Sakamoto Days ist auf Netflix gelandet, seit Januar 2025, 22 Episoden, und ich hab den Fehler gemacht die erste Folge abends um elf anzufangen. Um drei Uhr morgens war ich bei Episode 9.
Die Prämisse: Taro Sakamoto war der beste Auftragskiller der Welt. Dann hat er sich verliebt, den Job hingeschmissen, und betreibt jetzt einen Konbini mit seiner Frau Aoi und Tochter Hana. Nur dass seine Vergangenheit nicht so bleibt wo sie hingehört. 8.0 von mir — der Anime macht unfassbar viel Spaß, auch wenn er nicht alles perfekt hinbekommt.
Sakamoto Days ist Fast Food im besten Sinne. Schnell, befriedigend, und du willst sofort mehr. Die Actionszenen sind einige der besten die ich in einem Anime gesehen hab, Sugita als schweigender Sakamoto ist inspiriert, und die Chemie zwischen den drei Hauptfiguren trägt die ganze Serie. Ja, die Villains könnten besser sein. Ja, das Pacing holpert. Aber wenn Sakamoto eine Tiefkühlpizza als Waffe benutzt und es aussieht als wäre es die natürlichste Sache der Welt — dann ist mir das Pacing egal. Netflix hat das hier richtig gemacht.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionEin pensionierter Killer betreibt einen Laden. Netflix sagt: Anime des Jahres.
Ich muss kurz erklären warum mich das Konzept sofort geholt hat. Es gibt tausend Anime über Assassinen. Jujutsu Kaisen hat Killer. Chainsaw Man hat Killer. Aber keiner davon hat einen Protagonisten der aufgehört hat zu töten weil er eine Frau in einem Blumenladen getroffen hat, 30 Kilo zugenommen hat, und jetzt Onigiri an Schulkinder verkauft. Taro Sakamoto sieht aus wie ein Familienvater aus einer Slice-of-Life-Komödie. Und dann schlägt jemand sein Schaufenster ein und er erledigt fünf Angreifer mit einer Packung Cup Noodles und einem Regenschirm.
Der Manga läuft seit November 2020 auf Shonen Jump+ — Yuto Suzuki hat mit 25 dieses Ding gestartet und inzwischen über 15 Millionen Exemplare verkauft. TMS Entertainment hat die Anime-Adaption übernommen, und Netflix hat sich die Exklusivrechte gesichert. Was für Netflix ungewöhnlich ist: Sie haben es nicht versaut.
Tomokazu Sugita als Sakamoto. Und er redet kaum.
Das hier ist das Ding an dem die meisten Leute hängenbleiben oder abspringen. Sakamoto redet fast nie. Er kommuniziert über Gesten, Blicke, manchmal ein Nicken. Tomokazu Sugita (der Mann hinter Gintoki in Gintama, einer der bekanntesten Anime-Synchronsprecher überhaupt) hat eine Rolle übernommen in der er 90 Prozent der Zeit schweigt. Und es funktioniert. Sugitas Schweigen hat mehr Gewicht als die meisten Monologe die ich in Naruto gehört hab.
Im deutschen Dub macht Nico Mamone den Sakamoto. VSI Synchron in Berlin hat die Synchro übernommen, Fabian Kluckert führt Regie und spricht gleichzeitig Shin Asakura — den Telepathie-Sidekick der für Sakamoto redet weil der es selbst nicht tut. Kluckert als Shin ist richtig gut. Der Junge hat diese nervös-enthusiastische Energie die perfekt zu einem Ex-Killer-Schüler passt der plötzlich in die Abgründe seines Mentors blickt.
Die Actionszenen. No cap. Die Actionszenen.
Wenn Sakamoto Days eine Sache richtig macht, dann das hier. TMS Entertainment hat offensichtlich das gesamte Animationsbudget in die Kampfszenen gesteckt. Und es hat sich gelohnt. Die Choreografie ist kreativ auf einem Level das ich seit Attack on Titan nicht mehr gesehen hab. Sakamoto kämpft nicht wie ein typischer Anime-Held. Er benutzt was gerade rumliegt. Regale, Flaschen, Tiefkühlpizza. In einer Szene erledigt er einen bewaffneten Angreifer mit einem Einkaufswagen. Und es sieht nicht lächerlich aus. Es sieht unfassbar smooth aus.
Rotten Tomatoes gibt der Serie eine 67 Prozent bei Kritikern, aber 84 Prozent beim Publikum [RT]. Das Publikum hat recht. Die Kritiker haben sich wahrscheinlich an den schwacheren Episoden aufgehängt, und ja, die gibt es.
Pacing. Das einzige echte Problem.
Hier muss ich ehrlich sein. 22 Episoden für die Menge an Story die der Manga in den ersten Arcs erzählt — das ist manchmal zu schnell und manchmal zu langsam. Es gibt Episoden die durch drei Manga-Kapitel rasen als hätte jemand den Fast-Forward-Knopf gedrückt. Und dann gibt es Folgen die sich anfühlen wie Filler obwohl sie technisch keiner sind. Die Villains in den frühen Arcs leiden am meisten darunter. Sie tauchen auf, machen Ärger, verschwinden wieder. Disposable Bosses statt echte Antagonisten.
Linus, der nie Anime schaut, hat reingeschaltet als ich Episode 14 geguckt hab. Zehn Minuten später: „Die Bösen sind langweilig.“ Und obwohl ich es nicht zugeben wollte: er hatte nicht ganz unrecht. Die Hauptfiguren tragen die Show. Die Gegenspieler nicht immer.
Stefan hat sich den Trailer angeschaut und meinte: „Sieht aus wie John Wick als Anime.“ Und das trifft es besser als jede Anime-Datenbank-Beschreibung. Sakamoto Days ist John Wick wenn John Wick aufgehört hätte zu morden, dick geworden wäre, und seine Tochter vom Kindergarten abholt bevor er fünf Leute vermöbelt.
Lu Shaotang und die beste Nebenbesetzung seit Spy x Family
Neben Sakamoto und Shin gibt es Lu Shaotang — eine Kampfkünstlerin aus China die als Dritte zum Team stößt. Ayane Sakura gibt ihr im Original die Stimme, Anni C. Salander auf Deutsch. Lu ist laut, direkt, und prügelt sich durch Probleme die Sakamoto diplomatisch lösen würde. Sie ist das Gegengewicht das die Serie braucht.
Was mich an Spy x Family erinnert: Sakamoto Days funktioniert wegen der Dynamik zwischen den Figuren, nicht wegen der Handlung. Die Action ist das Skelett, aber die Beziehungen sind das Fleisch. Sakamoto der seine Frau beschützt ohne dass sie weiß was er früher war. Shin der in Sakamoto einen Vaterfigur-Ersatz sieht. Hana die ihren Papa für einen normalen Ladenbesitzer hält. Das sind die Momente die den Anime tragen.
Stimmen die den Laden am Laufen halten
- Tomokazu Sugita als Taro Sakamoto: Gintoki-Legende, hier fast stumm, trotzdem dominant in jeder Szene
- Nobunaga Shimazaki: Shin Asakura. Der Gedankenleser. Shimazaki war auch Nagi in Blue Lock, komplett andere Energie hier.
- Ayane Sakura als Lu Shaotang (auch Ochaco in My Hero Academia, aber Lu ist zehnmal wilder)
- Nao Toyama als Aoi Sakamoto
- Hina Kino als Hana Sakamoto: die Tochter. Kino gibt ihr genau die richtige Mischung aus süß und nervig.
- Daisuke Namikawa: Slur. Ja, das ist Hisoka aus Hunter x Hunter. Der Mann macht mir auch hier Angst.
- Nobuhiko Okamoto als Natsuki Seba: kennt man als Bakugo aus MHA. Gleiche Energie, andere Frisur.
Netflix und Anime. Es funktioniert öfter als man denkt.
Ich gebs zu: Wenn Netflix „Anime-Exklusiv“ ankündigt, werde ich erstmal nervös. Zu viele mittelmäßige Adaptionen. Zu viel CGI wo 2D hingehört. Aber Sakamoto Days reiht sich ein in die bessere Hälfte — neben Cyberpunk Edgerunners und Devilman Crybaby. TMS Entertainment hat offenbar kreative Freiheit bekommen und nicht das Netflix-Standardpaket abgeliefert.
Was ich auch respektiere: Die Serie wurde global am gleichen Tag veröffentlicht mit deutschem Dub. Kein halbes Jahr warten. Kein „nur auf Japanisch mit Untertiteln“. Tag eins, alle Sprachen. Das ist der Standard den Netflix setzen sollte und hier tatsächlich setzt.
Anke hat übrigens eine Folge mitgeschaut, die Kampfszene im Krankenhaus in Episode 7, und meinte: „Das hat fast schon Slasher-Energie.“ Aus ihrem Mund ist das ein Kompliment. Nicht schlecht für einen Comedy-Action-Anime.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Bewertet von WatchGuide-Redaktion, die Wertung steht oben.
Dafür
- Beste Kampf-Choreografie des Jahres
- Sugitas Performance
- Netflix-Qualität
- Cooles Konzept
Dagegen
- Pacing ungleichmäßig
- Villains zu flach
- Manche Arcs übersprungen
Ich bin Sakamoto. Ich hab aufgehört zu töten. Aber ich hab nicht aufgehört, gut darin zu sein.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Sakamoto Days?
Verfügbarkeit DEStand 17.10.2026: Sakamoto Days läuft im Abo bei Netflix, mit deutscher Synchronfassung.
Stand 17.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Staffel 1· 22 Folgen · ab Jan. 2025▾
Besetzung
5 Rollen- Taro SakamotoTomokazu Sugita
- Shin AsakuraNobunaga Shimazaki
- Lu ShaotangAyane Sakura
- Aoi SakamotoNao Toyama
- Hana SakamotoHina Kino


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