Passenger hat eine Szene, für die ich ihn fast mögen könnte: Ein Beamer steht im dunklen Wald, und riesig schweben die Gesichter von Audrey Hepburn und Gregory Peck durch die Nacht. Da versteht André Øvredal, was Licht im Bild anrichten kann. Der Rest ist ein Roadmovie, das seine Bedrohung erklärt und jede aufgebaute Spannung mit einem lauten Schreck entlädt. Meine WatchGuide-Wertung: 4,4 von 10.
Seit dem 28. Mai 2026 im Kino, 94 Minuten, FSK 16. In Deutschland bringt Sony Pictures den Paramount-Film ins Kino. Regie André Øvredal, das Drehbuch schrieben Zachary Donohue und T. W. Burgess, produziert haben unter anderem Walter Hamada und Gary Dauberman. Inzwischen ist der Film auch digital zu haben.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionWorum es geht
Tyler (Jacob Scipio) und Maddie (Lou Llobell) sind verlobt und leben seit ein paar Wochen im Wohnmobil auf der Straße. Dann werden sie Zeugen eines Unfalls, bei dem ein Mensch stirbt, und kurz darauf finden sie Kratzspuren am eigenen Wagen. Etwas fährt mit. Melissa Leo spielt Diana, die den beiden erklärt, womit sie es zu tun haben. Mehr muss man vorher nicht wissen, und mehr verrate ich nicht.
Wo Øvredal es kann
Die Beamer-Szene ist der Grund, warum ich nicht tiefer gehe. Ein zweckentfremdeter Projektor mit Großaufnahmen aus dem alten Hollywood wird zur Lichtquelle zwischen den Bäumen. Man weiß nicht, wohin man schauen soll, auf die Gesichter oder in das Dunkel dahinter. Michael Bendix hebt sie bei Filmstarts hervor, der filmdienst nennt sie eine beeindruckende Waldszene. Beide haben recht.
Auch ein Gang über einen nächtlichen Parkplatz sitzt, weil die Kamera die Orientierung verweigert. Øvredal hat das schon in Trollhunter gezeigt: Er weiß, dass Dunkelheit am Bildrand mehr Angst macht als alles, was in der Mitte steht.
Wo der Film es sich zu leicht macht
Zwei Dinge verzeihe ich einem Horrorfilm nicht. Das erste ist der laute Schreck an der Stelle, an der gerade ein Aufbau stand. Passenger macht genau das, immer wieder. Eine Szene zieht sich schön langsam zusammen, und dann knallt es, begleitet von Musik, die mir vorschreibt, jetzt zu erschrecken. Bendix spricht von Jumpscares der eher generischen Sorte. Nach dem dritten weiß man, wann der nächste kommt.
Das zweite ist die Erklärung. Sobald Melissa Leos Diana das Regelwerk des Fluchs auseinanderlegt, hat die Bedrohung eine Gebrauchsanweisung. Ab da ist das Ding am Straßenrand kein Unbehagen mehr, sondern ein Problem, das man lösen kann. Filmstarts nennt diese Passagen länglich, ich nenne sie den Moment, in dem der Film sein Monster verliert.
Tyler und Maddie helfen nicht. Beide bleiben glatt und funktional, wie es der filmdienst formuliert. Man fürchtet um das Wohnmobil mehr als um die beiden.
Was die Kritik sagt
Das Echo ist gemischt bis schwach. Rotten Tomatoes zählt 45 Prozent positive Stimmen aus 96 Kritiken, der Konsens spricht von einer stilvollen Fahrt, die von Klischees ausgebremst wird. Das Publikum liegt dort bei 54 Prozent. Metacritic weist 52 von 100 bei 14 Kritiken aus. Filmstarts vergibt zweieinhalb von fünf Sternen und nennt Passenger den inoffiziellen fünften Jeepers-Creepers-Film, der filmdienst lobt die atmosphärischen Schauerszenen und findet den Film tonal zu brüchig.
Meine 4,4 liegt knapp unter diesem Schnitt. Das liegt an meinem Maßstab: Ein Film, der Stille aufbaut und sie dann mit Lärm auflöst, verliert bei mir mehr als bei den meisten.
Für wen sich Passenger lohnt
Für alle, die Schreckmomente im Kino mögen und nach 94 Minuten wieder draußen sein wollen. Wer Øvredal in Bestform sehen will, schaut Trollhunter. Wer Horror sucht, der sein Grauen nicht erklärt, ist bei Hereditary besser aufgehoben, und wer den Fluch als Horrorprinzip mag, bei Smile. Mehr sammelt unsere Horror-Übersicht.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Die Beamer-Szene im Wald mit Licht als einziger Orientierung
- Ein nächtlicher Parkplatz, auf dem die Kamera die Orientierung verweigert
- Kompakte 94 Minuten
Dagegen
- Aufgebaute Spannung endet fast immer im generischen Jumpscare
- Die Musik gibt den Schreck vor, statt ihn wachsen zu lassen
- Die Erklärung des Fluchs nimmt der Bedrohung ihr Unheimliches
- Tyler und Maddie bleiben blasse Funktionsfiguren
Ein Beamer im dunklen Wald, riesige Gesichter zwischen den Bäumen. Für diese eine Minute weiß Passenger, was Licht kann. Danach knallt es nur noch.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Passenger?
Verfügbarkeit DEStand 18.10.2026: Passenger ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 4,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Stand 18.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- TylerJacob Scipio
- MaddieLou Llobell
- DianaMelissa Leo
- The PassengerJoseph Lopez
- PreacherTony Doupe


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