Poster zum Film Lloronas Fluch: Folklore-Horror ohne Folklore (2019)

Lloronas Fluch: Folklore-Horror ohne Folklore (2019)

🎬 Film 93 Min. Horror
⚡ Kurz gesagt

Lloronas Fluch hat mich nicht geholt. Und ich wollte mich holen lassen, wirklich. Die mexikanische Folklore von La Llorona hat alles was guter Horror braucht – Trauer, Schuld, eine Mutter die in der Dunkelheit weint. Aber der Film nimmt diese Legende und macht daraus eine Abfolge von Jump Scares mit nasser Frau. Linda Cardellini gibt alles, Raymond Cruz als Curandero ist die einzige Figur mit Seele, und die Conjuring-Verbindung besteht aus einem Drei-Minuten-Cameo. 9 Millionen Budget, 123 Millionen eingespielt, und trotzdem das Gefühl das mehr drin gewesen wäre. Ich hab danach mit Sylvia gered Watcher-Score 6,0/10.

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Wer streamt Lloronas Fluch?

Verfügbarkeit DE

Stand 07.03.2026: Lloronas Fluch läuft im Abo bei Max und Prime Video – mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 3,99 €.

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 07.03.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

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Die Kritik

von NordNoir

Lloronas Fluch von Michael Chaves kam 2019 ins Kino, und ich bin mir bis heute nicht sicher, ob der Film zum Conjuring-Universum gehört oder nur so tut.

Linda Cardellini als Sozialarbeiterin im Los Angeles der 70er, eine weinende Frau aus der mexikanischen Folklore und ein Pater aus dem ersten Annabelle-Film, der für ungefähr drei Minuten auftaucht. 9 Millionen Dollar Budget, 123 Millionen eingespielt, und trotzdem das Gefühl, dass hier etwas fehlt. 6.0 von mir. Solider Schreck-Horror, aber austauschbar. Det var ikke nok.

Linda Cardellini verdient einen besseren Film.

Das muss ich direkt sagen, weil es mir sonst im Magen liegt. Linda Cardellini ist eine gute Schauspielerin. Sie war großartig in Bloodline, sie war das Herz von Dead to Me, und hier spielt sie Anna Tate-Garcia mit einer Intensität, die der Film eigentlich nicht verdient hat. Eine alleinerziehende Mutter, zwei Kinder, ein Job beim Jugendamt der sie an die Grenzen bringt. Das Setup ist menschlich. Das Setup funktioniert.

Und dann – nein, warte – dann kommt La Llorona und der Film vergisst, was ihn interessant gemacht hat. Die weinende Frau aus der mexikanischen Folklore ist als Konzept faszinierend. Eine Mutter die ihre Kinder ertränkt hat und jetzt nach fremden Kindern greift. Das ist Horror auf einem Niveau, das unter die Haut gehen SOLLTE. Nur geht der Film nicht unter die Haut. Er springt dich an. Und das ist ein Unterschied.

Michael Chaves. Drei Filme im Conjuring-Universum. Was sagt das?

Hier wird es interessant. Michael Chaves hat nach Lloronas Fluch Conjuring 4 und The Nun 2 inszeniert. Warner und New Line haben ihm also vertraut. Dreimal. Das muss man erstmal schaffen als Regisseur, dessen Erstling bei den Kritikern durchgefallen ist. 28 Prozent auf Rotten Tomatoes. Achtundzwanzig. Aber: 123 Millionen Dollar Einspielergebnis bei 9 Millionen Budget. In Hollywood zählt das zweite mehr als das erste.

Stefan meinte nach dem Film: „Der Typ kann Szenen bauen. Er kann nur keine Filme bauen.“ Das ist hart, aber ich verstehe was er meint. Es gibt einzelne Momente in Lloronas Fluch die funktionieren – die Szene im Badezimmer, als die Hand aus dem Wasser greift, hat mich tatsächlich zusammenzucken lassen. Die Hände waren feucht, der Puls oben. Aber zwischen diesen Momenten ist der Film ein Gang durch Watte. 93 Minuten Laufzeit, und gefühlt passiert in der Mitte zwanzig Minuten lang nichts.

Raymond Cruz rettet den dritten Akt. Mit Eiern und Kerzen.

Rafael Olvera, gespielt von Raymond Cruz – den man als Tuco aus Breaking Bad kennt – ist die beste Figur im ganzen Film. Ein ehemaliger Priester der jetzt als Curandero arbeitet, als spiritueller Heiler, mit Methoden die irgendwo zwischen katholischem Exorzismus und mexikanischer Volksmedizin liegen. Cruz spielt das mit einer Ruhe, die dem Film guttut. Er bringt Eier mit. Und Kerzen. Und Weihwasser. Und plötzlich riecht der Film nach etwas – nach Räucherwerk und altem Holz und einer Tradition, die älter ist als Hollywood.

Die Szenen mit Cruz sind die Momente, in denen Lloronas Fluch andeutet, was er hätte sein können. Ein Film über mexikanische Folklore, über den Clash zwischen moderner Sozialarbeit und uralter Spiritualität, über eine Mutter die ihre Kinder vor einem übernatürlichen Feind schützen muss. Stattdessen ist er ein Film über Jump Scares mit nasser Frau.

Die Conjuring-Verbindung. Oder auch nicht.

Tony Amendola taucht als Pater Perez auf. Derselbe Pater Perez aus Annabelle. Er hat vielleicht drei Minuten Screentime, sagt sinngemäß „das kenne ich“ und verweist Anna an Rafael. Das ist die gesamte Verbindung zum Conjuring-Universum. Drei Minuten Cameo.

Ich glaube – und vielleicht bilde ich mir das ein – dass Warner den Film ursprünglich als Standalone geplant hatte und dann in letzter Minute die Conjuring-Verbindung reingeflickt hat. Der Cameo fühlt sich an wie ein Post-it-Zettel: „Bitte mit Universe verbinden.“ Auf der Conjuring-Timeline steht der Film bei 1973, zwischen dem ersten Conjuring und Conjuring 2. Aber er fühlt sich nicht an wie Teil dieser Welt. Er fühlt sich an wie ein Cousin dritten Grades auf einer Familienfeier.

9 Millionen Dollar. Das ist eigentlich genug.

Was mich frustriert – und das ist das richtige Wort, Frustration, nicht Enttäuschung – ist dass 9 Millionen Dollar für einen Horror-Film ein gutes Budget sind. The Conjuring hatte 20 Millionen und hat das Genre neu definiert. Get Out hatte 4,5 Millionen und ist ein Meisterwerk. Hereditary hatte 10 Millionen und hat mich so fertiggemacht, dass ich danach 15 Minuten im Kinositz saß.

Lloronas Fluch hat mit 9 Millionen einen Film gemacht, der aussieht wie ein Film der 9 Millionen gekostet hat. Nicht mehr, nicht weniger. Die Atmosphäre fehlt. Die mexikanische Folklore wird angerissen aber nie ausgegraben. La Llorona selbst sieht aus wie ein Geist in einem Wasserpark – nass, weiß, schreit viel. Für mich fühlt sich das an wie verschenktes Potenzial. Die Legende hätte einen Film verdient, der nach Nachtluft und Flussufern riecht. Stattdessen riecht er nach Studiobeleuchtung.

Los Angeles, 1973. Wer hier mitmacht.

  • Linda Cardellini als Anna Tate-Garcia – gibt alles, bekommt zu wenig zurück. Cardellini verdient bessere Drehbücher.
  • Raymond Cruz — Rafael Olvera, der Curandero. Tuco aus Breaking Bad mit Weihwasser. Bester Charakter im Film.
  • Patricia Velasquez als Patricia Alvarez, die Mutter die ihre Kinder verloren hat. Tragisch, aber unterentwickelt.
  • Marisol Ramirez als La Llorona. Unter dem Makeup und den Kontaktlinsen steckt eine Performerin, der man mehr hätte geben sollen als Schreien.
  • Tony Amendola — Pater Perez. Drei Minuten. Die gesamte Conjuring-Verbindung in drei Minuten.


Synchronstudio: RC Production, Berlin
Jahr: 2019
Dialogregie: Tobias Meister

Linda Cardellini|Anna Tate-Garcia|Dascha Lehmann
Raymond Cruz|Rafael Olvera|Pierre Peters-Arnolds
Patricia Velasquez|Patricia Alvarez|Carolina Vera
Tony Amendola|Father Perez|Fred Maire

Quelle: Synchronkartei.de

Folklore, die man riechen könnte. Wenn der Film es zuließe.

Die Legende von La Llorona ist Hunderte von Jahren alt. In Mexiko erzählt man Kindern von der weinenden Frau, die am Flussufer nach ihren toten Kindern sucht. Das ist Horror, der aus der Kultur kommt, aus Generationen von Angst und Trauer. Das ist das Material, aus dem die besten Geistergeschichten gemacht sind – nicht die mit den meisten Jump Scares, sondern die mit der tiefsten Traurigkeit.

Sylvia und ich haben nach dem Film darüber geredet, ob Hollywood mexikanische Folklore überhaupt erzählen kann. Oder ob man dafür Filmemacher braucht, die mit diesen Geschichten aufgewachsen sind. Ich weiß es nicht. Was ich weiß: Dieser Film hat die Oberfläche genommen und die Tiefe liegen lassen. Kalt wie ein Abend am Øresund, nur ohne die Schönheit.

Was stattdessen schauen.

Wer The Conjuring nicht gesehen hat – da anfangen. James Wan hat mit dem ersten Film bewiesen, dass Geisterhaus-Horror nicht billig sein muss. Annabelle: Creation ist das beste Spin-off der Reihe und zeigt, wie man ein Prequel macht, das besser ist als das Original. Und wer wirklich Folklore-Horror will: The Wailing (2016, Na Hong-jin) macht mit koreanischer Folklore das, was Lloronas Fluch hätte machen sollen – eine Geschichte erzählen, die sich anfühlt wie etwas, das nachts unter deinem Fenster wartet.

⚖️

Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

Dafür

  • Raymond Cruz als Curandero
  • Linda Cardellini gibt alles
  • 4-5 effektive Jump Scares

Dagegen

  • Folklore wird nur oberflächlich angekratzt
  • Conjuring-Verbindung ist ein Witz
  • Keine nachhaltige Atmosphäre
She wants your children.— aus der Wertung von NordNoir
Lloronas Fluch hat mich nicht geholt. Und ich wollte mich holen lassen, wirklich. Die mexikanische Folklore von La Llorona hat alles was guter Horror braucht – Trauer, Schuld, eine Mutter die in der Dunkelheit weint. Aber der Film nimmt diese Legende und macht daraus eine Abfolge von Jump Scares mit nasser Frau. Linda Cardellini gibt alles, Raymond Cruz als Curandero ist die einzige Figur mit Seele, und die Conjuring-Verbindung besteht aus einem Drei-Minuten-Cameo. 9 Millionen Budget, 123 Millionen eingespielt, und trotzdem das Gefühl das mehr drin gewesen wäre. Ich hab danach mit Sylvia geredet und wir waren uns einig: Der Film riecht nach nichts. Und Horror sollte nach etwas riechen.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu Lloronas Fluch

Wo kann ich Lloronas Fluch streamen?

Lloronas Fluch läuft aktuell im Abo bei Max und Prime Video; zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, Google Play, YouTube, maxdome, MagentaTV, Videoload und freenet Video. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Wie lange dauert Lloronas Fluch?

Lloronas Fluch hat eine Laufzeit von rund 93 Minuten (1 Stunde und 33 Minuten).

Lohnt sich Lloronas Fluch?

Unsere Redaktion vergibt Lloronas Fluch einen Watcher-Score von 6,0 von 10. Lloronas Fluch hat mich nicht geholt. Und ich wollte mich holen lassen, wirklich. Die mexikanische Folklore von La Llorona hat alles was guter Horror braucht – Trauer, Schuld, eine Mutter die in der Dunkelheit weint. Aber der Film nimmt diese Legende und macht daraus eine Abfolge von Jump Scares mit nasser Frau. Linda Cardellini gibt alles, Raymond Cruz als Curandero ist die einzige Figur mit Seele, und die Conjuring-Verbindung besteht aus einem Drei-Minuten-Cameo. 9 Millionen Budget, 123 Millionen eingespielt, und trotzdem das Gefühl das mehr drin gewesen wäre. Ich hab danach mit Sylvia gered

Für wen ist Lloronas Fluch geeignet?

Lloronas Fluch ist vor allem etwas für Horror-Fans, die auch über Schwächen hinwegsehen.

Worum geht es in Lloronas Fluch?

Im Los Angeles der 1970er-Jahre untersucht eine Sozialarbeiterin gerade einen Fall von zwei Kindern, die unter scheinbar mysteriösen Umständen verschwunden sind.

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Trailer

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Besetzung

Linda CardelliniAnna Tate-Garcia
Raymond CruzRafael Olvera
Patricia VelásquezPatricia Alvarez
Roman ChristouChris Garcia
Jaynee-Lynne KinchenSamantha Garcia

FAQ zu Lloronas Fluch: Folklore-Horror ohne Folklore

Gehört Lloronas Fluch zum Conjuring-Universum?
Technisch ja. Pater Perez aus dem ersten Annabelle-Film hat einen Cameo. Aber ehrlich? Der Film funktioniert komplett ohne diese Verbindung. Wenn du den Cameo rausschneidest, ändert sich am Film genau nichts. Warner wollte das Universe-Branding, der Film brauchte es nicht.
Muss man die anderen Conjuring-Filme kennen?
Nein. Null. Der Film steht komplett für sich. Die einzige Verbindung ist Pater Perez, und selbst den erkennt man nur, wenn man Annabelle gesehen hat. Kann man den Film ohne Vorkenntnisse schauen? Ja. Sollte man ihn schauen? Kommt drauf an, wie viele Geisterfilme man schon gesehen hat.
Wer ist La Llorona in der mexikanischen Folklore?
Die weinende Frau. Eine Mutter, die ihre Kinder im Fluss ertränkt hat und nun für die Ewigkeit nach ihnen sucht. In Mexiko ist sie so bekannt wie bei uns der Rattenfänger von Hameln – eine Warnung, eine Geistergeschichte, eine Tradition. Der Film kratzt an dieser Tiefe, gräbt aber nie tief genug.
Ist der Film gruselig?
Er hat vier, fünf gute Jump Scares. Die Badezimmer-Szene funktioniert. Die Szene unter der Regenrinne funktioniert. Aber nachhaltiger Dread? Uhygge? Das fehlt. Wer Hereditary oder den ersten Conjuring kennt, wird hier nicht das gleiche Gefühl bekommen. Wer Jump Scares mag – go for it.
Warum hat der Film trotzdem 123 Millionen eingespielt?
Weil das Conjuring-Branding funktioniert. Weil April 2019 ein günstiger Kinostart war. Und weil 9 Millionen Budget bedeuten, dass der Film nach dem ersten Wochenende schon Profit gemacht hat. Warner wusste was sie taten. Der Film musste nicht gut sein. Er musste profitabel sein. Und das war er.
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