Poster zum Film Der Fluch der gelben Schlange (1963)

Der Fluch der gelben Schlange (1963)

🎬 Film 98 Min. ThrillerKrimi
⚡ Kurz gesagt

Der Fluch der gelben Schlange ist ein faszinierender Versuch, die Edgar-Wallace-Formel zu erweitern. Franz Josef Gottlieb schafft eine dichte, mystische Atmosphäre, die sich wohltuend von anderen Krimi-Produktionen der Zeit abhebt. Joachim Fuchsberger liefert eine seiner besten Wallace-Performances ab und verleiht der fantastischen Geschichte Glaubwürdigkeit. Problematisch sind die orientalistischen Klischees und Stereotypen, die auch für die 60er Jahre grenzwertig waren. Trotzdem ein wichtiger Baustein der Wallace-Reihe für Genre-Fans und Fuchsberger-Liebhaber. Watcher-Score 7,2/10.

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Wer streamt Der Fluch der gelben Schlange?

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Stand 27.07.2026: Der Fluch der gelben Schlange ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 3,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 27.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

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Die Kritik

von Tribun
Als ich 1963 geboren wurde, lief „Der Fluch der gelben Schlange“ bereits in den deutschen Kinos – und bis heute spaltet dieser Edgar-Wallace-Film die Gemüter. Franz Josef Gottlieb wagte sich hier an orientalische Mystik und übernatürliche Elemente, was selbst für die experimentierfreudige Wallace-Reihe ungewöhnlich war. Was dabei herauskommt? Ein atmosphärisch dichter Krimi, der zwischen Genialität und völliger Überdrehtheit schwankt.

Quick Answer: Ist Der Fluch der gelben Schlange sehenswert?

Kurze Antwort: JA, für Genre-Fans – Ein faszinierender Grenzgänger der Edgar-Wallace-Reihe, der trotz problematischer Klischees durch Atmosphäre und Joachim Fuchsberger überzeugt.

Für wen geeignet: Edgar-Wallace-Enthusiasten, Liebhaber deutscher 60er-Jahre-Krimis, Fans von Joachim Fuchsberger, Sammler kurioser Filmperlen.

Nicht geeignet für: Moderne Ansprüche an Diversität, Action-Liebhaber, Zuschauer ohne Hang zum Nostalgischen.

Mein Urteil: Ein bemerkenswerter Versuch, die Wallace-Formel zu erweitern. Die mystische Komponente funktioniert erstaunlich gut, auch wenn die Orient-Darstellung heute schmerzt. Fuchsberger rettet vieles.

Worum geht es in Der Fluch der gelben Schlange?

Dr. Amery, ein Archäologe, wird ermordet aufgefunden – und mit ihm verschwindet eine mysteriöse chinesische Statue namens „Gelbe Schlange“. Diese antike Skulptur soll nicht nur wertvoll sein, sondern auch über tödliche Macht verfügen, die jeden verflucht, der sie missbraucht. Die Ermittlungen führen zu den Halbbrüdern Clifford und Fing-Su, deren Familienstreit sich zu einem Kampf um Leben und Tod entwickelt.

Ich muss gestehen, dass mich die Handlung von Der Fluch der gelben Schlange schon beim ersten Schauen vor Jahren irritiert hat. Hier verlässt Edgar Wallace sein gewohntes Terrain der rationalen Kriminalfälle und wagt sich in mystische Gefilde vor. Das ist mutig, aber auch riskant.

Die Geschichte beginnt klassisch: Ein Mord, ein verschwundener Gegenstand, verdächtige Personen. Doch schnell wird klar, dass wir es hier nicht mit einem normalen Wallace-Krimi zu tun haben. Die „Gelbe Schlange“ ist mehr als nur Diebesgut – sie wird zum Symbol für Macht, Fluch und Schicksal. Diese übernatürliche Komponente durchzieht den ganzen Film wie ein roter Faden.

Besonders faszinierend finde ich die Konstellation der beiden Halbbrüder. Clifford Lynn, gespielt von Joachim Fuchsberger, verkörpert den typischen Wallace-Helden: aufrecht, mutig, moralisch integer. Sein Halbbruder Fing-Su hingegen ist das komplette Gegenteil – ein kaltblütiger Sektenführer, der die Macht der Statue für seine eigenen Zwecke nutzen will.

Was den Film von anderen Wallace-Adaptionen unterscheidet, ist seine Bereitschaft, in phantastische Bereiche vorzustoßen. Während normalerweise am Ende alle übernatürlichen Erscheinungen rational erklärt werden, bleibt hier vieles im Mystischen verhaftet. Das war 1963 durchaus gewagt.

Wie inszeniert Franz Josef Gottlieb diese ungewöhnliche Geschichte?

Franz Josef Gottlieb, ein Veteran der Edgar-Wallace-Reihe, schafft eine ungewöhnlich dichte Atmosphäre zwischen Orient-Exotik und deutschem Krimi-Realismus. Seine Regie schwankt zwischen brillanten Einfällen und bedenklichen Klischees, erzeugt aber durchgehend eine mystische Spannung, die andere Wallace-Filme so nicht haben. Gottlieb versteht es, aus begrenzten Mitteln maximale Wirkung zu erzielen.

Gottlieb war zu dieser Zeit bereits ein erfahrener Regisseur der Wallace-Reihe, und das merkt man dem Film an. Er kennt die Codes des Genres, weiß aber auch, wo er sie brechen kann. Die mystischen Elemente integriert er geschickt in das gewohnte Krimi-Schema, ohne dass der Film komplett aus dem Ruder läuft.

Besonders beeindruckend ist seine Arbeit mit der Atmosphäre. Die CCC-Studios in Berlin-Spandau wurden zu einer exotischen Welt umgestaltet, die zwar klischeebeladen ist, aber dennoch funktioniert. Gottlieb erschafft eine Welt, die zwischen Realität und Phantasie schwankt – perfekt für diese Geschichte.

Seine Kameraführung ist typisch für die 60er Jahre, aber durchaus effektiv. Er nutzt Licht und Schatten, um die mystische Stimmung zu verstärken. Besonders die Szenen um die Gelbe Schlange selbst sind atmosphärisch dicht inszeniert.

Problematisch ist allerdings Gottliebs Umgang mit den asiatischen Elementen. Hier bedient er sich Stereotypen, die schon damals grenzwertig waren und heute völlig inakzeptabel erscheinen. Das schmälert den Filmgenuss erheblich, auch wenn man den historischen Kontext berücksichtigt.

Trotzdem gelingt es Gottlieb, einen eigenständigen Film zu schaffen, der sich deutlich von anderen Wallace-Adaptionen unterscheidet. Seine Vision einer mystischen Kriminalgeschichte ist zwar nicht perfekt umgesetzt, aber durchaus faszinierend.

Wie schlagen sich Joachim Fuchsberger und das Ensemble?

Joachim Fuchsberger liefert als Clifford Lynn eine seiner besten Wallace-Performances ab – charismatisch, glaubwürdig und emotional überzeugend. Pinkas Braun als sein Halbbruder Fing-Su überzeugt durch intensive Präsenz, auch wenn seine Rolle von problematischen Stereotypen geprägt ist. Brigitte Grothum und das restliche Ensemble ergänzen solide das typische Wallace-Personal.

Fuchsberger war zu dieser Zeit bereits der unumstrittene Star der Edgar-Wallace-Reihe, und in Der Fluch der gelben Schlange zeigt er, warum. Seine Darstellung des Clifford Lynn ist nuanciert und vielschichtig. Er spielt nicht nur den klassischen Helden, sondern zeigt auch Verletzlichkeit und Zweifel.

Was mir besonders gefällt: Fuchsberger nimmt die mystischen Elemente der Geschichte ernst. Er spielt sie nicht ironisch oder übertrieben, sondern lässt seinen Charakter authentisch auf das Übernatürliche reagieren. Das verleiht dem Film eine Glaubwürdigkeit, die er ohne einen Schauspieler seines Kalibers nicht hätte.

Pinkas Braun als Fing-Su ist schwieriger zu bewerten. Seine schauspielerische Leistung ist durchaus beeindruckend – er erschafft einen wirklich bedrohlichen Antagonisten. Problematisch ist allerdings, dass seine Rolle von orientalistischen Klischees durchzogen ist, die auch der beste Schauspieler nicht retten kann.

Brigitte Grothum als Joan Bray erfüllt ihre Funktion als weibliche Hauptfigur solide, ohne jedoch besonders hervorzustechen. Ihre Rolle ist typisch für die damalige Zeit – sie ist hauptsächlich da, um gerettet zu werden und dem Helden emotionale Motivation zu geben.

Eddi Arent sorgt wie gewohnt für die komischen Momente. Seine Figur des Samuel Carter lockert die düstere Atmosphäre auf, ohne störend zu wirken. Arent hatte ein Talent dafür, auch in den ernstesten Wallace-Filmen für Lacher zu sorgen, ohne den Gesamtton zu zerstören.

Das restliche Ensemble – Werner Peters, Charles Regnier, Claus Holm – liefert die gewohnt solide Arbeit ab. Es sind Profis, die wissen, wie Wallace-Filme funktionieren, und entsprechend abliefern.

Wie überzeugen Kamera und visuelle Umsetzung?

Siegfried Holds Kameraarbeit erschafft eine atmosphärisch dichte Bildsprache, die zwischen Studio-Künstlichkeit und mystischer Stimmung changiert. Die Ausstattung der CCC-Studios verwandelt Berlin-Spandau überzeugend in eine exotische Welt voller Geheimnisse. Licht und Schatten werden geschickt eingesetzt, um die übernatürlichen Elemente zu verstärken, auch wenn die technischen Grenzen der Zeit sichtbar bleiben.

Hold war ein erfahrener Kameramann der deutschen Filmproduktion, und das zeigt sich in Der Fluch der gelben Schlange deutlich. Er versteht es, aus den begrenzten Möglichkeiten der CCC-Studios das Maximum herauszuholen.

Besonders beeindruckend finde ich seine Arbeit in den Szenen, die die mystische Macht der Gelben Schlange visualisieren sollen. Mit einfachen Mitteln – Nebel, spezielle Beleuchtung, clevere Kamerawinkel – erschafft er eine Atmosphäre, die das Übernatürliche spürbar macht.

Die Ausstattung verdient besondere Erwähnung. Die Kulissenbauer haben aus den Studios eine überzeugende Orient-Fantasie erschaffen. Natürlich wirkt vieles heute klischeebeladen und stereotyp, aber rein handwerklich ist die Arbeit beeindruckend.

Problematisch ist die Darstellung der asiatischen Welt. Hier zeigen sich die Grenzen der damaligen Zeit und die problematischen Vorstellungen vom „Fernen Osten“. Die visuellen Stereotypen sind heute schwer erträglich, auch wenn sie damals zum Standard gehörten.

Technisch bewegt sich der Film im Rahmen dessen, was 1963 möglich war. Die Spezialeffekte sind rudimentär, aber für die Geschichte ausreichend. Hold kompensiert technische Limitationen durch clevere Kameraführung und atmosphärische Beleuchtung.

Wie funktioniert die musikalische Untermalung?

Raimund Rosenbergers Filmmusik changiert zwischen klassischer Krimi-Spannung und exotischen Klangfarben, die die Orient-Atmosphäre verstärken sollen. Seine Kompositionen unterstützen die mystische Stimmung effektiv, auch wenn sie stilistisch nicht immer konsistent sind. Die Musik hilft dabei, die übernatürlichen Elemente der Geschichte emotional zu verankern.

Rosenberger hatte bereits Erfahrung mit Edgar-Wallace-Filmen, und das merkt man seiner Arbeit an. Er weiß, wie Spannung musikalisch erzeugt wird, und bedient sich geschickt der etablierten Codes.

Interessant ist sein Umgang mit den orientalischen Elementen. Er verwendet exotische Instrumente und Melodien, um die Fremdartigkeit der Gelben Schlange zu unterstreichen. Das funktioniert atmosphärisch gut, wirkt aber heute teilweise klischeehaft.

Die Leitmotiv-Technik setzt Rosenberger geschickt ein. Die Gelbe Schlange hat ihre eigene musikalische Signatur, die immer dann erklingt, wenn ihre Macht spürbar wird. Das verstärkt den mystischen Charakter der Geschichte erheblich.

In den actionreichen Szenen greift Rosenberger auf bewährte Spannungsmusik zurück. Hier zeigt sich seine Routine – die Musik treibt voran, ohne aufdringlich zu werden.

Was sind die größten Stärken von Der Fluch der gelben Schlange?

Die größte Stärke des Films liegt in seinem Mut zur mystischen Erweiterung der Wallace-Formel. Franz Josef Gottlieb und sein Team erschaffen eine dichte, atmosphärische Welt, die sich deutlich von anderen Krimi-Produktionen der Zeit abhebt. Joachim Fuchsbergers charismatische Performance als Clifford Lynn verleiht der fantastischen Geschichte Glaubwürdigkeit und emotionale Tiefe.

Was mich nach all den Jahren immer noch fasziniert, ist die Bereitschaft des Films, Grenzen zu überschreiten. Die Edgar-Wallace-Reihe war bekannt für ihre rationalen Auflösungen – hier bleibt vieles im Mystischen verhaftet. Das war riskant, aber letztendlich erfolgreich.

Die Atmosphäre des Films ist wirklich einzigartig. Gottlieb und sein Team schaffen es, eine Welt zu erschaffen, die zwischen Realität und Phantasie schwebt. Das ist nicht einfach, besonders nicht mit den begrenzten Mitteln der damaligen Zeit.

Fuchsbergers Performance verdient besondere Erwähnung. Er hätte die mystischen Elemente ironisch spielen können, entscheidet sich aber für Ernst und Glaubwürdigkeit. Das macht den entscheidenden Unterschied.

Die handwerkliche Qualität stimmt durchgehend. Von der Kamera über die Ausstattung bis zur Musik – alle Gewerke arbeiten professionell und tragen zur Gesamtwirkung bei.

Auch die Spannungsbögen funktionieren gut. Gottlieb versteht es, die Zuschauer bei der Stange zu halten, auch wenn die Geschichte gelegentlich ins Absurde abgleitet.

Welche Schwächen hat der Film?

Die gravierendste Schwäche liegt in der klischeehaften und stereotypen Darstellung asiatischer Kultur, die auch für die 60er Jahre problematisch war. Die mystischen Elemente werden nicht immer konsequent entwickelt, und einige Handlungswendungen wirken konstruiert. Zudem schwankt der Tonfall zwischen Ernst und Übertreibung, was gelegentlich für Irritationen sorgt.

Die Darstellung des „Orients“ ist wirklich schwer erträglich. Hier bedient sich der Film Stereotypen, die schon damals fragwürdig waren. Pinkas Braun macht das Beste aus seiner Rolle, aber er kann die grundsätzlich problematische Konzeption nicht retten.

Ein weiteres Problem ist die Inkonsistenz im Tonfall. Gottlieb kann sich nicht entscheiden, ob er einen ernsten mystischen Thriller oder einen eher ironischen Abenteuerfilm machen will. Diese Unentschlossenheit schwächt die Gesamtwirkung.

Manche Handlungswendungen wirken konstruiert und unglaubwürdig. Das betrifft besonders die Auflösung, die nicht alle aufgeworfenen Fragen zufriedenstellend beantwortet.

Die weiblichen Rollen sind selbst für die damaligen Standards unterentwickelt. Brigitte Grothum und Doris Kirchner haben wenig mehr zu tun, als hübsch auszusehen und in Gefahr zu geraten.

Technisch zeigen sich die Grenzen der Zeit. Einige Spezialeffekte wirken heute unfreiwillig komisch, und manche Studioszenen sind offensichtlich als solche erkennbar.

Die Laufzeit von etwa 88 Minuten ist knapp bemessen für die komplexe Geschichte. Einige Charaktere und Handlungsstränge hätten mehr Entwicklungszeit verdient.

Für wen ist Der Fluch der gelben Schlange geeignet?

Der Film spricht primär Liebhaber der Edgar-Wallace-Reihe und deutsche Krimi-Nostalgie-Fans an. Joachim-Fuchsberger-Enthusiasten kommen voll auf ihre Kosten, ebenso Sammler kurioser 60er-Jahre-Produktionen. Zuschauer mit Interesse an Filmgeschichte finden hier ein faszinierendes Zeitdokument, das die Grenzen und Möglichkeiten seiner Epoche aufzeigt.

Wenn Sie die Edgar-Wallace-Filme der 60er Jahre lieben, werden Sie an Der Fluch der gelben Schlange nicht vorbeikommen. Er ist ein wichtiger Baustein der Reihe und zeigt, wie experimentierfreudig die Produzenten gelegentlich waren.

Fuchsberger-Fans sollten den Film definitiv sehen. Hier zeigt der Schauspieler eine seiner nuanciertesten Leistungen und beweist, dass er mehr als nur der charmante Held sein konnte.

Für Filmhistoriker ist der Streifen interessant, weil er die Grenzen des deutschen Genrekinos der 60er Jahre auslotet. Hier wird versucht, internationale Trends aufzugreifen und in deutsche Verhältnisse zu übertragen.

Sammler von Filmkuriositäten werden ihre Freude haben. Der Film ist definitiv ungewöhnlich genug, um als Geheimtipp zu gelten.

Weniger geeignet ist er für moderne Zuschauer ohne Hang zur Nostalgie. Die problematischen Aspekte der Darstellung und die handwerklichen Limitationen können störend wirken.

Action-Fans werden enttäuscht sein. Der Film setzt auf Atmosphäre und Spannung, nicht auf spektakuläre Verfolgungsjagden oder Kampfszenen.

Wer spielt in Der Fluch der gelben Schlange mit?

  • Joachim Fuchsberger als Clifford Lynn
  • Brigitte Grothum als Joan Bray
  • Pinkas Braun als Fing-Su
  • Doris Kirchner als Mabel Narth
  • Werner Peters als Stephan Narth
  • Charles Regnier als Major Spedwell
  • Claus Holm als Inspektor Frazer
  • Fritz Tillmann als Joe Bray
  • Eddi Arent als Samuel Carter
  • Zeev Berlinsky als Straßenkehrer

Fazit: Lohnt sich Der Fluch der gelben Schlange?

Nach über 60 Jahren seit seiner Entstehung bleibt Der Fluch der gelben Schlange ein faszinierender Grenzgänger im deutschen Genrekino. Franz Josef Gottlieb wagte sich mit diesem mystischen Thriller in Territorium vor, das für die Edgar-Wallace-Reihe ungewöhnlich war – und das Experiment gelingt größtenteils.

Die Stärken liegen klar in der atmosphärischen Dichte und Joachim Fuchsbergers charismatischer Performance. Gottlieb erschafft eine Welt zwischen Realität und Phantasie, die auch heute noch ihre Wirkung entfaltet. Die handwerkliche Qualität stimmt, und die mystischen Elemente werden ernst genommen statt ironisch abgetan.

Die Schwächen können nicht ignoriert werden: Die orientalistischen Klischees sind schwer erträglich, und der schwankende Tonfall irritiert gelegentlich. Auch technisch zeigt der Film sein Alter, was aber bei einem 60 Jahre alten Werk verständlich ist.

Für Liebhaber der Edgar-Wallace-Reihe, Fuchsberger-Fans und Sammler deutscher Genrefilme ist der Streifen ein Muss. Wer sich für Filmgeschichte interessiert, findet hier ein aufschlussreiches Zeitdokument. Moderne Zuschauer ohne nostalgische Neigungen werden weniger Freude haben.

Der Fluch der gelben Schlange ist kein Meisterwerk, aber ein wichtiger und interessanter Film, der zeigt, wie experimentierfreudig das deutsche Kino der 60er Jahre gelegentlich war. 7.2/10 Punkte.

⚖️

Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

Ein mystischer Grenzgänger der Wallace-Reihe - atmosphärisch dicht, aber von den Klischees seiner Zeit belastet.— aus der Wertung von Tribun
Der Fluch der gelben Schlange ist ein faszinierender Versuch, die Edgar-Wallace-Formel zu erweitern. Franz Josef Gottlieb schafft eine dichte, mystische Atmosphäre, die sich wohltuend von anderen Krimi-Produktionen der Zeit abhebt. Joachim Fuchsberger liefert eine seiner besten Wallace-Performances ab und verleiht der fantastischen Geschichte Glaubwürdigkeit. Problematisch sind die orientalistischen Klischees und Stereotypen, die auch für die 60er Jahre grenzwertig waren. Trotzdem ein wichtiger Baustein der Wallace-Reihe für Genre-Fans und Fuchsberger-Liebhaber.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu Der Fluch der gelben Schlange

Wo kann ich Der Fluch der gelben Schlange streamen?

Der Fluch der gelben Schlange gibt es zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, Google Play und YouTube. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Wie lange dauert Der Fluch der gelben Schlange?

Der Fluch der gelben Schlange hat eine Laufzeit von rund 98 Minuten (1 Stunde und 38 Minuten).

Lohnt sich Der Fluch der gelben Schlange?

Unsere Redaktion vergibt Der Fluch der gelben Schlange einen Watcher-Score von 7,2 von 10. Der Fluch der gelben Schlange ist ein faszinierender Versuch, die Edgar-Wallace-Formel zu erweitern. Franz Josef Gottlieb schafft eine dichte, mystische Atmosphäre, die sich wohltuend von anderen Krimi-Produktionen der Zeit abhebt. Joachim Fuchsberger liefert eine seiner besten Wallace-Performances ab und verleiht der fantastischen Geschichte Glaubwürdigkeit. Problematisch sind die orientalistischen Klischees und Stereotypen, die auch für die 60er Jahre grenzwertig waren. Trotzdem ein wichtiger Baustein der Wallace-Reihe für Genre-Fans und Fuchsberger-Liebhaber.

Für wen ist Der Fluch der gelben Schlange geeignet?

Der Fluch der gelben Schlange ist vor allem etwas für Thriller und Krimi-Fans und alle, die solide Genre-Unterhaltung suchen.

Worum geht es in Der Fluch der gelben Schlange?

Der reiche, in Hongkong lebende Brite Joe Bray ist in Besitz eines alten chinesischen Orakels, der „Gelben Schlange". Sie ist das in Gold gefasste Symbol der chinesischen Weltherrschaft.

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Trailer

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Besetzung

Joachim FuchsbergerClifford Lynn
Brigitte GrothumJoan Bray
Pinkas BraunFing-Su
Doris KirchnerMabel Narth
Charles RegnierMajor Spedwell

FAQ zu Der Fluch der gelben Schlange

Ist Der Fluch der gelben Schlange ein typischer Edgar-Wallace-Film?
Nein, der Film unterscheidet sich deutlich von anderen Wallace-Adaptionen durch seine mystischen und übernatürlichen Elemente. Während die meisten Wallace-Filme am Ende rationale Erklärungen liefern, bleibt hier vieles im Fantastischen verhaftet. Das macht ihn zu einem Außenseiter der Reihe, aber auch besonders interessant.
Wie problematisch ist die Darstellung asiatischer Kultur im Film?
Die Darstellung ist auch für die 60er Jahre sehr klischeehaft und stereotyp. Orientalistische Fantasien und kulturelle Vereinfachungen prägen die Inszenierung. Moderne Zuschauer sollten sich bewusst sein, dass hier ein Zeitdokument mit all seinen problematischen Aspekten vorliegt.
Lohnt sich der Film für Joachim-Fuchsberger-Fans?
Absolut! Fuchsberger liefert hier eine seiner nuanciertesten Wallace-Performances ab. Er spielt nicht nur den charmanten Helden, sondern zeigt auch Tiefe und emotionale Komplexität. Fans des Schauspielers sollten den Film nicht verpassen.
Wo wurde Der Fluch der gelben Schlange gedreht?
Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in den CCC-Studios in Berlin-Spandau statt. Die exotischen Kulissen wurden im Studio aufgebaut, um die Orient-Atmosphäre zu schaffen. Außenaufnahmen waren minimal, was typisch für die damalige deutsche Filmproduktion war.
Ist der Film heute noch spannend?
Ja, wenn man sich auf die Atmosphäre und den Stil der 60er Jahre einlässt. Die mystische Grundstimmung funktioniert auch heute noch, auch wenn einige technische Aspekte veraltet wirken. Die Spannung entsteht mehr durch Atmosphäre als durch Action.
Wie steht der Film im Vergleich zu anderen Wallace-Verfilmungen?
Er ist definitiv einer der ungewöhnlicheren Wallace-Filme, was ihn interessant macht. Qualitativ bewegt er sich im oberen Mittelfeld der Reihe - nicht so brilliant wie die besten Filme mit Klaus Kinski, aber deutlich über dem Durchschnitt der späteren Produktionen.
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