Poster zum Film Casino Royale: Der Bond-Film der alles verändert hat (2006) Pflichtprogramm — WatchGuide-Auszeichnung „Der Watcher"

Casino Royale: Der Bond-Film der alles verändert hat (2006)

🏅 Pflichtprogramm 🎬 Film 144 Min. AbenteuerAction
⚡ Kurz gesagt

Ein starker Action-Thriller, aber als Bond-Film zu weit vom Original entfernt. Für Fans des klassischen Bond eine Enttäuschung, als Spionage-Film aber erstklassig. 8.0/10 Punkte. Watcher-Score 8,0/10.

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Verfügbarkeit DE

Stand 15.10.2025: James Bond 007 - Casino Royale läuft im Abo bei Prime Video – mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 3,99 €.

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 15.10.2025 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

✍️

Die Kritik

von CineTom

Casino Royale ist eine 8.0 von mir. Und das kommt von jemandem der Bond-Filme eigentlich zu glatt findet.

2006 hat Martin Campbell James Bond komplett zerlegt und neu zusammengebaut. Daniel Craig. Eva Green. Mads Mikkelsen mit blutendem Auge. 150 Millionen Budget, fast 600 Millionen weltweit eingespielt, 8.0 auf IMDb. Der Film der bewiesen hat dass Bond auch ohne unsichtbare Autos und dumme Onelinern funktioniert. Besser sogar.

Das Internet hatte Unrecht.

Daniel Craig war die umstrittenste Bond-Besetzung aller Zeiten. Blond. Zu rau. Nicht elegant genug. Die Petitionen gegen ihn waren lächerlich. Und dann kam der Film und alle haben die Klappe gehalten.

Craigs Bond ist kein glatter Geheimagent der mit einem Martini in der Hand die Welt rettet. Der Mann macht Fehler. Er blutet. Er wird vergiftet, gefoltert, verletzt sich beim Parkour durch eine Baustelle in Madagaskar. Er verliebt sich — richtig verliebt, nicht One-Night-Stand-verliebt. Das hier ist ein Bond am Anfang seiner Karriere, noch nicht abgestumpft, noch mit echten Gefühlen. Und genau das macht ihn besser als jeden Bond vor ihm.

Stefan findet Connery unerreichbar. Stefan lebt in den 60ern. Craig hat Bond relevant gemacht für eine Generation die Jason Bourne kennt und sich fragt warum der MI6-Agent in den Filmen nie einen Kratzer abbekommt. Craig bekommt Kratzer. Und Schlimmeres.

Eva Green.

Das beste Bond-Girl der gesamten Reihe. Punkt. Nächstes Thema.

Okay, ich mach weiter. Vesper Lynd ist keine hilflose Schönheit die Bond aus einer Falle rettet und dann vergessen wird. Green spielt sie als intelligente, komplexe Frau mit eigener Agenda, eigenem Geheimnis, eigener Tragödie. Wenn Bond sich in sie verliebt, ist das zum ersten Mal in 20 Filmen glaubwürdig. Weil Vesper ein Mensch ist und keine Dekoration.

Die Szene im Zug, wo Bond und Vesper sich das erste Mal unterhalten und gegenseitig analysieren — das ist besserer Dialog als in den meisten Romanzen die sich Drama nennen. Zwei Leute die sich durchschauen und trotzdem nicht aufhören können hinzugucken.

Anke hat nach dem Film gesagt: „Endlich eine Frau in einem Bond-Film die ich nicht vergessen werde.“ Und Anke vergisst eigentlich nie was.

Die Stuhlszene.

Wer den Film gesehen hat, weiß welche Szene ich meine. Wer ihn nicht gesehen hat — ich spoiler nichts, aber ich sag so viel: Es gibt eine Folterszene in diesem Film die so simpel und so effektiv ist, dass du zusammenzuckst. Kein CGI. Kein elaboriertes Todesgerät. Nur ein Stuhl, ein Seil und Mads Mikkelsen der lächelt.

Mikkelsen als Le Chiffre ist übrigens ein Bond-Villain für die Geschichtsbücher. Kein Wahnsinniger der die Welt zerstören will. Nur ein verzweifelter Mann mit blutendem Auge und einem Pokerproblem. Das ist so viel beängstigender als jeder Blofeld mit weißer Katze. Weil Le Chiffre real sein könnte.

Ian Fleming hat Casino Royale 1953 als seinen ersten Bond-Roman geschrieben. Der Ton war immer härter als die Filme. Campbell hat endlich den Mut gehabt, diesen Ton auf die Leinwand zu bringen.

150 Millionen und ein Regisseur der weiß was er tut

Martin Campbell hatte den Job schon mal gemacht — GoldenEye, 1995, Brosnans Einstand. Auch damals: Bond-Reboot, neuer Hauptdarsteller, Skepsis überall. Und auch damals hat Campbell geliefert. Der Mann hat ein Talent dafür, Bond neu zu erfinden.

Was bei Casino Royale auffällt: Die Actionszenen sind physisch. Die Parkour-Verfolgung am Anfang durch eine Baustelle in Madagaskar — gedreht mit echten Stuntleuten, Sébastien Foucan ist der Typ der da über Kräne rennt. Der Airport-Anschlag. Die Verfolgungsjagd in Montenegro. Alles spürbar, alles real, kein Green-Screen-Quatsch.

Phil Méheux hat den Film fotografiert und Montenegro sieht aus wie ein Gemälde. Die Poker-Szenen — potentiell die langweiligsten Szenen die man in einem Actionfilm haben kann — sind so inszeniert dass du die Karten vergisst und nur noch die Gesichter siehst. Le Chiffres Tick mit dem blutenden Auge. Bonds Pokerface das keines ist. Vesper die von draußen zuschaut.

150 Millionen Budget, 599 Millionen weltweit eingespielt. Das ist der vierterfolgreichste Bond-Film aller Zeiten. Und der mit Abstand beste Craig-Bond.

David Arnold macht Bond ernst

Der Score von David Arnold ist eine Gratwanderung: Bond-Thema genug um sich wie 007 anzufühlen, aber ernst genug um nicht in Camp abzurutschen. Arnold hat das Bond-Thema erst ganz am Ende des Films gebracht — „You Know My Name“ von Chris Cornell läuft über den Vorspann, und das klassische Thema kommt erst als Bond sich zum ersten Mal als „Bond. James Bond.“ vorstellt.

Chris Cornell ist 2017 gestorben. „You Know My Name“ war sein letzter großer Hit. Jedes Mal wenn der Song läuft denke ich daran. Der Song ist so gut dass er den Film fast alleine tragen könnte. Aber er muss nicht, weil der Film selbst trägt.

Bonds Leute

  • Daniel Craig als James Bond — 20 Pfund Muskelmasse drauftrainiert, alle Fleming-Romane gelesen, mit echten Geheimdienst-Leuten gesprochen. Hat beim Dreh zwei Zähne verloren. Commitment.
  • Eva Green als Vesper Lynd
  • Mads Mikkelsen — Le Chiffre. Kein Weltzerstörer, nur ein Verzweifelter mit blutendem Auge. Der beängstigendste Bond-Villain seit Jahren.
  • Judi Dench als M. Die einzige Konstante aus der Brosnan-Ära. Endlich eine M die Bond auch mal anschreit.
  • Jeffrey Wright als Felix Leiter — der beste Felix seit Langem
  • Giancarlo Giannini als Mathis
  • Caterina Murino als Solange
  • Ivana Milicevic als Valenka


Synchronstudio: Interopa Film, Berlin
Jahr: 2006
Dialogregie: Frank Schaff

Daniel Craig|James Bond|Dietmar Wunder
Eva Green|Vesper Lynd|Claudia Urbschat-Mingues
Mads Mikkelsen|Le Chiffre|Udo Schenk
Judi Dench|M|Daniela Hoffmann
Jeffrey Wright|Felix Leiter|Charles Rettinghaus

Quelle: Synchronkartei.de

Bond nach Casino Royale

Quantum of Solace war die direkte Fortsetzung und — seien wir ehrlich — eine Enttäuschung. Skyfall hat dann wieder geliefert, Spectre war okay, No Time to Die war ein würdiger Abschluss. Aber keiner der Nachfolger hat die rohe Energie von Casino Royale erreicht. Weil Casino Royale der Moment war wo alles neu war. Craig war neu. Der Ton war neu. Die Regeln waren neu.

Wenn du Agenten-Filme magst die nicht beleidigen, Action die wehtut und Thriller mit echten Einsätzen — Casino Royale ist dein Film. Und wenn du danach mehr willst: Skyfall ist der nächstbeste Craig-Bond. Aber fang hier an.

⚖️

Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung
Story8,5
Schauspiel9,0
Effekte8,0
Ton8,5

Dafür

  • Daniel Craig definiert Bond neu
  • Eva Green ist das beste Bond-Girl aller Zeiten
  • Mikkelsen als Le Chiffre ohne Welteroberungspläne
  • Parkour-Sequenz und Poker-Szenen gleich stark

Dagegen

  • Dritter Akt nach dem Casino zieht sich etwas
  • Einige Product-Placements sind aufdringlich
The name is Bond. James Bond.— aus der Wertung von CineTom
2006, Kino. Ich war skeptisch. Blonder Bond? Ernsthaft? Und dann fängt der Film an und dieser Typ rennt durch eine Baustelle in Madagaskar und du weißt: Das ist anders. Das ist besser. Craig spielt Bond nicht als coolen Typen der zufällig Geheimagent ist. Er spielt einen Geheimagenten der versucht cool zu sein und dabei fast draufgeht. Eva Green als Vesper ist das Beste was dem Franchise je passiert ist. Mikkelsen als Le Chiffre ist zum Fürchten ohne ein einziges Mal die Stimme zu erheben. Und der Titelsong von Chris Cornell — der ist gestorben, der Song lebt weiter. Casino Royale hat Bond gerettet. Nicht weil es ein guter Bond-Film ist. Sondern weil es ein guter Film ist, der zufällig Bond heißt.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu James Bond 007 - Casino Royale

Wo kann ich James Bond 007 - Casino Royale streamen?

James Bond 007 - Casino Royale läuft aktuell im Abo bei Prime Video; zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+ und Amazon. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Wie lange dauert James Bond 007 - Casino Royale?

James Bond 007 - Casino Royale hat eine Laufzeit von rund 144 Minuten (2 Stunden und 24 Minuten).

Lohnt sich James Bond 007 - Casino Royale?

Unsere Redaktion vergibt James Bond 007 - Casino Royale einen Watcher-Score von 8,0 von 10. Ein starker Action-Thriller, aber als Bond-Film zu weit vom Original entfernt. Für Fans des klassischen Bond eine Enttäuschung, als Spionage-Film aber erstklassig. 8.0/10 Punkte.

Für wen ist James Bond 007 - Casino Royale geeignet?

James Bond 007 - Casino Royale ist vor allem etwas für Abenteuer und Action-Fans und alle, die solide Genre-Unterhaltung suchen.

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Trailer

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Besetzung

Daniel CraigJames Bond
Eva GreenVesper Lynd
Mads MikkelsenLe Chiffre
Judi DenchM
Jeffrey WrightFelix Leiter

FAQ zu Casino Royale: Der Bond-Film der alles verändert hat

Muss ich die anderen Bond-Filme kennen?
Nein. Casino Royale ist ein kompletter Neustart. Bond wird hier zum 00-Agenten. Keine Vorgeschichte nötig, keine Referenzen die du verpassen könntest. Perfekter Einstieg in die Reihe.
Ist das der beste Bond-Film?
Für mich ja. Stefan würde Goldfinger sagen, weil Stefan halt Stefan ist. Aber Casino Royale hat Bond in die Gegenwart geholt. Kein Camp, keine Gadgets, keine unsichtbaren Autos. Nur ein Mann mit einer Waffe und verdammt vielen Problemen.
Wie gut ist die Poker-Szene?
Die Poker-Szenen sind das Herzstück des Films und funktionieren besser als jede Actionszene. Nicht weil das Pokerspiel so spannend ist — sondern weil die Kamera auf den Gesichtern bleibt. Le Chiffres blutendes Auge. Bonds falsches Grinsen. Vesper die von draußen zuschaut. Spannung ohne eine einzige Kugel.
Basiert der Film auf dem Buch?
Ja. Ian Flemings erster Bond-Roman von 1953. Der Ton im Buch war schon immer härter als in den Filmen. Campbell hat endlich den Mut gehabt, Flemings Vorlage ernst zu nehmen. Einige Details wurden modernisiert — aus Baccarat wurde Texas Hold'em — aber der Kern stimmt.
Wer singt den Titelsong?
Chris Cornell. "You Know My Name." Einer der besten Bond-Songs aller Zeiten. Cornell ist 2017 gestorben und jedes Mal wenn der Song läuft, denke ich daran. Der Song hat mehr Seele als die meisten Bond-Filme zusammen.
Wie lang ist Casino Royale?
144 Minuten. Fast zweieinhalb Stunden. Und der Film fühlt sich kürzer an als manche 90-Minuten-Actionfilme. Das Pacing ist tight. Du merkst die Laufzeit nicht weil Campbell weiß wann er Gas geben und wann er atmen lassen muss.
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1 Kommentar

WhiskyTom

Super Einstieg von Craig als Bond. Fanpleasing!






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