Poster zum Film Midsommar

Midsommar (2019)

Film · Horror, Drama · 2019 · 147 Min.

Von , aktualisiert am 8. Juni 20263 Minuten LesezeitSo arbeiten wir

Intern passt der Artikel direkt neben Hereditary, weil Ari Aster hier erneut Trauer, Beziehungsschmerz und religiös aufgeladene Bilder in Horror verwandelt. Gleichzeitig führt Midsommar stärker in Richtung Folk Horror und passt deshalb gut zum Horror-Hub, zu den besten Horrorfilmen und zu modernen Genretexten wie Longlegs.

Kurz vorweg, weil ihr es wissen wollt: Für mich ist das einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre, eine 8,3, und ich erkläre euch genau, warum dieser sonnige Albtraum so lange nachhallt.

Quellen & Einordnung

Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.

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von WatchGuide-Redaktion
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Warum ist Midsommar ein Horror-Anker?

Midsommar ist ein Horror-Anker, weil der Film Angst aus Nähe, Ritual und sozialem Druck zieht, während Dunkelheit fast nebensächlich wird. Viele Horrorfilme verstecken Bedrohung im Keller, im Wald oder im Schatten. Ari Aster stellt fast alles ins grelle Tageslicht. Genau dadurch entsteht dieses unangenehme Gefühl, dass nichts verborgen ist und trotzdem niemand die Gefahr richtig sehen will.

Die Handlung beginnt mit Dani, gespielt von Florence Pugh, und einer Beziehung, die bereits vor der Reise nach Schweden Risse hat. Christian, gespielt von Jack Reynor, nimmt sie mit zu einem Mittsommerfest, das nur alle 90 Jahre gefeiert wird. Was zunächst nach Anthropologie-Exkursion und abgelegenem Festival klingt, wird Schritt für Schritt zu einer Prüfung: für die Freundesgruppe, für Dani, für jede Idee von Nähe.

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Was macht Ari Asters Blick so unbequem?

Ari Aster macht in Midsommar Beziehungsschmerz sichtbar, bevor der eigentliche Horror voll greift. Am Anfang stehen Verlust, Abhängigkeit und emotionale Erschöpfung. Das ist wichtig, weil die spätere Gewalt aus Danis innerem Zustand heraus stärker wirkt. Sie ist verletzlich, aber nicht leer. Sie sucht Halt, und diese Suche macht sie manipulierbar.

Genau hier liegt die Verbindung zu Hereditary. Beide Filme behandeln Trauer als Körperzustand. Menschen tragen ihren Schmerz in Haltung, Atmung, Stimme und Entscheidungen. Midsommar verlegt diesen Schmerz in eine Gemeinschaft, die sich warm und offen gibt, während sie ihre eigenen Regeln erbarmungslos durchzieht.

  • Florence Pugh spielt Dani, deren Trauer und Beziehungskrise den emotionalen Kern des Films bilden.
  • Jack Reynor ist Christian, der als Partner weniger Halt gibt, als Dani bräuchte.
  • William Jackson Harper spielt Josh, dessen akademischer Blick auf das Ritualdorf wichtig für die Gruppendynamik ist.
  • Will Poulter bringt als Mark eine unruhigere, respektlosere Energie in die Reisegruppe.
  • Vilhelm Blomgren, Isabelle Grill und Gunnel Fred prägen die schwedische Gemeinschaft rund um das Fest.
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Für wen lohnt sich Midsommar heute?

Midsommar lohnt sich für Zuschauer, die Horror als Stimmung und Deutung lesen wollen. Der Film ist nicht kurz, nicht leicht und nicht besonders nett zu seinem Publikum. 148 Minuten sind eine Ansage, und der Film nimmt sich Zeit, bis aus Unbehagen Gewissheit wird. Das kann faszinieren oder nerven, je nachdem, wie viel Geduld man für Asters Methode mitbringt.

Im Horror-Cluster kann Midsommar außerdem mehrere interne Wege öffnen: zu A24-Horror, zu Folk Horror, zu Florence Pugh, zu Ari Aster und zu hellen Horrorfilmen, die ihre Schocks offen in den Raum stellen. Der Text sollte am Ende mehr leisten als ein schlichtes „gut“ oder „nicht gut“. Er sollte erklären, warum manche ihn als Befreiung lesen und andere als Albtraum mit Blumenkranz.

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Wenn dir Midsommar gefällt

Für ähnlich klugen, atmosphärischen Horror lohnen sich Talk to Me, das Prequel Pearl und der Slow-Burn It Follows. Alle drei arbeiten wie Aster mit Stimmung statt mit Schreckmomenten.

Bewertung

Bisherige Einschätzung

Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung

Bewertet von , die Wertung steht oben.

Dafür

  • Tageslicht-Horror, der ohne Dunkelheit unter die Haut geht
  • Florence Pugh spielt Trauer schmerzhaft körperlich
  • Sounddesign und Bildkomposition auf Arthouse-Niveau

Dagegen

  • 148 Minuten verlangen echte Geduld
  • einzelne Gewaltspitzen sind hart
  • wer schnelle Schreckmomente sucht, geht leer aus
Ich habe Midsommar zum ersten Mal an einem hellen Sommernachmittag gesehen, und das war ein Fehler, weil der Film einem genau das Gefühl nimmt, dass Helligkeit Sicherheit bedeutet. Ari Aster baut seinen Schrecken nicht aus Dunkelheit, sondern aus einer Gemeinschaft, die lächelt, während sie dich vereinnahmt, und Florence Pugh trägt Danis Trauer so offen vor sich her, dass ich ihr das furchtbare Finale fast gönne. Kein Film für nebenbei, lang und stellenweise brutal, und trotzdem einer der wenigen Horrorfilme der letzten Jahre, die tagelang in mir weitergearbeitet haben. 8,3 von mir, mit Nachdruck.

Wer streamt Midsommar?

Verfügbarkeit DE

Stand 14.10.2026: Midsommar läuft im Abo bei MagentaTV. Leihen oder Kaufen geht ab 3,99 €.

Stand 14.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr

Besetzung

5 Rollen
  • DaniFlorence Pugh
  • ChristianJack Reynor
  • JoshWilliam Jackson Harper
  • MarkWill Poulter
  • PelleVilhelm Blomgren

FAQ zu Midsommar

Ist Midsommar ein klassischer Horrorfilm?
Nein. Der Film ist Folk Horror mit Drama- und Mystery-Anteilen. Er arbeitet weniger mit dunklen Gängen und schnellen Schreckmomenten, stärker mit Ritual, Gruppendruck, Beziehungsschmerz und wachsendem Unbehagen.
Wie lang ist Midsommar?
Die Kinofassung läuft 148 Minuten. Die Länge verlangt etwas Geduld, trägt aber den Sog des Films.
Wie fällt die WatchGuide-Wertung aus?
NordNoir gibt Midsommar eine 8,3 von 10: großer, verstörender Folk-Horror mit einer herausragenden Florence Pugh, der nur etwas Geduld verlangt.

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1 Kommentar

Varagard
Varagard ★ 9.0

Das ist mal ein Horrorfilm der anderen Art. Der fängt so schön an und dann schlägt es um – *zack* mitten in die Fresse rein. Der hat mir richtig gut gefallen und ich war auch echt schockiert von mancher Szene. Da sind schon krasse Bilder bei und ist auch kein Film, den ich nur mal so schauen kann. Also dazu muss ich schon in der richtigen Stimmung sein.






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