Eine dämonisch besessene Wäschemangel. Robert Englund unter Kilogramm Prothesen. Tobe Hooper hinter der Kamera. 1,7 Millionen Dollar Einspielergebnis bei 8 Millionen Budget. The Mangler ist einer dieser Filme, bei denen man nicht weiß ob man lachen oder weinen soll. Ich gebe 5,3 von 10 und meine das als Kompliment. Für das was der Film sein will, ist er erstaunlich konsequent. Erstaunlich dumm. Erstaunlich unterhaltsam.
Stefan hat mich gefragt warum ich mir das antue. Gute Frage. Antwort: Weil Tobe Hooper 1974 Texas Chain Saw Massacre gemacht hat und ich jedem Regisseur, der DAS hinbekommen hat, mindestens einen zweiten Blick schulde. Auch wenn dieser zweite Blick auf eine mörderische Industriemaschine fällt. Stefan verdreht dann immer die Augen. Kubrick verdreht auf Stefans Schoss wahrscheinlich auch die Augen. Mir egal. Horror ist Horror, und manchmal ist der schlechteste Horror der ehrlichste.
4.5/10 Punkten für einen der absurdesten Stephen King Adaptionen überhaupt. Wenn du Camp, Trash und unfreiwillige Komik liebst, ist The Mangler ein Must-See. Alle anderen: Finger weg!
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionFreddy Krueger bedient die Waschmaschine
Robert Englund. Der Mann IST Freddy Krueger. In The Mangler spielt er Bill Gartley, den Chef einer heruntergekommenen Wäscherei in Maine, und er tut es unter so viel Make-up dass man ihn kaum erkennt. Beinschienen, Krücken, graue Haut, Zahnprothesen. Englund sieht aus wie jemand, der vor dreißig Jahren gestorben ist und es einfach nicht akzeptiert hat.
Und er spielt das mit einer Ernsthaftigkeit, die den Film rettet. Wo jeder andere Schauspieler die Augen verdreht hätte und „Cheque, please“ gedacht hätte, geht Englund all in. Er brüllt seine Arbeiterinnen an. Er humpelt durch dunkle Gänge. Er hat ein Geheimnis das mit Dämonen und Kinderopfern zu tun hat. Englund macht aus diesem Müll etwas, das man sich anschaut. Nicht weil es gut ist. Weil er gut ist.
Ted Levine, Buffalo Bill, ermittelt gegen eine Maschine
Ja. Ted Levine. Der Mann der in Silence of the Lambs „It puts the lotion in the basket“ gesagt hat. Hier spielt er Officer John Hunton, einen Polizisten der herausfindet dass die riesige Dampfmangel in Gartleys Wäscherei von einem Dämonen besessen ist und Menschen frisst.
Levine spielt das mit der gleichen stoischen Intensität wie Buffalo Bill, nur halt auf der richtigen Seite des Gesetzes. Sein Gesicht sagt die ganze Zeit: Ich weiß dass das hier Unsinn ist, aber ich ziehe es durch. Und genau das macht seine Performance sympathisch. Hunton ist ein Mann der eine dämonische Waschmaschine exorzieren muss und dabei so tut als wäre das ein normaler Dienstag.
Stephen King, eine Kurzgeschichte und viel zu viel Drehbuch
Die Vorlage ist aus Night Shift, Kings Kurzgeschichten-Sammlung von 1978. Gerade mal ein paar Seiten. King hat selbst in einer Industriewäscherei gearbeitet bevor er berühmt wurde, und seine Angst vor den Maschinen dort ist echt. Die Geschichte funktioniert als Kurzgeschichte, weil sie kurz ist. Ein Mann, eine Maschine, Blut, Ende.
Das Problem: Aus fünf Seiten King muss ein 106-Minuten-Film werden. Also haben die Drehbuchautoren einen Kult dazugeschrieben. Gartley und andere Geschäftsleute opfern ihre Töchter für Reichtum. Dämonen. Exorzismus. Und plötzlich ist aus einer gruseligen Kurzgeschichte über eine kaputte Maschine ein Gothic-Melodrama geworden, das nicht weiß was es sein will.
933.809 Dollar in der ersten Woche. Platz 17 der US-Charts. 1,7 Millionen Dollar Gesamteinspielergebnis bei geschätzten 8 Millionen Budget Box Office Mojo. Der Film hat weniger eingespielt als die Reinigungskosten der Wäscherei in der er spielt. Und dann kamen zwei Direct-to-Video-Sequels die NOCH schlechter waren.
Die Mangel. Das eigentliche Monster.
Die Star des Films ist die Maschine selbst. Eine riesige, dampfende, industrielle Wäschemangel die hin und wieder Menschen zwischen ihren Walzen zerquetscht. Das Ding sieht aus wie etwas das HR Giger nach einem schlechten Abendessen gezeichnet hätte. Rohre, Dampf, Zähne, Ketten. Hoopers Kameraarbeit macht die Mangel bedrohlicher als sie es sein dürfte.
Es gibt eine Szene, in der die Maschine eine Arbeiterin einsaugt, und Hooper zeigt das mit einer Langsamkeit die unangenehm ist. Nicht splattrig. Eher mechanisch. Die Walzen drehen sich, das Blut kommt, und die Kamera bleibt drauf. Für einen B-Film von 1995 ist das bemerkenswert gut gemacht. Hooper konnte Horror. Das hat er bei Texas Chain Saw bewiesen und er beweist es in Momenten auch hier, selbst wenn der Rest des Films auseinanderfällt.
Die Mangel faltet sich am Ende zusammen und kriecht durch die Wäscherei wie ein Metalltier. Ja. Das passiert wirklich. Die praktischen Effekte dafür sind gleichzeitig das Beste und das Absurdeste was ich je gesehen habe. Stefan hat an der Stelle aufgehört zuzuschauen. Ich hab applaudiert.
Camp. Und warum Camp manchmal reicht.
The Mangler ist Camp im reinsten Susan-Sontag-Sinne. Es ist so übertrieben, so ernst in seiner eigenen Absurdität, dass es eine eigene Schönheit entwickelt. Nicht ironisch. Nicht „so schlecht dass es gut ist“ im zynischen Sinne. Sondern: Diese Leute haben einen Film über eine mörderische Waschmaschine gedreht und GEMEINT.
Hooper hat in seinem Leben genug guten Horror gemacht um zu wissen was er hier tut. Er weiß dass die Prämisse verrückt ist. Er lehnt sich rein statt sich zu entschuldigen. Und Englund lehnt sich mit ihm rein. Die beiden zusammen auf einem Stephen-King-Fundament, das ist wie ein Dreigaengemenue aus den falschen Zutaten das trotzdem schmeckt. Irgendwie.
Drei Männer und eine Maschine
- Robert Englund als Bill Gartley: nicht wiederzuerkennen unter Prothesen, spielt den Fabrikbesitzer mit einer Boshaftigkeit die den Film trägt. Englund ohne Freddy-Make-up ist fast gruseliger als mit
- Ted Levine als Officer Hunton. Buffalo Bill ermittelt gegen eine Waschmaschine. Ich liebe diesen Satz
- Daniel Matmor: Mark Jackson, der esoterische Freund der den Exorzismus vorschlägt. Matmor spielt das mit einer Überzeugung die fast rührend ist
- Vanessa Pike als Sherry Ouelette, die junge Arbeiterin die alles ins Rollen bringt
- Jeremy Crutchley in einer Doppelrolle als Bestatter UND Fotograf. Warum? Weil Budget
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Bewertet von WatchGuide-Redaktion, die Wertung steht oben.
You're not dealing with a machine anymore. This thing... it's alive.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt The Mangler?
Verfügbarkeit DEStand 28.10.2026: The Mangler ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten.
Stand 28.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- Officer John HuntonTed Levine
- William 'Bill' GartleyRobert Englund
- Mark JacksonDaniel Matmor
- Sherry OueletteVanessa Pike
- J.J.J. Pictureman / MorticianJeremy Crutchley


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