Conjuring 3: Im Bann des Teufels von Michael Chaves kam 2021 ins Kino, und zum ersten Mal basiert ein Conjuring-Film auf einem echten Mordfall.
Vera Farmiga und Patrick Wilson als Ed und Lorraine Warren, ein Junge der besessen ist, ein junger Mann der behauptet der Teufel habe ihn zum Mord gezwungen, und ein Gerichtsprozess der Geschichte geschrieben hat. 39 Millionen Budget, 206 Millionen weltweit. 7.5 von mir. Nicht die Magie der ersten beiden, aber die Warrens tragen den Film auf ihren Schultern. Und die sind breiter als man denkt.
Conjuring 3 hat mich nicht fertiggemacht wie die ersten beiden. Aber er hat mich berührt, und das ist mehr als die meisten Horrorfilme schaffen. Die Warrens vor Gericht statt im Spukhaus – das ist mutig, und es funktioniert, weil Vera Farmiga und Patrick Wilson in jeder Szene liefern. Die Chemie zwischen den beiden fühlt sich echt an, nicht inszeniert, und wenn Ed seinen Herzinfarkt hat und Lorraine seine Hand hält, dann ist das kein Horror mehr, das ist Liebe. Ruairi O'Connor als Arne ist die Entdeckung des Films. John Noble flüstert und ich bekomme Gänsehaut. Der mittlere Akt verliert sich i
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionKein Spukhaus. Und das ist das Problem. Und die Stärke.
Ich muss das sortieren, weil es mir selbst nicht ganz klar ist. Die ersten beiden Conjuring-Filme funktionieren, weil sie Spukhaus-Horror sind. Eine Familie zieht ein, es klopft, es knarrt, es wird dunkel. The Conjuring hatte die Perrons und den Keller. Conjuring 2 hatte Enfield und die alte Frau im Sessel. Das sind Filme, die dir die Nackenhaare aufstellen, weil sie Räume filmen in denen du nicht allein sein willst.
Conjuring 3 macht das nicht. Stattdessen gibt es einen Mordfall, einen Gerichtsprozess, und die Warrens als Ermittler statt als Geisterjäger. Und ich sitze da und fühle zwei Dinge gleichzeitig – Respekt, dass sie etwas Neues versuchen. Und Sehnsucht nach dem Klopfen im Dunkeln.
Arne Cheyenne Johnson. Der Fall, der alles verändert hat.
1981. Brookfield, Connecticut. Arne Cheyenne Johnson ersticht seinen Vermieter Alan Bono. Sein Verteidiger argumentiert vor Gericht: Nicht schuldig, weil der Teufel ihn dazu gebracht hat. Es ist das erste Mal in der amerikanischen Rechtsgeschichte, dass dämonische Besessenheit als Verteidigung verwendet wird. Und die Warrens, die echten Warrens, waren mittendrin.
Ruairi O’Connor spielt Arne mit einer Verletzlichkeit, die mich überrascht hat. Keine Übertreibung, kein Augenverdrehende-Besessenheits-Klischee. Ein junger Typ, der seinen zukünftigen Schwager schützen will und dabei etwas in sich reinlässt, das er nicht mehr loswird. Die Szene, in der er den Dämon aus dem kleinen David auf sich selbst überträgt – das ist der Moment, in dem der Film zeigt, was er kann. Meine Hände waren feucht. O’Connor spielt das so, dass man glaubt, er meint es ernst.
Vera Farmiga. Patrick Wilson. Die einzigen Konstanten die zählen.
Drei Filme. Drei verschiedene Regisseure für die Warrens – James Wan zweimal, jetzt Michael Chaves. Und trotzdem funktionieren Ed und Lorraine, weil Farmiga und Wilson etwas haben, das man nicht inszenieren kann. Chemie. Echte, spürbare, warme Chemie. Ed hat in diesem Film einen Herzinfarkt, und Lorraine pflegt ihn, und die Art wie Farmiga seine Hand hält – det var godt. Das fühlt sich nicht nach Drehbuch an. Das fühlt sich nach einem Paar an, das sich seit Jahrzehnten kennt.
Stefan analysiert solche Szenen immer. „Sauber gemacht“, sagt er dann. „Die Kamera steht richtig.“ Ich sage: Mir ist die Kamera egal. Mir ist wichtig, ob ich fühle, was die Figuren fühlen. Und bei Farmiga und Wilson fühle ich es. Immer.
Michael Chaves. Zweiter Versuch. Besser.
Nach Lloronas Fluch (28 Prozent bei den Kritikern, Folklore-Horror ohne Folklore) war ich vorsichtig. Chaves hat gezeigt, dass er Jump Scares kann, aber nicht unbedingt Atmosphäre. Hier liegt die Sache anders. Rotten Tomatoes gibt dem Film 56 Prozent bei den Kritikern und 83 Prozent beim Publikum. Das ist eine interessante Schere. Die Kritiker sagen: nicht so gut wie Wan. Das Publikum sagt: funktioniert trotzdem.
Für mich fühlt sich die Wahrheit irgendwo dazwischen an. Chaves hat dazugelernt. Die Eröffnungssequenz, der Exorzismus des kleinen David Glatzel, ist intensiv genug, um als eigenständiger Kurzfilm durchzugehen. Die Atmosphäre im Leichenschauhaus, die Szene im Tunnel unter dem Haus des Okkultisten – das sind Momente, in denen der Film Dread aufbaut statt nur Schreck. Aber der mittlere Akt verliert sich in einer Ermittlung, die sich mehr nach True Crime anfühlt als nach Horror. Und das ist ein Ton-Problem.
John Noble flüstert. Und ich bekomme Gänsehaut.
Den Namen John Noble kennen die meisten von Fringe – Dr. Walter Bishop, eine der besten TV-Performances der letzten zwanzig Jahre. Hier spielt er Father Kastner, einen pensionierten Priester mit Geheimnissen, und seine drei Szenen gehören zum Besten im ganzen Film. Noble hat diese Fähigkeit, mit leiser Stimme mehr Bedrohung zu erzeugen als andere mit Schreien. Die Textur seiner Stimme (rauh, brüchig, wie altes Pergament) passt perfekt in einen Film über dämonische Rituale.
Eugenie Bondurant als The Occultist ist visuell beeindruckend – dürr, bleich, mit Kontaktlinsen die mich an Argento erinnern, an diese übernatürlichen Gesichter in Suspiria. Aber sie bekommt zu wenig Screentime. Der Film deutet eine Verschwörung an, einen Kult der aus dem Schatten agiert, und dann löst er das Ganze in fünfzehn Minuten auf. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Viel mehr.
39 Millionen. Weniger als halb so viel wie ein Marvel-Film.
Das Budget ist respektabel für Horror, aber nicht üppig. Und man sieht es an den richtigen Stellen. Die Praktischen Effekte bei den Besessenheits-Szenen sind gut. Julian Hilliard als David Glatzel (ja, der Junge aus Haunting of Hill House) verbiegt sich in Positionen, die kein Kind einnehmen sollte, und es sieht echt aus. Nicht CGI-echt, sondern körperlich-echt. Mein Magen hat sich zusammengezogen. Das ist das Kompliment.
Was das Budget nicht abfängt, ist das Finale. Der Showdown zwischen Lorraine und dem Okkultisten fühlt sich hastig an, als hätte jemand gesagt: „Noch zehn Drehtage, dann ist Schluss.“ Die emotionale Auflösung zwischen Ed und Lorraine rettet es, weil Farmiga und Wilson immer liefern, aber der Horror-Teil des Finales ist unterdurchschnittlich für die Reihe. Conjuring 4 hat gezeigt, dass es anders geht.
Der Warren-Fall, vor Gericht und dahinter
- Vera Farmiga als Lorraine Warren: drei Filme, und sie wird besser. Farmiga spielt Lorraine nicht als Heldin, sondern als Frau die Angst hat und trotzdem weitermacht.
- Patrick Wilson: Ed Warren. Der Herzinfarkt, die Verletzlichkeit, die stille Stärke. Wilson ist der Anker dieser Reihe.
- Ruairi O’Connor als Arne Cheyenne Johnson. Die Überraschung des Films. O’Connor macht aus einer schwierigen Rolle etwas Echtes.
- Sarah Catherine Hook als Debbie Glatzel, Arnes Freundin. Solide, emotional, aber das Drehbuch gibt ihr zu wenig.
- Julian Hilliard: David Glatzel, der besessene Junge. Hilliard war in Hill House großartig, und hier genauso.
- John Noble als Father Kastner. Drei Szenen. Alle drei unvergesslich. Nobler spielt leise, und genau das macht ihn gefährlich.
- Eugenie Bondurant als The Occultist: visuell beeindruckend, leider zu wenig Screentime
Was Ed und Lorraine dem Horror-Genre gegeben haben
Drei Hauptfilme. Zwei Spin-off-Reihen. Ein Universum. Und in der Mitte stehen immer die Warrens – nicht als Superhelden, nicht als Exorzisten mit Superkräften, sondern als Ehepaar das sich liebt und nebenbei gegen Dämonen kämpft. Das ist die DNA dieser Reihe, und das ist der Grund warum sie funktioniert. Nicht die Scares. Nicht die Dämonen. Die Liebe zwischen zwei Menschen, die Angst haben und es trotzdem tun.
Wer die komplette Conjuring-Reihenfolge durchschauen will, sollte bei Teil 1 anfangen. Release-Reihenfolge, nicht Timeline. Und wer nach dem Gerichtsprozess-Element mehr will: The Exorcism of Emily Rose (2005) hat das Konzept, Besessenheit vor Gericht, schon einmal durchgespielt, mit Jennifer Carpenter in einer Performance die mich damals nicht schlafen ließ. Kalt wie ein Dezembermorgen in Flensburg, dieser Film.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Bewertet von WatchGuide-Redaktion, die Wertung steht oben.
Dafür
- Farmiga und Wilson – beste Chemie im Horror-Genre
- Ruairi O'Connor als Arne überzeugt
- Eröffnungs-Exorzismus ist intensiv
Dagegen
- Mittlerer Akt zu sehr True Crime, zu wenig Horror
- Finale fühlt sich hastig an
- Ohne Wan fehlt das instinktive Horror-Timing
The devil made me do it.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Conjuring 3: Im Bann des Teufels?
Verfügbarkeit DEStand 14.10.2026: Conjuring 3: Im Bann des Teufels läuft im Abo bei RTL+ und Max, mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 2,99 €.
Stand 14.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- Lorraine WarrenVera Farmiga
- Ed WarrenPatrick Wilson
- Judy WarrenSterling Jerins
- Debbie GlatzelSarah Catherine Hook
- Arne Cheyne JohnsonRuairí O'Connor


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