Die Kritik
von CineTomRunner (2026) bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 6,0 von 10. Alan Ritchson und Owen Wilson haben als Duo mehr Zug, als das Drehbuch hergibt, und 97 Minuten passen zu einer Fahrt gegen die Uhr. Was fehlt, ist genau das, worauf ich im August gesetzt hatte: Action, bei der man sieht, wo die Autos stehen.
Seit dem 17. September 2026 läuft der Film im Verleih von Splendid Film in den deutschen Kinos, freigegeben ab 16 Jahren. Wer eine kurze, laute Actionkomödie mit zwei gut gelaunten Hauptdarstellern sucht, ist hier richtig. Wer Fahrarbeit sucht, an die er sich in einem Jahr noch erinnert, eher nicht.
Die Uhr trägt die erste Hälfte
Hank Malone, gespielt von Ritchson, war Elitesoldat und fährt heute heikle Fracht. Diesmal ist es eine Spenderleber für ein schwerkrankes siebenjähriges Mädchen, sein Beifahrer ist der medizinische Kurier Ben (Owen Wilson), und ein kolumbianisches Kartell will das Organ für sich. Die Strecke führt an der australischen Gold Coast entlang.
Das ist eine Regel, mit der ein Actionfilm arbeiten kann: Die Fracht verdirbt, also gibt es keine Pause. Solange Runner sich daran hält, zieht der Film. Und die Laufzeit ist die beste Entscheidung der ganzen Produktion. Kein Leerlauf, keine zweite Stunde, in der sich zwei Männer über ihre Vergangenheit unterhalten, während eigentlich eine Leber warm wird.
Leider hält die Regel nicht bis zum Ziel. Je näher das Krankenhaus rückt, desto mehr verhalten sich Nebenfiguren im Kugelhagel so, wie es die nächste Actionszene braucht, und nicht so, wie Menschen es täten. Das Finale zieht sich dann deutlich länger, als die Uhr es eigentlich erlaubt. Für einen Film, dessen ganze Idee ein Zeitlimit ist, ist das der teuerste Fehler.
Ritchson und Wilson: das Paar funktioniert
Das ist der Grund, warum meine Note nicht tiefer liegt. Ritchson ist seit Reacher der glaubwürdigste Schrank im Actiongeschäft, und auch hier nimmt man ihm jeden Treffer ab. Wilson spielt dagegen den Mann, der eigentlich nur eine Kühlbox abliefern wollte. Zwei Leute, die nicht zusammenpassen, in einem Wagen: älteste Anordnung der Actionkomödie, und sie greift.
Meine Sorge aus dem August hat sich trotzdem zum Teil bestätigt. Wilson zieht Szenen in seine eigene Tonlage, und nicht jeder Witz sitzt an der Stelle, an der er der Spannung hilft. Lukas Hoffmann nennt Wilsons Auftritt bei kino-zeit sogar einen „völlig fehl am Platz“ wirkenden Comic Relief. So hart sehe ich es nicht. Die Chemie der beiden rettet mehr, als die Tonwechsel kaputt machen.
Ein Reacher-Film im Auto ist Runner übrigens nicht, dafür ist er zu albern. Wer Ritchsons Serienwelt mag, findet den ernsteren Stoff eher im Ableger Neagley.
35 bis 45 Millionen Dollar, und wo sind die hin?
Das Budget lag laut den bei Wikipedia gesammelten Angaben bei 35 bis 45 Millionen Dollar, gedreht wurde ab April 2025 in Australien. Das ist kein kleines Geld für eine Actionkomödie. Umso mehr ärgert mich, wie der Film aussieht: übersättigte Farben, und in den großen Verfolgungen kippt das Bild immer wieder ganz ins Digitale.
Real talk: CGI ist nicht das Problem, faules CGI ist das Problem. Wenn eine Verfolgung im Rechner entsteht und nicht im Licht der Szene sitzt, sehe ich das. Dazu kommt der Schnitt. In den Fahrszenen wird so schnell gewechselt, dass ich die Geografie verliere, also wer vorne fährt, wer aufholt und wie weit es noch ist. Die Kritik bei Treffpunkt Kritik (3 von 6 Punkten) beschreibt denselben Effekt: schnelle Schnitte und Rechnerbilder, die es schwer machen, sich auf die Action einzulassen.
Genau hier hatte ich mehr erwartet. Scott Waugh hat als Stuntman angefangen, sein Vater Fred Waugh war der Stuntman des Spider-Man aus der Fernsehserie der Siebziger. Von so jemandem erwarte ich Action als Raum und nicht als Schnittfolge. Davor hat Waugh unter anderem „Need for Speed“ und zuletzt The Expendables 4 gedreht. Runner ist unterhaltsam geworden, aber nicht aus dem Grund, auf den ich gewettet hatte.
Wie die Kritik Runner sieht
Meine 6,0 liegen ungefähr in der Mitte dessen, was die Kolleginnen und Kollegen vergeben. Bei Rotten Tomatoes sind 77 Prozent von 61 Kritiken positiv, im Schnitt 6,1 von 10, das Publikum dort liegt bei 89 Prozent. Der Kritikerkonsens lobt ausdrücklich die „winning chemistry“ der beiden Hauptdarsteller. Metacritic kommt aus 15 Kritiken nur auf 55 von 100.
In Deutschland ist Filmstarts am freundlichsten: Christoph Petersen vergibt 3,5 von 5 Sternen und überschreibt seine Kritik mit „Darauf haben actionbegeisterte Kinofans seit Jahren gewartet!“. Bei kino-zeit nennt Lukas Hoffmann den Film „durch und durch vorhersehbar“ und „sichtlich kosteneffizient produziert“, hatte aber trotzdem viel Spaß daran. Ich bleibe unter Filmstarts, weil mich die Rechnerbilder in den Verfolgungen mehr stören als ihn.
In den USA hat Runner rund 17 Millionen Dollar eingespielt und ist mit 6,5 Millionen auf Platz vier gestartet. Das Publikum in den Kinos gab bei CinemaScore ein A-, und das passt zu meinem Eindruck: Im Saal funktioniert der Film besser als beim Nachdenken danach.
Wer im Wagen sitzt
- Alan Ritchson als Hank Malone, Ex-Soldat, jetzt Kurier für heikle Fracht
- Owen Wilson spielt Ben, den medizinischen Kurier und unfreiwilligen Beifahrer
- Rodrigo Santoro als Damian, der Mann, der die Leber für den Schwarzmarkt will
- Leila George als Kate
- Adriana Barraza spielt Donna, Peta Sergeant ist Julie
- Scarlett Crabtree als Ellie Baker, das Mädchen, um das es eigentlich geht
Für wen sich Runner lohnt
Meine WatchGuide-Empfehlung zu Runner: ansehen, wenn ihr 97 Minuten laute Actionkomödie mit einem Duo wollt, das sich gut anschreit. Auslassen, wenn ihr wegen der Verfolgungsjagden ins Kino geht. Die Kartell-Gegner bleiben Schablonen, und die großen Fahrszenen sehen eher nach Rechner als nach Straße aus.
Mein Maßstab für australische Straßen bleibt Mad Max: Fury Road, und dagegen verliert Runner deutlich. Wer Autos lieber als Teamarbeit mit Witz sieht, ist bei The Italian Job besser aufgehoben. Weitere Maßstäbe stehen in unserer Liste der besten Actionfilme aller Zeiten.
Bewertung
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungDafür
- Ritchson und Wilson funktionieren als ungleiches Paar
- 97 Minuten ohne Leerlauf, passend zur Fahrt gegen die Uhr
- Ritchson macht die körperliche Arbeit glaubhaft
- Die Spenderleber als Fracht gibt der Jagd ein echtes Zeitlimit
Dagegen
- Schnelle Schnitte und Rechnerbilder kosten in den Verfolgungen die Übersicht
- Übersättigte Optik, die stellenweise ganz ins Digitale kippt
- Das Finale zieht sich und hält die eigene Uhr nicht
- Die Kartell-Gegner bleiben Schablonen
- Nicht jeder Witz von Wilson sitzt an der richtigen Stelle
Ritchson und Wilson fahren diesen Film ins Ziel. Die Kamera hätte ihnen öfter zusehen dürfen, statt in den Rechner zu schneiden.Aus der Wertung von CineTom
Wer streamt Runner?
Verfügbarkeit DEStand 30.09.2026: Runner ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 13,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Amazon).
Stand 30.09.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Trailer
▶ Mehr deutsche Kinotrailer auf unserem YouTube-Kanal: @watchguidenet abonnieren
Besetzung
FAQ zu Runner: Ritchson und Wilson tragen die Fahrt, die Rechnerbilder bremsen sie
Wann und wo läuft Runner in Deutschland?
Ist Runner für Jugendliche geeignet?
Worauf muss ich bei Bewertungen zu Runner achten?
Der Saal
Community, getrennt von der RedaktionSchon gesehen? Deine Sterne zählen nur im Saal, nie im Watcher-Score (so werten wir).
0 Kommentare