Poster zum Film Normal: Odenkirk, Kolstad und 90 Minuten in einer Kleinstadt die explodiert (2026)

Normal: Odenkirk, Kolstad und 90 Minuten in einer Kleinstadt die explodiert (2026)

🎬 Film 90 Min. ActionKrimi FSK 16
⚡ Kurz gesagt

Bob Odenkirk ballert sich durch eine Kleinstadt in Minnesota. Geschrieben vom John-Wick-Erfinder. Regie: Der Mann der Free Fire und Kill List gemacht hat.

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Wer streamt Normal?

Verfügbarkeit DE

Stand 28.07.2026: Normal ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 16,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 28.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

✍️

Die Kritik

von FilmSchneider

Bob Odenkirk ballert sich durch eine Kleinstadt in Minnesota. Geschrieben vom John-Wick-Erfinder. Regie: Der Mann der Free Fire und Kill List gemacht hat.

Ich habe den Trailer dreimal geschaut und bei jedem Mal ist mir was Neues aufgefallen. Beim dritten Mal hat Kubrick von meiner Tastatur aufgesehen weil ich laut gelacht habe — eine Szene in der Henry Winkler, der Fonz, als Bürgermeister einer Kleinstadt aussieht als hätte er Leichen im Keller. Buchstäblich. Normal kommt am 16. April 2026 in die deutschen Kinos und ich weiß jetzt schon dass Anke und ich am Startwochenende da sitzen. 90 Minuten, R-Rated, Derek Kolstads Drehbuch, Odenkirk als Sheriff. Das klingt nach einem Film den ich im Moleskine mit drei Ausrufezeichen markiert habe.

Kolstad und Odenkirk. Zum dritten Mal.

2021 kam Nobody. Odenkirk als unscheinbarer Typ der Leute verprügelt. Hat funktioniert. Überraschend gut sogar — 57 Millionen Dollar weltweit bei einem Budget von 16 Millionen, und danach gab es diese Szene in der Kolstad und Odenkirk zusammen auf einem Panel saßen und Kolstad sagte: Ich bringe das Genre mit und Bob bringt die Comedy. Ich baue die Welt, er bevölkert sie mit echten Menschen [Variety, 2025] („Ich bringe das Genre, er bringt die Comedy“). Das hat bei John Wick funktioniert und es hat bei Nobody funktioniert.

Jetzt ist Normal da. Kolstad hat das Drehbuch geschrieben, Odenkirk hat die Story mitentwickelt. Sheriff Ulysses nimmt eine vorübergehende Stelle in einem verschlafenen Kaff namens Normal an, irgendwo in Minnesota, als Auszeit von seiner kaputten Ehe und einem moralischen Kater aus dem Polizeidienst. Ruhige Gegend, netter Bürgermeister, alles friedlich. Dann geht ein Banküberfall schief und plötzlich schießt die halbe Stadt auf den Sheriff. Inklusive seiner eigenen Deputies. Und dann kommen die Yakuza.

Ja. Yakuza. In Minnesota. Ich komme darauf zurück.

Ben Wheatley. Endlich wieder der Richtige.

Anke hat mich am Wochenende gefragt warum ich so nervös wegen eines Films bin den ich noch gar nicht gesehen habe. Ich hab gesagt: Der Regisseur hat Kill List gemacht. Sie hat genickt. Dann: „War das der mit dem schrecklichen Ende?“ Ja, Anke. Das war der mit dem schrecklichen Ende. Und Free Fire, dieses brillante Chaos wo alle in einem Lagerhaus aufeinander ballern und keiner wirklich trifft. Und High-Rise, dieser Ballard-Albtraum mit Tom Hiddleston. Wheatley macht Filme bei denen man nie sicher ist ob man lachen oder sich übergeben soll, und genau das macht ihn interessant.

Die letzten Jahre waren durchwachsen. Rebecca für Netflix — schön, aber nicht Wheatley. Meg 2 mit Jason Statham — Paycheck, keine Leidenschaft. Aber dann hat er 2025 Bulk gemacht, komplett auf Handykameras und GoPros, und jetzt Normal. Premiere auf dem Toronto International Film Festival im Midnight Madness Programm. Das war das 50-jährige TIFF-Jubiläum und Wheatley hat dort den Film gezeigt bei dem Variety schreibt er sei „back in Free Fire form.“ Muss ich mehr sagen.

90 Minuten. In einer Welt der Drei-Stunden-Filme.

Neunzig Minuten. Unter hundert. In einer Kinolandschaft in der sich jeder zweite Film anfühlt als hätte der Regisseur das Recht auf drei Stunden Lebenszeit des Zuschauers. Kolstad und Wheatley haben sich angeschaut und gesagt: Wir erzählen unsere Geschichte und dann ist Schluss. Das ist Vertrauen ins eigene Material. Das ist Respekt vor dem Publikum. 83 Prozent auf Rotten Tomatoes nach 23 Kritiken sagen: funktioniert.

Deadline nennt Normal „one of the most fun“ in Toronto 2025. Nicht den tiefsten Film. Den unterhaltsamsten. Collider gibt 8 von 10. The Wrap schreibt „Die Hard meets Fargo action romp“ — und das ist ein Vergleich bei dem ich normalerweise die Augen verdrehe, aber hier? Bei einem Film der klingt als hätte jemand Die Hard und Fargo in einen Mixer geworfen und einen Schuss Free Fire dazugekippt? Hier passt der Vergleich. Ausnahmsweise.

Odenkirk blutet. Das ist der Punkt.

Bob Odenkirk ist kein Actionheld im klassischen Sinn. Er stolpert, blutet, zuckt zusammen. The Hollywood Reporter beschreibt seinen Sheriff Ulysses als jemanden der nicht unzerstörbar ist — er gewinnt nicht weil er besser kämpft als alle anderen, sondern weil er sturer ist. Das ist das Gegenteil von John Wick. John Wick ist Präzision, eine Maschine, Headshot-Headshot-Headshot. Ulysses ist ein Typ der sich durch die Nacht prügelt und dabei aussieht als würde er morgens beim Arzt anrufen müssen.

Das hat bei Nobody funktioniert und es klingt als hätten sie dieses Konzept hier verdoppelt. Kolstad hat in einem Interview gesagt: Die besten dramatischen Schauspieler kommen aus der Comedy — warum nicht die besten Actiontypen auch? Odenkirk war Saul Goodman. Odenkirk hat Mr. Show gemacht. Und jetzt schießt er Leuten ins Gesicht in einer verschneiten Kleinstadt. Der Range dieses Mannes.

Wer in Normal mitspielt

  • Bob Odenkirk als Sheriff Ulysses — Better Call Saul, Nobody, jetzt das hier
  • Henry Winkler als Bürgermeister Kibner — der Fonz mit dunklem Geheimnis, absolute Traumbesetzung
  • Lena Headey als Moira — Cersei Lannister hinter einer Bar in Minnesota, das allein ist den Kinobesuch wert
  • Brendan Fletcher als Keith
  • Billy MacLellan als Deputy Mike Nelson
  • Peter Shinkoda als Joe
  • Brian Kawakami als Arata
  • Reena Jolly als Lori
  • Jess McLeod als Alex

Musik: Harry Gregson-Williams & Ryder McNair. Kamera: Armando Salas. Gedreht komplett on location in Winnipeg, Manitoba.

Thomas hat den Trailer anders gesehen als ich

Thomas achtet auf andere Sachen. Berufsbedingt. Er hat gesagt: Die Farbpalette ist kalt, blaugrau, wie Fargo. Aber sobald die Actionszenen anfangen wird alles warm — Feuer, Explosionen, Orange. Das ist kein Zufall. Wheatley plant seine Bilder, auch wenn der Rest des Films Chaos ist. Armando Salas an der Kamera, den Namen sollte man sich merken. Und Harry Gregson-Williams für die Musik — der Mann hat Shrek, Man on Fire und The Martian gemacht. Der weiß wie man Spannung in einen Score packt.

Magnolia Pictures hat den Film für 2.000 Kinos in den USA eingekauft. Zweitausend. Das ist die breiteste Veröffentlichung in der 24-jährigen Geschichte des Studios. Ein Indie-Distributor der normalerweise Arthouse und Dokumentarfilme bringt setzt seinen Rekord auf einen Action-Film mit dem John-Wick-Autoren. Wenn das kein Statement ist weiß ich auch nicht. Ob der Film auch hier in den Cinenova-Saal kommt weiß ich noch nicht — ich hab angerufen, die wussten noch gar nicht dass er existiert. Magnolia hat im deutschen Markt weniger Sichtbarkeit als ein durchschnittlicher Superhelden-Film. Aber Odenkirks Fanbase nach Better Call Saul ist groß genug um Kinos zu füllen. Der Film wird seinen Weg finden.

⚖️

Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

Dafür

  • Derek Kolstads Drehbuch trifft Odenkirks Anti-Held-Charme
  • Ben Wheatley zurück in Bestform nach Free Fire
  • 90 Minuten ohne Filler — straff und kompromisslos

Dagegen

  • Magnolia-Vertrieb könnte deutsche Kino-Präsenz limitieren
  • Yakuza-Subplot birgt Risiko für Tonbrüche
Kolstad, Odenkirk, Wheatley. Drei Namen die in Kombination etwas versprechen das ich sofort einlösen will. Normal sieht aus wie der Film den ich mir seit Free Fire gewünscht habe — chaotisch, lustig, blutig und mit einem Hauptdarsteller der sich jede Szene verdient statt sie geschenkt zu bekommen. 90 Minuten, keine Franchise-Last, kein Weltuntergang, nur ein Sheriff der in einer Kleinstadt überlebt die ihre Maske fallen lässt. Manchmal braucht Kino nicht mehr als das.
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Trailer

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Besetzung

Bob OdenkirkUlysses
Henry WinklerMayor Kibner
Lena HeadeyMoira
Ryan AllenBlaine Anderson
Billy MacLellanDeputy Mike Nelson

FAQ zu Normal: Odenkirk, Kolstad und 90 Minuten in einer Kleinstadt die explodiert

Wann kommt Normal ins Kino?
16. April 2026 in Deutschland, 17. April in den USA. Frühlings-Slot, deutlich weniger Konkurrenz als im Sommer. Schlauer Move von Magnolia.
Muss man Nobody gesehen haben?
Nein. Komplett eigene Geschichte, anderer Charakter, anderes Setting. Aber wer Nobody mochte wird Normal mögen — gleiche kreative DNA, gleiche Handschrift.
Wer hat das Drehbuch geschrieben?
Derek Kolstad. Der Mann hinter John Wick und Nobody. Die Story hat er zusammen mit Bob Odenkirk entwickelt. Das merkt man — der Film balanciert Action und schwarzen Humor auf eine Art die beide Handschriften trägt.
Ist das ein reiner Actionfilm?
Eher ein Neo-Western mit schwarzem Humor der irgendwann in totales Chaos eskaliert. Stellt euch Fargo mit Schießereien vor, oder Hot Fuzz mit amerikanischem Akzent und weniger Subtilität.
Wie sind die bisherigen Kritiken?
83 Prozent auf Rotten Tomatoes nach der TIFF-Premiere im September 2025. Grundtenor: wahnsinnig unterhaltsam, nicht der tiefgründigste Film, aber einer bei dem man das Grinsen nicht mehr loswird.
Gibt es schon einen Trailer?
Seit Februar 2026 ist der volle Kinotrailer draußen. Zeigt genau das was man erwartet: Schnee, Schüsse, Explosionen, Odenkirk mit Schrotflinte und Henry Winkler mit einer Miene die nichts Gutes verheißt.
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