Poster zum Film In the Grey: Guy Ritchie verrät seinen Heist zu früh

In the Grey: Guy Ritchie verrät seinen Heist zu früh (2026)

Film · Action, Thriller · 2026 · 97 Min.

Von , aktualisiert am 30. September 20264 Minuten LesezeitSo arbeiten wir

In the Grey erzählt in der ersten Hälfte fast nur, was seine Figuren gleich tun werden, und in der zweiten tut es dann genau das. Ein Heist-Film, der seinen Plan vorher verrät, muss danach mit Wendungen nachhelfen, und die sind bei Guy Ritchie diesmal eher kompliziert als überraschend. Meine WatchGuide-Wertung: 4,8 von 10. Eiza González ist das Beste daran, Henry Cavill und Jake Gyllenhaal finden nie zusammen.

Seit dem 21. Mai 2026 im Kino, Verleih Leonine, 97 Minuten, FSK 16. Buch und Regie Guy Ritchie. Gedreht wurde im Herbst 2023 auf Teneriffa, danach hing der Film zweieinhalb Jahre fest: Lionsgate hatte ihn für Januar 2025 angesetzt und gab ihn ab, in den USA brachte ihn schließlich Black Bear Pictures am 15. Mai 2026 heraus.

Quellen & Einordnung

Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.

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von WatchGuide-Redaktion
1

Worum es geht

Rachel Wild (Eiza González), eine Unterhändlerin mit Wall-Street-Hintergrund, soll eine Milliarde Dollar von Manny Salazar (Carlos Bardem) zurückholen, der sich auf einer bewachten Privatinsel verschanzt hat. Dafür braucht sie zwei Männer fürs Grobe: den unerschütterlichen Sid (Henry Cavill) und den aufbrausenden Bronco (Jake Gyllenhaal). Rosamund Pike spielt Bobby Sheen, Kristofer Hivju und Fisher Stevens gehören zum Ensemble.

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Das Drehbuch sagt alles vorher

Mein erstes Problem mit diesem Film: Er erklärt, statt zu zeigen. Die erste Hälfte besteht zum großen Teil aus Briefings. Wer was besorgt, wo die Waffen liegen, wie man auf die Insel kommt. Der filmdienst vergleicht das mit einer in die Länge gezogenen Mission aus Grand Theft Auto, in der man den Figuren zuhört, wie sie über Ausrüstung reden, statt ihnen dabei zuzusehen. Das trifft es genau.

Ein Heist-Film lebt davon, dass er Information zurückhält. Man soll den Plan halb kennen und im entscheidenden Moment merken, dass man die falsche Hälfte kannte. In the Grey legt alles auf den Tisch und muss deshalb im zweiten Drittel ein Doppelspiel nachschieben, das Markus Tschiedert bei Filmstarts zu Recht kompliziert erdacht nennt. Die Wendung ist nicht verdient, sie ist angebaut.

Ritchie weiß selbst, dass da etwas fehlt. Split-Screens, Inserts und eingeblendete Grafiken sollen Tempo erzeugen, wo die Szenen keines haben. Das ist handwerklich sauber und bleibt trotzdem Kosmetik.

3

Cavill, Gyllenhaal und eine Frau, die ihnen die Show stiehlt

Seit Prisoners, bei dem Anke mir im Cinenova die Hand gequetscht hat, weiß ich, was Jake Gyllenhaal in stillen Szenen kann. Hier darf er fast nur laut sein. Sein Bronco ist überdreht, Cavills Sid stoisch, und aus diesem Gegensatz könnte etwas entstehen. Es entsteht nichts. Die beiden spielen nebeneinander her, nicht miteinander. Filmstarts schreibt, sie scheinen eher in Konkurrenz zu stehen, und so habe ich es auch gesehen.

Eiza González dagegen trägt die Szenen, in denen sie verhandelt, mit einer Ruhe, die sonst niemand in diesem Film hat. Tschiedert nennt sie den absoluten Lichtblick. Bei critic.de steht der Hinweis auf den kurzen Moment nach einer Schießerei in einem Café, in dem Rachel die Fassung verliert. Das ist die eine Stelle, an der der Film zeigt, was diese Leute der Druck kostet. Sie dauert Sekunden, und danach geht es weiter, als wäre nichts gewesen.

4

Was die Kritik sagt

Das Echo ist gemischt. Rotten Tomatoes zählt 53 Prozent positive Stimmen aus 74 Kritiken, der Konsens nennt den Film ein schickes Actionvehikel ohne frische Ideen. Beim Publikum dort liegt er bei 82 Prozent. Metacritic weist 53 von 100 bei 17 Kritiken aus. Filmstarts vergibt zweieinhalb von fünf Sternen, der filmdienst sieht Ritchies Männerbilder bis zur Karikatur überzeichnet und den Film als überdehnte Mission.

Meine 4,8 liegt knapp unter diesem Schnitt. Die Bilder von Teneriffa sind schön, die Action ist übersichtlich. Aber für mich steht und fällt ein Heist-Film mit dem Drehbuch, und das hat seine Karten zu früh gezeigt.

5

Für wen sich In the Grey lohnt

Für Ritchie-Vollständige und alle, die Cavill und Gyllenhaal einfach gern in Anzügen und mit Waffen sehen. Für einen Abend, an dem man nicht mitdenken möchte, reicht es. Wer Ritchie in Form sehen will, schaut Snatch, wo jede Figur mehr Profil hat als hier das ganze Team. Ritchies jüngere Spionagekomödie Operation Fortune ist leichter, aber ehrlicher in dem, was sie will. Mehr sammelt unsere Action-Übersicht.

Bewertung

Bisherige Einschätzung

Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung

Story3,5
Schauspiel6,0
Effekte6,5

Dafür

  • Eiza González als Unterhändlerin Rachel Wild ist der Lichtblick
  • Teneriffa sieht großartig aus
  • Übersichtlich inszenierte Action
  • Der kurze Moment nach der Café-Schießerei zeigt, was der Druck kostet

Dagegen

  • Die erste Hälfte besteht vor allem aus Briefings und Exposition
  • Das Doppelspiel im zweiten Drittel ist angebaut statt verdient
  • Keine Chemie zwischen Cavill und Gyllenhaal
  • Split-Screens und Grafiken ersetzen kein Tempo
Ein Heist-Film muss Information zurückhalten. In the Grey legt alle Karten in der ersten Stunde auf den Tisch.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
4,8 von mir. Guy Ritchie erklärt in der ersten Hälfte seinen Plan in Briefings, statt ihn zu inszenieren, und muss danach ein kompliziertes Doppelspiel anbauen, das sich die Figuren nicht verdient haben. Cavill und Gyllenhaal spielen nebeneinander her, Eiza González stiehlt beiden die Show. Die Bilder von Teneriffa und die übersichtliche Action tragen einen Abend, an dem man nicht mitdenken will. Wer einen klugen Heist sucht, bleibt bei Snatch.

Wer streamt In the Grey?

Verfügbarkeit DE

Stand 17.10.2026: In the Grey läuft im Abo bei Max und Prime Video, mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 4,99 €.

Stand 17.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr

Besetzung

5 Rollen
  • SidHenry Cavill
  • BroncoJake Gyllenhaal
  • Bobby SheenRosamund Pike
  • Rachel WildEiza González
  • William HorowitzFisher Stevens

FAQ zu In the Grey: Guy Ritchie verrät seinen Heist zu früh

Wo wurde In the Grey gedreht?
Auf Teneriffa, im September und Oktober 2023. Unter anderem im Real Casino de Tenerife, am Fischerhafen von San Andrés und am Strand von Las Teresitas.
Warum kam der Film erst 2026 ins Kino?
Lionsgate hatte In the Grey zunächst für Januar 2025 geplant und den Film dann abgegeben. In den USA übernahm Black Bear Pictures, der Start verschob sich auf Mai 2026. In Deutschland lief er am 21. Mai 2026 bei Leonine an.

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