„Minions & Monster“ bekommt von mir 7,4 von 10 und ist für mich der stärkste Minions-Film bisher. Die erste Hälfte ist eine Liebeserklärung an das Hollywood der Stummfilmzeit, mit nachgestellten Stunts von Buster Keaton, Harold Lloyd und Charlie Chaplin, und sie ist wirklich lustig. In der Mitte schiebt der Film die Minions dann zugunsten schwächerer Nebenfiguren an den Rand, bevor ein Monsterfinale im Stil der 1950er-Science-Fiction wieder Tempo macht.
Der Film, im Original „Minions & Monsters“, läuft seit dem 1. Juli 2026 im Verleih von Universal Pictures in den deutschen Kinos, 90 Minuten lang und ab 6 Jahren freigegeben. Für Familien ist das ein sicherer Kinobesuch. Für Erwachsene, die mit den gelben Chaoten bisher wenig anfangen konnten, lohnt er sich wegen der Filmgeschichte überraschend auch.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionEine Welt mit einer klaren Regel
Leute, das Setup ist plietsch. Die Minions landen im Hollywood der 1920er, Regisseur Max, im Original und in der deutschen Fassung von Christoph Waltz gesprochen, macht sie zu Stummfilmstars. Dann kommt der Tonfilm, und die Karriere ist vorbei, weil die Minions nun mal kein verständliches Wort sprechen. Selbst ein simples „Rosebud“ bekommen sie nicht hin.
Genau das mag ich an diesem Film: Die Welt hat eine Regel, und die Regel treibt die Geschichte. Das Kauderwelsch der Minions, seit 2010 ein Gag, wird hier zum Plotpunkt. Und die Stummfilmzeit ist die eine Epoche der Filmgeschichte, in der Figuren ohne Sprache Stars sein konnten. Wer sich das ausgedacht hat, hat seine Figuren verstanden.
Regie führt Pierre Coffin, zusammen mit Patrick Delage. Coffin spricht die Minions seit dem ersten Ich – Einfach unverbesserlich und hat das Drehbuch mit Brian Lynch geschrieben. Man merkt, dass hier jemand das Franchise von innen kennt.
Die erste Hälfte ist Filmgeschichte als Slapstick
Die ersten rund 45 Minuten sind randvoll mit Anspielungen. Stefan Geisler zählt bei Filmstarts Verweise auf Orson Welles, Michael Curtiz und sogar Tarantino auf, George Lucas spricht eine Version seiner selbst. Das Beste daran sind die nachgestellten Stunts der großen Stummfilmkomiker. Keaton, Lloyd, Chaplin: Das ist Slapstick, der wieder in einem Slapstick-Film landet, und die Animation trifft das Timing.
Frank Arnold schreibt bei epd Film, dass genau dieser Teil auch erwachsene Kinofans abholt, die mit den Albernheiten der Minions bisher wenig anfangen konnten. Ich sag’s wie es ist: Das hatte ich vor dem Start nicht erwartet. Ich hatte auf die Monster gewettet. Gewonnen hat die Filmgeschichte.
Dazu kommt die Musik. John Powell, der Komponist von Drachenzähmen leicht gemacht, übernimmt erstmals bei den Minions und schreibt einen klassischen Orchesterscore, der zur Stummfilmzeit passt.
In der Mitte verlieren die Minions ihren eigenen Film
Dann kommt die eigentliche Handlung, und da knickt es ein. James, der Künstler unter den Minions, will seinen eigenen Monsterfilm drehen, und ein altes Zauberbuch holt seine gezeichneten Monster in die echte Welt. Soweit gut. Aber der Film erzählt jetzt über lange Strecken von Dort, gesprochen von Jesse Eisenberg, der Frauenrechtlerin Debbie, gesprochen von Zoey Deutch, und dem kleinen Cthulhu-Monster Goomi, gesprochen von Trey Parker.
Geisler nennt die Liebesgeschichte zwischen Dort und Debbie bei Filmstarts ohne jeden Mehrwert, und da bin ich bei ihm. Das Problem ist nicht, dass die Nebenfiguren schlecht wären. Das Problem ist, dass die Minions in ihrem eigenen Film wieder zu Sidekicks werden. Nach einer ersten Hälfte, in der sie zum ersten Mal wirklich die Hauptfiguren waren, fühlt sich das an wie ein Downgrade.
Das Finale macht wieder Spaß
Im letzten Drittel werden die Monster richtig groß, und der Film verbeugt sich vor der Science-Fiction-Welle der 1950er, Filmstarts nennt „Blob – Schrecken ohne Namen“ und „Der Tag, an dem die Erde stillstand“. Das ist laut, chaotisch, halb Hollywood geht zu Bruch. Arnold findet bei epd, dass das Finale zu sehr auf Bewährtes setzt und in der üblichen großen Schlacht endet. Stimmt. Aber es ist eine gut animierte Schlacht, und man weiß immer, wo wer steht. Das ist bei Animationsfinals keine Selbstverständlichkeit.
Bei Animation kann man sehen, wo das Geld hingeht. Laut Wikipedia hat der Film rund 85 Millionen Dollar gekostet und weltweit etwa 525 Millionen eingespielt. Ein Teil davon steckt sichtbar im alten Hollywood: Studios, Kostüme und Kulissen der Stummfilmzeit sind mit viel Liebe gebaut.
Unser WatchGuide-Urteil zu „Minions & Monster“: der cleverste Film der Reihe, weil er aus der größten Schwäche der Minions eine Geschichte macht. Wer Filme liebt, sollte die erste Hälfte nicht verpassen, wer nur Monster will, muss etwas Geduld mitbringen. Vergleich gefällig? Filmstarts nennt den Film die Minions-Antwort auf Babylon – Rausch der Ekstase, nur eben ohne Exzess und für die ganze Familie.
Wer den Minions und ihren Monstern die Stimme leiht
- Pierre Coffin als die Minions, darunter James, Henry und Ed
- Christoph Waltz als Regisseur Max, im Original und in der deutschen Fassung
- Jesse Eisenberg als Dort, in der deutschen Fassung Tom Kaulitz
- Trey Parker als Goomi, in der deutschen Fassung Bill Kaulitz
- Zoey Deutch als Debbie
- Jeff Bridges, Allison Janney, Phil LaMarr und Bobby Moynihan in weiteren Rollen
Wie die Kritik „Minions & Monster“ sieht
Meine 7,4 liegen im Rahmen dessen, was die Kolleginnen und Kollegen vergeben. Bei Rotten Tomatoes sind 89 Prozent von 183 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 75 Prozent. Metacritic kommt auf 70 von 100 aus 30 Kritiken. Filmstarts vergibt 3,5 von 5 Sternen, epd Film 3 von 5. Stand der Werte: 30. September 2026.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Der Tonfilm als Karriereende der Minions: eine Regel, die die Geschichte trägt
- Nachgestellte Stummfilm-Stunts mit perfektem Timing
- John Powells klassischer Orchesterscore
- Übersichtlich animiertes Monsterfinale
Dagegen
- Im Mittelteil werden die Minions wieder zu Sidekicks
- Die Liebesgeschichte zwischen Dort und Debbie bringt nichts
- Das Finale endet in der üblichen großen Schlacht
Die Minions sprechen kein verständliches Wort. Der Film macht daraus eine Geschichte über den Tonfilm, und das ist plietsch.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Minions & Monster?
Verfügbarkeit DEStand 18.10.2026: Minions & Monster ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 3,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Stand 18.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- Henry / James / Ed / Dick / The MinionsPierre Coffin
- Allison Janney
- Christoph Waltz
- Jeff Bridges
- Jesse Eisenberg


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