Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Staffel 1· 8 Folgen · ab Nov. 2022▾
Der Seriencheck
von TribunQuick Answer: Ist Willow sehenswert?
Kurze Antwort: JA, aber mit Einschränkungen – nostalgische Fantasy mit modernem Anstrich, die nicht immer den richtigen Ton trifft.
Für wen geeignet: Willow-Nostalgiker ab den 80ern, Fantasy-Fans mit Schwäche für Quest-Geschichten, Liebhaber von Landschafts-Porn aus Wales, Teenager die moderne Fantasy-Serien mögen.
Nicht geeignet für: Puristen die den Originalfilm unantastbar finden, Zuschauer die schnelle Action erwarten, Fantasy-Fans die Humor hassen.
Binge-Faktor: Mittel – ich hab die erste Hälfte an einem Wochenende verschlungen, dann wurde es zäher.
Mein Urteil: Als Kind der 80er ging mir das Herz auf, den kleinen Willow wiederzusehen. Die Serie hat Momente purer Magie, verliert sich aber manchmal zwischen Nostalgie und Modernität.
Worum geht es in Willow?
Die Serie spielt 16 Jahre nach dem Originalfilm und folgt einer neuen Generation von Helden auf ihrer Quest, um Prinz Airk aus den Klauen dunkler Mächte zu befreien. Prinzessin Kit, die Tochter von Sorsha und Madmartigan, stellt eine Truppe zusammen – und holt den gealterten Zauberer Willow aus seinem Dorf, als ihre eigenen Fähigkeiten nicht ausreichen.
Die Geschichte beginnt in einem scheinbar friedlichen Königreich. Sorsha regiert als Königin über Tir Asleen, während ein magischer Schutzwall das Reich vor äußeren Bedrohungen bewahrt. Aber Träume lügen nicht – sowohl Sorsha als auch Willow werden von düsteren Visionen geplagt, die eine kommende Gefahr ankündigen.
Als Prinz Airk plötzlich verschwindet, bricht seine Zwillingsschwester Kit zu einer Rettungsmission auf. An ihrer Seite: die Küchenhilfe Dove, die geheimnisvolle Kriegerin Jade, der schüchterne Gelehrte Graydon und der zwielichtige Abenteurer Boorman. Was als einfache Rettungsmission beginnt, entwickelt sich zu einer epischen Quest an die Grenzen der bekannten Welt.
Ich muss gestehen, die ersten beiden Folgen haben mich sofort gepackt. Diese Mischung aus vertrauten Gesichtern und neuen Charakteren funktioniert besser als erwartet. Besonders die Dynamik zwischen Kit und Jade hat mich überrascht – ihre komplizierte Beziehung trägt viele Szenen.
Wie viele Staffeln hat Willow?
Die Serie wurde nach nur einer Staffel mit acht Episoden im März 2023 eingestellt und sogar komplett von Disney+ entfernt. Jede Folge dauert etwa 50-60 Minuten, perfekt für einen Wochenend-Marathon – wenn man die Serie denn noch irgendwo finden könnte.
Das ist wirklich bitter. Ich hab die Serie Ende 2022 komplett gebingt und war trotz aller Kritikpunkte gespannt auf eine Fortsetzung. Showrunner Jonathan Kasdan hatte ursprünglich mehrere Staffeln geplant, aber Disney zog nach enttäuschenden Zuschauerzahlen die Reißleine.
Noch schlimmer: Im Mai 2023 verschwand Willow komplett von Disney+. So etwas passiert selten bei hauseigenen Produktionen und deutet darauf hin, dass Disney die Serie steuerlich abschreiben wollte. Warwick Davis nannte diese Entscheidung öffentlich „beschämend“ – und ich kann ihn verstehen.
Die acht Folgen erzählen immerhin eine abgeschlossene Geschichte, auch wenn viele Fragen offen bleiben. Als Einzelwerk funktioniert die Staffel, aber man merkt, dass ursprünglich mehr geplant war.
Wer hat Willow erschaffen?
Jonathan Kasdan entwickelte die Serie basierend auf George Lucas‘ Originalfilm von 1988. Ron Howard, der den Film damals inszenierte, fungierte als Executive Producer und gab dem Projekt seinen Segen. Das kreative Team umfasste auch Wendy Mericle als Co-Showrunnerin.
Die Entstehungsgeschichte ist fast so verrückt wie die Serie selbst. Kasdan nervte Howard während der „Solo: A Star Wars Story“-Dreharbeiten so lange mit Willow-Ideen, bis dieser schließlich nachgab. Manchmal zahlt sich Hartnäckigkeit eben aus!
Was mich beeindruckt: Howard und Lucas ließen Kasdan bewusst freie Hand bei der kreativen Gestaltung. Statt starr an der Vorlage zu kleben, durfte er neue Charaktere entwickeln und moderne Themen integrieren. Das funktioniert nicht immer, aber man spürt die Leidenschaft hinter dem Projekt.
James Newton Howard komponierte wieder die Musik – und das merkt man. Seine Themen aus dem Originalfilm kehren zurück, erweitert um neue Melodien für die jungen Charaktere. Musikalisch ist die Serie tadellos.
Wer spielt in Willow mit und wie schauspielern sie?
Warwick Davis kehrt als titelgebender Zauberer zurück und zeigt, dass er nach all den Jahren nichts von seinem Charme verloren hat. Die neue Generation wird angeführt von Ruby Cruz als rebellische Prinzessin Kit und Erin Kellyman als komplexe Kriegerin Jade – beide liefern überzeugende Performances ab.
Davis ist und bleibt das Herz der Serie. Sein Willow ist gealtert, zweifelt an seinen Fähigkeiten, aber behält den Mut und die Herzenswärme des Originals. Wenn er in den ersten Folgen zögerlich nach seinem Zauberstab greift, spürt man jede Sekunde seiner 34-jährigen Pause von dieser Rolle.
Ruby Cruz überrascht als Kit positiv. Die Rolle hätte leicht zur nervigen Teenager-Prinzessin werden können, aber Cruz verleiht ihr Tiefe und Entschlossenheit. Ihre Szenen mit Davis funktionieren besonders gut – er wird zur Vaterfigur, die sie nie hatte.
Erin Kellyman kannte ich bereits aus anderen Produktionen, aber als Jade zeigt sie eine neue Facette. Ihre Kriegerin hat eine düstere Vergangenheit, und Kellyman spielt diese Verletzlichkeit unter der harten Schale glaubwürdig.
Joanne Whalley als zurückkehrende Sorsha wirkt etwas steif, was aber zur Rolle der sorgenbeladenen Königin passt. Tony Revolori (bekannt aus den Spider-Man-Filmen) bringt als schüchterner Graydon eine angenehme Unschuld mit.
Was sind die Stärken von Willow?
Die größte Stärke liegt in der visuellen Pracht – die walisischen Landschaften sind atemberaubend und verleihen der Serie eine authentische Fantasy-Atmosphäre. Dazu kommt Warwick Davis‘ charismatische Rückkehr und eine moderne, diverse Besetzung, die frischen Wind in die bekannte Welt bringt.
Wales als Drehort war ein Geniestreich. Statt alles im Studio mit Greenscreen zu drehen, nutzte die Produktion echte Landschaften. Die Küstenaufnahmen von Pembrokeshire sind so schön, dass sie allein schon den Blick wert sind. Als jemand, der selbst schon in Wales war, kann ich bestätigen: Das Land ist wie geschaffen für Fantasy-Produktionen.
Die Charakterentwicklung funktioniert größtenteils gut. Besonders Doves Wandlung von der schüchternen Küchenhilfe zur selbstbewussten Heldin hat mich mitgenommen. Ellie Bamber spielt diese Entwicklung sehr glaubwürdig.
Modern fand ich auch den Umgang mit LGBTQ+-Themen. Kit und Jades Beziehung wird natürlich erzählt, ohne zum reinen Plot-Device zu werden. Das hätte schiefgehen können, funktioniert aber organisch.
Die Kostüme und Sets verdienen ebenfalls Lob. Wendy Partridge (Kostümdesign) erschafft eine glaubwürdige Mischung aus mittelalterlicher Fantasy und modernen Einflüssen, ohne dass es gewollt wirkt.
Was sind die Schwächen von Willow?
Der größte Kritikpunkt ist der uneinheitliche Ton zwischen nostalgischer Fantasy und modernem Humor. Dazu kommt ein schwankender Erzählrhythmus, besonders in der Mitte der Staffel, wo die Handlung zu sehr stagniert. Manche Charakterentwicklungen wirken überstürzt oder bleiben unvollständig.
Das Ton-Problem hat mich am meisten gestört. Der Originalfilm hatte seinen eigenen, märchenhaften Stil. Die Serie schwankt zwischen diesem klassischen Fantasy-Gefühl und modernen Marvel-artigen Sprüchen. Mitten in einer emotionalen Szene kommt plötzlich ein Witz, der eher in eine Superhelden-Serie gehört.
Die Folgen 5 und 6 zogen sich wie Kaugummi. Gerade als die Quest richtig in Fahrt kam, stagnierte die Handlung in Gefangenschaftsszenen, die zu wenig zur Gesamtgeschichte beitrugen. Ich musste mich regelrecht zwingen, weiterzuschauen.
Madmartigans Abwesenheit schmerzt mehr, als ich erwartet hatte. Klar, Val Kilmers Gesundheitszustand macht eine Rückkehr unmöglich, aber die Figur hinterlässt eine spürbare Lücke. Die kurze Stimmen-Szene mit seinem Sohn Jack war rührend, reichte aber nicht aus.
Manche Nebencharaktere bleiben blass. Boorman sollte der charming rogue sein, aber Amar Chadha-Patel schafft es nicht, ihn über das Klischee hinauszuheben. Schade, denn die Rolle hatte Potenzial.
Für wen ist Willow geeignet?
Die Serie richtet sich primär an nostalgische Fans des Originalfilms und generell an Fantasy-Liebhaber, die moderne Interpretationen klassischer Abenteuergeschichten schätzen. Auch Teenager, die diverse Charaktere und LGBTQ+-Repräsentation in Fantasy-Settings mögen, werden Gefallen finden.
Als jemand, der den Originalfilm als Kind geliebt hat, war ich die perfekte Zielgruppe. Die nostalgischen Momente haben bei mir funktioniert – allein Willows Rückkehr war emotional. Wenn ihr ähnliche Kindheitserinnerungen habt, werdet ihr trotz aller Schwächen Freude haben.
Fantasy-Fans, die Serien wie „The Witcher“ oder „Shadow and Bone“ mögen, finden hier ähnliche Elemente: magische Welten, komplexe Charaktere, Quest-Struktur. Der Ton ist allerdings heller und jugendlicher.
Für jüngere Zuschauer bietet die Serie moderne Themen und diverse Charaktere, ohne belehrend zu wirken. Die LGBTQ+-Darstellung ist natürlich integriert, nicht aufgesetzt.
Weniger geeignet ist die Serie für Puristen, die den Originalfilm für unantastbar halten, oder für Zuschauer, die knallharte High Fantasy ohne humorvolle Einlagen erwarten. Auch wer schnelle Action braucht, wird enttäuscht – die Serie lässt sich Zeit für Charaktermomente.
Wer spielt in Willow mit?
- Warwick Davis als Willow Ufgood – der titelgebende Zauberer
- Ruby Cruz als Kit – rebellische Prinzessin und Tochter von Sorsha
- Erin Kellyman als Jade – talentierte Kriegerin mit komplexer Vergangenheit
- Ellie Bamber als Dove – Küchenhilfe mit verborgenen Fähigkeiten
- Tony Revolori als Graydon – schüchterner Gelehrter
- Amar Chadha-Patel als Boorman – zwielichtiger Abenteurer
- Dempsey Bryk als Airk – der entführte Prinz
- Joanne Whalley als Sorsha – Königin und Mutter der Zwillinge
- Christian Slater als Allagash – überraschender Gaststar
Fazit: Lohnt sich Willow?
Nach diesem Binge-Marathon bin ich zwiegespalten. Als Fan des Originalfilms hat mich die Serie emotional mitgenommen – allein Warwick Davis‘ Rückkehr war das Schauen wert. Die walisischen Landschaften sind ein Traum, und die neuen Charaktere bringen frischen Wind in die bekannte Welt.
Aber die Serie kämpft mit ihrer Identität. Sie will gleichzeitig nostalgische Fantasy und moderne Unterhaltung sein, schafft es aber nicht immer, diese Elemente harmonisch zu verbinden. Der schwankende Ton zwischen märchenhafter Atmosphäre und zeitgenössischen Witzen störte mich oft.
Schade ist auch das abrupte Ende der Serie. Disney hat hier eine Chance vertan – mit etwas mehr Zeit und Feintuning hätte aus Willow eine wirklich gute Fantasy-Serie werden können. So bleibt sie ein interessantes, aber unvollendetes Experiment. 6.5/10 Punkte.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von Tribun — eine Person, ein begründetes Urteil.
Nostalgische Fantasy mit modernem Anstrich, die zwischen Zauber und Zeitgeist schwankt— aus der Wertung von Tribun
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu Willow
Ab welchem Alter ist Willow freigegeben?
Willow ist in Deutschland ab FSK 12 freigegeben.
Wie viele Staffeln hat Willow?
Willow umfasst 1 Staffel mit insgesamt 8 Episoden. Produktionsstatus: Canceled.
Lohnt sich Willow?
Unsere Redaktion vergibt Willow einen Watcher-Score von 6,5 von 10. Als Wiedersehen mit einer geliebten Fantasy-Welt funktioniert Willow gut, als eigenständige Serie hat sie ihre Macken. Ein solider Nostalgie-Trip für 80er-Kids, aber kein neues Meisterwerk. 6.5/10 Punkte.
Für wen ist Willow geeignet?
Willow ist vor allem etwas für Sci-Fi & Fantasy und Action & Adventure-Fans, die auch über Schwächen hinwegsehen.
Trailer
Besetzung
FAQ zu Willow
Muss ich den Originalfilm von 1988 gesehen haben?
Wird es eine zweite Staffel geben?
Wo kann ich Willow noch schauen?
Warum fehlt Madmartigan in der Serie?
Ist die Serie für Kinder geeignet?
Wie lange dauert eine Folge?
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4 Kommentare
Nee … gibt gleich Gänsehaut – kann ich mir nicht anschauen, denn hier werden böse Kindheitserinnerungen wach. Damals bei dem Film … Junge das war Horror. Ich hätte den da noch nicht gucken dürfen und diese komischen Wildschwein-ähnlichen Viehcher … die verfolgen mich heute noch nachts.
Hehe…jaja daran merkt man das Du noch einiges jünger bist als ich 😉
Auf den freu ich mich. Bin halt ein Fantasy Fan und das sieht technisch ziemlich nett gemacht aus.
Vom Fantasy her wäre es auch genau meins, aber an Willow … orr nee das fand ich damals ganz schlimm und verdammt gruselig. Kann ich nicht schauen – ich habe mir sämtlichen Horrorkram angeschaut, aber das war zu viel. 😀
Kurz und knapp, „Willow“ war mega cool! Ich fand die Serie super spannend und mitreißend, weil die Fantasy-Welt einfach richtig faszinierend ist. 🔮🌟