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The Shards: Schöne Achtziger, aber Murphy erklärt, wo Ellis schweigt (2026)

Serie · Drama · 2026 · 1 Staffel

Von , aktualisiert am 1. Oktober 20265 Minuten LesezeitSo arbeiten wir

The Shards bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 4,8 von 10 für die erste Staffel. Ausstattung, Musik und Teile der Besetzung sind stark, Wes Bentley und Evan Rachel Wood vorneweg. Aber Ryan Murphy entscheidet zu früh, was Bret Easton Ellis‘ Roman bis zuletzt offenhält, und danach erzählt die Serie eine gewöhnliche Highschool-Mördergeschichte mit sehr schönen Bildern.

Alle neun Folgen laufen bei Disney+, auch auf Deutsch. Der Start war am 6. August 2026 mit einer Doppelfolge, das Finale kam am 10. September. Die Folgen dauern zwischen 25 und 55 Minuten. Wer den Roman liebt, wird enttäuscht. Wer einfach einen stilvollen Serienmörder-Krimi in den frühen Achtzigern sucht, kommt mit Abstrichen auf seine Kosten.

Kurz gesagt

4,8 von mir. Die erste Staffel sieht großartig aus und hat mit Wes Bentley und Evan Rachel Wood zwei starke Erwachsene. Aber Ryan Murphy verschenkt die offene Frage, von der Ellis' Roman lebt, und füllt den Raum mit Highschool-Drama und Dialogen, die zu viel erklären. Für Murphy-Fans ein stilvoller Krimi, für Ellis-Leser eine Enttäuschung.

Quellen & Einordnung

Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.

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von WatchGuide-Redaktion
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Worum es geht

Los Angeles, 1981. Der siebzehnjährige Bret (Igby Rigney) ist im letzten Jahr an der elitären Buckley-Schule, als mit Robert Mallory (Homer Gere) ein Neuer auftaucht. Etwa zur selben Zeit beginnt ein Serienmörder, den sie den Trawler nennen, in der Gegend zu töten. Bret ist überzeugt, dass beides zusammenhängt. Seine Freunde Susan Reynolds (Kaia Gerber), Thom Wright (Graham Campbell) und Debbie Schaffer (Hayes Warner) glauben ihm nicht. Debbies Eltern spielen Wes Bentley und Evan Rachel Wood.

Vorlage ist Ellis‘ Roman von 2023, auf Deutsch bei Kiepenheuer & Witsch in der Übersetzung von Stephan Kleiner erschienen. Ellis schrieb sich darin selbst als Erzähler in sein eigenes Abschlussjahr, der Mörder und die Ereignisse sind erfunden. Für die Serie stehen Murphy und Ellis gemeinsam als Schöpfer im Abspann.

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Wo die Serie ihre wichtigste Frage verschenkt

Ich fange mit dem an, was für mich alles entscheidet. Der Roman lebt von einer einzigen offenen Frage: Hören wir einem Zeugen zu oder einem Jungen, der gerade zusammenbricht? Jede Szene muss diese Frage aushalten, sie darf weder beantwortet noch vergessen werden. Das ist Drehbuchmechanik auf schmalem Grat, und genau daran habe ich die Serie schon vor dem Start messen wollen.

Die Serie hält diesen Grat nicht. Sie gibt dem Highschool-Drama, den Partys und Eifersüchteleien so viel Raum, dass Brets Verdacht über weite Strecken zur Nebenhandlung wird, und wenn er zurückkommt, wird er eher bebildert als befragt. Ich bin damit nicht allein. ScreenRant schreibt, die Serie greife lieber zu bekannten Highschool-Mustern, als die unklare Bedrohung um Mallory auszuloten. Patrick Heidmann hält bei epd Film fest, dass sich die Serie nach einigen Folgen zusehends vom Roman entfernt und Murphy vor allem mit dem Serienkiller-Motiv etwas anfangen kann, weniger mit Einsamkeit und Jugendängsten.

Dazu kommt ein Problem, das mich bei Murphy nicht überrascht. Ellis schreibt flach und hält zurück. Murphy unterstreicht. Dialoge sagen, was die Szene schon gezeigt hat, und Heidmann nennt sie zu Recht redundant. Eine Szene, die zwei Sätze zu lang ist, verkauft ihre Spannung, bevor sie sie aufgebaut hat. Hier passiert das zu oft.

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Was trotzdem trägt

Die Erwachsenen. Wes Bentley spielt Terry Schaffer als Mann, der freundlich ist und bei dem trotzdem etwas nicht stimmt, und er macht das in den ruhigen Momenten, nicht in den lauten. Evan Rachel Wood steht ihm in nichts nach. Beide werden auch in den englischsprachigen Kritiken fast durchweg hervorgehoben. Igby Rigney hat die schwerste Rolle, weil er einen Erzähler spielen muss, dem man nicht trauen soll. Er bekommt viel Lob, unter anderem von Kinofans. Für mich ist er besser als das Drehbuch, das ihm die Serie schreibt.

Die Ausstattung ist tadellos, das sagt sogar die harsche Kritik. Der Guardian nennt die Serie wunderschön kuratiert, gefilmt und vertont. Die Musik gehört dazu: Neben der Filmmusik von Morgan Kibby und David Klotz gibt es eigene Songs von Troye Sivan, Leland und Darstellerin Hayes Warner, der Soundtrack erscheint am 16. Oktober 2026. Nur ersetzt eine gute Plattensammlung keine Figurenführung.

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Wie die Kritik The Shards sieht

Die Kritik ist gespalten bis skeptisch. Bei Rotten Tomatoes sind 55 Prozent von 58 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 48 Prozent. Metacritic kommt auf 55 von 100 aus 24 Kritiken. ScreenRant vergibt 5 von 10 und findet, Murphy glätte den Roman für den Bildschirm. Am härtesten urteilt Pavao Vlajcic bei critic.de, der von einem Totalschaden spricht. Kinofans dagegen feiert den Auftakt mit fünf von fünf Sternen. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.

Meine 4,8 liegt leicht unter dem Schnitt. Den Ausschlag gibt für mich das Drehbuch, nicht die Optik. Unsere WatchGuide-Empfehlung zu The Shards: für Fans von Murphys Stil und für alle, die Bentley und Wood sehen wollen. Wer wegen Bret Easton Ellis einschaltet, liest besser den Roman oder schaut noch einmal American Psycho, die Verfilmung, die seinen kalten Ton bisher am besten getroffen hat.

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Besetzung

  • Igby Rigney als Bret Easton Ellis, bekannt aus Mike Flanagans Midnight Mass
  • Homer Gere als Robert Mallory
  • Kaia Gerber als Susan Reynolds
  • Graham Campbell als Thom Wright, Hayes Warner als Debbie Schaffer
  • Wes Bentley als Terry Schaffer, Evan Rachel Wood als Liz Schaffer

Bewertung

Bisherige Einschätzung

Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung

Story4,0
Schauspiel6,5
Ton7,0

Dafür

  • Wes Bentley und Evan Rachel Wood in den ruhigen Momenten
  • Igby Rigney trägt die schwierigste Rolle
  • Ausstattung und Musik der frühen Achtziger
  • Eigene Songs von Troye Sivan, Leland und Hayes Warner

Dagegen

  • Die zentrale Frage des Romans wird verschenkt
  • Highschool-Drama verdrängt den Verdacht
  • Redundante Dialoge erklären, was die Bilder zeigen
  • Entfernt sich nach einigen Folgen deutlich von der Vorlage
Der Roman hält bis zuletzt offen, ob wir einem Zeugen zuhören oder einem Zusammenbruch. Die Serie entscheidet das zu früh und erklärt den Rest.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
4,8 von mir. Die erste Staffel sieht großartig aus und hat mit Wes Bentley und Evan Rachel Wood zwei starke Erwachsene. Aber Ryan Murphy verschenkt die offene Frage, von der Ellis' Roman lebt, und füllt den Raum mit Highschool-Drama und Dialogen, die zu viel erklären. Für Murphy-Fans ein stilvoller Krimi, für Ellis-Leser eine Enttäuschung.

Wer streamt The Shards?

Verfügbarkeit DE

Stand 26.10.2026: The Shards läuft im Abo bei Disney+, mit deutscher Synchronfassung.

Stand 26.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr

Staffeln & Folgen

aus der WatchGuide-Datenbank
S1Staffel 1· 9 Folgen · ab Aug. 2026▾
E01Zeit der Angst05.08.26
E02Willst du mich nicht?05.08.26
E03Helft mir! Rhonda!12.08.26
E04Roberts Party12.08.26
E05Mord auf der Tanzfläche19.08.26
E06Homecoming Teil 126.08.26
E07Homecoming Teil 226.08.26
E08Hamlet02.09.26
E09Treppe zum Himmel09.09.26

Besetzung

4 Rollen
  • Bret Easton EllisIgby Rigney
  • Robert MalloryHomer Gere
  • Thom WrightGraham Campbell
  • Debbie SchafferHayes Warner

FAQ zu The Shards: Schöne Achtziger, aber Murphy erklärt, wo Ellis schweigt

Muss ich das Buch vorher gelesen haben?
Nein. Die Serie erzählt die Geschichte eigenständig und entfernt sich im Verlauf deutlich vom Roman. Wer das Buch kennt, wird die Unterschiede eher als Verlust empfinden.
Ist die Geschichte wirklich passiert?
Nur teilweise. Ellis verlegt die Handlung in sein tatsächliches Abschlussjahr 1981 in Los Angeles und schreibt sich unter eigenem Namen hinein. Der Trawler und die Ereignisse an der Schule sind erfunden.

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