Poster zum Film 28 Years Later: Am stärksten, wenn der Film still wird

28 Years Later: Am stärksten, wenn der Film still wird (2025)

Film · Horror, Thriller · 2025 · 115 Min.

Von , aktualisiert am 1. Oktober 20264 Minuten LesezeitSo arbeiten wir

28 Years Later bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 7,5 von 10. Danny Boyle und Alex Garland kehren zu ihrer Seuche zurück und machen daraus etwas Seltsameres als einen Zombiefilm: eine Geschichte über einen Jungen, seine Eltern und einen Arzt, der aus Knochen ein Denkmal baut. Wo der Film still wird, ist er stark. Wo er zu viel auf einmal will, zerfällt er in Einzelteile.

Der Film lief am 19. Juni 2025 im Verleih von Sony Pictures in den deutschen Kinos an, ist 115 Minuten lang und ab 18 Jahren freigegeben. Wer 28 Days Later kennt und Horror als Unbehagen mag, sollte ihn sehen. Wer einen reinen Rennen-und-Schreien-Film erwartet, wird an manchen Stellen ungeduldig.

Kurz gesagt

7,5 von mir. Danny Boyle macht aus seiner Seuche einen seltsamen, oft stillen Film über einen Jungen und einen Arzt, der aus Knochen ein Denkmal baut. Die Archiv-Montagen und das abrupte Ende kosten Punkte. Wer Horror als Unbehagen mag, sollte ihn sehen und danach mit The Bone Temple weitermachen.

Quellen & Einordnung

Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.

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von WatchGuide-Redaktion
1

Worum es geht

Fast drei Jahrzehnte nach dem Ausbruch des Rage-Virus lebt eine kleine Gemeinschaft auf einer Insel vor der Küste Nordenglands, mit dem Festland nur über einen Damm verbunden, der bei Flut unter Wasser liegt. Jamie (Aaron Taylor-Johnson) nimmt seinen zwölfjährigen Sohn Spike (Alfie Williams) zum ersten Mal mit hinüber, auf eine Art Mutprobe. Spikes Mutter Isla (Jodie Comer) ist krank, und auf dem Festland soll es einen Arzt geben: Dr. Kelson, gespielt von Ralph Fiennes. Mehr sollte man vorher nicht wissen.

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Was passiert, wenn nichts passiert

Die stärksten Minuten dieses Films haben keine Infizierten. Sie gehören Kelson und seinem Beinhaus, einem Tempel aus den Knochen der Toten, Menschen wie Infizierte. Das ist kein Schauplatz für einen Schreck. Es ist ein Ort, an dem der Film innehält und den Zuschauer mit der Frage allein lässt, was man den Toten schuldet. Fiennes spielt das ruhig, fast heiter, und genau das macht es unheimlich. Mir wurde in diesen Szenen kälter als bei jeder Verfolgungsjagd.

Gedreht hat Anthony Dod Mantle zu großen Teilen mit iPhones, im sehr breiten Format 2,76 zu 1. Diese Breite nutzt der Film für Landschaft, in der ein Mensch sehr klein aussieht. Thomas Abeltshauser beschreibt bei epd Film die Ästhetik der iPhone-Szenen als sehr unmittelbar. Das stimmt. Man steht näher an den Dingen, als einem lieb ist.

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Ton vor Bild

Die Musik stammt von der schottischen Band Young Fathers. Sie klingt nicht wie Horrormusik, und das ist eine gute Entscheidung, weil sie einem nicht vorschreibt, wann man sich fürchten soll. Weniger gelungen finde ich die Montagen, in die Boyle Archivaufnahmen von Kriegen und Szenen aus Laurence Oliviers „Heinrich V.“ von 1944 schneidet. Die Idee dahinter verstehe ich: Eine abgeschnittene Insel baut sich ihre Heldengeschichten aus Fetzen. Im Kino aber reißen diese Einschübe mich jedes Mal aus dem Bild, das der Film gerade so geduldig aufgebaut hat.

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Wo der Film zerfällt

epd Film nennt das Ergebnis „Stückelei“: Folk Horror, Familiendrama, Splatter, Kritik an Patriarchat und Rollenbildern, alles ist da, aber es fügt sich nicht zu einem Ganzen. Ich sehe es etwas milder, weil die Einzelteile oft gut sind. Aber der Film traut seiner leisen Mitte nicht ganz. Er schiebt immer wieder Lautes dazwischen, und die letzten Minuten schalten in einen ganz anderen Ton um, der erst in der Fortsetzung eingelöst wird. Wer danach unzufrieden aus dem Kino kommt, hat nicht unrecht. Ich bin es nur weniger, weil ich weiß, wofür ich bleibe.

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Wie die Kritik 28 Years Later sieht

Das Echo ist überwiegend positiv, die deutsche Fachkritik ist zurückhaltender. Filmstarts vergibt 4 von 5 Sternen und lobt den inszenatorischen Einfallsreichtum, merkt aber an, dass der Film dem Endzeit-Genre inhaltlich nichts grundlegend Neues hinzufügt. epd Film gibt 3 von 5 Sternen. Bei Rotten Tomatoes sind 88 Prozent von 399 Kritiken positiv, das Publikum liegt nur bei 63 Prozent. Metacritic kommt auf 77 von 100 aus 56 Kritiken. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.

Meine 7,5 liegt auf der Linie der Mehrheit. Sie gilt vor allem Kelson, Fiennes und einem Mut zur Stille, den man in dieser Reihe nicht erwartet. Unsere WatchGuide-Empfehlung zu 28 Years Later: ansehen, aber mit Geduld, und danach gleich mit 28 Years Later: The Bone Temple weitermachen, wo die leisen Fäden dieses Films besser zusammenlaufen. Mehr nach Spielart sortiert steht bei unserem Horror nach Sub-Genres.

Bewertung

Bisherige Einschätzung

Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung

Story6,5
Schauspiel8,5
Effekte7,5
Ton8,0

Dafür

  • Ralph Fiennes als Kelson und das Beinhaus sind das Herz des Films
  • Young Fathers schreiben keine Horrormusik und gewinnen damit
  • Das breite Bildformat macht Menschen in der Landschaft klein
  • Der Film traut sich lange stille Passagen

Dagegen

  • Archiv-Montagen reißen aus dem Bild
  • Viele Ideen, die sich nicht zu einem Ganzen fügen
  • Die letzten Minuten wechseln abrupt den Ton
Die stärksten Minuten dieses Films haben keine Infizierten. Sie gehören einem Arzt und seinem Tempel aus Knochen.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
7,5 von mir. Danny Boyle macht aus seiner Seuche einen seltsamen, oft stillen Film über einen Jungen und einen Arzt, der aus Knochen ein Denkmal baut. Die Archiv-Montagen und das abrupte Ende kosten Punkte. Wer Horror als Unbehagen mag, sollte ihn sehen und danach mit The Bone Temple weitermachen.

Wer streamt 28 Years Later?

Verfügbarkeit DE

Stand 25.10.2026: 28 Years Later läuft im Abo bei RTL+. Leihen oder Kaufen geht ab 0,99 €.

Stand 25.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr

Besetzung

10 Rollen
  • IslaJodie Comer
  • SpikeAlfie Williams
  • JamieAaron Taylor-Johnson
  • Dr. Ian KelsonRalph Fiennes
  • Erik SundqvistEdvin Ryding
  • SamChristopher Fulford
  • JennyStella Gonet
  • SamsonChi Lewis-Parry
  • Jimmy CrystalJack O'Connell
  • Young JimmyRocco Haynes

FAQ zu 28 Years Later: Am stärksten, wenn der Film still wird

Muss ich 28 Days Later und 28 Weeks Later kennen?
Nein. 28 Years Later spielt fast drei Jahrzehnte nach dem ersten Ausbruch und erzählt mit neuen Figuren. Wer 28 Days Later kennt, versteht aber besser, was die Insel-Gemeinschaft so abgeschottet hat.

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1 Kommentar

Varagard

Ey ich habe da so Bock drauf, denn die „28“ Filme waren doch recht unterhaltsam. Zumindest habe ich sie als „gut“ in Erinnerung. Müsste ich mir eigentlich mal wieder anschauen, bevor ich mich dann mal den „28 Jahren“ widme.

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