Poster zum Film Eternals (2021)

Eternals (2021)

🎬 Film 156 Min. Science FictionAction
⚡ Kurz gesagt

Eternals ist ein Film, den ich respektiere, ohne ihn vollständig zu lieben. Chloé Zhaos Mut, dem MCU neue Töne zu verleihen, verdient Anerkennung, auch wenn das Experiment nicht vollständig gelingt. Die visuellen Qualitäten sind außergewöhnlich, die thematische Tiefe beeindruckend, aber die strukturellen Probleme zu offensichtlich. Für MCU-Fans ein wichtiger, wenn auch sperriger Baustein, für Gelegenheitszuschauer eine Geduldsprobe. Ein interessanter Misserfolg ist manchmal wertvoller als ein langweiliger Erfolg. Watcher-Score 7,2/10.

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Wer streamt Eternals?

Verfügbarkeit DE

Stand 22.07.2026: Eternals läuft im Abo bei Disney+ – mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 3,99 €.

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 22.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

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Die Kritik

von Tribun
Als MCU-Veteran der ersten Stunde saß ich erwartungsvoll im Kino, als Chloé Zhaos „Eternals“ über die Leinwand flimmerte. Nach „Nomadland“ wollte die Oscar-Preisträgerin dem Marvel-Universum ihre poetische Handschrift aufdrücken – ein ambitioniertes Unterfangen, das mich neugierig machte. Würde die Indie-Darling den Superhelden-Kosmos neu erfinden? Spoiler: Es wurde kompliziert. Was als epische Meditation über Unsterblichkeit und Menschlichkeit beginnt, verliert sich leider in einem Labyrinth aus zu vielen Charakteren und philosophischen Grübeleien.

Quick Answer: Ist Eternals sehenswert?

Kurze Antwort: BEDINGT – Visuell atemberaubend und thematisch ambitioniert, aber zu überladen und langatmig für einen gelungenen Blockbuster.

Für wen geeignet: MCU-Komplettisten, Fans von Chloé Zhaos Stil, Liebhaber philosophischer Superhelden-Geschichten, Bewunderer praktischer Effekte.

Nicht geeignet für: Action-Liebhaber, Fans klassischer Marvel-Unterhaltung, Zuschauer ohne MCU-Vorerfahrung.

Mein Urteil: Ein faszinierender Fehlschlag, der zeigt, wie schwer es ist, Arthouse-Sensibilität mit Blockbuster-Anforderungen zu vereinen. Bewundernswert in seiner Ambition, frustrierend in der Umsetzung.

Worum geht es in Eternals?

Eternals erzählt die Geschichte unsterblicher Wesen, die seit Jahrtausenden die Menschheit vor monströsen Deviants beschützen, bis sie eine schockierende Wahrheit über ihre wahre Mission entdecken. Als sich herausstellt, dass ihr Auftrag die Vernichtung der Erde bedeuten würde, müssen sich die Eternals gegen ihre Schöpfer, die allmächtigen Celestials, stellen.

Ich erinnere mich noch gut an meine erste Reaktion im Kino: Diese Geschichte ist verdammt komplex! Anders als andere MCU-Filme springt Eternals zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her – von der Antike bis zur Gegenwart. Wir lernen zehn unsterbliche Superhelden kennen, die über 7.000 Jahre hinweg heimlich die Menschheit beschützt haben.

Sersi (Gemma Chan) lebt als Museumskuratorin in London, als plötzlich wieder Deviants auftauchen – was eigentlich unmöglich sein sollte. Gemeinsam mit Ikaris (Richard Madden) macht sie sich auf die Suche nach ihren längst zerstreuten Superhelden-Kollegen. Doch was sie dabei entdecken, stellt alles infrage: Ihre Anführerin Ajak (Salma Hayek) enthüllt, dass die Eternals nicht nur Beschützer sind, sondern auch Erntehelfer für einen kosmischen Kreislauf.

Die wahre Aufgabe? Ein Celestial namens Tiamut wächst im Erdkern heran und wird beim „Erwachen“ den Planeten zerstören. Die Eternals sollen diesen Prozess überwachen und ermöglichen. Plötzlich stehen unsere Helden vor einer unmöglichen Wahl: Gehorsam gegenüber ihren Schöpfern oder Verrat für die Menschheit.

Was mich als langjährigen Marvel-Fan besonders faszinierte: Zhao traut sich an philosophische Grundfragen heran. Was bedeutet es, unsterblich zu sein? Welche Verantwortung haben Götter gegenüber Sterblichen? Haben wir das Recht, über das Schicksal ganzer Spezies zu entscheiden?

Wie funktioniert Chloé Zhaos Regie bei Eternals?

Chloé Zhao versucht ihre charakteristische naturalistische Handschrift auf den Marvel-Kosmos zu übertragen, wobei sie epische Landschaftsaufnahmen und nachdenkliche Charaktermomente in den Vordergrund stellt. Das Ergebnis ist visuell beeindruckend, erzählerisch aber oft zu gemächlich für einen Superhelden-Film.

Nach „Nomadland“ war ich gespannt, wie die Oscar-Gewinnerin mit einem 200-Millionen-Dollar-Budget umgehen würde. Zhao bleibt sich teilweise treu: Sie nutzt echte Schauplätze statt Green Screen, lässt die Kamera lange bei emotionalen Momenten verweilen und setzt auf Golden Hour-Beleuchtung, wo andere Regisseure auf schnelle Schnitte setzen würden.

Ihre Stärke liegt eindeutig in den ruhigen, zwischenmenschlichen Szenen. Wenn Sersi und Ikaris am Strand spazieren oder wenn Phastos (Brian Tyree Henry) mit seiner Familie interagiert, spürt man Zhaos feinfühlige Handschrift. Diese Momente haben eine Poesie, die dem MCU oft fehlt.

Problematisch wird es bei den Action-Sequenzen. Zhao ist offensichtlich keine Action-Regisseurin, und das merkt man. Die Kämpfe wirken oft statisch, ihnen fehlt die Dynamik eines Russo Brothers-Films oder die visuelle Kreativität eines Taika Waititi. Besonders frustrierend: Die finale Schlacht fühlt sich mehr wie Pflichterfüllung an denn wie emotionaler Höhepunkt.

Ein weiteres Problem ist das Pacing. Zhao möchte sich Zeit nehmen für Charakterentwicklung – grundsätzlich lobenswert. Aber bei zehn Hauptcharakteren wird daraus ein marathonähnliches 157-Minuten-Epos, das selbst mich als Marvel-Fan zeitweise ermüdet hat.

Trotzdem: Ihr Mut, dem MCU eine andere Tonalität zu verleihen, verdient Respekt. Eternals fühlt sich anders an als jeder andere Marvel-Film – ob das gut oder schlecht ist, hängt von den eigenen Erwartungen ab.

Wie schlägt sich die Besetzung in Eternals?

Das Ensemble von Eternals liefert durchwachsene Leistungen ab, wobei einige Darsteller wie Brian Tyree Henry und Barry Keoghan herausstechen, während andere in der Masse der Charaktere untergehen. Die schiere Anzahl der Protagonisten macht es unmöglich, allen gerecht zu werden.

Gemma Chan als Sersi ist eine interessante Hauptfigur-Wahl. Sie spielt die Rolle mit zurückhaltender Würde, aber manchmal hätte ich mir mehr Leidenschaft gewünscht. Chan ist eine solide Schauspielerin, aber ihr fehlt das Charisma eines Robert Downey Jr. oder Chris Evans, um ein ganzes Franchise zu tragen.

Richard Madden nutzt seine „Game of Thrones“-Erfahrung als Ikaris optimal. Er verkörpert die Zerrissenheit zwischen Pflicht und Liebe glaubwürdig, auch wenn seine finale Entscheidung emotional nicht ganz überzeugt. Die Chemie zwischen ihm und Chan funktioniert in den ruhigeren Momenten gut.

Mein persönlicher Favorit ist Brian Tyree Henry als Phastos. Er bringt Witz und Menschlichkeit in die Rolle des Erfinder-Eternals, und seine Szenen mit seiner Familie gehören zu den bewegendsten des Films. Henry schafft es, in wenigen Minuten mehr Persönlichkeit zu zeigen als manche andere in ganzen Filmen.

Barry Keoghan ist faszinierend als Druig, der düstere Gedankenkontrolleur. Er verleiht der Figur eine unheimliche Präsenz, die im Gedächtnis bleibt. Kumail Nanjiani überrascht als Kingo – seine Bollywood-Einlagen sind herrlich absurd und bringen willkommene Leichtigkeit in den oft schwermütigen Film.

Angelina Jolie als Thena ist optisch beeindruckend, aber ihre Figur leidet unter zu wenig Entwicklung. Das Gleiche gilt leider für Lauren Ridloff als Makkari – die erste gehörlose Superheldin im MCU verdient hätte mehr Bildschirmzeit verdient.

Salma Hayek macht als Ajak das Beste aus ihrer begrenzten Rolle, während Don Lee als Gilgamesh pure Sympathie ausstrahlt. Kit Harington hat als Dane Whitman wenig zu tun außer verwirrt zu schauen – aber sein Post-Credits-Auftritt verspricht Interessantes für die Zukunft.

Wie sehen Kamera und Bildsprache in Eternals aus?

Eternals ist visuell einer der schönsten Marvel-Filme, mit atemberaubenden Naturaufnahmen und praktischen Effekten, die dem CGI-lastigen MCU eine erdige Authentizität verleihen. Kameramann Ben Davis erschafft gemeinsam mit Zhao poetische Bilder, die lange im Gedächtnis bleiben.

Was für ein visueller Genuss! Nach Jahren von Green Screen-Schlachten in Studios war es erfrischend, echte Schauplätze zu sehen. Die Eternals-Palast-Szenen wurden tatsächlich in den Kanarischen Inseln gedreht, die Babylon-Sequenzen in Spanien, und man sieht den Unterschied sofort.

Besonders beeindruckend sind die Golden Hour-Aufnahmen, die zu Zhaos Markenzeichen geworden sind. Wenn Sersi am Strand steht oder die Eternals sich in der Wüste versammeln, entstehen Bilder von fast dokumentarischer Schönheit. Das unterscheidet sich wohltuend vom typischen Marvel-Look.

Die Kostüme verdienen besondere Erwähnung. Jeder Eternal hat sein eigenes Design, das Persönlichkeit und Kräfte reflektiert. Besonders Thenas goldene Rüstung und Ikarisʼ schlichter, aber eleganter Anzug bleiben im Gedächtnis.

Auch die Celestials sind visuell spektakulär. Diese kilometerhohen, kosmischen Wesen haben eine Präsenz, die ehrfurchtgebietend wirkt. Wenn Arishem am Ende des Films erscheint, spürte ich trotz aller Filmerfahrung noch dieses kindliche Staunen.

Weniger gelungen sind manche Action-Szenen. Die Deviant-Kämpfe wirken gelegentlich zu dunkel und unübersichtlich. Hier hätte mehr Farbe und Kontrast geholfen. Auch die finale Schlacht gegen Tiamut ist zwar spektakulär, aber emotional distanziert.

Ein kleiner Kritikpunkt: Manche CGI-Momente fallen auf. Besonders bei Ikarisʼ Flugszenen merkt man die digitale Nachbearbeitung. Nach so vielen Jahren MCU-Erfahrung hätte ich mir hier mehr Perfektion gewünscht.

Wie funktioniert die Musik in Eternals?

Ramin Djawadis Filmmusik für Eternals ist episch und emotional, mit einem orchestralen Score, der die kosmischen Dimensionen der Geschichte unterstreicht. Seine Kompositionen verleihen dem Film eine zeitlose, mythische Qualität, auch wenn sie gelegentlich zu aufdringlich wirken.

Als „Game of Thrones“-Fan kenne ich Djawadis Arbeit natürlich bestens. Sein Eternals-Score ist deutlich anders – weniger düster, mehr hoffnungsvoll und spirituell. Die Hauptthemen sind wunderschön orchestriert und bleiben nach dem Kinobesuch im Ohr.

Besonders gelungen ist das Thema für die Eternals selbst – eine majestätische Melodie, die ihre göttliche Natur reflektiert. Wenn sie zum ersten Mal gemeinsam auf der Leinwand erscheinen, verstärkt die Musik das Gefühl von Ehrfurcht und Staunen.

Djawadi nutzt auch interessante kulturelle Einflüsse. Für die Babylon-Szenen hört man nahöstliche Instrumente, während die indischen Sequenzen entsprechende musikalische Farbtupfer bekommen. Das verleiht dem Film eine globale Authentizität.

Problematisch wird die Musik manchmal bei emotionalen Szenen. Djawadi neigt dazu, die Gefühle zu dick aufzutragen, besonders bei Ikaris und Sersis Liebesgeschichte. Hier hätte weniger mehr gewesen – Zhao hätte ihrem Komponisten etwas zurückhaltendere Akzente verordnen können.

Die Action-Musik funktioniert dagegen sehr gut. Die Deviant-Kämpfe bekommen durch treibende Rhythmen und dissonante Akkorde eine echte Bedrohlichkeit. Und Tiamuts Erwachen wird von apokalyptischen Klängen begleitet, die die Dimension der Gefahr verdeutlichen.

Was sind die Stärken von Eternals?

Eternals punktet mit seiner visuellen Pracht, thematischen Tiefe und dem Mut, dem MCU neue Töne zu verleihen. Die praktischen Drehorte, philosophischen Fragen und die Diversität des Casts machen den Film zu einem interessanten Experiment innerhalb des Marvel-Universums.

Die größte Stärke liegt in Zhaos visuellem Ansatz. Endlich ein Marvel-Film, der nicht vollständig in Studios entstanden ist! Die echten Schauplätze verleihen Eternals eine Authentizität, die dem MCU oft fehlt. Wenn ich an die Strandszenen oder Wüstenaufnahmen denke, fühle ich mich an die besten Momente von „Lawrence von Arabien“ erinnert.

Thematisch ist Eternals der erwachsenste Marvel-Film seit Jahren. Die Fragen nach Verantwortung, Sterblichkeit und dem Wert des Lebens sind komplex und vielschichtig. Zhao traut ihrem Publikum zu, über Gut und Böse hinauszudenken – das ist mutig in einem Genre, das oft auf einfache Antworten setzt.

Die Diversität des Casts verdient Lob. Mit Lauren Ridloff haben wir die erste gehörlose MCU-Heldin, Brian Tyree Henry spielt den ersten offen schwulen Superhelden des MCU, und das internationale Ensemble reflektiert die globale Natur der Geschichte. Das fühlt sich natürlich an, nicht aufgesetzt.

Auch einzelne Charaktermomente funktionieren hervorragend. Phastos‘ Enttäuschung über die menschliche Gewalt, Druigs Zynismus oder Sprites Sehnsucht nach einem echten Leben – das sind bewegende, menschliche Momente in einem kosmischen Epos.

Die Mythologie ist faszinierend. Die Celestials, die kosmischen Zyklen, die wahre Geschichte der Menschheit – Eternals erweitert das MCU um Dimensionen, die über Straßenkriminalität oder intergalaktische Kriege hinausgehen. Das öffnet Türen für zukünftige Geschichten.

Was sind die Schwächen von Eternals?

Eternals krankt an Überambition und strukturellen Problemen: Zu viele Charaktere, zu komplexe Mythologie und ein zu langsames Tempo machen aus dem interessanten Experiment einen frustrierenden Kinoabend. Die Balance zwischen Arthouse-Ambitionen und Blockbuster-Anforderungen gelingt nicht überzeugend.

Das Hauptproblem ist die schiere Anzahl der Charaktere. Zehn Protagonisten in einem Film unterzubringen, ist extrem schwierig – selbst für erfahrene Blockbuster-Regisseure. Zhao schafft es nicht, allen gerecht zu werden. Makkari, Ajak und Gilgamesh fühlen sich wie verschenkte Möglichkeiten an.

Das Pacing ist ein weiteres großes Problem. 157 Minuten sind für einen Superhelden-Film sehr lang, und Eternals fühlt sich noch länger an. Die ständigen Zeitsprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart unterbrechen den Fluss, anstatt ihn zu verstärken. Ich ertappte mich mehrmals dabei, auf die Uhr zu schauen.

Die Action-Sequenzen sind enttäuschend. Zhao ist offensichtlich keine Action-Regisseurin, und das merkt man schmerzhaft. Die Kämpfe wirken oft statisch und emotionslos. Nach den kinodynamischen Schlachten der Russo Brothers fühlen sich die Eternals-Fights wie ein Rückschritt an.

Die Mythologie ist zwar interessant, aber zu komplex für den durchschnittlichen Kinobesucher. Celestials, Deviants, kosmische Zyklen, die wahre Geschichte der Menschheit – das ist viel Information in kurzer Zeit. Ohne Comic-Vorwissen dürften viele Zuschauer überfordert sein.

Auch emotional erreicht der Film nicht immer sein Ziel. Die Liebesgeschichte zwischen Sersi und Ikaris soll das emotionale Herz bilden, aber die Chemie zwischen den Darstellern ist zu schwach. Ikaris‘ finale Entscheidung wirkt mehr konstruiert als organisch.

Ein letzter Punkt: Der Humor fehlt fast vollständig. Kingoʼs Bollywood-Einlagen sind herrlich, aber ansonsten ist Eternals erstaunlich humorlos. Das unterscheidet ihn negativ von anderen MCU-Filmen, die Ernst und Leichtigkeit besser balancieren.

Für wen ist Eternals geeignet?

Eternals richtet sich an MCU-Fans, die bereit sind, Geduld und Offenheit für experimentelles Superhelden-Kino mitzubringen. Der Film eignet sich besonders für Liebhaber visueller Opulenz und philosophischer Fragestellungen, weniger für Action-Enthusiasten oder Marvel-Einsteiger.

MCU-Komplettisten werden Eternals trotz seiner Schwächen schätzen. Die Erweiterung der Mythologie und die Verbindungen zu zukünftigen Filmen machen ihn zu einem wichtigen Baustein im größeren Marvel-Puzzle. Wer die kosmische Seite des MCU mag – Guardians, Thor: Ragnarok, Captain Marvel – findet hier verwandte Themen.

Fans von Chloé Zhaos bisheriger Arbeit sollten ebenfalls zugreifen. Auch wenn Eternals nicht die Perfektion von „Nomadland“ erreicht, erkennt man überall ihre Handschrift. Die Naturaufnahmen, die nachdenklichen Charaktermomente, die Fragen nach Zugehörigkeit und Identität – das ist klassische Zhao-Territory.

Kinogänger, die visuell anspruchsvolle Filme schätzen, kommen auf ihre Kosten. Die Bilder von Eternals sind teilweise atemberaubend und rechtfertigen allein den Kinobesuch. Wer Filme wie „Blade Runner 2049“ oder „Dune“ mochte, wird auch hier fündig.

Für Familien mit älteren Kindern (ab 12) ist der Film durchaus geeignet. Die Themen sind komplex, aber nicht verstörend, und die Gewalt hält sich in Grenzen. Allerdings sollten Eltern die lange Laufzeit bedenken – jüngere Kinder könnten sich langweilen.

Weniger geeignet ist Eternals für Action-Liebhaber, die explosionsreiche Unterhaltung suchen. Wer nach „Avengers: Endgame“ ähnliche Spektakel erwartet, wird enttäuscht. Auch Marvel-Einsteiger sollten lieber mit anderen MCU-Filmen beginnen – die Komplexität der Mythologie kann überfordernd wirken.

Fans klassischer Superhelden-Geschichten könnten ebenfalls frustriert sein. Eternals ist kein typischer „Held besiegt Bösewicht“-Film, sondern eine philosophische Meditation über Macht und Verantwortung. Das ist nicht jedermanns Sache.

Wer spielt in Eternals mit?

Gemma Chan als Sersi – Eine Eternal mit der Fähigkeit, Materie zu manipulieren

Richard Madden als Ikaris – Der mächtigste Eternal mit Laser-Augen und Flugfähigkeit

Kumail Nanjiani als Kingo – Ein Eternal, der Energiegeschosse aus seinen Händen schießt

Lia McHugh als Sprite – Eine ewig junge Eternal mit Illusionskräften

Brian Tyree Henry als Phastos – Der Erfinder-Eternal, der Technologie erschafft

Lauren Ridloff als Makkari – Die schnellste Frau im Universum, gehörlos

Barry Keoghan als Druig – Ein Eternal mit Gedankenkontrolle

Don Lee als Gilgamesh – Der stärkste Eternal im Kampf

Salma Hayek als Ajak – Die Anführerin der Eternals

Angelina Jolie als Thena – Eine Kriegerin-Eternal, die unter Mahd Wy’ry leidet

Kit Harington als Dane Whitman – Sersis menschlicher Freund

Harish Patel als Karun – Kingos Manager und Filmemacher

Fazit: Lohnt sich Eternals?

Nach mehreren Monaten Bedenkzeit bin ich zu einem versöhnlichen Urteil gekommen: Eternals ist ein faszinierendes Experiment, das mehr Mut als Erfolg aufweist. Chloé Zhao wollte dem MCU etwas Neues geben – eine poetische, nachdenkliche Meditation über Unsterblichkeit und Verantwortung. In vielen Aspekten ist ihr das gelungen.

Die visuellen Qualitäten sind unbestreitbar. Selten sah ein Marvel-Film so schön aus, selten wirkten die Schauplätze so authentisch. Die philosophischen Fragen sind komplex und relevant, die Diversität des Casts vorbildlich. Als Erweiterung der MCU-Mythologie leistet der Film wichtige Vorarbeit für zukünftige Projekte.

Gleichzeitig kann ich die Kritik verstehen. 157 Minuten sind lang, die Charakterfülle überwältigend, die Action-Sequenzen schwach. Zhao ist eine begnadete Indie-Regisseurin, aber Blockbuster-Spektakel liegt ihr nicht. Das spürt man in jeder Kampfszene.

Für mich bleibt Eternals ein respektabler Fehlschlag – ein Film, der zu viel wollte und dabei das Wesentliche aus den Augen verlor. Aber ich schaue lieber einen übermotivierten Film als einen belanglosen. In einer Kinowelt voller austauschbarer Blockbuster verdient Ambition Anerkennung, auch wenn sie scheitert.

Wer Geduld und Offenheit mitbringt, wird in Eternals viel Schönes entdecken. Wer schnelle Unterhaltung sucht, sollte zu anderen Marvel-Filmen greifen. So einfach ist es – und so kompliziert zugleich. 7.2/10 Punkte.

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Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

Ein visuell atemberaubendes Experiment, das an seinen eigenen Ambitionen scheitert - Eternals ist faszinierender Fehlschlag und mutiger Neuanfang zugleich.— aus der Wertung von Tribun
Eternals ist ein Film, den ich respektiere, ohne ihn vollständig zu lieben. Chloé Zhaos Mut, dem MCU neue Töne zu verleihen, verdient Anerkennung, auch wenn das Experiment nicht vollständig gelingt. Die visuellen Qualitäten sind außergewöhnlich, die thematische Tiefe beeindruckend, aber die strukturellen Probleme zu offensichtlich. Für MCU-Fans ein wichtiger, wenn auch sperriger Baustein, für Gelegenheitszuschauer eine Geduldsprobe. Ein interessanter Misserfolg ist manchmal wertvoller als ein langweiliger Erfolg.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu Eternals

Wo kann ich Eternals streamen?

Eternals läuft aktuell im Abo bei Disney+; zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, maxdome, MagentaTV, Videoload und freenet Video. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Wie lange dauert Eternals?

Eternals hat eine Laufzeit von rund 156 Minuten (2 Stunden und 36 Minuten).

Lohnt sich Eternals?

Unsere Redaktion vergibt Eternals einen Watcher-Score von 7,2 von 10. Eternals ist ein Film, den ich respektiere, ohne ihn vollständig zu lieben. Chloé Zhaos Mut, dem MCU neue Töne zu verleihen, verdient Anerkennung, auch wenn das Experiment nicht vollständig gelingt. Die visuellen Qualitäten sind außergewöhnlich, die thematische Tiefe beeindruckend, aber die strukturellen Probleme zu offensichtlich. Für MCU-Fans ein wichtiger, wenn auch sperriger Baustein, für Gelegenheitszuschauer eine Geduldsprobe. Ein interessanter Misserfolg ist manchmal wertvoller als ein langweiliger Erfolg.

Für wen ist Eternals geeignet?

Eternals ist vor allem etwas für Science Fiction und Action-Fans und alle, die solide Genre-Unterhaltung suchen.

Worum geht es in Eternals?

Die Eternals sind ein Team aus uralten Außerirdischen, die seit Tausenden von Jahren im Verborgenen auf der Erde gelebt haben.

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Trailer

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Besetzung

Gemma ChanSersi
Richard MaddenIkaris
Angelina JolieThena
Salma Hayek PinaultAjak
Kumail NanjianiKingo
Lia McHughSprite
Brian Tyree HenryPhastos
Lauren RidloffMakkari
Barry KeoghanDruig
Ma Dong-seokGilgamesh

FAQ zu Eternals

Wo waren die Eternals während der bisherigen MCU-Ereignisse?
Die Eternals durften nur gegen Deviants eingreifen, nicht bei menschlichen Konflikten. Thanos war ein abtrünniger Eternal, aber seine Pläne bedrohten nicht die Celestial-Mission, weshalb sie nicht eingriffen. Ihre Nichteinmischung war Teil ihres Auftrags.
Ist Eternals Teil der MCU Phase 4?
Ja, Eternals ist der dritte Film der MCU Phase 4 nach "Black Widow" und "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings". Der Film erweitert die kosmische Mythologie des Marvel Cinematic Universe erheblich und führt neue Charaktere für zukünftige Projekte ein.
Gibt es eine Fortsetzung von Eternals?
Eine direkte Fortsetzung wurde bisher nicht offiziell angekündigt. Die Charaktere werden aber voraussichtlich in anderen MCU-Projekten auftauchen. Besonders Dane Whitmans Entwicklung zum Black Knight und die kosmischen Mysterien bieten Material für zukünftige Filme.
Wie hängt Eternals mit anderen Marvel-Filmen zusammen?
Eternals erklärt die wahre Geschichte der Menschheit neu und führt die Celestials als wichtige kosmische Macht ein. Die Ereignisse haben Auswirkungen auf das gesamte MCU und werden in zukünftigen Filmen relevant sein. Thanos wird als abtrünniger Eternal enthüllt.
Warum ist Eternals so umstritten unter Marvel-Fans?
Der Film polarisiert wegen seiner langsamen Erzählweise, der komplexen Mythologie und der philosophischen Themen. Manche schätzen Chloé Zhaos künstlerischen Ansatz, andere vermissen klassische Superhelden-Action. Die Länge und Charakterfülle überfordern einige Zuschauer.
Ist Eternals für Marvel-Einsteiger geeignet?
Nur bedingt. Der Film funktioniert als eigenständige Geschichte, aber die komplexe Mythologie und MCU-Bezüge können ohne Vorerfahrung verwirrend sein. Einsteiger sollten besser mit zugänglicheren Marvel-Filmen wie "Iron Man" oder "Spider-Man" beginnen.
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1 Kommentar

Tribun
Tribun AUTOR

Ok habe ihn mir jetzt auch angeschaut. Puh schwierig. Ich finde die Story teilweise sehr verwirrend und viel durcheinander. Generell mag ich keine Flashbags bzw. Rückblenden, aber in dem Fall half es die Hintergründe besser zu verstehen. Was mich sehr störte, waren die Schauspieler. Für einen Marvel Film fand ich jetzt den Cast sehr mittelmäßig. Da kann auch Angelina Jolie nicht viel machen. Selma Hayek für mich total fehlbesetzt. Einzig der Irakus war ganz gut.
Witziger Nebenfakt: Game of Thrones Robb Stark und dessen „Halbbruder“ (was sich ja später anders herausstellt)“ im gleichen Film…das war schon witzig. Nur schade, dass Kit hier noch so eine kleine Nebenrolle hatte.
Ich glaube auch nicht, dass eine Fortsetzung kommt, obwohl der Schluss sich das offen hält und man daran anknüpfen könnte.

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