry Cavill
- BroncoJake Gyllenhaal
- Bobby SheenRosamund Pike
- Rachel WildEiza González
- William HorowitzFisher Stevens


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