Neues vom Hexer (1965) – Review: Edgar-Wallace-Krimi mit Klaus Kinski
Lohnt sich Neues vom Hexer?
Neues vom Hexer ist ein solider Edgar-Wallace-Krimi der deutschen 1960er-Jahre-Reihe. Der Film bietet typische Genre-Elemente – mysteriöse Morde, verschlungene Plots, atmosphärische Schwarzweiß-Bilder. Klaus Kinski liefert eine markante Nebenrolle. Für Fans der Rialto-Wallace-Filme empfehlenswert. 7/10 Punkte.
Neues vom Hexer ist ein deutscher Kriminalfilm aus 1965, der auf Edgar Wallace basiert. Unter der Regie von Alfred Vohrer und produziert von Horst Wendlandt für Rialto Film, ist der Film Teil der erfolgreichen deutschen Wallace-Filmreihe der 1960er-Jahre.
Was ist Neues vom Hexer?
Neues vom Hexer (auch bekannt als „Again the Ringer“ oder „The Ringer Returns“) ist ein Kriminalfilm aus 1965 unter der Regie von Alfred Vohrer. Der Film folgt Inspector James W. Wesby bei der Aufklärung einer Mordserie, die mit dem mysteriösen „Hexer“ in Verbindung steht. Als typischer Edgar-Wallace-Film der Rialto-Produktion kombiniert er Mystery-Elemente mit atmosphärischer Schwarzweiß-Inszenierung.
Originaltitel: Neues vom Hexer
Alternativtitel: Again the Ringer, The Ringer Returns
Jahr: 1965
Regie: Alfred Vohrer
Drehbuch: Herbert Reinecker
Hauptdarsteller: Heinz Drache, Barbara Rütting, Margot Trooger, Siegfried Schürenberg, Klaus Kinski
Genre: Krimi, Mystery
Laufzeit: 95 Minuten
Land: West-Deutschland
Sprache: Deutsch
Produktion: Rialto Film
Verleih: Constantin Film
Veröffentlichung: 4. Juni 1965
Worum geht es in Neues vom Hexer?
Der mysteriöse „Hexer“ – Arthur Milton – reist nach London, um sich vom Verdacht eines Mordes zu befreien. Doch kaum angekommen, häufen sich die Leichen. Lord Curtain und Lady Curtain werden ermordet, weitere Morde folgen.
Inspector James W. Wesby von Scotland Yard ermittelt in dem komplexen Fall. Der Hexer selbst arbeitet mit Wesby zusammen, um seine Unschuld zu beweisen und den wahren Mörder zu finden. Verdächtige gibt es viele: die mysteriöse Margie Fielding, die kühle Cora Ann Milton, der zwielichtige Edwards und weitere dubiose Gestalten.
Der Film folgt dem typischen Muster der Edgar-Wallace-Filme: verschachtelte Handlung mit mehreren Verdächtigen, überraschende Wendungen und die Auflösung im finalen Akt. Die Schwarzweiß-Inszenierung schafft eine düstere, geheimnisvolle Atmosphäre.
Was funktioniert gut
Alfred Vohrer, einer der wichtigsten Regisseure der Wallace-Reihe, inszeniert routiniert. Die Schwarzweiß-Fotografie von Karl Löb nutzt Schatten und Kontraste effektiv, um Spannung zu erzeugen. Die düsteren Londoner Kulissen (größtenteils in deutschen Studios nachgebaut) wirken authentisch.
Die Besetzung ist typisch stark für die Rialto-Produktionen. Heinz Drache als Inspector Wesby verkörpert den pflichtbewussten, aber sympathischen Ermittler. Siegfried Schürenberg als Sir John liefert die obligatorische komische Note.
Klaus Kinski in der Nebenrolle als Edwards bringt seine charakteristische Intensität. Kinskis Präsenz, auch in kleineren Rollen, hebt jeden Film, in dem er auftritt.
Peter Thomas‘ Filmmusik ist stimmungsvoll und unterstützt die Mystery-Atmosphäre. Seine Scores für die Wallace-Filme sind ikonisch und bis heute wiedererkennbar.
Was hätte besser sein können
Die Handlung ist selbst für Wallace-Verhältnisse kompliziert und stellenweise schwer zu folgen. Mehrere Nebenfiguren und Subplot-Stränge erschweren die Übersicht. Die Auflösung wirkt etwas gehetzt und nicht ganz befriedigend.
Das Tempo ist ungleichmäßig – auf lange dialogbasierte Ermittlungsszenen folgen abrupte Action-Momente. Die Balance zwischen Mystery und Spannung könnte besser sein.
Einige Darstellerleistungen bleiben blass. Die weiblichen Rollen sind größtenteils auf dekorative Funktionen beschränkt – typisch für die Zeit, aber aus heutiger Sicht einschränkend.
Besetzung & Crew
Heinz Drache als Inspector James W. Wesby
Der ermittelnde Scotland Yard Inspector
Barbara Rütting als Margie Fielding
Mysteriöse Verdächtige
Margot Trooger als Cora Ann Milton
Weitere Verdächtige
Siegfried Schürenberg als Sir John
Scotland Yard Vorgesetzter mit komischer Note
Klaus Kinski als Edwards
Zwielichtiger Verdächtiger
René Deltgen als Arthur Milton (Der Hexer)
Der titelgebende „Hexer“
Eddi Arent als Archibald Finch
Komische Figur – Wallace-Markenzeichen
Regie: Alfred Vohrer
Drehbuch: Herbert Reinecker
Kamera: Karl Löb
Schnitt: Jutta Hering
Musik: Peter Thomas
Produzent: Horst Wendlandt
Produktion & Hintergründe
Produktionsfirma: Rialto Film
Verleih: Constantin Film
Veröffentlichung: 4. Juni 1965 (Deutschland)
Laufzeit: 95 Minuten
Format: Schwarzweiß
Neues vom Hexer entstand auf dem Höhepunkt der deutschen Edgar-Wallace-Filmwelle. Zwischen 1959 und 1972 produzierte Rialto Film unter Horst Wendlandt 38 Wallace-Verfilmungen, die zu den erfolgreichsten deutschen Filmen der Ära zählten.
Regisseur Alfred Vohrer inszenierte 14 Wallace-Filme für Rialto und prägte den visuellen Stil der Reihe maßgeblich. Seine Schwarzweiß-Inszenierungen nutzten expressionistische Elemente – harte Schatten, schräge Winkel, düstere Atmosphäre.
Das Drehbuch von Herbert Reinecker basiert lose auf Edgar-Wallace-Motiven. Die Wallace-Filme waren oft freie Adaptationen, die eher den Geist als den Buchstaben der Vorlagen einfingen.
Die Produktion nutzte deutsche Studios (hauptsächlich in Berlin), die als „London“ dienen sollten. Kostenbewusste Produktionen recycelten Sets und Requisiten über mehrere Filme hinweg.
Peter Thomas‘ Musik wurde zum Markenzeichen der Reihe. Seine dramatischen Scores mit Jazz-Elementen sind bis heute Teil der deutschen Pop-Kultur.
Wissenswertes
- Teil der erfolgreichen Rialto-Wallace-Filmreihe (38 Filme, 1959-1972)
- Regisseur Alfred Vohrer inszenierte 14 Wallace-Filme
- Klaus Kinski in einer seiner vielen Wallace-Nebenrollen
- Schwarzweiß-Format, obwohl 1965 bereits Farbfilm üblich war
- Peter Thomas‘ Score ist ikonisch für die Wallace-Reihe
- Gedreht in deutschen Studios als „London“-Kulisse
- Herbert Reinecker schrieb Drehbücher für zahlreiche Wallace-Filme
Häufige Fragen
Wie lange dauert Neues vom Hexer?
Der Film hat eine Laufzeit von 95 Minuten.
Basiert der Film auf einem Edgar-Wallace-Roman?
Der Film basiert lose auf Edgar-Wallace-Motiven, ist aber eine freie Adaption ohne direkte Romanvorlage.
Warum ist der Film in Schwarzweiß?
Obwohl 1965 Farbfilm bereits verfügbar war, nutzte die Wallace-Reihe bewusst Schwarzweiß für die expressionistische Atmosphäre.
Wo kann ich Neues vom Hexer sehen?
Der Film ist auf verschiedenen Streaming-Plattformen und als Teil von Edgar-Wallace-DVD-Sammlungen erhältlich.
Stärken & Schwächen
Stärken
- Atmosphärische Schwarzweiß-Fotografie
- Solide Besetzung mit Heinz Drache
- Klaus Kinski in markanter Nebenrolle
- Ikonischer Peter-Thomas-Score
- Typischer Wallace-Charme
- Routinierte Regie von Alfred Vohrer
Schwächen
- Überkomplizierte Handlung
- Ungleichmäßiges Tempo
- Schwache weibliche Rollen
- Vorhersehbare Genre-Konventionen
- Gehetzt wirkende Auflösung
Fazit
Neues vom Hexer ist ein typischer Vertreter der deutschen Edgar-Wallace-Filmreihe – solide inszeniert, atmosphärisch fotografiert, mit routinierter Besetzung. Der Film bietet genau das, was Fans der Reihe erwarten: Mystery, düstere Schwarzweiß-Bilder, verschachtelte Plots und den charakteristischen Peter-Thomas-Score.
Alfred Vohrers Regie ist professionell, ohne innovativ zu sein. Die Schwarzweiß-Fotografie schafft die gewünschte düstere Atmosphäre, auch wenn die Handlung stellenweise zu kompliziert wird.
Klaus Kinski hebt den Film in seinen Szenen durch pure Präsenz. Heinz Drache liefert als Inspector Wesby eine sympathische Performance.
Für Fans der Wallace-Reihe ist Neues vom Hexer empfehlenswert – ein solider Genrebeitrag mit allen erwarteten Elementen. Für Gelegenheitsgucker gibt es stärkere Filme der Reihe (z.B. „Der Frosch mit der Maske“, „Die Toten Augen von London“).
Tribun
Neues vom Hexer bietet atmosphärische Schwarzweiß-Inszenierung, routinierte Besetzung und den ikonischen Wallace-Stil. Die Handlung ist kompliziert, aber für Genre-Fans sehenswert.
Filmdaten bereitgestellt von The Movie Database (TMDb)
Letzte Aktualisierung: Oktober 2025
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