Spider-Man: Brand New Day bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 7,4 von 10. Destin Daniel Cretton holt Peter Parker vom Multiversum zurück auf die Straße, und das ist die beste Entscheidung, die Marvel bei dieser Figur seit Jahren getroffen hat. Tom Holland spielt einen Peter, den niemand mehr kennt, und trägt das über zweieinhalb Stunden. Punktabzug gibt es dort, wo ich als Effekt-Nerd genau hinschaue: Die Stadt aus dem Rechner sieht man zu oft, und die Kämpfe sind enger geschnitten, als es Cretton eigentlich kann.
Am 29. Juli 2026 ist der Film im Verleih von Sony Pictures in den deutschen Kinos gestartet, freigegeben ab 12 Jahren, Laufzeit 145 Minuten. Wer Spider-Man: No Way Home wegen des Endes mochte, sollte hin: Brand New Day nimmt dieses Ende ernst. Wer sich ein zweites Multiversums-Feuerwerk mit drei Spider-Men wünscht, bekommt einen kleineren und erwachseneren Film.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionDie Ausgangslage ist die beste Idee seit Homecoming
Vier Jahre nach No Way Home lebt Peter allein. MJ und Ned erinnern sich nicht an ihn, New York kennt seinen Namen nicht, und aus dem freundlichen Helden aus der Nachbarschaft ist ein Vollzeit-Spider-Man ohne Netz geworden. Das war schon im Trailer die Stärke, und der Film hält, was die Prämisse verspricht. Homecoming war ein Junge, der groß sein wollte. Far From Home war ein Junge, der kurz normal sein wollte. Hier ist er ein junger Mann, der beides verloren hat.
Das ist für mich der Punkt, an dem die Reihe endlich ihre eigene Regel einhält. No Way Home hat einen Preis bezahlt, und Brand New Day kassiert ihn wirklich ein, statt ihn mit dem nächsten Cameo wegzuzaubern. Markus Trutt schreibt bei Filmstarts von einem Spagat zwischen erwachsenem Tiefgang und Blockbuster-Spaß. Genau so habe ich den Film auch gesehen.
Tom Holland und Zendaya: die stärksten Minuten sind die leisen
Holland spielt Peter seit „The First Avenger: Civil War“ von 2016, und man merkt es. Er muss nicht mehr zeigen, dass er der junge Spider-Man ist. Er spielt Müdigkeit, und die ist glaubwürdig. Die Szenen mit Zendaya treffen am härtesten, weil MJ ihm gegenübersteht und ihn nicht kennt. Das ist kein Effekt, das ist einfach gutes Schauspiel, und für mich der Grund für die hohe Unterwertung beim Cast.
Jon Bernthal als Punisher ist der zweite Treffer. Frank Castle und Peter glauben an komplett verschiedene Lösungen, und diese Reibung trägt. Filmstarts nennt die beiden ein überraschendes neues Traum-Duo. Ich hätte vorher gewettet, dass das billig edgy wird. Wird es nicht.
Sadie Sink hat eine Rolle, die man vor dem Kinobesuch besser nicht kennt. Sie funktioniert. Mark Ruffalo ist als Bruce Banner dabei, Jacob Batalon wieder als Ned.
Wo das Geld hingeht, und wo man den Rechner sieht
Hier werde ich strenger als die meisten Kollegen. Der Film hat laut TMDB rund 275 Millionen Dollar Budget, und man sieht es in vielen Einstellungen. In anderen sieht man vor allem den Computer. Filmstarts beschreibt verwaschene Hintergründe, deren Herkunft aus dem Computer oft deutlich ins Auge sticht, und das deckt sich mit meinem Eindruck. Wenn Spider-Man durch eine Stadt schwingt, die nicht im selben Licht steht wie er selbst, fliegt er nicht mehr, er wird eingesetzt.
Das zweite Problem ist der Schnitt. Cretton hat mit Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings die vielleicht besten Kämpfe im ganzen MCU gedreht, und die Bus-Szene dort wusste immer, wo jeder steht. Brand New Day ist, wie auch Filmstarts schreibt, manchmal zu zerschnitten. Bei einem Helden, dessen ganze Attraktion Bewegung im Raum ist, kostet das mehr als bei anderen.
Dafür bekommt Peters Körper eine neue Regel. Seine Kräfte verändern sich, das kündigt schon Sonys Inhaltsangabe an. Das hätte schiefgehen können, weil eine neue Fähigkeit im dritten Akt schnell alles löst. Filmstarts beschreibt, wie sich Peters inneres Trauma bald auch körperlich niederschlägt. Der Film führt die Veränderung also früh ein, als Folge seines Zustands und nicht als Joker fürs Finale. Das rechne ich ihm hoch an.
Zu viele Figuren, zu viele Türen nach draußen
Die größte Schwäche hatte ich schon vor dem Start befürchtet: Der Film kann nicht widerstehen, das MCU mitzuverwalten. Der filmdienst beschreibt eine Erzählung, die sich in den Verweisen auf andere Filme und Serien verheddert, und findet den Film genau dann packend, wenn er sich auf Peter und die Gefahr in seiner Stadt konzentriert. Das ist fair. Lukas Hoffmann geht bei kino-zeit deutlich weiter und schreibt, die inneren Konflikte wirkten flach und würden von plumpen Gags oder der nächsten Actionszene unterbrochen. So negativ sehe ich es nicht, aber ein, zwei alberne Momente sitzen tatsächlich an der falschen Stelle.
Und 145 Minuten sind viel. Ein guter Teil der Überlänge geht auf Figuren, die der Film eher für die nächsten Jahre aufstellt als für diese Geschichte braucht.
Wie die Kritik Spider-Man: Brand New Day sieht
Meine 7,4 liegen im Rahmen der Kollegen, eher leicht darunter. Bei Rotten Tomatoes sind 90 Prozent von 435 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 97 Prozent. Metacritic kommt auf 66 von 100 aus 56 Kritiken. In Deutschland vergeben Filmstarts und epd Film jeweils 4 von 5 Sternen, kino-zeit ist klar kritischer. Stand der Werte: 30. September 2026. Dass ich nicht höher gehe, liegt an der Technik, nicht an der Geschichte.
Wer die ganze Reihe nachholen will, findet sie in unserer Übersicht zu allen Spider-Man-Filmen in Reihenfolge und in der Marvel-Chronologie. Wie Sony den Start in Deutschland mit Holland und Zendaya in Berlin gefeiert hat, steht in unserem Bericht vom Fan-Event.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Die Ausgangslage aus No Way Home wird ernst genommen
- Tom Holland spielt Müdigkeit statt Jugend
- Die Szenen mit Zendaya treffen am härtesten
- Jon Bernthal als Punisher reibt sich produktiv an Peter
Dagegen
- Hintergründe aus dem Rechner sieht man zu oft
- Kämpfe zu eng geschnitten für einen Regisseur mit Shang-Chi im Lebenslauf
- Zu viele Figuren für spätere MCU-Filme
- 145 Minuten sind zu lang
No Way Home hat einen Preis bezahlt, und Brand New Day kassiert ihn wirklich ein, statt ihn mit dem nächsten Cameo wegzuzaubern.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Spider-Man: Brand New Day?
Verfügbarkeit DEStand 16.10.2026: Spider-Man: Brand New Day ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 15,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Stand 16.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr


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