Protector (2026) bekommt von uns 5,5, und diese WatchGuide-Wertung geht fast komplett auf das Konto von Milla Jovovich. Sie spielt eine Kriegsveteranin, die ihre entführte Tochter sucht, und sie tut das mit einer Wut, die der Rest des Films nicht einlöst. 92 Minuten, Regie Adrian Grünberg.
In Deutschland läuft der Film seit dem 26. August 2026 digital, unter anderem bei Prime Video. Rotten Tomatoes steht bei 17 Prozent, das Publikum bei 73. Beide haben ihre Gründe.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionDas Versprechen hält ungefähr 20 Minuten
Nikki Halstead, gespielt von Milla Jovovich, wacht in einer leeren Fabrikhalle auf, ihre Tochter Chloe ist weg. Der Aufbau ist so schlank, wie ein Actionfilm sein darf: eine Frau, ein Ziel, eine Uhr, die läuft. 92 Minuten sind dafür genau die richtige Länge, und die erste halbe Stunde nutzt sie auch.
Danach passiert das, was diesem Film das Genick bricht. Statt der Suche bekommen wir Erklärungen. Figuren sagen Sätze, die uns mitteilen, was wir gerade gesehen haben, und im letzten Drittel kommt eine Wendung, die rückwirkend alles umdeutet, ohne dass der Film sie vorher vorbereitet hätte. Genau das verzeihe ich in Actionfilmen am schwersten.
Jovovich macht das im Schlaf, und das ist ihr Pech
Milla Jovovich hat sechs Resident-Evil-Filme getragen, sie weiß, wie man eine Actionszene körperlich glaubhaft macht. Hier schlägt sie sich durch einen Nahkampf, bei dem man jeden Treffer spürt, und sie spielt die Erschöpfung danach mit, statt zwei Szenen später frisch dazustehen.
Rotten Tomatoes fasst es in seinem Kritikerkonsens so zusammen: Nur Jovovichs wilde Darstellung rette den Film stellenweise, sonst sei die Umsetzung lächerlich und einfallslos. Hart formuliert, aber die Richtung stimmt. Matthew Modine als Colonel Lavelle und D. B. Sweeney bekommen Rollen, die aus zwei Eigenschaften bestehen. Isabel Myers als Chloe ist über weite Strecken ein Ziel, keine Figur.
17 Prozent gegen 73 Prozent
Die Zahlen liegen weit auseinander: Rotten Tomatoes zählt 17 Prozent aus 30 Kritiken, das Publikum gibt 73 Prozent. IMDb steht bei 5,2 bei 4.473 Stimmen, Letterboxd bei 2,4. Weltweit hat der Film knapp 2 Millionen Dollar eingespielt. Unsere 5,5 liegen bewusst dazwischen.
Die Lücke erklärt sich leicht. Wer einen Rachefilm mit einer glaubwürdigen Hauptdarstellerin für einen ruhigen Abend sucht, bekommt genau das. Wer auf Drehbuch, Figurenlogik und Schnitt achtet, sieht 92 Minuten lang, woran es hakt. Beide Gruppen haben recht, sie messen nur Verschiedenes.
Grünberg kann das eigentlich besser
Adrian Grünberg ist kein Anfänger. Der mexikanische Regisseur war erster Regieassistent bei Apocalypto von 2006, hat 2012 mit Get the Gringo sein Debüt mit Mel Gibson gedreht und 2019 Rambo: Last Blood inszeniert. Handwerk ist da, in den Nahkampfszenen sieht man es.
Was fehlt, ist Raum. Viele Kämpfe sind so eng geschnitten, dass die Geografie verloren geht, und wenn ich in einer Actionszene nicht mehr weiß, wer wo steht, ist die Spannung weg. Kameramann ist Vern Nobles Jr., die Musik kommt von Don Cherel, das Drehbuch von Mun-Bong Seub. Produziert wurde von einem Verbund aus neun Firmen, und ehrlich gesagt sieht man auch das.
Wann Protector trotzdem der richtige Film ist
Für einen Dienstagabend, an dem 92 Minuten reichen sollen und niemand mehr braucht als eine Hauptfigur, der man das Prügeln abnimmt, geht Protector in Ordnung. Als Beispiel dafür, wie gut dieses Genre sein kann, taugt er nicht. Unsere Rangliste der besten Actionfilme aller Zeiten zeigt den Abstand deutlich.
Wer Rache mit besserem Drehbuch will, ist bei John Wick richtig, wer den müden Krieger sucht, bei John Rambo. Und wer sehen will, wie dieselbe Grundidee mit Witz funktioniert, nimmt Normal mit Bob Odenkirk. Weitere Kritiken stehen bei uns unter Actionfilme.
Wer in diesen 92 Minuten mitspielt
- Milla Jovovich als Nikki Halstead, Veteranin und Mutter. Sie trägt den Film, ohne dass ihr jemand hilft.
- Matthew Modine spielt Colonel Joseph Lavelle. Der Mann war in Full Metal Jacket die Hauptrolle, hier bekommt er zwei Register.
- Isabel Myers als Chloe Halstead, die entführte Tochter
- D. B. Sweeney: Captain Michaels. Ein Schauspieler, dem der Film deutlich weniger gibt, als er könnte.
- Michael Stahl-David als Detective John Blake
- Don Harvey als Sullivan
- Brooklyn Sudano und Chase Kim als Detectives Keyes und Jin Woo, die beide mehr ermitteln dürfen, als der Film ihnen zutraut
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Milla Jovovich macht jeden Treffer und jede Erschöpfung glaubhaft
- 92 Minuten ohne Leerlauf im ersten Drittel
- Der Nahkampf ist handgemacht und nicht weggeschnitten
Dagegen
- Dialoge erklären, was man gerade gesehen hat
- Eine Wendung im letzten Drittel kommt ohne Vorbereitung
- Die Kämpfe sind oft so eng geschnitten, dass die Geografie verloren geht
- Nebenfiguren bestehen aus zwei Eigenschaften
Jovovich prügelt sich durch einen Film, der ihr nicht traut. Jedes Mal, wenn die Action trägt, kommt jemand und erklärt sie.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Protector?
Verfügbarkeit DEStand 16.10.2026: Protector läuft im Abo bei Prime Video, mit deutscher Synchronfassung.
Stand 16.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- Nikki HalsteadMilla Jovovich
- Colonel Joseph LavelleMatthew Modine
- Chloe HalsteadIsabel Myers
- Captain MichaelsD. B. Sweeney
- SullivanDon Harvey


Diskutiere mit