Wer streamt Passenger?
Verfügbarkeit DEStand 28.07.2026: Passenger ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 15,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 28.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Die Kritik
von NordNoirAm 21. Mai 2026 kommt ein Horrorfilm ins Kino, bei dem schon der Titel reicht um mir ein ungutes Gefühl zu geben.
Passenger. 94 Minuten. André Øvredal führt Regie. Der Mann der Trollhunter gemacht hat und Scary Stories to Tell in the Dark und zuletzt The Last Voyage of the Demeter, diese Dracula-auf-dem-Schiff-Geschichte die besser war als sie hätte sein müssen. Und jetzt das hier. Ein Horrorfilm der irgendwas mit einer Autofahrt zu tun hat und bei dem selbst die TMDB-Beschreibung schweigt, als hätte sie Angst etwas zu verraten.
Øvredal. Der Norweger der Dread versteht.
Ich muss kurz über André Øvredal reden, denn der Mann hat eine Filmografie die wie ein Buffet für Horrorfreunde aussieht, und ich sage das als jemand die seit der Facehugger-Szene in Alien süchtig nach diesem Gefühl ist. Trollhunter war 2010, Found Footage aus Norwegen, und es hätte so furchtbar werden können – ein Film über einen Kerl der Trolle jagt, gedreht mit Wackelkamera – aber Øvredal hat daraus etwas gemacht das gleichzeitig lustig und unheimlich und irgendwie majestätisch war, und die Trolle in der norwegischen Dunkelheit, im Nebel, mit diesen riesigen Silhouetten am Horizont, das hat sich angefühlt wie ein Kindheitsalbtraum der real wird.
Scary Stories to Tell in the Dark war solides Popcorn-Horror-Handwerk, Guillermo del Toro als Produzent hat man gemerkt, und The Last Voyage of the Demeter hat er aus einem einzelnen Kapitel von Bram Stokers Dracula einen ganzen Film gebaut, auf einem Schiff, nachts, mit einem Vampir der die Besatzung dezimiert. Stefan meinte dazu nur: handwerklich sauber. Ich meinte: Gänsehaut ab Minute zwanzig.
94 Minuten. Das ist gut.
Horrorfilme haben ein Längenproblem, und ich sage das als jemand die dreistündige Slow Burns verteidigt wenn sie gut sind, aber die meisten sind es nicht. 94 Minuten heißt: Øvredal weiß dass er nicht rumsitzen kann. Da muss von der ersten Szene an etwas passieren oder zumindest etwas lauern, und ein Film der Passenger heißt und 94 Minuten dauert klingt nach etwas das dich in ein Auto setzt und erst wieder rauslässt wenn es zu spät ist.
Die besten Horrorfilme der letzten Jahre waren knapp. Get Out: 104 Minuten. A Quiet Place: 90 Minuten. Talk to Me: 95 Minuten. Es gibt einen sweet spot für Horror und der liegt irgendwo unter 100 Minuten, weil Dread sich nicht über zweieinhalb Stunden halten lässt ohne zu ermüden – und Øvredal scheint das verstanden zu haben.
Jacob Scipio und Melissa Leo. Die ich fast nicht erkannt hätte.
Jacob Scipio als Tyler kenne ich vor allem aus Bad Boys: Ride or Die und Transformers: Rise of the Beasts, also Action-Blockbuster, und es ist interessant dass er jetzt in einen Horrorfilm geht, denn das bedeutet entweder dass er seine Bandbreite zeigen will oder dass Øvredal jemanden wollte der physisch präsent ist und das ist bei Horror ein gutes Zeichen weil es oft bedeutet dass die Bedrohung auch physisch wird.
Melissa Leo dagegen – Oscar-Gewinnerin, The Fighter, Frozen River – die Frau kann Angst spielen und sie kann Verzweiflung spielen und beides braucht man in einem Film der so heißt wie dieser.
Lou Llobell als Maddie kenne ich aus Foundation, der Apple-Serie, und da hat sie bewiesen dass sie Science-Fiction-Ernst kann, und der Sprung von SciFi zu Horror ist kürzer als man denkt.
Worüber niemand redet. Absichtlich.
Es gibt keine Synopsis. Keine offizielle Zusammenfassung. Nur den Titel, die Besetzung und André Øvredals Namen. Das ist entweder Marketing-Strategie – je weniger du weißt desto mehr fürchtest du dich – oder es ist so früh in der Kampagne dass schlicht noch nichts kommuniziert wurde. Ich neige zu ersterem, denn Øvredal hat bei Trollhunter schon bewiesen dass er versteht wie man Neugier erzeugt, und ein Horrorfilm ohne Synopsis ist wie eine geschlossene Tür in einem dunklen Flur: Du willst sie nicht öffnen, aber du wirst es trotzdem tun.
Der Titel allein gibt genug her. Passenger. Ein Mitfahrer. Jemand der da ist der nicht da sein sollte. Oder jemand der da war und plötzlich nicht mehr da ist. Oder jemand der nie wirklich dort war. Jede Variante funktioniert als Horrorprämisse und ich wette mit Anke-typischem Optimismus dass es die verstörendste der drei sein wird.
Joseph Lopez als The Passenger
In der Besetzungsliste steht ein Name der mich mehr interessiert als alle anderen zusammen: Joseph Lopez als The Passenger. Nicht als eine Figur die einen normalen Namen hat, sondern als THE Passenger. Großgeschrieben. Bestimmt. Eine Entität. Und wenn das Ding auch nur halb so atmosphärisch wird wie Øvredals Trolle im norwegischen Nebel, dann – det var godt, wie mein Vater sagen würde.
Wer im Auto sitzt
- Jacob Scipio als Tyler – vom Bad Boys-Franchise in die Dunkelheit, mal sehen was er daraus macht
- Lou Llobell als Maddie (Foundation-Zuschauer kennen sie, der Rest wird sie kennenlernen)
- Melissa Leo als Diana — Oscar-Gewinnerin. Allein ihr Name auf dem Poster ist ein Qualitätsversprechen.
- Joseph Lopez als The Passenger. Ja, so heißt die Rolle. Ich hab Gänsehaut.
- Tony Doupe als Preacher
- Bonni Dichone als Diner Waitress
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von NordNoir — eine Person, ein begründetes Urteil.
Dafür
- André Øvredal als Regisseur
- 94 Minuten perfekte Horror-Länge
- Melissa Leo im Cast
- Kein Plot-Leak bisher
Dagegen
- Keine Synopsis kann auch Marketingtrick sein
- Jacob Scipio muss beweisen dass er Horror kann
- Noch kein Trailer
Trailer
Besetzung
FAQ zu Passenger: André Øvredal will mir in 94 Minuten das Autofahren vermiesen
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