Poster zur Serie Narcos: Drei Staffeln Drogenkrieg die dich nicht mehr loslassen (2015) Pflichtprogramm — WatchGuide-Auszeichnung „Der Watcher"

Narcos: Drei Staffeln Drogenkrieg die dich nicht mehr loslassen (2015)

🏅 Pflichtprogramm 📺 Serie 3 Staffeln · 30 Folgen KrimiDrama
⚡ Kurz gesagt

Drei Staffeln lang schaut man einem System beim Funktionieren zu. Nicht einem Mann, einem System. Wagner Moura spielt Pablo Escobar so, dass du vergisst dass da ein Brasilianer steht der vor sechs Monaten kein Spanisch konnte. Pedro Pascal wird hier zu dem Schauspieler der er heute ist. Und das Drehbuch von Brancato, Bernard und Miro schafft etwas, das im Crime-Genre selten gelingt: Es erzählt vom Drogenkrieg ohne zu moralisieren und ohne zu verherrlichen. Das Voice-Over funktioniert, die Kamera ist dokumentarisch ohne kalt zu sein, und der Soundtrack von Rodrigo Amarante und Pedro Bromfman gi Watcher-Score 8,6/10.

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Wer streamt Narcos?

Verfügbarkeit DE

Stand 22.07.2026: Narcos läuft im Abo bei Netflix – mit deutscher Synchronfassung.

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 22.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

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Staffeln & Folgen

aus der WatchGuide-Datenbank
S1Staffel 1· 10 Folgen · ab Aug. 2015
E01Der Niedergang28.08.15
E02Das Schwert von Simón Bolívar28.08.15
E03Die ewigen Oligarchen28.08.15
E04Der Palast in Flammen28.08.15
E05Es gibt eine Zukunft für uns28.08.15
E06Explosiv28.08.15
E07Du wirst Blut weinen28.08.15
E08Die große Lüge28.08.15
E09Die Kathedrale28.08.15
E10Takeoff28.08.15
S2Staffel 2· 10 Folgen · ab Sep. 2016
E01Endlich frei02.09.16
E02Cambalache02.09.16
E03Unser Mann in Madrid02.09.16
E04Das Lied vom Tod02.09.16
E05Die Feinde meines Feindes02.09.16
E06Los Pepes02.09.16
E07Deutschland 9302.09.16
E08El Patrón auf der Flucht02.09.16
E09Nuestra finca02.09.16
E10¡Al fin cayó!02.09.16
S3Staffel 3· 10 Folgen · ab Sep. 2017
E01Die Strategie der Anführer01.09.17
E02Der Cali-KGB01.09.17
E03Geld hinterlässt immer eine Spur01.09.17
E04Schachmatt01.09.17
E05MRO01.09.17
E06Die besten Pläne01.09.17
E07Sin Salida01.09.17
E08CONVIVIR01.09.17
E09Todos Los Hombres del Presidente01.09.17
E10Zurück nach Cali01.09.17
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Der Seriencheck

von FilmSchneider

Narcos ist die Serie die dir drei Staffeln lang einen Drogenbaron als Protagonisten verkauft und dich trotzdem nicht loslässt. 30 Episoden, Netflix, 2015 bis 2017. Und ja: 8.6 von 10.

Ich hab mich lange gegen diese Serie gewehrt. Nicht weil ich kein Interesse hatte, sondern weil ich 2015 schon die dritte „True Story über einen Drogenkrieg“ auf dem Tisch hatte und dachte: Wie viel Kokain kann das Fernsehen noch verarbeiten. Dann hat Tom mir nach dem Staffelfinale geschrieben, ein einziger Satz: „Wagner Moura IST Pablo Escobar.“ Tom schreibt nie in Großbuchstaben. Also hab ich angefangen. Und drei Wochen später saß ich morgens um zwei in der Küche, Kubrick auf dem Schoß, letzte Folge Staffel 2, und wusste: Das hier ist handwerklich eine ganz andere Liga als alles was ich im Crime-Genre seit Die Sopranos gesehen habe.

Ein Brasilianer spielt einen Kolumbianer. Auf Spanisch. Und es funktioniert.

Wagner Moura ist Brasilianer. Seine Muttersprache ist Portugiesisch. Um Pablo Escobar zu spielen, hat er sechs Monate lang Spanisch gelernt, sich zwanzig Kilo angefressen und ist nach Medellín gezogen. Kolumbianer haben sich beschwert dass sein Akzent nicht stimmt. Die gleichen Kolumbianer haben nach Staffel 1 zugegeben dass ihnen die Figur Albträume bereitet. Das sagt alles über Mouras Performance.

Was Moura hier abliefert ist im Grunde die schwierigste Aufgabe die ein Schauspieler bekommen kann: Einen realen Menschen spielen, der Tausende auf dem Gewissen hat, und ihn so menschlich darstellen dass du verstehst warum ein ganzes Land diesen Mann gleichzeitig gehasst und verehrt hat. Das ist kein Al-Pacino-Scarface-Brüllen. Das ist leise. Kontrolliert. In den besten Szenen sagt Moura nichts und du weißt trotzdem was Escobar denkt. Kubrick hätte das gemocht. Der Regisseur, meine ich. Der Kater schläft bei Narcos meistens ein, zu viele Schüsse.

89 Prozent auf Rotten Tomatoes, 8.7 auf IMDb. Die Kritiker sind sich einig. Was mich aber mehr beeindruckt als Zahlen: Moura wurde für den Golden Globe nominiert. Nicht gewonnen. Aber nominiert. Für eine Rolle in einer Sprache die nicht seine eigene ist. Da verneige ich mich, Moin.

Pedro Pascal, bevor er der Mandalorian war.

2015 kannte kaum jemand Pedro Pascal außerhalb von Game-of-Thrones-Foren. Der Mann hatte Oberyn Martell gespielt, eine Gastrolle, acht Episoden, und dann war er tot. Narcos hat ihn zu dem gemacht was er heute ist. Und ich sage das nicht leichtfertig: Pascal als DEA-Agent Javier Peña ist die strukturell wichtigste Figur dieser Serie.

Nicht die interessanteste. Das ist Escobar. Aber die wichtigste. Weil Peña dein Anker ist. Er ist der Typ der das Richtige tun will und dabei immer wieder Grenzen überschreiten muss. In Staffel 3, nachdem Escobar tot ist und die Cali-Kartell-Bosse das neue Problem sind, trägt Pascal die gesamte Serie auf seinen Schultern. Allein. Und er schafft es. Nicht mit Charisma-Tricks oder großen Monologen. Sondern mit einem Blick der sagt: Ich bin müde, aber ich höre nicht auf.

Anke hat Pascal mal als „den Schauspieler der am besten schweigen kann“ bezeichnet. Das stimmt nicht ganz, dafür gibt es Jonathan Banks. Aber Pascal kommt verdammt nah dran.

Die Sache mit dem Voice-Over. Und warum sie funktioniert.

Steve Murphy erzählt die Geschichte. Boyd Holbrook, blond, dünn, ein Walking-Dead-Bösewicht-Typ, spielt diesen DEA-Agenten der nach Kolumbien geschickt wird und nicht weiß worauf er sich einlässt. Sein Voice-Over begleitet die ersten zwei Staffeln. Und ich weiß: Voice-Over ist im seriösen Fernsehen eigentlich verpönt. Zeigen, nicht erzählen. Jeder Drehbuch-Workshop predigt das seit dreißig Jahren.

Aber hier funktioniert es. Weil das Voice-Over nicht erklärt was du siehst, sondern einordnet was du nicht verstehst. Die politischen Zusammenhänge in Kolumbien in den 1980ern sind so komplex dass selbst Politikwissenschaftler Mühe haben den Überblick zu behalten. Guerilla, Paramilitärs, CIA, DEA, kolumbianische Polizei, Kartelle, die Regierung die mit allen gleichzeitig verhandelt. Murphy führt dich da durch wie ein Fremdenführer der ehrlich genug ist zuzugeben dass er selbst nicht alles versteht.

Staffel 3 wechselt zu Peña als Erzähler. Das ist mutig. Und es zeigt dass die Showrunner Chris Brancato, Carlo Bernard und Doug Miro verstanden haben: Die Serie ist größer als eine Figur. Größer als Escobar. Sie handelt vom System. Und Systeme brauchen verschiedene Perspektiven.

Kolumbien ist keine Kulisse. Kolumbien ist eine Figur.

Die Dreharbeiten fanden in Bogotá und Medellín statt. Nicht in einem Studio in Vancouver. Nicht auf einer Soundstage in Atlanta mit CGI-Bergen im Hintergrund. Kolumbien. Mit kolumbianischen Schauspielern in den Nebenrollen. Mit Straßen die aussehen wie Straßen und nicht wie Set-Design.

José Padilha hat die ersten Episoden inszeniert. Padilha hat Tropa de Elite gedreht, einen Film der in Brasilien so kontrovers war dass er Polizeigewalt zum nationalen Gesprächsthema machte. Er bringt diese dokumentarische Härte mit. Keine Hollywood-Glamourisierung des Drogenhandels. Kein Miami-Vice-Neon. Narcos sieht aus wie Nachrichten-Material das jemand in eine Serie geschnitten hat. Und das ist ein Kompliment.

Was die Kameraarbeit angeht: Die Totalen über Medellín, die engen Gassen der Comunas, die Konferenzräume der Kartell-Bosse. Alles hat eine Textur die du in amerikanischen Produktionen selten findest. Das ist nicht sauber. Das ist nicht hübsch. Das ist echt. Oder zumindest so nah an echt wie Fernsehen kommen kann.

Staffel 2 ist besser als Staffel 1. Staffel 3 ist anders als beide.

Butter bei die Fische. Staffel 1 etabliert alles. Escobars Aufstieg, die DEA-Operation, die politische Landschaft. Solide Grundlagenarbeit. Handwerklich sauber, narrativ straff, kein Gramm Fett. Aber Staffel 2 ist der Punkt an dem Narcos von „guter Serie“ zu „Serie die du nicht vergisst“ springt.

Weil Staffel 2 den Untergang zeigt. Und Untergang ist immer interessanter als Aufstieg. Escobar verliert die Kontrolle. Seine Allianzen brechen weg. Die Polizei rückt näher. Und Moura spielt diesen Mann der spürt dass die Schlinge sich zuzieht, mit einer Mischung aus Paranoia und Trotz die ich so in keiner anderen Crime-Serie gesehen habe. Breaking Bad hat den Abstieg von Walter White über fünf Staffeln gestreckt. Narcos macht das in zehn Episoden. Komprimierter, brutaler, unausweichlicher.

Staffel 3 ist ein Risiko. Escobar ist tot. Die Hauptfigur der Serie existiert nicht mehr. Was jetzt? Brancato und Bernard setzen auf das Cali-Kartell. Andere Methoden, andere Bosse, gleiche Konsequenzen. Die Gilberto-Rodriguez-Orejuela-Brüder operieren wie Geschäftsmänner, nicht wie Warlords. Das verändert den Ton komplett. Weniger Gewalt, mehr Schach. Weniger Bauchgefühl, mehr Kalkül. Nicht jeder Fan mochte das. Ich schon. Weil es beweist dass das Drogenproblem nicht mit einem Mann stirbt.

Alberto Ammann und die Rolle die keiner kommen sah.

Pacho Herrera. Ein argentinischer Schauspieler spielt einen kolumbianischen Kartell-Boss der offen homosexuell ist, in den 1990ern, in einer Macho-Kultur die das eigentlich nicht zulässt. Ammann macht aus Pacho keine Karikatur. Keinen Klischee-Bösewicht. Sondern einen Mann der genauso berechnend und genauso gefährlich ist wie alle anderen am Tisch, und der nebenbei die interessanteste Figur der dritten Staffel wird.

Das ist handwerklich bemerkenswert. Eine Figur einzuführen nachdem dein Star gegangen ist, und diese Figur so zu schreiben und zu spielen dass die Zuschauer nicht abschalten. Ammann verdient mehr Anerkennung als er bekommen hat. Punkt.

Sechs Leute und ein halbes Dutzend Kolumbianer die hier Geschichte schreiben.

  • Wagner Moura als Pablo Escobar (Staffeln 1-2) – Brasilianer, Spanisch gelernt, zwanzig Kilo zugenommen, Golden-Globe-Nominierung. Mehr Engagement geht nicht.
  • Pedro Pascal spielt Javier Peña, DEA-Agent. Vor dem Mandalorian, vor The Last of Us. Hier hat alles angefangen. Der Mann kann mehr als Helme tragen.
  • Boyd Holbrook als Steve Murphy — das Voice-Over-Gewissen der Serie. Macht mehr aus der „braver Amerikaner in Südamerika“-Rolle als das Drehbuch ihm eigentlich gibt.
  • Alberto Ammann: Pacho Herrera (Staffel 3). Die Überraschung. Ein Kartell-Boss mit Tiefgang, Stil und einer Geschichte die du so nicht erwartet hast.
  • Paulina Gaitan als Tata Escobar. Die Ehefrau die alles sieht und trotzdem bleibt. Gaitan spielt das ohne Opfer-Klischee, und das ist keine kleine Leistung.
  • Juan Pablo Raba als Gustavo Gaviria, Escobars Cousin und rechte Hand — der ruhigste Mann im lautesten Raum


Synchronstudio: German Dubbing Company (S1) / RRP Media GmbH (S2-3)
Jahr: 2015-2017
Dialogregie: Mario von Jascheroff (S1), Lorenz Bethmann (S2-3)

Pedro Pascal|Javier Peña|Ronald Nitschke
Boyd Holbrook|Steve Murphy|Constantin von Jascheroff
Wagner Moura|Pablo Escobar|Originalton (Spanisch)
Alberto Ammann|Pacho Herrera|Originalton (Spanisch)
Paulina Gaitan|Tata Escobar|Originalton (Spanisch)

Hinweis: Die spanischsprachigen Dialoge bleiben im Original mit deutschen Untertiteln. Nur die englischen Passagen wurden synchronisiert.
Quelle: Synchronkartei.de

Warum ich Narcos nicht neben Breaking Bad stelle. Und warum das ein Kompliment ist.

Jede Crime-Serie wird mit Breaking Bad verglichen. Das ist unfair und meistens falsch. Narcos ist kein Breaking Bad. Narcos will kein Breaking Bad sein. Narcos ist strukturell etwas völlig anderes: Eine historische Chronik in Serienform. Breaking Bad erzählt eine fiktive Geschichte. Narcos erzählt was tatsächlich passiert ist, mit den Freiheiten die Fiktion erlaubt, aber dem Gewicht das Realität verlangt.

Die Sopranos hat die Mafia demystifiziert. Breaking Bad hat den amerikanischen Traum seziert. True Detective hat das Genre in philosophische Gewässer getrieben. Narcos macht etwas anderes: Es erklärt ein System. Wie funktioniert der Drogenhandel? Wer profitiert? Wer stirbt? Warum hört es nicht auf, auch wenn der größte Kartell-Boss der Geschichte erschossen wird?

Diese systemische Analyse macht Narcos zu mehr als Unterhaltung. Es ist, und ich benutze das Wort selten, lehrreich. Ohne belehrend zu sein. Ohne den Zeigefinger zu heben. Ohne Moral am Ende der Episode. Die Moral ergibt sich aus den Fakten. Und die Fakten sind brutal genug.

Die Musik. Rodrigo Amarante singt „Tuyo“ und du bist in Medellín.

Der Titelsong. Ich muss darüber reden, weil er einer der besten ist den das Serien-Fernsehen je hatte. Rodrigo Amarante, brasilianischer Musiker, singt auf Spanisch über Besitz und Begehren. Die Melodie ist sanft. Die Bilder dazu zeigen Archivmaterial, Gewalt, Escobar, den Dschungel. Der Kontrast ist unerträglich schön.

Pedro Bromfman hat den Score geschrieben. Elektronik gemischt mit lateinamerikanischen Rhythmen. Kein Hans-Zimmer-Bombast. Kein Cliff-Martinez-Minimalismus. Etwas dazwischen. Etwas das nach 1980er-Kolumbien klingt und gleichzeitig nach einer Serie die 2015 gemacht wurde. Das ist sauber gelöst. Der Soundtrack trägt Szenen die ohne Musik halb so wirkungsvoll wären.

Was Narcos falsch macht. Ja, es gibt Dinge.

Ich bin kein Cheerleader. Narcos hat Schwächen und ich werde sie benennen.

Die weiblichen Figuren. Tata Escobar, Valeria Velez, Judy Moncada. Alles Frauen die in der Realität komplexe Persönlichkeiten waren und in der Serie oft auf ihre Beziehung zu einem Mann reduziert werden. Paulina Gaitan macht das Beste aus Tata, aber das Drehbuch gibt ihr zu wenig. In einer Serie die 2015 startet, zwei Jahre nach Orange Is the New Black, ist das eine verpasste Chance.

Die historische Genauigkeit schwankt. Manche Szenen sind dokumentarisch präzise, andere sind Hollywood-Fiktion mit historischem Anstrich. Escobars Bruder Roberto hat sich öffentlich beschwert. Die Familien der Opfer ebenso. Das ist ein Grundproblem von True-Crime-Entertainment: Du profitierst kommerziell von Tragödien die reale Menschen erlebt haben. Narcos ist sich dieser Spannung bewusst, löst sie aber nicht auf.

Und Boyd Holbrooks Figur bleibt in Staffel 2 etwas blass. Murphy wird zum Stichwortgeber für Peña. Das Voice-Over rettet ihn, aber als eigenständige Figur verliert er an Profil. Kein großes Problem, aber spürbar.

Et kütt wie et kütt: Das Cali-Kartell und warum Staffel 3 unterschätzt wird.

Die meisten Leute sagen: Staffel 1 und 2, Escobar, das war’s. Alles danach ist Beiwerk. Ich sage: Das ist Quatsch. Staffel 3 ist die reifste Staffel der Serie. Weil sie zeigt dass das Problem nicht Escobar hieß. Das Problem heißt Angebot und Nachfrage. Kokain verschwindet nicht weil ein Mann stirbt.

Die Rodriguez-Orejuela-Brüder betreiben ihr Kartell wie eine Firma. Buchhaltung, Personalmanagement, Exit-Strategie. Sie wollen sich der Regierung ergeben, unter ihren eigenen Bedingungen. Und die Serie zeigt dass selbst das nicht funktioniert, weil das System größer ist als jeder einzelne Spieler. Das ist eine Erkenntnis die Krimi-Serien selten haben: Es gibt keinen Endgegner. Es gibt nur das nächste Kapitel.

Narcos: Mexico, das Spin-off von 2018 bis 2021, führt diese Idee weiter. Andere Kartelle, anderes Land, gleiche Mechanismen. Ich werde das hier nicht bewerten, aber so viel: Wer Narcos mochte und aufgehört hat als Escobar starb, hat den Punkt der Serie verpasst.

⚖️

Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung
Story8,5
Schauspiel9,0
Effekte8,0
Ton9,0

Dafür

  • Wagner Mouras transformative Escobar-Darstellung
  • Systemische Analyse statt Einzelgänger-Drama
  • Authentische Kolumbien-Kulissen und Kameraarbeit
  • Rodrigo Amarantes Titelsong ist Seriengeschichte
  • Mutige Staffel 3 ohne den Star der ersten zwei Staffeln

Dagegen

  • Weibliche Figuren bleiben unterentwickelt
  • Historische Genauigkeit schwankt stellenweise
  • Boyd Holbrooks Rolle verliert in Staffel 2 an Profil
Plata o plomo.— aus der Wertung von FilmSchneider
Drei Staffeln lang schaut man einem System beim Funktionieren zu. Nicht einem Mann, einem System. Wagner Moura spielt Pablo Escobar so, dass du vergisst dass da ein Brasilianer steht der vor sechs Monaten kein Spanisch konnte. Pedro Pascal wird hier zu dem Schauspieler der er heute ist. Und das Drehbuch von Brancato, Bernard und Miro schafft etwas, das im Crime-Genre selten gelingt: Es erzählt vom Drogenkrieg ohne zu moralisieren und ohne zu verherrlichen. Das Voice-Over funktioniert, die Kamera ist dokumentarisch ohne kalt zu sein, und der Soundtrack von Rodrigo Amarante und Pedro Bromfman gibt dir Medellín ins Wohnzimmer. Staffel 3 nach Escobars Tod ist die mutigste Entscheidung der Serie und gleichzeitig der Beweis dass die Geschichte nie von einem einzelnen Mann gehandelt hat. Die weiblichen Figuren kommen zu kurz, das ist die größte handwerkliche Schwäche. Aber im Grunde hat Netflix hier eine der besten Crime-Serien der letzten zwanzig Jahre produziert. Solide, strukturell klug, und in den besten Momenten so nah an der Realität dass es wehtut.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu Narcos

Wo kann ich Narcos streamen?

Narcos läuft aktuell im Abo bei Netflix. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Wie viele Staffeln hat Narcos?

Narcos umfasst 3 Staffeln mit insgesamt 30 Episoden. Produktionsstatus: Ended.

Lohnt sich Narcos?

Unsere Redaktion vergibt Narcos einen Watcher-Score von 8,6 von 10. Drei Staffeln lang schaut man einem System beim Funktionieren zu. Nicht einem Mann, einem System. Wagner Moura spielt Pablo Escobar so, dass du vergisst dass da ein Brasilianer steht der vor sechs Monaten kein Spanisch konnte. Pedro Pascal wird hier zu dem Schauspieler der er heute ist. Und das Drehbuch von Brancato, Bernard und Miro schafft etwas, das im Crime-Genre selten gelingt: Es erzählt vom Drogenkrieg ohne zu moralisieren und ohne zu verherrlichen. Das Voice-Over funktioniert, die Kamera ist dokumentarisch ohne kalt zu sein, und der Soundtrack von Rodrigo Amarante und Pedro Bromfman gi

Für wen ist Narcos geeignet?

Narcos ist vor allem etwas für Krimi und Drama-Fans und alle, die herausragende Serien suchen.

FAQ zu Narcos: Drei Staffeln Drogenkrieg die dich nicht mehr loslassen

Muss man Spanisch können um Narcos zu schauen?
Nein. Aber du wirst nach drei Staffeln mehr Spanisch verstehen als nach zwei Semestern VHS-Kurs. Die Serie wechselt ständig zwischen Englisch und Spanisch, die Untertitel laufen mit, und nach ein paar Folgen merkst du gar nicht mehr dass du liest. Anke hat danach angefangen Spanisch zu lernen. Ist nach drei Wochen wieder aufgehört. Aber der Impuls war da.
Ist Narcos besser als Breaking Bad?
Andere Serie, anderes Ziel. Breaking Bad ist Fiktion auf höchstem Niveau. Narcos ist historische Aufarbeitung auf höchstem Niveau. Das zu vergleichen ist wie einen Roman mit einer Reportage zu vergleichen. Beides kann brillant sein. Beides verfolgt andere Absichten. Ich gebe Narcos 8.6, Breaking Bad steht bei mir höher. Aber das macht Narcos nicht zur schlechteren Serie. Es macht sie zur anderen Serie.
Kann man Staffel 3 überspringen?
Kannst du. Solltest du nicht. Staffel 3 ist weniger spektakulär als die Escobar-Staffeln, aber narrativ die interessanteste. Wer nur Staffel 1 und 2 schaut, bekommt eine Heldensaga mit tragischem Ende. Wer Staffel 3 dazunimmt, bekommt eine Systemanalyse. Und die ist wertvoller.
Wie viele Staffeln hat Narcos?
Drei Staffeln, 30 Episoden, je rund 49 Minuten. Von 2015 bis 2017 auf Netflix. Danach kam Narcos: Mexico als Spin-off mit drei weiteren Staffeln bis 2021. Zusammen sind das sechs Staffeln Drogenkrieg-Chronik. Oder rund 90 Stunden Fernsehen die dir den Appetit auf weiße Substanzen gründlich verderben.
Basiert Narcos auf wahren Begebenheiten?
Größtenteils ja. Pablo Escobar war real. Die DEA-Agenten Steve Murphy und Javier Peña sind real und haben als Berater an der Serie mitgearbeitet. Die Cali-Kartell-Bosse waren real. Die Details sind teilweise dramatisiert, Dialoge erfunden, Zeitlinien komprimiert. Aber das Grundgerüst ist so passiert. Und das macht manche Szenen schwerer zu verdauen, weil du weißt: Das waren echte Menschen. Echte Tote. Echte Familien.
Ist Narcos 2026 noch sehenswert?
Absolut. Alle drei Staffeln stehen auf Netflix. Die Produktion hat nicht gealtert, die Thematik sowieso nicht. Solange Drogenpolitik ein globales Thema ist, bleibt Narcos relevant. Und handwerklich ist diese Serie besser gealtert als die meisten Produktionen aus 2015. Kubrick hat beim Rewatch mitgeguckt. Ist in Staffel 3 sogar wach geblieben.
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1 Kommentar

Anonym

Hätte nicht gedacht, dass eine Serie über Drogen auf Netflix so fesselnd sein kann! 😲 Ich fand „Narcos“ mega spannend, weil die Story so packend war und man richtig mit Pablo Escobar mitgefiebert hat. 👌📺 Es ist echt krass, wie die Serie die Geschichte des Medellín-Kartells erzählt. Schon heftig, was so alles passiert ist! 🌟

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