Wer streamt Loudermilk?
Verfügbarkeit DEStand 03.08.2026: Loudermilk läuft im Abo bei Joyn und Prime Video – mit deutscher Synchronfassung.
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 03.08.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Staffel 1· 10 Folgen · ab Okt. 2017▾
S2Staffel 2· 10 Folgen · ab Okt. 2018▾
S3Staffel 3· 10 Folgen · ab Apr. 2021▾
Der Seriencheck
von TribunQuick Answer: Ist Loudermilk sehenswert?
Kurze Antwort: JA – Eine brillante Dramedy mit Ron Livingston als misanthropischer Suchtberater, der seine Selbsthilfegruppe mit beißendem Sarkasmus leitet.
Für wen geeignet: Fans von schwarzem Humor, Liebhaber authentischer Charaktere, Zuschauer die Californication mochten, Menschen die sich für Suchtthemen interessieren.
Nicht geeignet für: Liebhaber leichter Unterhaltung, Menschen die politisch korrekte Comedy bevorzugen, Zuschauer die sich an zynischen Protagonisten stören.
Binge-Faktor: Hoch – Mit nur 30 Episoden à 25 Minuten perfekt für ein Wochenende. Die Cliffhanger sind subtil, aber effektiv.
Mein Urteil: Ein verstecktes Juwel, das erst Jahre nach der Ausstrahlung die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Ron Livingstons Performance ist Emmy-würdig und der Soundtrack mit Andy Shauf genial gewählt.
Worum geht es in Loudermilk?
Loudermilk erzählt die Geschichte von Sam Loudermilk, einem ehemaligen Musikkritiker, der seinen Job beim Rolling Stone durch Alkoholismus verloren hat und nun als Leiter einer Selbsthilfegruppe in Seattle arbeitet. Seine unkonventionellen Methoden bestehen hauptsächlich aus beißendem Sarkasmus, brutaler Ehrlichkeit und einem scheinbar endlosen Vorrat an Zynismus – genau das Gegenteil von dem, was man von einem Suchtberater erwartet.
Die Prämisse klingt zunächst deprimierend, aber Peter Farrelly und Bobby Mort haben etwas Außergewöhnliches geschaffen. Sam Loudermilk ist vier Jahre nüchtern, hasst aber immer noch die Menschheit – besonders die Tatsache, dass er Menschen braucht. Er teilt sich eine Wohnung mit seinem besten Freund Ben Burns, einem sanftmütigen Mann, der seine eigenen Dämonen bekämpft.
Was die Serie von anderen Recovery-Geschichten unterscheidet, ist ihre schonungslose Ehrlichkeit. Hier gibt es keine Wunderheilungen oder kitschigen Durchbrüche. Die Charaktere kämpfen jeden Tag aufs Neue mit ihren Problemen, und manchmal verlieren sie auch. Als Loudermilk in der ersten Staffel die junge Claire bei sich aufnimmt – eine drogenabhängige Frau, deren Vater Selbstmord begangen hat – entwickelt sich eine der emotionalsten Beziehungen der Serie.
Die Handlung spielt in Seattle, wurde aber komplett in Vancouver gedreht. Diese kanadische Kulisse verleiht der Serie eine eigene Atmosphäre, die perfekt zu den melancholischen Indie-Folk-Songs von Andy Shauf passt, die den Soundtrack prägen.
Wie viele Staffeln hat Loudermilk?
Loudermilk hat drei abgeschlossene Staffeln mit jeweils 10 Episoden, insgesamt also 30 Folgen. Die Serie startete 2017 auf dem AT&T Audience Network, geriet aber durch die Schließung des Senders in Schwierigkeiten. Erst 2024 fand sie über Netflix zu einem größeren Publikum.
Die turbulente Geschichte der Serie ist fast so dramatisch wie ihre Handlung. Nach drei erfolgreichen Staffeln auf dem AT&T Audience Network wurde der Sender 2020 geschlossen, um Platz für HBO Max zu machen. Die bereits abgedrehte dritte Staffel hing monatelang in der Luft, bis Amazon Prime Video die Vertriebsrechte erwarb.
Staffel 1 (2017) führt uns in Loudermilks Welt ein und etabliert die Grunddynamik zwischen ihm und seiner Selbsthilfegruppe. Staffel 2 (2018) vertieft die Charakterentwicklung und bringt mit Brian Regan als Mugsy einen neuen Gruppenteilnehmer ins Spiel. Staffel 3 (2020) bietet den bislang emotionalsten und ausgereiftesten Inhalt.
Peter Farrelly hat bereits Pläne für die Staffeln 4-7 ausgearbeitet, aber die Serie sucht noch nach einem neuen Produktionspartner. In Staffel 4 soll Loudermilk endlich seinen Roman verkaufen und wieder in die Welt der Prominenten eintauchen – während er gleichzeitig seine Selbsthilfegruppe leitet.
Wer hat Loudermilk erschaffen?
Loudermilk wurde von Peter Farrelly („Verrückt nach Mary“, „Green Book“) und Bobby Mort kreiert. Farrelly führte auch bei mehreren Episoden Regie und fungierte als Showrunner zusammen mit Mort. Die Serie entstand bei Primary Wave Entertainment und wurde von Sony Pictures Television vertrieben.
Peter Farrelly ist natürlich primär für seine Komödien mit seinem Bruder Bobby bekannt – „Verrückt nach Mary“ und „Dumm und Dümmer“ prägten die 90er Jahre. Aber mit „Green Book“ bewies er bereits, dass er auch ernstere Themen meistern kann. Bei „Loudermilk“ verbindet er beide Welten perfekt.
Die Entstehungsgeschichte ist charmant: Farrellys Schwester schickte ihm Bobby Morts Drehbuch, und er war sofort begeistert. „Auf Seite 2 dachte ich: ‚Ja, das ist es. Ich liebe diese Figur. Ich könnte Jahre mit ihr verbringen'“, erzählte er in Interviews.
Bobby Mort brachte seine Erfahrungen als Autor und Produzent mit („Arrested Development“, „Running Wilde“). Seine Fähigkeit, komplexe Charaktere zu erschaffen, zeigt sich in jeder Episode von „Loudermilk“. Die beiden Showrunner ergänzen sich perfekt – Farrellys visuelles Gespür trifft auf Morts scharfe Dialoge.
Besetzung & Schauspiel in Loudermilk
Ron Livingston liefert als Sam Loudermilk seine wohl beste Performance seit „Band of Brothers“ ab. Der Schauspieler verwandelt eine eigentlich unsympathische Figur in jemanden, für den man Empathie entwickelt. Will Sasso als Ben Burns zeigt als sein bester Freund und Mitbewohner eine bemerkenswerte Bandbreite zwischen Komik und Drama.
Was Livingston hier abliefert, ist schlichtweg brilliant. Er spielt Loudermilk mit einer Mischung aus Walter Matthau-artigem Griesgram und versteckter Verletzlichkeit, die nur in seltenen Momenten durchscheint. Besonders beeindruckend ist, wie er eine Figur zum Leben erweckt, die eigentlich abstoßend sein sollte, aber trotzdem das Herz der Zuschauer gewinnt.
Anja Savcic als Claire Wilkes bringt eine authentische Verletzlichkeit mit, die nie ins Melodramatische abdriftet. Ihre Entwicklung von der verzweifelten Süchtigen zur selbstständigen jungen Frau ist einer der stärksten Handlungsbögen der Serie.
Brian Regan, normalerweise als Stand-up-Comedian bekannt, überrascht als Mugsy mit seiner dramatischen Darstellung. Seine Integration in Staffel 2 bringt neue Dynamiken in die Gruppe, ohne die etablierte Chemie zu stören.
Die deutsche Synchronisation verdient besondere Erwähnung: Viktor Neumann als deutsche Stimme von Loudermilk trifft perfekt den zynischen, aber nicht herzlosen Ton der Figur. Gerald Schaale als Ben Burns ergänzt diese Leistung hervorragend.
Stärken der Serie Loudermilk
Die größte Stärke von Loudermilk liegt in der authentischen Darstellung von Suchtproblemen ohne Romantisierung oder falsche Hoffnung. Die Serie scheut sich nicht vor grenzwertigen Witzen und politisch inkorrekten Momenten, bleibt dabei aber immer respektvoll gegenüber den Betroffenen. Der schwarze Humor wirkt nie aufgesetzt oder geschmacklos.
Was mich von der ersten Episode an fasziniert hat, ist die Unperfektion der Charaktere. Hier gibt es keine makellosen Helden oder wundersame Wandlungen. Die Menschen in Loudermilks Selbsthilfegruppe sind echte Menschen mit echten Problemen, die jeden Tag aufs Neue kämpfen müssen.
Der Soundtrack verdient eine eigene Erwähnung. Andy Shaufs Album „The Party“ durchzieht die erste Staffel wie ein roter Faden. Diese melancholischen Indie-Folk-Songs spiegeln perfekt Loudermilks innere Zerrissenheit wider. Dass Shauf sogar einen Cameo als verstorbener Sponsee „Ollie“ hat, zeigt die Liebe zum Detail.
Die Dialoge sind messerscharf geschrieben. Bobby Morts Drehbücher sind gespickt mit One-Linern, die man sich merkt. „Nüchtern sein ist einfach. Leben ist schwer.“ – solche Sätze brennen sich ein, weil sie eine universelle Wahrheit enthalten.
Die visuelle Umsetzung ist bewusst zurückhaltend. Keine spektakulären Kamerafahrten oder aufwändigen Effekte lenken von den Charakteren ab. Vancouver als Seattle-Ersatz funktioniert überraschend gut, besonders die Szenen im echten Plattenladen Neptoon Records.
Schwächen der Serie Loudermilk
Loudermilk hat nur wenige, aber nennenswerte Schwächen. Einige Nebenhandlungen, besonders die Cutter-Story in Staffel 1, driften zu sehr ins Absurde ab und durchbrechen den sonst authentischen Ton. Gelegentlich wirkt das Tempo ungleichmäßig – manche Episoden ziehen sich, während andere zu viel auf einmal wollen.
Die Geschichte um Danny Wattleys Charakter Cutter ist das beste Beispiel für eine Handlung, die zu überzogen gerät. Während die Serie normalerweise ihre Charaktere respektvoll behandelt, wird Cutter zeitweise zur Karikatur. Tragischerweise spiegelte sich diese Problematik im echten Leben wider – Wattley konnte in den späteren Staffeln nicht mitspielen, weil er selbst einen Rückfall erlitten hatte.
Manchmal neigt die Serie dazu, zu viele Handlungsstränge gleichzeitig zu verfolgen. Episode 8 der ersten Staffel ist ein gutes Beispiel dafür – zwischen Loudermilks Arbeitsproblemen, Claires Entwicklung und Bens eigenen Kämpfen verliert man zeitweise den Fokus.
Die politische Inkorrektheit, die ich grundsätzlich als Stärke sehe, kann manchmal über das Ziel hinausschießen. Gelegentlich wirken Loudermilks Tiraden mehr wie Provokation um der Provokation willen, statt aus dem Charakter heraus motiviert zu sein.
Für wen ist Loudermilk geeignet?
Loudermilk eignet sich perfekt für Zuschauer, die schwarzen Humor schätzen und keine Angst vor unbequemen Wahrheiten haben. Fans von Serien wie „Californication“, „Flaked“ oder „BoJack Horseman“ werden hier fündig. Die Serie spricht besonders Menschen an, die authentische, komplexe Charaktere den üblichen TV-Helden vorziehen.
Du wirst die Serie lieben, wenn du dich in Figuren wie Hank Moody aus „Californication“ oder Chip Baskets aus „Baskets“ wiederfindest. Loudermilk bedient eine ähnliche Zielgruppe – Menschen, die verstehen, dass Leben kompliziert ist und einfache Antworten meist falsch sind.
Besonders empfehlenswert ist die Serie für alle, die sich für das Thema Sucht und Recovery interessieren, ohne dabei belehrt oder bemitleidet werden zu wollen. Loudermilk behandelt diese Themen mit dem Respekt, den sie verdienen, aber ohne falsche Sentimentalität.
Mit nur 25-30 Minuten pro Episode und drei kurzen Staffeln ist „Loudermilk“ auch ideal für alle, die keine Zeit für epische Serien-Marathons haben. Ich habe die komplette Serie an einem verlängerten Wochenende geschafft und bereue keine Minute davon.
Weniger geeignet ist die Serie für Zuschauer, die leichte, unbeschwerte Unterhaltung suchen. Wer sich an zynischen Protagonisten stört oder politisch korrekte Comedy bevorzugt, wird mit Loudermilks rauer Art nicht glücklich werden.
Wer spielt in Loudermilk mit?
Hauptdarsteller:
- Ron Livingston als Sam Loudermilk
- Will Sasso als Ben Burns
- Anja Savcic als Claire Wilkes
- Laura Mennell als Allison
- Brian Regan als Winston „Mugsy“ Bennigan (ab Staffel 2)
- Timothy Webber als Ed
- Tyler Layton-Olson als Cisco
- Mat Fraser als Roger
- Danny Wattley als Cutter (Staffel 1)
Deutsche Synchronsprecher:
- Viktor Neumann als Sam Loudermilk
- Gerald Schaale als Ben Burns
- Josephine Schmidt als Claire Wilkes
- Ilka Teichmüller als Allison
Fazit: Lohnt sich Loudermilk?
Loudermilk ist eine jener seltenen Serien, die erst Jahre nach ihrer Ausstrahlung die Anerkennung bekommt, die sie verdient. Was Peter Farrelly und Bobby Mort hier geschaffen haben, ist ein kleines Meisterwerk des schwarzen Humors, das niemals zynisch um des Zynismus willen ist.
Ron Livingstons Performance als Sam Loudermilk gehört zu den besten Schauspielleistungen der letzten Jahre im Fernsehen. Er erschafft eine Figur, die eigentlich unsympathisch sein sollte, aber trotzdem unser Herz gewinnt. Die Unterstützung durch Will Sasso als Ben und den Rest der Besetzung ist durchweg stark.
Was die Serie besonders auszeichnet, ist ihre respektvolle, aber ungefilterte Darstellung von Suchtproblemen. Hier gibt es keine Wunderheilungen oder kitschigen Durchbrüche – nur echte Menschen, die täglich mit ihren Dämonen kämpfen. Der Soundtrack mit Andy Shauf und anderen Indie-Künstlern verleiht der Serie eine einzigartige Atmosphäre.
Mit nur 30 Episoden à 25 Minuten ist „Loudermilk“ perfekt für ein entspanntes Wochenend-Binge geeignet. Die Serie lohnt sich für alle, die authentische Charaktere, intelligenten Humor und emotionale Tiefe schätzen.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von Tribun — eine Person, ein begründetes Urteil.
Ein verstecktes Juwel mit brillantem schwarzen Humor und Emmy-würdiger Performance von Ron Livingston.— aus der Wertung von Tribun
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu Loudermilk
Wo kann ich Loudermilk streamen?
Loudermilk läuft aktuell im Abo bei Joyn und Prime Video. Stand August 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Wie viele Staffeln hat Loudermilk?
Loudermilk umfasst 3 Staffeln mit insgesamt 30 Episoden. Produktionsstatus: Ended.
Lohnt sich Loudermilk?
Unsere Redaktion vergibt Loudermilk einen Watcher-Score von 8,8 von 10. Ein verstecktes Juwel für alle, die schwarzen Humor und authentische Charaktere schätzen. Loudermilk verdient endlich die Aufmerksamkeit, die es seit Jahren verdient hat. 8.8/10 Punkte.
Für wen ist Loudermilk geeignet?
Loudermilk ist vor allem etwas für Komödie und Drama-Fans und alle, die herausragende Serien suchen.
Besetzung
Der Saal
Community — getrennt von der RedaktionSchon gesehen? Bewerte in 2 Sekunden — deine Stimme zählt für den Saal, nie für den Watcher-Score.

0 Kommentare