Evil Dead Burn bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 7,0 von 10. Das ist mehr, als die meisten Kolleginnen und Kollegen geben, und ich weiß genau, warum. Sébastien Vaniček nimmt sich Zeit für eine Familie, bevor sie zerfällt, und genau diese Zeit werfen ihm viele vor. Für mich ist sie der Grund, warum die Gewalt danach trifft. Was ich ihm nicht verzeihe, ist das Finale. Da wird aus einem grauen, schweren Film plötzlich Computerfeuer.
Am 9. Juli 2026 ist der Film im Verleih von Sony Pictures in den deutschen Kinos gestartet, seit August gibt es ihn auch digital zum Leihen und Kaufen. Laufzeit 111 Minuten, freigegeben ab 18 Jahren. Wer Horror mag, der sich erst in einer Familie einnistet und dann zuschlägt, sollte ihn sehen. Wer vom Namen Evil Dead vor allem Slapstick und Bruce Campbell erwartet, wird enttäuscht.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionEin Haus voller Trauer, bevor es ein Haus voller Deadites ist
Alice, gespielt von Souheila Yacoub, kommt nach dem Tod ihres Mannes zu dessen Familie auf ein abgelegenes Anwesen. Die Schwiegermutter Susan, der Schwager Joseph, die Großmutter Polly. Joseph hat mit einem alten Buch herumgespielt, und dann wird einer nach dem anderen zum Deadite.
Das klingt nach Schema. Ist es nicht ganz. Vaniček lässt die Familie lange eine Familie sein, mit allem, was da schon vorher faul war. Stefan Geisler schreibt bei Filmstarts, das Familiendrama hänge wie ein Klotz am Bein und bremse das Tempo. Ich lese dieselbe Stelle andersherum. Ohne diese Minuten wäre jede Verwandlung nur ein Effekt. Mit ihnen verliert Alice jedes Mal einen Menschen, mit dem sie gerade noch am Tisch saß.
Grau, und dann Feuer
Der Film hat fast keine Farbe. Entsättigtes Grau, viel Dunkel, und dazwischen Flammen. Filmstarts liest das als Blick in Alices Zustand, bei kino-zeit beschreibt Stephan Fasold eine durchgehend graue Bildsprache, die nur von Feuer unterbrochen wird. Beides stimmt. Das Bild friert, und der Titel hält, was er verspricht.
Die Kamera führt Philip Lozano. Filmstarts nennt eine One-Shot-Sequenz phänomenal und zählt sie zum Besten der ganzen Reihe. Ich auch. Da wird nicht geschnitten, wo man fliehen möchte, und genau das macht sie so unangenehm.
Die Szene am Esstisch
Die stärkste Passage ist für mich kein Angriff, sondern ein Abendessen. Fasold beschreibt bei kino-zeit, wie ein Dämon am Tisch immer mehr die Kontrolle übernimmt, während Messer und Korkenzieher von Hand zu Hand gehen. Das ist Evil Dead als Kammerspiel. Nichts springt. Alles wartet. Mir wurde da unwohler als bei jedem Blutschwall danach.
Kino-zeit liest den ganzen Film als Bild für Alices Befreiung aus einer gewalttätigen Beziehung. Das trägt, und es erklärt, warum die Trauer am Anfang so ambivalent ist.
Souheila Yacoub, und eine Großmutter, die man nicht vergisst
Yacoub, die Shishakli aus „Dune: Part Two“, spielt Alice ohne Heldinnenpose. Sie ist müde, misstrauisch, und dann hart. Hunter Doohan, bekannt als Tyler aus „Wednesday“, gibt Joseph, Tandi Wright die Schwiegermutter Susan, Luciane Buchanan spielt Thya. Maude Davey als Großmutter Polly bringt die wenigen komischen Momente, die der Film sich erlaubt.
Was mich rausgeworfen hat
Der Film ist brutal. Filmstarts nennt ihn den brutalsten Teil der Reihe, die FSK hat ihn erst ab 18 freigegeben, und die handgemachten Effekte sind hervorragend. Aber die Gewalt kommt in einzelnen Ausbrüchen, sie steigert sich nicht. Nach dem dritten Ausbruch weiß man, wie der vierte aussieht.
Und dann das Finale. Beide deutschen Kritiken bemängeln schwache Computereffekte am Ende, Filmstarts dazu einen belanglosen Schauplatz. Genau da ist mir der Film entglitten. Ein Film, der seine Stärke aus Stille, Grau und echten Körpern zieht, braucht am Schluss kein digitales Spektakel. Das Monster zu zeigen, war noch nie die Stärke dieser Reihe.
Humor, wie ihn Sam Raimi in Tanz der Teufel und vor allem in Teil zwei hatte, gibt es fast nicht. Mich stört das weniger als Filmstarts. Aber wer Evil Dead wegen der Groteske liebt, sollte das wissen.
Wie die Kritik Evil Dead Burn sieht
Mit meiner 7,0 liege ich klar über dem Schnitt, und das ist Absicht. Bei Rotten Tomatoes sind 70 Prozent von 207 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 74 Prozent. Metacritic kommt auf 54 von 100, also gemischt. Filmstarts gibt 3 von 5 Sternen. Die meisten stören sich an der Familie. Ich nicht. Stand der Werte: 30. September 2026.
Wer nach Burn noch mehr Familie im Horror sucht, landet bei Hereditary von Ari Aster, und danach vielleicht bei Hereditary Ende erklärt. Besessenheit im Freundeskreis statt in der Familie zeigt Talk to Me. Mehr gibt es in unserem Horror-Bereich.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Die Familie bekommt Zeit, bevor sie zerfällt
- Entsättigtes Grau, nur von Feuer unterbrochen
- Die One-Shot-Sequenz gehört zum Besten der Reihe
- Souheila Yacoub spielt Alice ohne Heldinnenpose
- Handgemachte Effekte
Dagegen
- Das Finale kippt in schwache Computereffekte
- Die Gewalt kommt in Ausbrüchen, sie steigert sich nicht
- Kaum Humor für eine Reihe, die von der Groteske lebt
Ohne die Minuten mit der Familie wäre jede Verwandlung nur ein Effekt. Mit ihnen verliert Alice jedes Mal einen Menschen, mit dem sie gerade noch am Tisch saß.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Evil Dead Burn?
Verfügbarkeit DEStand 19.10.2026: Evil Dead Burn läuft im Abo bei Netflix. Leihen oder Kaufen geht ab 1,99 €.
Stand 19.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- AliceSouheila Yacoub
- SusanTandi Wright
- JosephHunter Doohan
- ThyaLuciane Buchanan
- Edgar PriceErroll Shand


Diskutiere mit