„Bagman“ bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 3,4 von 10. Colm McCarthy nimmt eine alte Kinderschreck-Legende, einen Mann, der Kinder in seinen Sack steckt, und macht daraus anderthalb Stunden, in denen fast nichts unheimlich ist. Der Anfang verspricht Stimmung, der Rest liefert laute Schocks und am Ende Erklärungen, die niemand gebraucht hätte.
Der Horrorfilm lief am 5. Dezember 2024 im Verleih von Leonine in den deutschen Kinos an, ist 92 Minuten lang und ab 16 Jahren freigegeben. Wer Sam Claflin mag oder einen anspruchslosen Gruselabend auf dem Sofa sucht, kann es versuchen. Wer Horror sucht, der nachwirkt, findet hier nichts.
3,4 von mir. Bagman beginnt mit Stimmung und einer starken Puppe, verliert sich dann aber in lauten Schocks, langen Trauma-Gesprächen und einem Finale, das sein Monster gleich mehrfach erklärt. Sam Claflin spielt müde, der Film bleibt es auch. Auslassen, außer man sucht einen anspruchslosen Gruselabend auf dem Sofa.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionWorum es geht
Patrick McKee (Sam Claflin) kehrt mit seiner Frau Karina (Antonia Thomas) und dem gemeinsamen Sohn Jake in die Stadt seiner Kindheit zurück. Dort erzählt man sich vom Bagman, einer Gestalt, die Kinder holt. Patrick ist ihm als Junge begegnet, glaubt er, und jetzt scheint die Gestalt zurück zu sein, diesmal für seinen Sohn. Der Film lässt lange offen, ob Patricks Angst Trauma oder Wirklichkeit ist.
Die ersten Minuten
Die sind gut. Selbst Christoph Petersen, der bei Filmstarts sonst wenig Gutes findet, lobt die Eröffnung und ihr Sounddesign. Das kann ich unterschreiben: Bevor man etwas sieht, hört man es, und das ist die richtige Reihenfolge. Petersen hebt außerdem eine mechanische Puppe mit tränenden Augen als stärkstes Stück Ausstattung hervor. Auch das stimmt. Man merkt an solchen Stellen, dass McCarthy, der mit „The Girl with All the Gifts“ einen der besseren britischen Endzeit-Horrorfilme gedreht hat, ein Gespür für Bilder hat.
Dann passiert zu wenig, und das zu laut
Was danach kommt, ist das, was ich am wenigsten verzeihe. Wo der Film Unbehagen aufbauen könnte, setzt er einen Schreck. Petersen nennt das eine simple Jumpscare-Parade, und genau so fühlt es sich an: Stille, Knall, Musik, nächste Szene. Kein einziger dieser Momente hat bei mir länger als zwei Sekunden gehalten. Dazwischen reden die Figuren in langen Gesprächen über Patricks Trauma, ohne dass es greifbarer wird. Sam Claflin spielt den Vater gedrückt und müde, und das ist vermutlich richtig gemeint. Auf neunzig Minuten trägt es nicht.
Das Schlimmste kommt am Schluss. Rahel Schmitz-Beckers bemerkt bei kino-zeit, dass der Film seinem Monster lange jede Erklärung verweigert und im letzten Akt dann gleich mehrere hintereinander nachreicht. Ein Monster, das man erklärt bekommt, verliert alles, was es unheimlich gemacht hat. Hier war ohnehin nicht viel da, aber auch das geht noch verloren.
Wie die Kritik „Bagman“ sieht
Überwiegend ablehnend. Filmstarts vergibt 1,5 von 5 Sternen und nennt den Film einen besonders drögen Grusel-Horror von der Stange. kino-zeit spricht von einer spannungsarmen Gruselstunde, die eher etwas fürs Streaming sei, und zieht den Vergleich zu Stephen Kings „Es“, dessen Kinderschreck-Motiv Es (2017) deutlich wirkungsvoller umsetzt. Bei Rotten Tomatoes sind nur sieben Kritiken erfasst, davon eine positiv, das Publikum liegt bei 36 Prozent. Metacritic führt noch keinen Gesamtwert. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.
Meine 3,4 liegt im Konsens. Unsere WatchGuide-Empfehlung zu „Bagman“: auslassen. Wer eine Familie im Haus ihrer Kindheit und einen Schrecken sucht, der über die Generationen weitergereicht wird, findet das in anderen Filmen besser erzählt. Mehr Horror nach Spielarten sortiert steht in unserer Horror-Übersicht.
Wer mitspielt
- Sam Claflin als Patrick McKee
- Antonia Thomas als Karina McKee
- Caréll Vincent Rhoden als Jake McKee
- Will Davis als Bagman
- Steven Cree als Liam McKee
- William Hope als Chief Isaacs
- Sharon D. Clarke als Barbara
- Frankie Corio als Emily
Regie: Colm McCarthy. Drehbuch: John Hulme.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Starke Eröffnung mit gutem Sounddesign
- Die mechanische Puppe als Ausstattungsidee
Dagegen
- Schreckmomente statt Unbehagen
- Lange Gespräche, in denen das Trauma nicht greifbar wird
- Das Finale erklärt das Monster zu Tode
Ein Monster, das man erklärt bekommt, verliert alles, was es unheimlich gemacht hat.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Bagman?
Verfügbarkeit DEStand 19.10.2026: Bagman läuft im Abo bei Prime Video, mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 4,99 €.
Stand 19.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- Patrick McKeeSam Claflin
- Karina McKeeAntonia Thomas
- Young Jake McKeeCaréll Vincent Rhoden
- BagmanWill Davis
- Anna LoganAdelle Leonce


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