Die Kritik
von TribunAm 20. Februar 2026 startet The Dreadful in den deutschen Kinos – und bringt zwei Game of Thrones-Stars in einem Gothic-Horror-Alptraum zusammen, der im düsteren 15. Jahrhundert spielt. Sophie Turner und Kit Harington, die acht Staffeln lang Halbgeschwister Sansa und Jon Snow waren, spielen diesmal Liebende. Klingt weird? Fanden die beiden selbst auch. Turner nannte die Kussszenen „vile“, Harington sagte „f**king weird“ – und genau diese Unbehaglichkeit könnte dem Film zugutekommen.
Quick Answer: Lohnt sich The Dreadful?
Kurze Antwort: Für Game of Thrones-Fans und Gothic-Horror-Liebhaber definitiv einen Blick wert. Die Prämisse – inspiriert vom japanischen Kultfilm Onibaba (1964) – verspricht atmosphärischen Folk-Horror statt billiger Jump-Scares.
Für wen geeignet: Fans von langsam brennendem Horror à la The Witch, Liebhaber mittelalterlicher Settings, Game of Thrones-Nostalgiker, Arthouse-Horror-Enthusiasten.
Nicht geeignet für: Wer schnellen Slasher-Horror erwartet, wem 94 Minuten atmosphärischer Aufbau zu langsam sind, wer die Jon-Sansa-Dynamik nicht aus dem Kopf bekommt.
Meine Einschätzung: Die Kombination aus Regisseurin Natasha Kermani, der Cornwall-Kulisse und zwei Hauptdarstellern, die sich blind vertrauen – das hat Potenzial. Ob’s funktioniert? Erst im Kino.
Worum geht es in The Dreadful?
The Dreadful spielt während der Rosenkriege im 15. Jahrhundert und folgt Anne (Sophie Turner) und ihrer Schwiegermutter Morwen (Marcia Gay Harden), die am Rand der Gesellschaft ein karges Leben fristen. Als Jago (Kit Harington) aus dem Krieg zurückkehrt – ein Mann aus ihrer Vergangenheit – setzt er eine Kette von Ereignissen in Gang, die alles verändern wird.
Okay, lass mich das aufdröseln. Wir haben also: Mittelalter, Frauen allein am Rande der Zivilisation, ein mysteriöser Rückkehrer, und – hier wird’s interessant – einen geheimnisvollen Ritter, der einen Fluch auslöst. Das klingt nach klassischem Folk-Horror mit japanischen Einflüssen. Regisseurin Kermani hat sich explizit von Kaneto Shindōs Onibaba inspirieren lassen [IMDb]. Wer den Klassiker von 1964 kennt, weiß: Das wird kein gemütlicher Abend.
Die Rosenkriege als Kulisse sind clever gewählt – oder war’s vielleicht einfach naheliegend nach Game of Thrones? Egal. Das Setting bietet jedenfalls genug historisches Grauen, ohne dass man übernatürliche Elemente bräuchte. Dass der Film trotzdem auf einen Fluch setzt, zeigt ambitionierte Ambitionen. Hoffentlich übernimmt er sich nicht.
Wer spielt in The Dreadful mit?
Sophie Turner übernimmt die Hauptrolle der Anne, Kit Harington spielt den Kriegsheimkehrer Jago, und Oscar-nominierte Marcia Gay Harden (Mystic River, Pollock) komplettiert das Trio als undurchsichtige Schwiegermutter Morwen. Dazu kommen Laurence O’Fuarain und Jonathan Howard in noch unbekannten Rollen.
Turner und Harington kennen sich. Sehr gut sogar. Acht Jahre Game of Thrones hinterlassen Spuren – im besten Sinne. Regisseurin Kermani schwärmte gegenüber Variety: „Ihre Freundschaft und Chemie ist unmöglich zu übersehen und einer meiner Lieblingsaspekte des Films.“ („Their friendship and chemistry is impossible to miss and one of my favorite aspects of the film.“)
Was mich optimistisch stimmt: Turner hat Harington persönlich für die Rolle empfohlen. Das zeigt Vertrauen. Nach allem, was ich über die Dreharbeiten gelesen habe, hatten beide trotz der – naja – ungewöhnlichen Rollenkonstellation sofort ihre alte Dynamik wieder [Deadline].
Marcia Gay Harden als Schwiegermutter? Könnte der heimliche Star werden. Die Frau kann Autorität und Bedrohlichkeit spielen wie wenige andere.
Wer führt bei The Dreadful Regie?
Natasha Kermani schreibt und inszeniert The Dreadful – ihr bisher größtes Projekt. Bekannt wurde sie durch Genre-Beiträge wie Lucky (2020) und Imitation Girl (2017), die ihr einen Ruf als stilsichere Horror-Autorin einbrachten.
Kermani ist keine Anfängerin, aber auch kein Household Name. Lucky bekam auf Festivals ordentliche Kritiken, blieb aber unter dem Radar. The Dreadful könnte ihr Durchbruch werden – oder halt nicht. Das Onibaba-Vorbild ist mutig. Der japanische Film von 1964 ist langsam, atmosphärisch dicht, psychologisch verstörend. Nichts für Netflix-Scroll-Gewohnheiten.
Ob Kermani den Spagat zwischen Arthouse-Anspruch und kommerziellem Horror hinkriegt? Schwer zu sagen. Lionsgate als Vertrieb spricht eher für Mainstream-Ambitionen. Mal sehen, welche Version im Schneideraum gewonnen hat.
Wie wurde The Dreadful produziert?
Die Dreharbeiten fanden bis November 2024 in Cornwall statt – einer Region, die mit ihrer zerklüfteten Küste und dem rauen Klima wie geschaffen ist für Gothic-Horror. Produziert wurde der Film von Black Magic, Redwire Pictures/Tunnel (Luke Daniels) und Storyboard Media (Patrick Muldoon, Patrick Hibler).
Cornwall als Drehort. Clever. Die Landschaft dort sieht aus, als hätte jemand alle Gruselfilm-Locations in einen Mixer geworfen – Klippen, Nebel, verfallene Bauernhöfe. Wer schon mal dort war, weiß: selbst bei Sonnenschein fühlt sich alles irgendwie unheimlich an.
Turner fungiert auch als Produzentin – ihr erstes größeres Projekt in dieser Rolle. Das Announcement kam im Februar 2024 auf dem European Film Market [Deadline], seit Januar 2025 befindet sich der Film in der Post-Production. Die 94 Minuten Laufzeit sind für Horror solide – nicht zu kurz für Atmosphäre, nicht zu lang für Langeweile.
Was macht das Game of Thrones-Wiedersehen besonders?
Sophie Turner und Kit Harington spielten acht Staffeln lang die Stark-Halbgeschwister Sansa und Jon Snow – eine der emotionalsten Beziehungen der Serie. In The Dreadful sind sie nun Liebende, was beide öffentlich als „weird“ und „awkward“ beschrieben haben.
Hier muss ich kurz persönlich werden. Als jemand, der Game of Thrones von Anfang an geschaut hat – ja, auch die umstrittenen letzten Staffeln – weiß ich genau, warum das seltsam ist. Sansa und Jon waren Familie. Punkt. Die Vorstellung, die beiden knutschend zu sehen… naja.
Turner erzählte bei Seth Meyers, dass sie und Harington bei der ersten Kussszene „würgend“ reagierten. Harington nannte die Casting-Entscheidung im Interview „f**king weird“. Und ehrlich? Diese Meta-Ebene könnte dem Film helfen. Das Unbehagen der Schauspieler könnte sich in eine authentische On-Screen-Spannung übersetzen.
Gleichzeitig: Die beiden sind Profis. Und ihre Freundschaft ist echt. Harington sagte, es fühlte sich an „wie Familie wiederzusehen“ – nur halt mit Kusszwang. Kompliziert.
Was ist Onibaba und warum ist der Vergleich wichtig?
Onibaba ist ein japanischer Schwarz-Weiß-Film von 1964, Regie Kaneto Shindō. Er erzählt von zwei Frauen, die während der Sengoku-Periode Samurai töten und ihre Rüstungen verkaufen – bis eine dämonische Maske ihr Leben verändert. Turner bestätigte gegenüber Collider, dass The Dreadful davon inspiriert ist.
Onibaba. Kenne ich. Hab den 2003 auf irgendeinem Festival gesehen, glaube Fantasy Filmfest oder sowas – die Details sind verschwommen, der Eindruck nicht. Der Film ist langsam, fast meditativ, dann plötzlich brutal. Das hohe Sumpfgras, die zwei Frauen, die nächtlichen Jagden… verstörend gut.
Wenn Kermani auch nur einen Bruchteil dieser Atmosphäre einfängt, könnte The Dreadful etwas Besonderes werden. Das Rosenkriege-Setting bietet ähnliches Potenzial: Frauen am Rand der Gesellschaft, eine Welt voller Gewalt, das Übernatürliche als Metapher für das Monströse im Menschen. Klingt prätentiös? Vielleicht. Aber Onibaba hat bewiesen, dass es funktionieren kann.
Die vollständige Besetzung von The Dreadful
Sophie Turner als Anne – die Protagonistin, gefangen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Kit Harington als Jago – der Kriegsheimkehrer, dessen Rückkehr alles verändert. Marcia Gay Harden als Morwen – Annes Schwiegermutter mit eigener Agenda.
- Sophie Turner (Anne) – bekannt als Sansa Stark in Game of Thrones, Jean Grey in den X-Men-Filmen
- Kit Harington (Jago) – Jon Snow aus Game of Thrones, zuletzt in Eternals
- Marcia Gay Harden (Morwen) – Oscar für Pollock, nominiert für Mystic River
- Laurence O’Fuarain – bekannt aus The Witcher: Blood Origin
- Jonathan Howard – Nebenrollen in Thor: The Dark Kingdom, Godzilla
Wissenswertes über The Dreadful
- Geschwister-Romanze: Turner und Harington fanden ihre Liebesszenen „vile“ und „f**king weird“ – verständlich nach acht Jahren als Stark-Geschwister.
- Persönliche Empfehlung: Turner schlug Harington persönlich für die Rolle des Jago vor – Vertrauensbeweis nach Jahren der Zusammenarbeit.
- Onibaba-Einfluss: Der japanische Kultfilm von 1964 diente als Hauptinspiration für Kermanis Drehbuch.
- Cornwall-Atmosphäre: Die gesamte Produktion fand in der atmosphärisch dichten Küstenregion Englands statt.
- Turner als Produzentin: Dies ist Turners erstes großes Projekt als Executive Producer.
- R-Rating: Der Film erhielt in den USA ein R-Rating, was auf explizitere Horror-Elemente hindeutet.
Ähnliche Filme wie The Dreadful
Wer auf atmosphärischen Folk-Horror und mittelalterliche Settings steht, sollte sich diese Filme ansehen:
- The Witch (2015) – Robert Eggers‘ Debüt definierte Folk-Horror für eine neue Generation neu.
- Onibaba (1964) – Die direkte Inspiration für The Dreadful. Schwarz-Weiß-Meisterwerk aus Japan.
- Midsommar (2019) – Ari Asters sonnendurchfluteter Alptraum zeigt, dass Horror nicht dunkel sein muss.
- Black Death (2010) – Sean Bean im mittelalterlichen Pest-Horror. Unterschätzt.
- Game of Thrones (2011-2019) – Für alle, die Turner und Harington in ihrer ikonischsten Zusammenarbeit sehen wollen.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von Tribun — eine Person, ein begründetes Urteil.
Their friendship and chemistry is impossible to miss and one of my favorite aspects of the film.— aus der Wertung von Tribun
Besetzung
FAQ zu The Dreadful
Wann kommt The Dreadful in die deutschen Kinos?
Wie lange dauert The Dreadful?
Ab welchem Alter ist The Dreadful freigegeben?
Sind Sophie Turner und Kit Harington in The Dreadful ein Paar?
Wovon handelt The Dreadful?
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