„The Mandalorian & Grogu“ bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 6,0 von 10. Jon Favreau bringt Din Djarin und Grogu mit einem Auftrag der Neuen Republik ins Kino, und das Duo trägt den Film über weite Strecken. Was fehlt, ist ein Grund, warum diese Geschichte auf die große Leinwand musste: Sie fühlt sich an wie drei Serienfolgen hintereinander, nicht wie ein Star-Wars-Film.
In Deutschland startete der Film am Mittwoch, 20. Mai 2026, zwei Tage vor den USA, im Verleih von Walt Disney. Er dauert 132 Minuten, ist ab 12 Jahren freigegeben und steht seit dem 2. September 2026 bei Disney+. Wer die Serie mochte und einfach mehr von Mando und Grogu will, bekommt genau das. Wer auf das erste große Star-Wars-Kinoereignis seit 2019 gewartet hat, wird enttäuscht.
6,0 von mir. Din Djarin und Grogu tragen den Film, Sigourney Weaver und Ludwig Göranssons Musik geben ihm Kinoformat. Die Geschichte bleibt aber eine lange Serienfolge: Stationen statt Entwicklung, viel Action ohne Folgen und Bilder, die selten über den Maßstab der Serie hinausgehen. Für Fans der Serie ein netter Abend bei Disney+, als Rückkehr von Star Wars ins Kino zu klein.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionEin Auftrag, der sich wie eine Serienfolge anfühlt
Die Ausgangslage ist klassisches „Mandalorian“-Material: Nach dem Fall des Imperiums arbeitet Din Djarin für die Neue Republik, die versprengte imperiale Kriegsherren jagt. Der Auftrag lautet, Rotta den Hutten zu befreien, den Sohn von Jabba. Von da an reiht der Film Stationen aneinander.
Markus Trutt nennt den Film bei Filmstarts „im Grunde“ eine „überlange Case-of-the-Week-Folge“, und besser kann ich es nicht sagen. Das Sequel fühlt sich an wie DLC zur Serie: mehr Spielzeit, mehr Gegner, aber keine neue Karte. Die Beziehung zwischen Din und Grogu, das Herz der Serie, steht am Ende des Films ziemlich genau da, wo sie am Anfang stand. Für 132 Minuten ist das zu wenig Bewegung.
Star Wars ohne Lichtschwert
Das Interessanteste an diesem Film ist eine Regel, die er bricht. Laut Filmstarts ist „The Mandalorian & Grogu“ der erste Star-Wars-Kinofilm seit 1977, in dem kein einziges Lichtschwert vorkommt. Mein erster Star Wars im Kino war mit acht „Die Rache der Sith“, ein Film, der praktisch aus Lichtschwertduellen besteht. Dass Favreau sich das verkneift, ist konsequent: Din Djarin ist Kopfgeldjäger, kein Jedi, und seine Welt waren immer Blaster, Jetpacks und Deals mit zwielichtigen Leuten.
Das Problem ist, dass der Film aus dieser Entscheidung nichts macht. Wenn das Lichtschwert als Höhepunkt wegfällt, muss etwas anderes an seine Stelle treten, eine Figur, die etwas verliert, eine Entscheidung mit Folgen. Stattdessen liefert „The Mandalorian & Grogu“ Actionszene um Actionszene, und keine davon verändert etwas. Michael Güthlein vergleicht die Dramaturgie bei epd Film mit einem Videospiel, das man immer wieder auf zu niedrigem Schwierigkeitsgrad spielt. Hart, aber nicht falsch.
Wo die 166 Millionen Dollar hingegangen sind
Mit 166,4 Millionen Dollar Budget ist das der günstigste Star-Wars-Kinofilm der Disney-Ära. Filmstarts lobt die lebendigen Sets, sagt aber auch, dass sich die visuellen Höhepunkte auf die ersten Minuten konzentrieren. Genau da liegt mein größter Einwand: Star Wars im Kino muss Weite haben, und der Film bleibt zu oft im Maßstab der Serie. epd Film bemängelt zusätzlich unübersichtliche Action und einen Ton, der eher laut als durchdacht ist.
Weltweit hat der Film rund 346 Millionen Dollar eingespielt. Für einen Star-Wars-Kinofilm ist das wenig, und es passt zu einem Film, der sich selbst nicht ganz als Kinoereignis versteht.
Was trotzdem funktioniert
Grogu. Filmstarts schreibt, dass er in der zweiten Filmhälfte seinen Platz im Titel rechtfertigt, und das sehe ich genauso. Pedro Pascal hat Din Djarin auch im Kino im Griff, das erkennen selbst die strengeren Kritiken an. Sigourney Weaver bringt als Colonel Ward die Autorität mit, die der Neuen Republik sonst fehlt. Und Rotta der Hutte, im Original von Jeremy Allen White gesprochen, entwickelt sich überraschend sympathisch.
Ludwig Göransson hat wieder die Musik geschrieben und erweitert laut Filmstarts die Klangpalette der Reihe mutig. Sie klingt nach Kino, auch dort, wo die Bilder es nicht tun. Die Musik bekommt bei mir die beste Einzelwertung, weil sie mehr Kinogefühl erzeugt als die Bilder.
Wer mitspielt
- Pedro Pascal als Din Djarin, der Mandalorianer
- Sigourney Weaver als Colonel Ward
- Jeremy Allen White als Stimme von Rotta dem Hutten
- Steve Blum als Stimme von Garazeb „Zeb“ Orrelios
- Jonny Coyne als imperialer Kriegsherr
Regie führte Jon Favreau, der zusammen mit Dave Filoni auch am Drehbuch arbeitete. Die Sprechrollen beziehen sich auf die englische Originalfassung.
Wie die Kritik „The Mandalorian & Grogu“ sieht
Die Kritik ist gespalten, das Publikum deutlich freundlicher. Bei Rotten Tomatoes sind 60 Prozent von 333 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 86 Prozent. Metacritic kommt auf 53 von 100 aus 53 Kritiken. Filmstarts vergibt 3,5 von 5 Sternen und nennt den Film kurzweilig, epd Film nur 2 von 5. Meine 6,0 liegen in der Mitte dieses Feldes: gutes Serienfutter, schwaches Kino. Stand der Werte: 30. September 2026.
Wer die Vorgeschichte nachholen will, findet unsere Einordnung der Serie unter The Mandalorian und die ganze Chronologie in der Star-Wars-Reihenfolge.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Grogu rechtfertigt seinen Platz im Titel
- Pedro Pascal und Sigourney Weaver
- Ludwig Göranssons Musik
- Konsequent ohne Lichtschwert erzählt
Dagegen
- Wirkt wie eine überlange Serienfolge
- Die Beziehung von Din und Grogu entwickelt sich kaum
- Visuelle Höhepunkte fast nur am Anfang
- Action ohne erzählerische Folgen
Ein Star-Wars-Film ohne Lichtschwert ist eine gute Idee. Einer ohne Fallhöhe nicht.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Star Wars: The Mandalorian and Grogu?
Verfügbarkeit DEStand 15.10.2026: Star Wars: The Mandalorian and Grogu läuft im Abo bei Disney+, mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 5,99 €.
Stand 15.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- Din Djarin / The MandalorianPedro Pascal
- Garazeb OrreliosSteve Blum
- Colonel WardSigourney Weaver
- Rotta the HuttJeremy Allen White
- Imperial WarlordJonny Coyne


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