Berlin und die Dame mit dem Hermelin, die zweite Staffel des Haus-des-Geldes-Ablegers, bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 4,4 von 10. Pedro Alonso ist als Berlin weiter eine Erscheinung, und wenn die Serie bei Sicherungen, Täuschung und Timing bleibt, funktioniert sie. Sie bleibt dort nur selten. Den Rest der acht Folgen füllt sie mit genau dem Liebeskummer, der schon Staffel 1 ausgebremst hat.
Alle acht Folgen stehen seit dem 15. Mai 2026 bei Netflix. Wer Berlin als Figur liebt und ein Abo hat, kann es versuchen. Wer nach Staffel 1 gehofft hat, Álex Pina habe die Kritik gehört, wird enttäuscht.
4,4 von mir. Pedro Alonso ist als Berlin weiter eine Erscheinung, und wenn die Staffel bei Sicherungen und Timing bleibt, funktioniert sie. Pina wiederholt aber den Fehler von Staffel 1: Liebeskummer und Nebenhandlungen fressen den Raub, acht Folgen sind doppelt so viel, wie die Geschichte trägt. Nur für Fans, die Berlin jede Folge abnehmen.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionSevilla, ein Herzog und ein Da Vinci
Die Ausgangslage ist eigentlich stark. Der Herzog von Málaga und seine Frau erpressen Berlin und seinen alten Freund Damián: Sie sollen Leonardo da Vincis „Dame mit dem Hermelin“ stehlen. Berlin trommelt dafür seine Bande zusammen und verfolgt, wie immer, eigene Pläne. Schauplatz ist diesmal Sevilla. Das ist ein besserer Grundriss als Paris in Staffel 1, weil der Coup diesmal unter Druck entsteht und nicht aus Langeweile.
Nur baut die Serie auf diesem Grundriss kein Haus, sondern eine Reihe von Anbauten. Jede Folge schiebt eine Nebenhandlung ein, eine Romanze, eine Rückblende, einen Streit im Team. film-rezensionen.de schreibt, die Serie verzettele sich immer wieder in Nebenhandlungen und verkomme zwischendurch zur Seifenoper. Das ist hart, aber es stimmt.
Berlin verliebt sich. Schon wieder.
Mein Hauptproblem ist eine einzige Drehbuchentscheidung, und Pina trifft sie zum zweiten Mal. Berlin ist eine Figur, die gefährlich ist, weil sie sich selbst für den klügsten Menschen im Raum hält. Diese Figur funktioniert, solange sie etwas will, das sie nicht haben kann. Die Serie gibt ihm stattdessen wieder ein neues Objekt der Liebe, und jede Annäherung kostet eine halbe Folge. Bei Kinofans heißt es, Berlins ewige Verliebtheit wirke ermüdend, fast schon nervig. Für mich kippt die Staffel genau da: Eine Entscheidung, die eine Figur aus Liebe trifft, muss verdient sein. Hier ist sie Pflichtprogramm.
Pedro Alonso kann man das nicht vorwerfen. Er spielt Berlin mit Charme, Eitelkeit und einer Kränkbarkeit, die man ihm sofort glaubt, und er ist in den ruhigen Szenen besser als in den großen Auftritten. Auch die kleinen Coup-Momente sitzen. Der Kritiker von Der Watchdog beschreibt das treffend: Bei Sicherungssystemen, Täuschungen und Timing spüre man noch etwas von der alten Reibung. Er vergibt trotzdem nur zwei von fünf Sternen, weil das Team bloß als Zahnräder funktioniere. Dem schließe ich mich an.
Acht Folgen für eine Geschichte von vier
Handwerklich ist das sauber gezimmert. Albert Pintó inszeniert unter anderem den Auftakt in Hochglanzbildern, das Buch stammt wieder von Álex Pina und Esther Martínez Lobato. Aber das Fundament trägt die Länge nicht. Die Geschichte des Raubs ließe sich in der Hälfte der Zeit erzählen, und das ist kein Formulierungsproblem, sondern ein Problem der Architektur: Zu viel Fläche geht an Nebenräume, der eigentliche Coup bekommt die Abstellkammer.
Die Bande und ihre Gegner
- Pedro Alonso als Andrés „Berlin“ de Fonollosa
- Tristán Ulloa als Damián Vázquez
- Michelle Jenner als Keila, Begoña Vargas als Cameron
- Joel Sánchez als Bruce, Julio Peña als Roi
- José Luis García Pérez als Álvaro Hermoso de Medina, Herzog von Málaga
- Marta Nieto als Genoveva Dante, Herzogin von Málaga
- Inma Cuesta als Candela
Wie die Kritik die Staffel sieht
Überwiegend enttäuscht. Bei Rotten Tomatoes sind nur vier Kritiken erfasst, davon 36 Prozent positiv, zu wenig für ein belastbares Bild. Deutlicher sind die deutschen Stimmen: Der Watchdog vergibt zwei von fünf Sternen, Kinofans nennt die Staffel einen lahmen Abklatsch, film-rezensionen.de findet kaum etwas zu loben. Das Publikum ist freundlicher, die Serie stand nach dem Start weltweit auf Platz eins der Netflix-Serien. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.
Meine 4,4 liegt im Rahmen der deutschen Kritik. Unsere WatchGuide-Empfehlung zu Berlin und die Dame mit dem Hermelin: nur für Fans, die Pedro Alonso jede Folge abnehmen. Wer einen Raub sehen will, der wirklich unter Spannung steht, schaut lieber noch einmal Haus des Geldes.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Pedro Alonso spielt Berlin mit Charme und Kränkbarkeit
- Die Coup-Momente um Sicherungen und Timing sitzen
- Ein stärkerer Ausgangspunkt als Staffel 1
Dagegen
- Berlin verliebt sich wieder, und jede Annäherung kostet eine halbe Folge
- Zu viele Nebenhandlungen um einen dünnen Raub
- Acht Folgen für eine Geschichte, die vier gebraucht hätte
- Das Team bleibt Zahnrad statt Figur
Eine Entscheidung, die eine Figur aus Liebe trifft, muss verdient sein. Hier ist sie Pflichtprogramm.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Berlin und die Dame mit dem Hermelin?
Verfügbarkeit DEStand 18.10.2026: Berlin und die Dame mit dem Hermelin läuft im Abo bei Netflix, mit deutscher Synchronfassung.
Stand 18.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Miniserie· 8 Folgen · ab Mai 2026▾
Besetzung
5 Rollen- Andrés 'Berlín' de FonollosaPedro Alonso
- Damián VázquezTristán Ulloa
- KeilaMichelle Jenner
- BruceJoel Sánchez
- CameronBegoña Vargas


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