Imperfect Women bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 5,0 von 10. Acht Folgen, drei starke Schauspielerinnen, ein Mord. Kate Mara macht aus der toten Nancy die lebendigste Figur der Miniserie. Der Rest verliert seinen Sog, sobald die Serie anfängt, jedes Geheimnis auszusprechen und noch einmal zu erklären.
Für wen lohnt sich das? Für alle, die Elisabeth Moss und Kerry Washington gern in Rollen sehen, in denen beide nicht sympathisch sein müssen, und die einen Freundschaftsthriller lieber am Stück schauen. Wer einen Krimi mit ernsthafter Ermittlung sucht, wird hier nicht fündig. Apple TV hat die ersten beiden Folgen am 18. März 2026 veröffentlicht, danach eine pro Woche bis zum Finale am 29. April. Die Folgen dauern zwischen 39 und 48 Minuten, eine deutsche Fassung ist abrufbar.
5,0 von mir für die Miniserie. Imperfect Women hat drei starke Schauspielerinnen und mit Kate Mara als ermordeter Nancy die stärkste Figur ausgerechnet unter den Toten. Die Erzählung aus wechselnden Blickwinkeln ist ein guter Gedanke, aber die Serie traut ihren Geheimnissen nicht und erklärt sie, bis nichts mehr übrig ist. Für Fans der Hauptdarstellerinnen, nicht für Thrillerfreunde.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionDrei Freundinnen, ein Mord, drei Blickwinkel
Eleanor (Kerry Washington), Mary (Elisabeth Moss) und Nancy (Kate Mara) sind seit Jahrzehnten befreundet. Dann wird Nancy ermordet, und während Eleanor und Mary trauern und der Polizei helfen, kommen Dinge ans Licht, die keine von beiden wissen wollte. Joel Kinnaman spielt Nancys Mann Robert, Corey Stoll ist als Howard dabei. Die Vorlage ist der gleichnamige Roman von Araminta Hall aus dem Jahr 2020, entwickelt hat die Serie Annie Weisman, die für Apple schon „Physical“ gemacht hat. Lesli Linka Glatter, bekannt aus Homeland, hat die Folgen eins, vier und fünf inszeniert, Daina Reid die Folgen sechs und sieben.
Die Serie erzählt nicht linear. Sie beginnt bei Eleanor kurz nach der Tat, springt dann zurück in Nancys letzte Monate und landet schließlich bei Mary. Leila Latif beschreibt das im A.V. Club als Struktur, die aus dem Whodunit eine Studie über zerbrechliche Freundschaft macht. Das ist der beste Gedanke der Serie. Jede Frau sieht dieselben Jahre anders.
Die Tote hat die meiste Luft
Mara bekommt die undankbarste Rolle. Sie ist das Opfer, und trotzdem ist sie die Figur, bei der man wartet, was als Nächstes kommt. Latif nennt sie die eigentliche Offenbarung der Serie, und da gehe ich mit. In Nancys Folgen darf etwas offen bleiben. Ein Blick, der nicht erklärt wird. Eine Entscheidung, die man nicht versteht und trotzdem glaubt.
Moss spielt Mary als Hausfrau zwischen Muttersein und wachsendem Misstrauen, Jürgen Wittner hebt sie bei kulturnews.de als stärkste Darstellerin hervor. Washington hält Eleanor lange zusammen und lässt sie dann zerfallen. Mir wurde bei keiner der beiden unwohl. Und das ist bei einem Thriller über Verrat unter Freundinnen das eigentliche Problem.
Eine Serie, die ihren Geheimnissen nicht traut
Was einen Stoff wie diesen trägt, ist das Ungesagte. Imperfect Women sagt fast alles. Vulture bemängelt laut Metacritic eine Wiederholung bis zum Überdruss, und genau so fühlt sich die zweite Hälfte an. Was eine Szene andeutet, holt die nächste als Dialog nach. Oliver Armknecht schreibt bei film-rezensionen.de, die Mordermittlung werde kaum ernst genommen und die Geschichte rutsche zunehmend ins Melodram. Wittner vermisst psychologische Plausibilität, besonders bei Robert und seiner Trauer.
Mich stört weniger die schwache Ermittlung. Ein Krimi muss nicht aufgehen. Mich stört, dass die Serie ihre Figuren am Ende erklärt, als hätte sie Angst, man könnte sie falsch verstehen. Ein Geheimnis, das dreimal ausgesprochen wird, ist keins mehr.
Meine Note im Vergleich
Meine 5,0 liegt im Mittelfeld einer gespaltenen Kritik. Bei Rotten Tomatoes sind 45 Prozent der Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 47 Prozent. Metacritic kommt auf 54 von 100 aus 20 Kritiken. Variety lobt die Serie dort als Porträt über Freundschaft, The Playlist zählt sie zu den schwächsten Apple-Serien überhaupt. Der A.V. Club vergibt eine B+, Armknecht 6 von 10. Werte abgerufen am 1. Oktober 2026. Unsere WatchGuide-Empfehlung zu Imperfect Women: für einen Abend mit Moss, Washington und Mara, nicht für den Thriller. Wer wegen Mara dranbleibt, wird belohnt. Wer wegen des Mordes kommt, eher nicht.
Am 1. Oktober 2026 von der Vorschau zur Kritik mit Wertung der Miniserie ausgearbeitet.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Kate Mara macht die Tote zur lebendigsten Figur
- Erzählung aus wechselnden Blickwinkeln der drei Freundinnen
- Elisabeth Moss als Mary zwischen Muttersein und Misstrauen
Dagegen
- Die Serie spricht jedes Geheimnis aus und erklärt es nach
- Die Mordermittlung wird kaum ernst genommen
- Die zweite Hälfte rutscht ins Melodram
Ein Geheimnis, das dreimal ausgesprochen wird, ist keins mehr.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Imperfect Women?
Verfügbarkeit DEStand 17.10.2026: Imperfect Women läuft im Abo bei Apple TV+, mit deutscher Synchronfassung.
Stand 17.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Staffel 1· 8 Folgen · ab März 2026▾
Besetzung
5 Rollen- MaryElisabeth Moss
- EleanorKerry Washington
- NancyKate Mara
- RobertJoel Kinnaman
- HowardCorey Stoll


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