„Toteninsel“, der dritte Kinofilm der Reihe „Die drei ???“, bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 5,8 von 10. Das Trio ist so gut eingespielt wie nie, und das trägt den Film über weite Strecken. Das Drehbuch aber hat sich an einer Vorlage übernommen, die für 104 Minuten zu groß ist, und löst seinen Fall eher mit Abkürzungen als mit Detektivarbeit.
Sony Pictures hat den Film am 22. Januar 2026 in die deutschen Kinos gebracht, freigegeben ab 6 Jahren. Seit Mai 2026 gibt es ihn digital zum Kaufen und Leihen, im Juni folgten die Discs. Für Familien mit Kindern ab etwa zehn Jahren und für alle, die die Hörspiele lieben, ist das ein ordentlicher Nachmittag. Wer einen sauber gebauten Kriminalfall erwartet, merkt ab der Hälfte, dass etwas fehlt.
5,8 von mir. Julius Weckauf, Nevio Wendt und Levi Brandl sind als Trio so eingespielt wie nie, und die erste Hälfte folgt André Marx' Jubiläumsfall mit Sorgfalt. Danach kürzt das Drehbuch zu hart, Jelena löst Probleme, die Justus lösen müsste, und die Auflösung wirkt wie die erste Hälfte eines Zweiteilers. Für Familien und Hörspielfans ein ordentlicher Nachmittag, als Kriminalfall zu dünn.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionEin Jubiläumsfall in einem normalen Film
Fangen wir mit dem Grundproblem an. Die Vorlage ist André Marx‘ „Toteninsel“, der hundertste Fall der Reihe, als Hörspiel so umfangreich, dass er auf drei Kassetten erschien. Tim Dünschede und Anil Kizilbuga haben daraus ein Drehbuch von normaler Kinolänge gemacht. Das kann nur funktionieren, wenn man entschlossen weglässt und das Verbliebene neu verzahnt. Hier wurde weggelassen, aber nicht neu verzahnt.
Stefan Geisler schreibt bei Filmstarts, der Film wirke mit zunehmender Laufzeit „seltsam unvollständig“ und lese sich wie die erste Hälfte eines Zweiteilers. Bei kino-zeit heißt es, die erste Hälfte folge der Vorlage eng, die zweite sei der gescheiterte Versuch, die komplexe Handlung auf Spielfilmlänge zu bringen. Das deckt sich mit meinem Eindruck. Die erste Stunde baut einen Fall auf, die letzte halbe Stunde wickelt ihn ab.
Wo die Detektivarbeit auf der Strecke bleibt
Ein „Die drei ???“-Fall lebt davon, dass Justus aus Hinweisen schließt, die der Zuschauer auch gesehen hat. Dafür braucht es Verdächtige mit eigenen Motiven. kino-zeit vermisst genau das und sieht stattdessen austauschbare Grabräuber sowie Rätsel und Fallen wie aus einem Abenteuerfilm. Der Film hat sich also für die Expedition entschieden und gegen die Ermittlung. Das ist eine legitime Wahl für ein Familienabenteuer, aber sie nimmt der Reihe ihren Kern.
Dazu kommt eine Figur, an der sich das Problem besonders gut zeigt. Jelena Charkova ist in den Büchern Geigerin, hier wird sie zur Hackerin. Momo Beier spielt das solide. Filmstarts beschreibt aber treffend, dass Jelena immer dann mit ihren Technikkenntnissen einspringt, wenn der Plot beschleunigt werden muss. Eine Figur, die Lösungen liefert, ohne dass die Hauptfiguren sie sich erarbeiten, entwertet jede Entdeckung davor. Ich will sehen, wie Justus auf etwas kommt, nicht, dass ihm jemand die Tür aufmacht.
Und dann wird erklärt. Der filmdienst spricht von „allerhand Erklärungen“, die das Tempo ausbremsen. Wer Zusammenhänge im Dialog nachreicht, statt sie zu zeigen, gibt zu, dass die Szenen davor sie nicht transportiert haben. Michael Güthlein weist bei epd Film außerdem darauf hin, dass die groß angelegte Verschwörung der Vorlage im Film zu einer recht unspektakulären Auflösung schrumpft.
Was trägt: drei Jungs, die ein Team sind
Julius Weckauf als Justus, Nevio Wendt als Peter und Levi Brandl als Bob spielen die Rollen jetzt zum dritten Mal, und das merkt man im Guten. In den ruhigen Momenten zwischen den Aufträgen stimmt das Timing, keiner drängt sich vor, und die Freundschaft muss nicht behauptet werden. Filmstarts nennt das Wiedersehen der drei auf der Insel einen der authentischsten Momente der Reihe, der filmdienst lobt das „merklich aufeinander eingespielte“ Trio. Da gehe ich mit.
Filip Schnack als Skinny Norris ist wieder der Störenfried, den man gern hasst. Andreas Pietschmann als Professor Phoenix und Jannik Schümann als sein Assistent Olin sind gut gewählt, auch epd Film lobt die Besetzung der Sphinx. Umso mehr fällt auf, wie klein die Verschwörung ausfällt, für die sie stehen. Die Fans finden laut Filmstarts und epd reichlich Anspielungen auf frühere Fälle. Das ist liebevoll gemacht, ersetzt aber keine Szene, die trägt.
Filmstarts hält fest, die Reihe sei immer dann am besten gewesen, wenn sie kleinere, überschaubare Geschichten erzählte. Das ist auch mein Maßstab. Wer den direkten Vorgänger nachholen will, findet unsere Kritik zu Die drei ??? und der Karpatenhund.
Wie die Kritik „Toteninsel“ sieht
Gemischt, mit freundlichem Grundton. Filmstarts und epd Film vergeben jeweils 3 von 5 Sternen. Der filmdienst betont den Charme der jungen Darsteller, bemängelt aber die schwachen Computerpanoramen und das viele Erklären, die pädagogische Empfehlung dort lautet ab 10 Jahren. kino-zeit sieht einen spürbaren Rückschritt gegenüber dem Vorgänger. Meine 5,8 liegen knapp unter diesem Mittel, weil ich einen Kriminalfall daran messe, ob seine Auflösung verdient ist. Hier ist sie es nicht ganz. Stand der Werte: 30. September 2026.
Wer mitspielt
- Julius Weckauf als Justus Jonas
- Nevio Wendt als Peter Shaw
- Levi Brandl als Bob Andrews
- Momo Beier als Jelena Charkova
- Filip Schnack als Skinny Norris
- Andreas Pietschmann als Professor Phoenix
- Jannik Schümann als Olin
- Simon Kluth als Joseph Saito Hadden
- Jördis Triebel als Tante Mathilda
- Florian Lukas als Onkel Titus
Regie führte Tim Dünschede, das Drehbuch schrieb er mit Anil Kizilbuga nach dem Roman von André Marx.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Das Trio ist eingespielt und trägt die ruhigen Szenen
- Die erste Hälfte folgt der Vorlage mit Sorgfalt
- Filip Schnack als Skinny Norris
- Viele liebevolle Anspielungen für Hörspielfans
Dagegen
- Die Vorlage ist für 104 Minuten zu groß, die zweite Hälfte wirkt gekürzt
- Jelena liefert Lösungen, die sich das Trio erarbeiten müsste
- Zu viel Erklärung im Dialog
- Die Verschwörung der Vorlage schrumpft zu einer blassen Auflösung
Ein Detektivfilm, in dem die Lösung von außen kommt, hat seinen Detektiv nicht verstanden.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Die drei ??? - Toteninsel?
Verfügbarkeit DEStand 12.10.2026: Die drei ??? - Toteninsel ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten.
Stand 12.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- Justus JonasJulius Weckauf
- Peter ShawNevio Wendt
- Bob AndrewsLevi Brandl
- Tante MathildaJördis Triebel
- Onkel TitusFlorian Lukas


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