28 Years Later: The Bone Temple bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 8,0 von 10. Nia DaCosta dreht den zweiten Teil der neuen Trilogie ruhiger und zugleich härter als Danny Boyle den ersten. Die Infizierten sind hier nicht mehr das Schlimmste. Das Schlimmste sind die Menschen, die übrig geblieben sind, und ein Arzt, der zwischen Knochen eine Art Frieden gefunden hat.
Der Film läuft seit dem 15. Januar 2026 im Verleih von Sony Pictures in den deutschen Kinos, 109 Minuten lang und ab 18 Jahren freigegeben. Wer 28 Years Later gesehen hat, sollte hingehen. Wer Horror vor allem als Schreckmoment mag, bekommt Gewalt, aber wenig Erlösung durch einen Knall.
8,0 von mir. Nia DaCosta macht aus der Fortsetzung einen ruhigeren und zugleich härteren Film: Das Grauen kommt von Jimmy Crystals Bande, das Herz liegt bei Ralph Fiennes und seinem Alpha-Infizierten Samson. Spike kommt dabei zu kurz, und nicht jede Entscheidung der Figuren ist verdient. Wer 28 Years Later gesehen hat und Horror als Unbehagen mag, sollte hingehen.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionZwei Männer, ein Tempel aus Knochen
Die Geschichte setzt direkt nach 28 Years Later an. Ralph Fiennes ist wieder Dr. Ian Kelson, der für die Toten der Seuche ein Beinhaus errichtet hat. Er baut eine Beziehung zu Samson auf, einem Alpha-Infizierten, gespielt von Chi Lewis-Parry, den er mit Morphium ruhigstellt. Parallel gerät der junge Spike (Alfie Williams) in die Bande von Jimmy Crystal, den Jack O’Connell spielt, und dort begegnet er Jimmy Ink (Erin Kellyman). Alex Garland hat das Drehbuch geschrieben, wie schon beim ersten Teil.
Mehr muss man vor dem Kino nicht wissen. Der Rest gehört dem Film.
Wo das Grauen sitzt
Mir wurde bei diesem Film nicht von den Infizierten unwohl. Mir wurde unwohl, wenn Jimmy Crystal und seine Leute im Bild stehen. Die Grausamkeit dieser Bande hat etwas Kindliches, und genau das macht sie unerträglich. Die Kritik bei epd Film spricht von einer von den Teletubbies inspirierten Grausamkeit. Das klingt albern. Im Kino ist es das nicht.
Und dann Kelson und Samson. Ein alter Mann und ein Wesen, das ihn eigentlich zerreißen müsste. Diese Szenen haben Zeit. Sie werden nicht erklärt, sie werden gehalten. Fiennes spielt das ohne jede Eitelkeit, und Lewis-Parry schafft es, einer Figur ohne Sprache ein Innenleben zu geben. Hier ist der Film am stärksten, weil er dem Zuschauer zutraut, selbst zu merken, was da zwischen den beiden entsteht.
Ton vor Bild
Die Musik hat Hildur Guðnadóttir geschrieben, die mit Chernobyl und Joker gezeigt hat, wie viel Angst in einem tiefen, langen Ton stecken kann. Sean Bobbitt führt die Kamera. Die epd-Kritik beschreibt die Bilder als von klassischer Malerei inspiriert, und das passt zu einem Film, der sein Grauen lieber ausleuchtet als hineinspringen lässt.
Zwei Popsongs setzt der Film sehr bewusst: Duran Durans „Rio“ und Iron Maidens „The Number of the Beast“. Das sind laute Entscheidungen. Mir ist das fast eine Spur zu gefällig, weil der Film sonst so gut darin ist, still zu bleiben. Aber es ist sein Recht, und es gehört zu diesem seltsamen Ernst, mit dem hier ein Mann zwischen Schädeln lebt.
Was mir fehlt
Spike verliert der Film zwischendurch aus dem Blick. Die Rezension bei kino-zeit nennt ihn einen entgeisterten Zuschauer in seiner eigenen Geschichte, und das trifft es. Die Beziehung zwischen Spike und Jimmy Ink hätte mehr Raum gebraucht. Und manche Entscheidungen der Figuren wirken eher so, als bräuchte das Drehbuch sie gerade. Das sind Kratzer. Den Film tragen sie nicht weg.
Cillian Murphy hat einen kurzen Auftritt, der auf den dritten Teil zielt. Wer seinetwegen ins Kino geht, sollte das wissen.
Wie die Kritik The Bone Temple sieht
Das Echo ist deutlich positiv. Bei Rotten Tomatoes sind 91 Prozent von 351 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 88 Prozent. Metacritic kommt auf 81 von 100 aus 58 Kritiken. Filmstarts vergibt 4 von 5 Sternen und lobt das Wechselspiel aus berührender Zombie-Buddy-Geschichte und nihilistischem Gore, epd Film ebenfalls 4 von 5. Stand der Werte: 30. September 2026.
Meine 8,0 liegt damit auf der Linie der Mehrheit. Der Grund ist bei mir aber ein anderer als der Gore: Ich bewerte diesen Film an seinen leisen Stellen, und davon hat er mehr, als man einer Fortsetzung dieser Reihe zutraut.
Wer die Vorgeschichte noch nicht kennt, beginnt mit unserer Seite zu 28 Years Later. Weitere Titel stehen bei unseren Horrorfilmen.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Ralph Fiennes und Chi Lewis-Parry tragen die stillsten und stärksten Szenen
- Jack O'Connells Jimmy Crystal ist unerträglich auf die richtige Art
- Hildur Guðnadóttirs Musik und Sean Bobbitts Bilder setzen auf Unbehagen statt Schreck
- Der Film traut sich Stille zu
Dagegen
- Spike gerät zwischendurch aus dem Blick
- Die Beziehung zwischen Spike und Jimmy Ink bekommt zu wenig Zeit
- Die beiden Popsongs sind laute Entscheidungen in einem sonst leisen Film
Das Grauen sitzt in diesem Film nicht bei den Infizierten. Es sitzt bei denen, die überlebt haben.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt 28 Years Later: The Bone Temple?
Verfügbarkeit DEStand 12.10.2026: 28 Years Later: The Bone Temple läuft im Abo bei Netflix, mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 5,99 €.
Stand 12.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
4 Rollen- Dr. Ian KelsonRalph Fiennes
- SpikeAlfie Williams
- Jimmy CrystalJack O'Connell
- SamsonChi Lewis-Parry


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