Poster zum Film Normal: Odenkirk, Kolstad und 90 Minuten in einer Kleinstadt die explodiert

Normal: Odenkirk, Kolstad und 90 Minuten in einer Kleinstadt die explodiert (2026)

Film · Action, Krimi · 2026 · 90 Min. · FSK 18

Von , aktualisiert am 30. September 20265 Minuten LesezeitSo arbeiten wir

Normal bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 6,3 von 10. Bob Odenkirk trägt Ben Wheatleys Kleinstadt-Actionfilm als Aushilfssheriff, der mehr einsteckt als austeilt, und die ruhige erste Hälfte ist das Beste daran. Sobald die halbe Stadt zur Waffe greift, verliert der Film seine Figuren aus dem Blick und wird laut, dunkel und austauschbar.

Normal lief am 16. April 2026 im Verleih von LEONINE in den deutschen Kinos, ungeschnitten ab 18 Jahren und rund 90 Minuten lang. Seit dem 31. Juli 2026 gibt es den Film auf DVD, Blu-ray und UHD. Wer Odenkirk seit Nobody als Actiondarsteller mag und schwarzen Humor mit viel Blut verträgt, bekommt einen kurzen, unterhaltsamen Abend. Wer ein Drehbuch erwartet, das sich seine Wendungen verdient, wird eher enttäuscht.

Quellen & Einordnung

Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.

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Trailer

Unsere Einordnung

von WatchGuide-Redaktion
1

Die erste Hälfte weiß, was sie tut

Die Anlage ist sauber. Derek Kolstad, der Autor von John Wick, hat die Geschichte zusammen mit Odenkirk entwickelt und das Drehbuch geschrieben. Ulysses übernimmt vorübergehend den Sheriffposten in Normal, einer Kleinstadt in Minnesota, und sucht dort vor allem Ruhe vor seinem eigenen Leben. Der Film lässt ihn ankommen, lässt ihn zuhören und lässt ihn Menschen kennenlernen, die freundlicher sind, als es gut sein kann. Odenkirk spielt das mit einer Gelassenheit, die Karsten Munt im Filmdienst treffend als zenhafte Aura beschreibt. Für mich ist das der Teil, in dem Normal ein Film über eine Figur ist und nicht über einen Bodycount.

Oliver Kube hält diesen Aufbau bei Filmstarts für zu lang. Ich verstehe den Einwand, teile ihn aber nicht. Ohne diese Geduld hätte der Umschlag keinen Boden, und der Umschlag ist die eine wirklich gute Idee, die der Film hat.

2

Wenn die ganze Stadt schießt, bleibt keine Figur übrig

Ein Paar überfällt die örtliche Bank, der Überfall geht schief, und dabei kommt heraus, dass Normal Vermögen der Yakuza verwahrt und die Einwohner Bescheid wissen. Ab da richtet sich die Stadt gegen ihren neuen Sheriff. Als Wendung ist das gut gesetzt, weil es jede freundliche Begegnung der ersten Hälfte rückwirkend umfärbt. Das Problem kommt danach. Aus Nachbarn werden Gegner am Fließband, und kaum einer von ihnen bekommt eine Entscheidung, die ich nachvollziehen kann. Henry Winkler als Bürgermeister Kibner und Lena Headey als Barbesitzerin Moira sind hervorragend besetzt und werden vom Drehbuch trotzdem nur als Funktion gebraucht. Das bemängelt auch Kube, und da hat er recht.

Ein Film, der seine Stadt so ausführlich vorstellt, müsste mir am Ende sagen können, warum dieser eine Mensch mitmacht und jener nicht. Normal sagt es mir nicht. Die Gründe der Einwohner bleiben Behauptung, und eine Behauptung reicht nicht, um aus einem freundlichen Nachbarn einen Mann mit Gewehr zu machen.

3

Odenkirk blutet, und das hält den Film zusammen

Was Normal über Wasser hält, ist die Art, wie Odenkirk die Gewalt spielt. Sein Ulysses gewinnt nicht, weil er schneller oder präziser ist als alle anderen, sondern weil er nicht aufhört. Kube schreibt, dieser Sheriff sei weder ein unfehlbarer Held im Stil von Liam Neeson noch eine Killermaschine, und genau das ist der Unterschied zu John Wick. Die Figur kennt man aus Nobody 2 und dessen Vorgänger, und sie funktioniert hier wieder: ein Mann, dem man jeden Treffer ansieht und dem man deshalb glaubt, dass er Angst hat.

4

Laut ist nicht dasselbe wie spannend

Wheatley hat mit Free Fire schon einmal fast einen ganzen Film als Schusswechsel inszeniert, und die Übertreibung ist in Normal gewollt. Der Kritikerkonsens bei Rotten Tomatoes lobt genau diese Mischung aus Odenkirks rauer, verspielter Präsenz und Wheatleys überdrehtem Gemetzel. Mir fehlt in den Gefechten aber die Ordnung. Kube bemängelt Actionszenen, in denen man im Dunkeln kaum etwas erkennt, Munt nennt den Film zu fahrig und zu hektisch. Beides trifft meinen Eindruck: Der Schnitt zerlegt die Kämpfe in Einzelbilder, und wenn ich nicht mehr weiß, wer wo steht, bleibt von der Spannung nur der Lärm. Die Yakuza, mit denen der Film beginnt und deren Rolle erst spät klar wird, bringen im letzten Teil noch einmal Druck hinein, aber keine Figur, die man ernst nehmen müsste.

Uraufgeführt wurde Normal im September 2025 beim Filmfestival Toronto in der Mitternachtsreihe Midnight Madness, und dort gehört er auch hin. Als Festivalfilm für einen lauten Saal um Mitternacht funktioniert er. Als Kinoabend mit dem Anspruch, eine Geschichte zu erzählen, reicht er nur bis zur Hälfte.

5

Wie die Kritik Normal sieht

Meine 6,3 liegen etwas unter dem, was die Kolleginnen und Kollegen im Schnitt vergeben. Bei Rotten Tomatoes sind 78 Prozent von 165 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 75 Prozent. Metacritic kommt auf 63 von 100 aus 29 Kritiken. Oliver Kube gibt bei Filmstarts 3,5 von 5 Sternen, Karsten Munt fällt im Filmdienst deutlich kritischer aus. Stand der Werte: 30. September 2026.

Bewertung

Bisherige Einschätzung

Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung

Story5,0
Schauspiel7,5
Effekte5,5

Dafür

  • Bob Odenkirk spielt einen Sheriff, dem man jeden Treffer ansieht
  • Die ruhige erste Hälfte baut die Stadt geduldig auf
  • Die Wendung färbt jede freundliche Begegnung rückwirkend um
  • Kurz und ohne Leerlauf, rund 90 Minuten

Dagegen

  • Die Einwohner bekommen keine nachvollziehbaren Gründe für ihre Seite
  • Henry Winkler und Lena Headey bleiben Funktionen
  • Dunkle, hektisch geschnittene Gefechte ohne Orientierung
  • Die Yakuza bringen Druck, aber keine Figur
Normal ist am besten, solange die Stadt freundlich ist. Sobald alle schießen, bleibt keine Figur mehr übrig, auf die es ankommt.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
6,3 von mir. Bob Odenkirk trägt Normal als Aushilfssheriff, der sich durchbeißt statt zu glänzen, und die geduldige erste Hälfte in der viel zu freundlichen Kleinstadt ist richtig gut gebaut. Danach schießt die halbe Stadt, aber kaum jemand bekommt einen Grund dafür, und die dunklen, hektischen Gefechte ersetzen Spannung durch Lärm. Für Odenkirk-Fans mit Sinn für schwarzen Humor ein unterhaltsamer Abend, für mehr reicht es nicht.

Wer streamt Normal?

Verfügbarkeit DE

Stand 17.10.2026: Normal ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 5,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).

Stand 17.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr

Besetzung

5 Rollen
  • UlyssesBob Odenkirk
  • Mayor KibnerHenry Winkler
  • MoiraLena Headey
  • Blaine AndersonRyan Allen
  • Deputy Mike NelsonBilly MacLellan

FAQ zu Normal: Odenkirk, Kolstad und 90 Minuten in einer Kleinstadt die explodiert

Ab welchem Alter ist Normal freigegeben?
Die FSK hat Normal ungeschnitten ab 18 Jahren freigegeben, im Kino wie auf DVD, Blu-ray und UHD. Die Gewalt ist drastisch und wird oft als schwarzer Witz inszeniert.
Muss man Nobody kennen, um Normal zu verstehen?
Nein. Normal erzählt eine eigene Geschichte mit einer anderen Figur. Gemeinsam haben die Filme Bob Odenkirk in der Hauptrolle und Derek Kolstad als Autor, und wer Nobody mochte, findet hier dieselbe Art von Actionheld wieder.

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