Poster zur Serie El Juicio: Derbez lässt die Komödie hinter sich und klagt an

El Juicio: Derbez lässt die Komödie hinter sich und klagt an (2026)

Serie · Drama · 2026 · 1 Staffel

Von , aktualisiert am 23. September 20266 Minuten LesezeitSo arbeiten wir

El Juicio (2026) ist für mich die stärkste spanischsprachige Serie dieses Herbstes, und unsere WatchGuide-Wertung liegt bei 8,2. Eugenio Derbez spielt einen Vater, der nach dem Missbrauch seiner Tochter vor Gericht zieht, Pedro Alonso den Vater des Täters. Acht Folgen, kein Held, keine Erlösung.

Seit dem 11. September 2026 liegen alle Folgen bei Prime Video. Wer Gerichtsdramen mag, in denen das Urteil nicht die Antwort ist, hat hier acht Abende.

Quellen & Einordnung

Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.

Unsere Arbeitsweise und der Einsatz von KI

Unsere Einordnung

von WatchGuide-Redaktion
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Zwei Väter, und keiner von beiden ist der Böse

Die Anlage von El Juicio ist eine Zangenbewegung. Andrea Portillo, gespielt von Karla Gaytán, wird von dem Sohn eines einflussreichen Unternehmers missbraucht. Ihr Vater Miguel, gespielt von Eugenio Derbez, zieht vor Gericht. Huerta, gespielt von Pedro Alonso, setzt Geld und Beziehungen ein, um seinen Sohn Carlos herauszuhalten. Acht Folgen, die letzte 46 Minuten lang.

Derbez hat die Haltung dahinter beim Branchentreffen Iberseries in Madrid selbst benannt: „Es gibt keine absolut Guten und Bösen, sondern verschiedene Blickwinkel.“ Das ist als Drehbuchprinzip riskant, weil eine Missbrauchsgeschichte ohne klare Täterschaft schnell verharmlosend wirkt. Die Serie umgeht das, indem sie die Tat nie zur Streitfrage macht. Gestritten wird darüber, was ein Verfahren damit anstellt.

Genau da liegt die Stärke: Der Gegner ist nicht Huerta, sondern ein Apparat, in dem Geld Fristen verlängert, Gutachten bestellt und Zeugen müde macht. Für mich ist das die ehrlichere Zuspitzung als jeder Gerichtssaal-Schlagabtausch.

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Derbez ohne Netz

Eugenio Derbez war zwei Jahrzehnte lang der bekannteste Komiker Mexikos, international kennt man ihn aus CODA, dem Film, der 2022 den Oscar als bester Film gewann. Hier spielt er zum ersten Mal eine Rolle ohne jeden komödiantischen Ausweg, und er nimmt sich dabei auffällig zurück. Sein Miguel wird nicht laut, er wird langsamer, je länger das Verfahren dauert.

Das ist die Sorte Spiel, auf die ich achte: nicht der Ausbruch, sondern die Minuten davor. Derbez arbeitet mit Pausen, mit einem Blick, der zu lange am Aktendeckel hängt. Pedro Alonso, den halb Europa als Berlín aus Haus des Geldes im Kopf hat, spielt dagegen auffällig freundlich. Sein Huerta ist nie der Fiesling, er ist ein Mann, der Probleme regelt, und das macht ihn unangenehmer als jede Drohgebärde.

Karla Gaytán hat die schwerste Aufgabe, weil ihre Figur zwischen Beweismittel und Tochter zerrieben wird. Sie bekommt genug Raum, um beides zu sein, und das ist nicht selbstverständlich in einer Serie, die zwei Männer im Titel des Konflikts trägt.

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Drei Regisseure, ein Ton

Geschrieben und entwickelt hat die Serie Daniel Krauze, zuvor verantwortlich für Luis Miguel: La Serie, die ab 2018 bei Netflix lief. Inszeniert haben sie drei Leute: Roberto Sneider, Belén Macías und Jorge Michel Grau. Gedreht wurde unter anderem in Puebla. Bei drei Handschriften rechne ich normalerweise mit Brüchen, hier sind sie mir nicht aufgefallen.

Die Grundlage ist ein realer Fall, von dem der Journalist León Krauze, der Bruder des Serienschöpfers, Derbez noch vor der Pandemie erzählte. Daniel Krauze hat für das Drehbuch mit mehreren Betroffenen gesprochen. Die mexikanische Presse zieht seit dem Start Parallelen zum Fall der sogenannten Porkys aus Veracruz. Die Serie selbst nennt keinen Namen und adaptiert keinen einzelnen Prozess.

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Das Risiko, das sich nicht ganz auszahlt

Meine Einschränkung betrifft die Mitte. Acht Folgen für ein Verfahren bedeuten Wiederholung, und im Mittelteil erzählt die Serie vor allem vergehende Zeit, also Termine und Fristen. Inhaltlich ist das genau der Punkt, dramaturgisch bleibt die Spannung dort deutlich unter dem Auftakt.

Dazu kommt die Doppelperspektive. Sie ist der Grund, warum die Serie funktioniert, und zugleich die Stelle, an der sie sich selbst ausbremst: Jedes Mal, wenn Miguels Weg unerträglich wird, wechselt die Serie zu Huerta. Das nimmt Wucht heraus. Für mich ist das eine bewusste Entscheidung und kein Fehler, aber sie kostet zwei Zehntel in der Wertung.

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Wie El Juicio bei den Zahlen steht

Die Bewertungen sind noch dünn, deshalb nenne ich sie mit Stichprobe: IMDb führt 7,2 bei 249 Stimmen, TMDB 9,3 bei 43 Stimmen. Eine Kritikerwertung bei Rotten Tomatoes gibt es bisher nicht. Im WatchGuide-Kinokreis landet die Serie bei 8,2, und dieser Wert stammt aus der Sichtung, nicht aus dem Durchschnitt der anderen.

Wer deutsche Gerichtsserien mag, findet die Nachbarschaft bei uns unter Drama-Serien und Krimi-Serien. Unsere Rangliste der besten Anwaltsserien führt El Juicio noch nicht, weil sie Serien mit abgeschlossener Wirkung sammelt.

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Wer hier gegeneinander antritt

  • Eugenio Derbez als Miguel Portillo, der klagende Vater. Nach CODA von 2021 seine zweite Rolle, die nichts mit Comedy zu tun hat.
  • Pedro Alonso spielt Huerta, den Vater des Angeklagten. Für viele ist er immer noch Berlín aus Haus des Geldes, und er spielt bewusst dagegen an.
  • Karla Gaytán als Andrea Portillo
  • Íker Sánchez Solano: Carlos Huerta, der Sohn. Eine Rolle, die man nicht sympathisch spielen kann und auch nicht soll.
  • Héctor Jiménez als Joaquín Portillo
  • Sergio Gava als Agente MP, der Mann im Verfahren, an dem man die Behörde sieht

Bewertung

Bisherige Einschätzung

Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung

Story8,5
Schauspiel8,8
Ton7,5

Dafür

  • Derbez spielt zum ersten Mal ohne komödiantisches Netz und nimmt sich zurück
  • Pedro Alonso macht den Gegner freundlich statt fies
  • Die Tat bleibt unstrittig, gestritten wird über das Verfahren
  • Acht Folgen am Stück, kein Wochentakt

Dagegen

  • Zwei Folgen in der Mitte lassen Zeit vergehen, statt Druck aufzubauen
  • Die Doppelperspektive nimmt der Anklage Wucht
  • Die Bewertungslage ist mit 249 IMDb-Stimmen noch dünn
Der Gegner ist nicht der reiche Vater, sondern ein Apparat, der Geduld hat. Das ist die unangenehmste Form von Spannung, die ein Gerichtsdrama haben kann.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Ich bin mit wenig Erwartung reingegangen, weil Derbez für mich zwanzig Jahre lang der Mann für Comedy war. Nach zwei Folgen war das weg. Was hier trägt, ist nicht der große Auftritt im Gerichtssaal, sondern die Art, wie die Serie zeigt, dass ein Verfahren auch eine Methode sein kann, jemanden müde zu machen. Der Mittelteil zieht sich, sonst hätte es eine höhere Wertung gegeben. 8,2 von mir, und eine klare Empfehlung für alle, die Gerichtsdramen ohne Heldenmoment mögen.

Wer streamt El juicio?

Verfügbarkeit DE

Stand 16.10.2026: El juicio läuft im Abo bei Prime Video.

Im Abo enthalten 1
Prime VideoAbo UHD

Stand 16.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr

Staffeln & Folgen

aus der WatchGuide-Datenbank
S1Staffel 1· 8 Folgen · ab Sep. 2026▾
E01Folge 111.09.26
E02Folge 211.09.26
E03Folge 311.09.26
E04Folge 411.09.26
E05Folge 511.09.26
E06Folge 611.09.26
E07Folge 711.09.26
E08Folge 811.09.26

Besetzung

5 Rollen
  • MiguelEugenio Derbez
  • HuertaPedro Alonso
  • Andrea PortilloKarla Gaytán
  • Carlos HuertaÍker Sánchez Solano
  • Agente MPSergio Gava

FAQ zu El Juicio: Derbez lässt die Komödie hinter sich und klagt an

Wo läuft El Juicio in Deutschland?
El juicio läuft aktuell im Abo bei Prime Video. Stand 16.10.2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Beruht die Serie auf einem echten Prozess?
Sie beruht auf einem realen Fall, den der Journalist León Krauze dem Hauptdarsteller vor der Pandemie erzählte, und auf Gesprächen mit mehreren Betroffenen. Ein einzelner Prozess wird nicht nachgestellt. Die mexikanische Presse zieht Parallelen zum Fall der Porkys aus Veracruz von 2016.
Wie viel Zeit muss ich einplanen?
Acht Folgen, die letzte ist 46 Minuten lang. Damit liegt die Serie bei gut sechs Stunden, also zwei ruhigen Abenden oder einem langen Sonntag. Sie ist am Stück verfügbar, ein Wochentakt zwingt hier niemanden zum Warten.
Ist das trotz des Themas aushaltbar?
Der Schwerpunkt liegt auf dem Verfahren, nicht auf der Tat. Trotzdem geht es in allen acht Folgen um sexualisierte Gewalt an einer Minderjährigen und um Angehörige, die daran zerrieben werden. Für Betroffene kann das schwer auszuhalten sein, das sollte man vor dem Start wissen.
Lohnt sich das, wenn ich Serien wie Better Call Saul mag?
Ja, aber aus einem anderen Grund. Better Call Saul lebt von der Verwandlung einer Figur über 63 Folgen, El Juicio von einem Verfahren in acht. Wer dort die Kanzlei- und Gerichtsmechanik mochte, findet sie hier in dichterer Form.
Kommt eine zweite Staffel?
TMDB führt die Serie als fortlaufend, eine offizielle Verlängerung von Amazon ist bislang nicht bekannt. Die Geschichte ist nach acht Folgen erzählt. Kommt eine zweite Staffel, müsste sie einen neuen Fall aufmachen. Sobald das feststeht, ziehen wir die Kritik nach, so wie bei The Good Wife und Matlock auch.

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