Poster zum Film Krull: 30 Millionen Dollar 80er-Fantasy mit einer Waffe die ich immer noch will

Krull: 30 Millionen Dollar 80er-Fantasy mit einer Waffe die ich immer noch will (1983)

Film · Action, Abenteuer · 1983 · 120 Min.

Von , aktualisiert am 10. März 20265 Minuten LesezeitSo arbeiten wir

Krull ist von 1983. 30 Millionen Dollar Budget. 16,9 Millionen eingespielt. Ein Flop. Und trotzdem, trotzdem, sitze ich hier 43 Jahre später und schreibe über diesen Film. 6.5 von 10 gibt’s von mir, weil Krull genau das ist was ich an den 80ern liebe: zu viel Ambition, zu wenig Selbstkontrolle, und ein Monster das aussieht wie ein Heavy-Metal-Albumcover.

Regisseur Peter Yates hat 1983 versucht, Star Wars und Herr der Ringe in einen Film zu packen. Bevor es Herr der Ringe als Film überhaupt gab. Respekt für den Versuch.

Kurz gesagt

Krull ist 43 Jahre alt und ich hab den Film dreimal gesehen. Beim ersten Mal wegen der Glaive. Beim zweiten Mal wegen Liam Neeson im Lederkostüm. Beim dritten Mal weil ich Linus beweisen wollte dass alte Filme nicht langweilig sind. Er hat nach 20 Minuten sein Handy rausgeholt. Gescheitert. Aber der Film bleibt stehen. 30 Millionen Dollar 80er-Fantasy mit mehr Herz als Budget – und das will was heißen bei dem Budget.

Quellen & Einordnung

Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.

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von WatchGuide-Redaktion
1

Die Glaive. Reden wir über die Glaive.

Also. Es gibt diese Waffe. Eine fünfzackige Wurfklinge die aussieht als hätte jemand einen Fidget Spinner für Krieger designt. Sie heißt Glaive und sie ist das Coolste an diesem Film. Prinz Colwyn muss sie aus einem Lavastrom holen und sie kann dann Leute in Stücke schneiden und fliegt wie ein Bumerang zurück. Real talk: Als ich das zum ersten Mal gesehen hab, wollte ich eine.

Die Glaive ist auch ein perfektes Symbol für den ganzen Film. Übertrieben. Unrealistisch. Absolut wild. Und genau deshalb funktioniert es.

2

30 Millionen. Im Jahr 1983.

Man muss sich das mal vorstellen. 30 Millionen Dollar waren 1983 ein massives Budget. Return of the Jedi hatte 32,5 Millionen. Peter Yates hat also fast so viel Geld bekommen wie George Lucas – für einen Fantasy-Film den niemand kannte, basierend auf keinem Buch, keinem Comic, keiner bestehenden Marke. Nur: „Hey, Star Wars verkauft sich gut, Fantasy verkauft sich gut, lass uns beides machen.“

Und weißt du was? Man SIEHT das Geld. Die Sets sind krass. Die Schwarze Festung, das Hauptquartier des Bösewichts, bewegt sich über den Planeten und materialisiert sich jeden Morgen an einem anderen Ort. Das ist Worldbuilding-Level Elden Ring. Kein Witz. Und die praktischen Effekte? Die halten sich besser als manches CGI von 2015.

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Liam Neeson. Robbie Coltrane. In Nebenrollen.

Hier wird’s richtig wild. In Krull spielen Liam Neeson und Robbie Coltrane mit. In NEBENROLLEN. Neeson war damals 31 und spielt einen Banditen. Coltrane war 33 und spielt auch einen Banditen. Zwei der größten Schauspieler der nächsten vier Dekaden, und hier tragen sie Lederkostüme und sterben heroisch im zweiten Akt.

Ken Marshall als Prinz Colwyn: den kennt heute niemand mehr. Lysette Anthony als Prinzessin Lyssa wurde sogar synchronisiert weil ihre Stimme nicht zum Bild passte. Der eigentliche Star ist Freddie Jones als der alte Weise Ynyr. Der Mann trägt den Film auf seinen Schultern und das merkt man.

Stefan würde jetzt sagen: „Das Casting ist das Beste am Film.“ Und er hätte recht. Ausnahmsweise.

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Warum der Film gefloppt ist. Und warum das egal ist.

Krull kam im selben Jahr wie Return of the Jedi raus. Pech. Neben dem Ende der Original-Trilogie hatte niemand Augen für einen No-Name-Fantasy-Film. Die Kritiker waren mäßig begeistert – Rotten Tomatoes zeigt 35% von Kritikern. Und das Publikum? 16,9 Millionen Box Office bei 30 Millionen Budget. Autsch.

Aber hier ist die Sache: Krull hat eine Fanbase die seit 40 Jahren wächst. Es gibt Reddit-Threads, Fan-Art, Retrospektiven. Der Film ist Kult geworden, nicht trotz seiner Schwächen, sondern wegen ihnen. Die übertriebene Musik von James Horner. Die manchmal wackelige Stop-Motion. Die Story die jede einzelne Fantasy-Trope abarbeitet als wäre es eine Checkliste. Das alles macht Krull zu einem Film den man nicht vergisst.

Auf der IMDb steht eine 6.1 – von Leuten die den Film lieben und Leuten die ihn für Trash halten. Ich gebe 6.5, weil die Ambition zählt. Und weil die Glaive einfach verdammt cool ist.

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Fantasy-Filme vor Peter Jackson.

Was Krull interessant macht: Er zeigt wie Fantasy-Kino aussah bevor Jackson und Tolkien alles verändert haben. In den 80ern gab es Conan, Krull, Legend, Willow – alles Versuche, das Genre auf die Leinwand zu bringen. Keiner davon war perfekt. Aber zusammen haben sie den Boden bereitet für alles was danach kam. Ohne diese „gescheiterten“ Versuche gibt’s kein Fantasy-Kino wie wir es heute kennen.

Linus hat mich gefragt: „Warum schaust du einen Film von 1983?“ Weil manche Filme, Linus, älter werden wie Wein und nicht wie Milch.

6

Die Truppe die den Planeten Krull retten soll.

  • Ken Marshall als Prinz Colwyn: der Held dem niemand den Helden abnimmt, und das ist irgendwie charmant
  • Lysette Anthony als Prinzessin Lyssa (ihre Stimme wurde im Original nachsynchronisiert, fun fact)
  • Freddie Jones als Ynyr: der alte Weise, der eigentliche MVP des Films
  • Liam Neeson als Kegan. Ja. DIESER Liam Neeson. Mit Lederrüstung.
  • Robbie Coltrane als Rhun (bevor er Hagrid wurde, war er Bandit auf einem fremden Planeten)
  • Francesca Annis als die Witwe der Spinne: gruselige Szene, gute Performance
  • David Battley als Ergo der Prächtige, der Comic-Relief den der Film braucht

Bewertung

Bisherige Einschätzung

Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung

Bewertet von , die Wertung steht oben.

Dafür

  • Die Glaive ist legendär
  • Praktische Effekte die sich halten
  • Neeson und Coltrane vor dem Ruhm

Dagegen

  • Story ist Standard-Fantasy
  • Pacing im Mittelteil zu langsam
  • Ken Marshall ist kein charismatischer Held
You have the power to call the Glaive.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Krull ist 43 Jahre alt und ich hab den Film dreimal gesehen. Beim ersten Mal wegen der Glaive. Beim zweiten Mal wegen Liam Neeson im Lederkostüm. Beim dritten Mal weil ich Linus beweisen wollte dass alte Filme nicht langweilig sind. Er hat nach 20 Minuten sein Handy rausgeholt. Gescheitert. Aber der Film bleibt stehen. 30 Millionen Dollar 80er-Fantasy mit mehr Herz als Budget – und das will was heißen bei dem Budget.

Wer streamt Krull?

Verfügbarkeit DE

Stand 21.10.2026: Krull ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 0,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Amazon).

Im Abo enthalten 0
Derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten.

Stand 21.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr

Besetzung

5 Rollen
  • Prince ColwynKen Marshall
  • LyssaLysette Anthony
  • YnyrFreddie Jones
  • Widow of the WebFrancesca Annis
  • TorquilAlun Armstrong

FAQ zu Krull: 30 Millionen Dollar 80er-Fantasy mit einer Waffe die ich immer noch will

Ist Krull ein guter Film?
Kommt drauf an wen du fragst. Objektiv? Nö, nicht wirklich. Die Story ist vorhersehbar, die Charaktere sind dünn, die Effekte sind 1983. Aber "gut" ist bei Kultfilmen die falsche Kategorie. Krull ist unterhaltsam, ambitioniert und unvergesslich. Das reicht mir.
Wo kann man Krull schauen?
Krull gibt es zum Leihen oder Kaufen bei Amazon und maxdome. Stand 21.10.2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Spielen wirklich Liam Neeson und Robbie Coltrane mit?
Ja. Beide in Nebenrollen, beide völlig unbekannt damals. Neeson war 31, Coltrane 33. Verrückt wenn man dran denkt was aus beiden geworden ist.
Was ist die Glaive?
Eine fünfzackige Wurfklinge die wie ein Bumerang funktioniert. Sie steckt in einem Lavastrom und nur der Auserwählte kann sie rausholen. Klingt nach Videospiel-Item? Ist es im Grunde auch. Und genau deshalb ist sie peak.
Wird es ein Remake geben?
Gerüchte gibt's seit Jahren. Bisher nichts Konkretes. Ehrlich gesagt weiß ich nicht ob ein Remake funktionieren würde – der Charme von Krull liegt in seiner 80er-Jahre-Naivität. Das kann man nicht reproduzieren.

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