Wer streamt Blues Brothers?
Verfügbarkeit DEStand 24.07.2026: Blues Brothers ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 3,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 24.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Die Kritik
von FilmSchneiderBlues Brothers von John Landis kam 1980 ins Kino und ist seitdem nicht mehr aus meinem Kopf rausgegangen.
Dan Aykroyd und John Belushi in schwarzen Anzügen, Sonnenbrille, ein Auftrag von Gott. 27 Millionen Dollar Budget, 104 zerstörte Autos und ein Soundtrack, der besser ist als alles, was die meisten Musikfilme in 45 Jahren danach hinbekommen haben. Das ist eine 8.0 von mir. Hätte auch mehr sein können, wenn der dritte Akt nicht zehn Minuten zu lang wäre.
Aykroyd schreibt. Belushi lebt. Beides zusammen ist der Film.
Die Arbeitsteilung ist klar, und sie funktioniert. Dan Aykroyd hat das Drehbuch geschrieben – ein 324-seitiges Monster, das Universal Pictures fast in den Ruin getrieben hat. Die Struktur ist sauber gezimmert: Mission, Rekrutierung, Hindernisse, Showdown. Das Fundament steht. Drei Gruppen verfolgen Jake und Elwood gleichzeitig – Polizei, Illinois-Nazis, eine Country-Band. Das funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk, auch wenn der Rest vom Film das genaue Gegenteil von Präzision ist.
John Belushi liefert das, was kein Drehbuch liefern kann. Die Art wie er seine Augenbrauen hebt. Die Art wie er tanzt, als wäre sein Körper ein Instrument, das er nur halb unter Kontrolle hat. Jake Blues ist auf dem Papier eine Figur mit Sonnenbrille und schlechtem Gewissen. Durch Belushi wird er jemand, den man kennt. Rotten Tomatoes gibt dem Film 71% bei den Kritikern und 92% beim Publikum. Die Diskrepanz sagt alles über Blues Brothers, was man wissen muss.
Belushi starb zwei Jahre nach dem Film. 33 Jahre alt. Manche Filme werden durch den Tod eines Beteiligten größer als sie sind. Blues Brothers ist nicht einer davon – der Film war vorher schon groß. Aber Belushis Tod macht jede Szene ein Stück schwerer. Man sieht einen Mann auf dem Höhepunkt seiner Kraft und weiß: Das bleibt nicht so. Dat war dann wohl nix, hätte mein Vater gesagt. Aber er hätte es leise gesagt.
Mein Vater, Samstag, eine VHS-Kassette
Werner Schneider hatte über 300 VHS-Kassetten in einem selbstgebauten Regal im Wohnzimmer in Hamburg-Altona. Alphabetisch sortiert. Blues Brothers stand zwischen Blade Runner und Bonnie und Clyde. Ich war zehn oder elf, als er die Kassette rausnahm und meinte: „Heute was Besonderes.“
Es war besonders. Belushi trat die Tür auf, Aykroyd fuhr den Dodge Monaco wie ein Irrer durch ein Einkaufszentrum, und James Brown predigte, dass ich aufstehen wollte. Ich war elf und verstand nichts von Blues, R&B oder Soul. Null. Aber ich verstand: Das hier ist anders als der andere Kram, den ich kannte.
Mein Vater kannte jeden Song. Er hat mir erklärt, dass die Blues Brothers ursprünglich ein Sketch bei Saturday Night Live waren, bevor Aykroyd ein Drehbuch daraus schrieb, das länger war als manche Romane. Ich hab die Hälfte vergessen. Aber das Gefühl, als Aretha Franklin in dieser Imbissbude anfing zu singen – das nicht.
104 Autos. Ein Einkaufszentrum. Die Nationalgarde.
John Landis hat 1980 den Rekord aufgestellt für die meisten zerstörten Fahrzeuge in einem Kinofilm. 104 Stück. Heute würde man das mit CGI machen und es würde furchtbar aussehen. Landis hat echte Autos genommen, sie durch ein echtes Einkaufszentrum in Harvey, Illinois, gefahren und alles zerlegt. Laut Wikipedia war das Dixie Square Mall ohnehin zum Abriss vorgesehen – Landis hat es nur beschleunigt.
Die Verfolgungsjagd durch Chicago funktioniert, weil sie physisch ist. Man sieht Blech. Man hört Blech. Polizeiautos stapeln sich vor dem Daley Center, eine ganze Autobahnbrücke wird zum Chaos, und der Dodge Monaco fährt durch alles durch, als wäre er göttlich geschützt. Was er ja auch ist. Auftrag von Gott, schließlich.
Anke hat mal gesagt, der Film hätte „zu viel Zerstörung und zu wenig Substanz.“ Ich hab ihr erklärt, dass die Zerstörung die Substanz IST. Sie hat mit den Augen gerollt. Im Kinokreis sind wir uns bei vielem einig. Bei Blues Brothers nicht.
Was an diesem Film nicht funktioniert. Und ich muss das sagen.
Der dritte Akt ist zu lang. Ich weiß, dass das wehtut. Mir tut es auch weh. Aber die letzte Verfolgungsjagd zum Cook County Assessor’s Office zieht sich. Jede Polizeibehörde des Staates Illinois ist hinter Jake und Elwood her, die Nationalgarde fährt Panzer auf, und Landis packt immer noch eine Explosion drauf. Irgendwann kippt Spektakel in Ermüdung. Zehn Minuten kürzen, und der Film wäre eine glatte 8.5. Objektiv betrachtet – und ich versuche das wirklich – hat der Film bei 133 Minuten Länge mindestens 15 Minuten zu viel.
Die Naziszenen sind gewollt absurd. Henry Gibson als Illinois-Nazi-Anführer ist so lächerlich, dass man fast vergisst, wie clever die Satire dahinter eigentlich ist. Blues Brothers macht Nazis zu Witzfiguren. 1980 war das mutig. 2026 fühlt sich die Sache komplizierter an. Aber der Film blinzelt nicht. Die Nazis sind Idioten, und der Film behandelt sie genau so. Da kann man nix bei machen.
James Brown predigt. Ray Charles schießt. Aretha singt.
Der eigentliche Star dieses Films ist niemand, der im Titel steht.
James Brown als Reverend Cleophus James. Eine Kirchenszene, die den Film für drei Minuten anhält und ihn gleichzeitig zum Leben erweckt. Brown singt, die Gemeinde steht auf, Belushi hat buchstäblich eine Erleuchtung und macht einen Backflip in der Kirchenbank. Mein Vater hat bei dieser Szene immer die Lautstärke aufgedreht. Werner Schneider, der sonst so leise Buchhändler aus Altona, hat bei James Brown die Nachbarn vergessen.
Aretha Franklin singt „Think“ in einer Imbissbude. Ray Charles – ja, Ray Charles! – spielt „Shake a Tail Feather“ in einem Plattenladen und schießt mit einer Schrotflinte auf einen Minderjährigen, der klauen wollte. Cab Calloway tanzt „Minnie the Moocher“ mit 73 Jahren, als hätte sein Körper vergessen, wie alt er ist.
133 Minuten Film, und mindestens 40 davon sind Musikperformances, die jede für sich ein Konzertfilm sein könnten. Budget: 27 Millionen Dollar. Einspielergebnis weltweit: 115 Millionen. Dat war jut investiert, um es auf Kölsch zu sagen. IMDb gibt dem Film eine 7,9, was für eine Komödie ein verdammt starker Wert ist. Komödien haben es grundsätzlich schwerer bei Bewertungsportalen – sie werden geliebt, aber selten respektiert.
Zwei Männer in Schwarz und ein Haufen Legenden
- Dan Aykroyd als Elwood Blues – der ruhige der beiden, der das Auto fährt und die Logistik macht. Kennt man auch als Ray Stantz in Ghostbusters, wo er ähnlich stoisch durch das Chaos navigiert.
- John Belushi als „Joliet“ Jake Blues. Der Mann, der den Film atmen lässt. Mehr braucht man nicht zu sagen.
- James Brown — Reverend Cleophus James. Stiehlt dem Film drei Minuten. Gibt sie nicht zurück.
- Cab Calloway als Curtis, der Pflegevater. 73 Jahre alt und tanzt als wäre er dreißig.
- Ray Charles als Ray. Schrotflinte, Plattenladen und „Shake a Tail Feather“. Was will man mehr.
- Aretha Franklin — Mrs. Murphy. Singt „Think“ in einer Imbissbude und jeder im Raum, auch der Zuschauer, tut was sie sagt.
- Carrie Fisher als rachsüchtige Ex-Verlobte mit Raketenwerfer. Princess Leia mit einem M72 LAW. Das muss man auch erstmal hinbekommen.
- John Candy als Burton Mercer, der unglücklichste Polizist von Illinois
Synchronstudio: Berliner Synchron GmbH Wenzel Lüdecke, Berlin
Jahr: 1980
Dialogregie: Arne Elsholtz
Dan Aykroyd|Elwood Blues|Thomas Danneberg
John Belushi|Jake Blues|Rainer Basedow
James Brown|Reverend Cleophus James|Christian Brückner
Cab Calloway|Curtis|Toni Herbert
Aretha Franklin|Mrs. Murphy|Evelyn Gressmann
John Candy|Burton Mercer|Ingolf Gorges
Carrie Fisher|Ex-Verlobte|Marianne Gross
Ray Charles|Ray|Heinz Petruo
Quelle: Synchronkartei.de
Was danach kommt. Und warum kaum was rankommt.
Blues Brothers gehört in eine Reihe von Filmen, die man schlecht einordnen kann und genau deswegen funktionieren. Wer die gleiche anarchische Energie sucht, landet bei Das Leben des Brian – gleiche Respektlosigkeit, andere Zielscheibe. Ferris macht blau ist das andere große Chicago-Porträt der 80er, stylischer, aber ohne die Musik und ohne Belushi. Spaceballs macht mit Star Wars das, was Blues Brothers mit der amerikanischen Musikszene macht: eine Liebeserklärung, die so tut, als wäre sie Vandalismus. Und wer Aykroyd in Teamarbeit sehen will: Ghostbusters ist vier Jahre jünger und hat die gleiche „wir ziehen das jetzt durch“-Mentalität.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von FilmSchneider — eine Person, ein begründetes Urteil.
Dafür
- Legendärer Soundtrack mit echten Musiklegenden
- Belushi und Aykroyd haben perfekte Chemie
- Praktische Stunts die heute noch beeindrucken
Dagegen
- Dritter Akt zu lang
- Blues Brothers 2000 existiert
We're on a mission from God.— aus der Wertung von FilmSchneider
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu Blues Brothers
Wo kann ich Blues Brothers streamen?
Blues Brothers gibt es zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, Google Play, YouTube, maxdome, MagentaTV, Videoload und freenet Video. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Wie lange dauert Blues Brothers?
Blues Brothers hat eine Laufzeit von rund 132 Minuten (2 Stunden und 12 Minuten).
Lohnt sich Blues Brothers?
Unsere Redaktion vergibt Blues Brothers einen Watcher-Score von 8,0 von 10. Blues Brothers. Wie soll ich das zusammenfassen. Mein Vater hat mir den Film auf VHS gezeigt, als ich noch nicht wusste was Blues ist. Jetzt, fast dreißig Jahre und hunderte Filme später, stecke ich die Kassette bildlich gesprochen immer noch ein. Belushi ist nicht mehr da. Das macht jede Szene ein bisschen schwerer, als sie sein müsste. Aber der Film lebt. Die Musik lebt. Aykroyds irres Drehbuch lebt. 104 Autos sind Schrott, aber der Film ist es nicht. Der dritte Akt hätte kürzer sein können, ja. Aber wenn Aretha Franklin anfängt zu singen, ist mir der dritte Akt egal. Nicht schlecht, Herr Sp
Für wen ist Blues Brothers geeignet?
Blues Brothers ist vor allem etwas für Musik und Komödie-Fans und alle, die solide Genre-Unterhaltung suchen.
Worum geht es in Blues Brothers?
Gleich nachdem Jake Blues aus dem Gefängnis entlassen wird, besuchen er und sein Bruder Elwood das Waisenhaus, in dem sie großgezogen wurden. Dort müssen sie erfahren, dass das Waisenhaus an das Kultusministerium verkauft werden soll.
Trailer
Besetzung
FAQ zu Blues Brothers: Aykroyd, Belushi und mehr Soul als erlaubt
Wie viele Autos wurden in Blues Brothers zerstört?
Ist Blues Brothers ein Musikfilm oder ein Actionfilm?
Gibt es einen zweiten Blues Brothers Film?
Warum hat der Film nur 71% bei Rotten Tomatoes?
Sind die Musikauftritte im Film echt?
Ist Blues Brothers für Kinder geeignet?
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