Poster zum Film Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht

Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht (2015)

Film · Abenteuer, Action · 2015 · 138 Min.

Von , aktualisiert am 24. April 202613 Minuten LesezeitSo arbeiten wir

J.J. Abrams hat Das Erwachen der Macht 2015 als Soft-Reboot angelegt, als nostalgische Brücke zwischen der Originaltrilogie und einer neuen Saga, und der Film funktioniert überraschend gut als Einstieg, aber scheitert an dem Moment wo man merkt dass Abrams die Plot-Struktur von Episode IV in einem Carbon-Copy-Verfahren über eine neue Besetzung gelegt hat.

Ich sag’s vorweg, Leute. 7.5 von mir. Das ist ein Mittelfeld-Score in Tom-Währung, und ich steh dazu. Der Film ist handwerklich sauber, hat eine der besten Sci-Fi-Hauptdarstellerinnen-Einführungen der 2010er-Jahre mit Daisy Ridleys Rey, und verunglückt am Drehbuch von Michael Arndt und Lawrence Kasdan, das irgendwo im dritten Akt zur Nostalgie-Simulation verfällt. Disney hat 2012 Lucasfilm für 4,05 Milliarden Dollar gekauft und wollte 2015 zeigen dass die Investition sich lohnt. Sie lohnte sich. Aber die Seele kostete Extra.

Kurz gesagt

Episode VII ist für mich der solideste Einzelfilm der Sequel-Trilogie, Daisy Ridley ist ein Volltreffer in der Hauptrolle, Adam Drivers Kylo Ren ist die beste Antagonisten-Neuerung der Saga seit Palpatine und John Williams-Score sitzt mit 83 Jahren immer noch wie Peak. Ich war 2015 im Cinedom Köln mit dem kompletten Kinokreis, und der Han-Solo-Moment hat selbst Stefan gebrochen, der sonst nie bricht. 7.5 von mir, weil Abrams zu sehr auf Nummer sicher gespielt hat und die Starkiller-Base eine peinliche Todesstern-Kopie ist, nicht weil der Film schlecht ist sondern weil er mehr können wollte

Quellen & Einordnung

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von WatchGuide-Redaktion
1

Daisy Ridley. Erste Einstellung, kein Dialog, Alien-Wüste, sofort verloren.

Okay, real talk. Wer 2015 Das Erwachen der Macht zum ersten Mal gesehen hat und nicht beim ersten Rey-Shot ein kleines Lichtblitzgefühl hatte, der hat keine Synapsen für Filmeinführungen. Daisy Ridley steht auf Jakku vor einem Skelett-Sternzerstörer, zieht mit einem Staubtuch Stromkabel raus, klettert auf einem fast leeren Rückweg durch die Wüste, isst am Schrott-Handels-Punkt eine Pillen-Mahlzeit, und Abrams setzt kein einziges Wort Dialog in die ersten sieben Minuten ihrer Einführung. Das ist eine Hauptrolle wie sie in Hollywood selten mehr gegeben wird. Ridley war vorher in England hauptsächlich Gast-Rollen in Krimi-Serien, die komplette Rey-Casting-Entscheidung lag bei Abrams und Kathleen Kennedy und sie haben bei Ridley dasselbe gesehen was Lucas bei Mark Hamill 1976 sah, nämlich: eine Luke-artige Unschuld mit Stärke, die man nicht spielen sondern nur SEIN kann.

Was die Skeptiker damals an Ridley nicht mochten war ihre angebliche „Mary-Sue“-Attitude, weil Rey mit zu wenig Training zu viel Kraft kann. Die Kritik kam hauptsächlich aus Reddit-Ecken und sie ist, wenn man den Film nochmal genau schaut, faktisch falsch. Rey hat offensichtlich jahrelang als Scavenger auf Jakku überlebt, sie spricht mit einem Astromech-Droiden den sie grade mal fünf Minuten kennt auf Droiden-Logik-Ebene, sie fliegt den Millennium Falcon als ausgebildete Mechanikerin-Pilotin die die Technik kennt, und die Lichtschwert-Szene im Finale gegen Kylo Ren ist eben genau NICHT ein Sieg aus Können, sondern ein Sieg weil Kylo mit einer Bowcaster-Wunde im Bauch und emotionaler Zerstörung nach dem Vatermord kaum noch aufstehen kann. Die Szene ist knapp, sie ist intim, sie ist viszeral. No cap, eine der besseren Lichtschwert-Duelle seit Episode III.

2

Adam Driver als Kylo Ren. Die wirkliche Neuerung der Saga.

Adam Driver hatte 2015 die Rolle übernommen nach Girls und ein paar Independent-Filmen, und wer ihn vor Episode VII nur aus HBO kannte, bekam einen Schock. Kylo Ren ist kein Darth Vader. Er ist ein Darth Vader Fan. Und genau das ist die Idee die den Film retten könnte. Driver spielt Kylo nicht als mächtigen Antagonisten, sondern als junge Mann mit Vaterproblemen, der sich eine Identität aus Cosplay und geborgten Titeln zusammensetzt. Als er seine Sith-Maske abnimmt ist er nicht Stufe 10 Bösewicht, er ist ein eingeklemmter Millennial, der gerne wieder Ben Solo wäre aber es nicht mehr kann, und diese Charakterisierung ist die interessanteste neue Idee der gesamten Sequel-Trilogie.

Drivers beste Szene ist nicht der Vatermord, so sehr er den auch trägt. Drivers beste Szene ist das Verhör von Rey im Finalbase-Bereich, wo er die Maske abnimmt, zum ersten Mal im Film sein echtes Gesicht zeigt, und Rey erwartet jemanden boesartig-genialischen und bekommt einen jungen Mann mit verheulten Augen und einer unsicheren Präsenz. Dieser Moment ändert für Rey die Beziehung zu Kylo grundlegend, und wer die späteren Filme der Trilogie schaut, sieht dass Rian Johnson in Episode VIII diese Charakterlinie aufgegriffen hat und Adam Drivers Arbeit zu einer der besten schauspielerischen Leistungen der 2010er-Jahre ausgebaut hat. Main Character Energy, fight me.

3

John Boyega als Finn. Die Rolle die das Franchise hätte träumen sollen.

John Boyega hat als Finn das getan was Star Wars in acht Filmen davor nicht geschafft hatte, nämlich einen Sturmtruppler als Mensch darstellen. Die Oeffnungssequenz auf Jakku, in der Finn als FN-2187 das erste Mal einem Kameraden sterben sieht und dann selbst die Uniform hochzieht und die Maske abnimmt um frische Luft zu bekommen, ist eine der besseren Neubesetzung-Entscheidungen der Spät-2010er. Boyega bringt eine Unsicherheit und einen Humor mit die im Star-Wars-Universum vorher selten waren, und in seiner Chemie mit Ridley und Oscar Isaac funktioniert er als die menschliche Erzählbasis des neuen Trios.

Was in Episode VII noch funktioniert und in VIII und IX zunehmend verlorengeht, ist die Rolle die Boyega hätte haben können. Der Film setzt Finn als potenziellen Jedi auf, gibt ihm ein Lichtschwert in die Hand, lässt ihn gegen Kylo Ren kämpfen. Das alles war Setup für eine Story-Line die im Lauf der Trilogie nie ausgebaut wurde. Boyega hat 2020 in einem aufsehenerregenden Interview mit GQ selbst gesagt dass er das Gefühl habe, sein Charakter sei in der Trilogie marginalisiert worden, und das stimmt. Episode VII ist der Finn-Film der funktioniert. Alles was danach kam hat dieses Setup verschenkt.

4

Harrison Ford. Und der Moment den wir alle kommen sahen.

Harrison Ford hat die Rolle als Han Solo für Episode VII unter einer Bedingung zurückgenommen: Han Solo stirbt. Das war seit Jahren Fords Position gegenüber Lucas und Abrams, und Abrams hat die Bedingung akzeptiert und den dritten Akt um Han Solos Tod herumgebaut. Die Szene auf der Brücke über der Starkiller-Base, wo Han Solo seinen eigenen Sohn ruft, ihn umarmen will, und Kylo Ren / Ben Solo das Lichtschwert durch seinen Bauch zieht, ist eine der emotional schwersten Star-Wars-Szenen aller Zeiten und Fords letzter Auftritt in der Saga. Chewbacca’s Schrei danach, das Rufen von Leia im kürzeren Schnitt auf den Resistenz-Bunker, alles zusammen das emotionale Rückgrat des Films.

Was ich an diesem Moment heute anders sehe als 2015, ist dass der Tod nicht so überraschend war wie ich ihn damals fand. Ford hatte in Interviews seit Jahren durchblicken lassen dass Han Solo für ihn Geschichte war, die Filmbranche wusste Bescheid, und das Drehbuch hat die Szene mit genau dem richtigen Maß an Ruhe inszeniert. Was Abrams aber richtig macht ist die Kamera-Entscheidung. Die Szene wird nicht in Groß-Aufnahme-Schnittorgien gezeigt, sondern aus der Ferne, mit langen Einstellungen, mit Rey und Finn als Zeugen von unten. Das gibt dem Moment Würde, und Würde ist in einem Blockbuster-Finale selten. Ich war 2015 im Cinedom Köln mit dem kompletten Kinokreis, und das war einer der wenigen Momente in denen Stefan, Anke und ich gleichzeitig still waren. Jutta hat geflucht.

5

Starkiller Base. Oder: Was passiert wenn dir für das Finale nichts einfällt.

Jetzt kommen wir zum unangenehmen Teil des Reviews, Leute, haltet kurz die Fernbedienung fest. Die Starkiller-Base im dritten Akt von Episode VII ist ein Todesstern, nur größer. Ein ganzer Planet wird zur Waffe umgebaut, kann einen Stern aussaugen, kann mehrere Welten gleichzeitig zerstören. Das ist die Plot-Umdrehung. Die Resistenz sucht nach einer Schwachstelle im Schild, einer Thermal-Oscillator-Exhaustport-artigen Lücke, schickt Piloten in X-Wings rein, fliegt sie kamikaze bis sie die Waffe sprengen. Wenn Sie diese Beschreibung an jemanden geben der 1977 geschaut hat, kommt als Antwort Todesstern, nur in größer. Und das ist eben das Problem. Abrams und Kasdan haben nicht nur das Plot-Skeleton von Episode IV genommen, sondern sie haben die Finalbase explizit als Todesstern-plus angelegt, weil die Fanbase den Todesstern liebt und Disney keinen Mut hatte, eine komplett neue Bedrohung zu etablieren.

Das ist der Punkt an dem Episode VII für mich vom 9er zum 7.5er kippt. Der Film ist handwerklich beste Studio-Arbeit, Ridley und Driver sind phänomenal, die BB-8-Drone ist die beste neue Star-Wars-Figur seit Yoda, John Williams-Score ist (dazu gleich mehr) auf Peak-Level. Aber das Drehbuch traut sich nicht neu zu sein. Wer Episode IV schaut und danach direkt Episode VII sieht, sieht denselben Film in neuen Klamotten. Ein Droide trägt wichtige Informationen in einer Wüste. Eine junge Heldin findet ihn. Ein ehemaliger Imperialer / Sturmtruppler rettet sie. Ein alter Mentor wird gegen einen maskierten Sith gekämpft und stirbt. Eine Kamikaze-Mission zerstört eine Super-Waffe. Das ist Plot-Copy-Paste mit neuen Farben. Episode VIII hat das später versucht zu brechen und ist dafür von einem Teil der Fanbase gehasst worden, aber Rian Johnsons Versuch war der richtige. Abrams‘ Sicherheitsnetz war die schwache Entscheidung.

6

John Williams. 83 Jahre alt, immer noch Peak.

John Williams hat 2015 mit 83 Jahren den Score für Episode VII geschrieben, und was er liefert ist nicht nur eine Wiederverwertung der alten Hauptthemen, sondern neue Motive die seitdem zum Star-Wars-Kanon gehören. Rey’s Theme, ein zartes Holzbläser-Motiv das in der Jakku-Einführung erstmals spielt, ist für mich die beste Neuerung seit Yoda’s Theme. Das Theme wird im Lauf des Films in verschiedenen Variationen zurückgeführt, mal als Heldinnen-Fanfare im Finale, mal als Trauer-Version beim Han-Solo-Tod, mal als Duell-Version im Schnee. Williams hat verstanden dass Rey eine neue Protagonistin braucht und die alten Themes nicht ausreichen. Kylo Ren bekommt ebenfalls ein eigenes Motiv, dunkler, fragmentierter, basslastiger, das Williams später in Episode VIII ausbaut.

Was mich jedes Mal beim Re-Watch trifft ist wie Williams zwischen Neuem und Altem balanciert. Der Moment wo der Millennium Falcon zum ersten Mal wieder im Bild auftaucht, mit der Originalmusik aus Episode IV, ist ein Nostalgie-Trick der funktioniert. Der Moment wo Chewbacca auf der Brücke heult ist ohne Musik, nur Soundeffekt. Der Moment wo Rey Luke im Finale auf Ahch-To findet, ohne Dialog, nur Williams-Score, ist einer der emotionalsten Filmenden der 2010er. Ich hab beim ersten Cinedom-Besuch 2015 geheult, beim zweiten auch, beim dritten nicht mehr, beim vierten wieder, und Linus mein Mitbewohner hat mich beim fünften Re-Watch angeguckt und gesagt „Willst du Tee?“ was bei Linus eine Geste der tiefsten Anteilnahme ist.

7

245 Millionen Budget. 2.07 Milliarden zurück. Disney feiert.

Die Zahlen unter Episode VII sind grotesk gut. Disney hatte 2012 Lucasfilm für 4,05 Milliarden Dollar gekauft, und Episode VII hat in seinem ersten Kinobetrieb alleine 2,07 Milliarden Dollar eingespielt, womit sich mehr als die Hälfte der Anschaffung refinanziert hat. Variety hat die Opening-Weekend-Zahlen als historisch eingestuft, der Film hat das Opening-Wochenende-Box-Office-Rekord gebrochen, das zweite Wochenende ebenfalls, das dritte auch. Der Film ist bis heute bei Letterboxd mit 3.2 von 5 gelistet, was für einen Blockbuster dieser Größenordnung überraschend niedrig ist und zeigt dass die aktive Letterboxd-Community den Film für eine nostalgische Copy hält.

Was Disney mit Episode VII richtig gemacht hat ist, dass sie Abrams volles Vertrauen gegeben haben und ihm erlaubt haben, den Film als Film zu inszenieren und nicht als Franchise-Verlängerungswerkzeug. Wie Disney danach mit der Trilogie umgegangen ist, der Regie-Wechsel zu Rian Johnson für VIII, die Feuerwehr-Rückkehr von Abrams für IX nach Colin Trevorrow-Abgang, ist ein anderer Film und nicht Gegenstand dieses Reviews. Episode VII ist für mich die einzige Episode der Sequel-Trilogie die als abgeschlossener Film funktioniert. Episode VIII und IX teilen denselben Hauptcast, aber strukturell sind sie drei unterschiedliche Filme von drei Regisseuren mit drei verschiedenen Visionen und das sieht man ihnen an.

8

Was den Film heute noch trägt. Und was nicht.

Was zehn Jahre nach Episode VII noch trägt ist die Besetzung. Ridley, Boyega, Driver, Isaac sind im Jahr 2026 immer noch jung genug für Nachfolge-Projekte, und Drivers Kylo-Ren-Performance ist über das Franchise hinaus relevant geworden. Was trägt sind die neuen Droiden (BB-8, rauer Charme) und die neue Kreatur (Maz Kanata, gespielt von Lupita Nyong’o in Motion-Capture). Was trägt ist Williams-Score. Was trägt ist Han Solos Abschied.

Was nicht mehr trägt ist die Plot-Copy. Wer Episode VII 2026 zum ersten Mal schaut und vorher Episode IV gesehen hat, wird die Recycling-Kunst bemerken, und das ist keine kreative Entscheidung mehr, die einen Neueinsteiger abholt, das ist nur noch eine sichere Abzweigung. Was auch nicht mehr trägt ist das Rey-Eltern-Mystery, das im Film als Cliffhanger gesetzt wird und in Episode VIII einen Konter bekommt den der Film nicht erwartet hatte. Abrams wollte im ersten Film Mysterien setzen die er selbst nicht aufgelöst hat, und Rian Johnson hat ihm die nächsten Antworten gegeben, die Abrams in Episode IX wieder umwerfen wollte. Das Resultat ist eine Trilogie ohne roten Faden.

Episode VII ist trotzdem mein Lieblings-Einzelfilm der Sequel-Trilogie, und wer Star Wars 2026 zum ersten Mal anschauen möchte, kann problemlos mit Episode IV, Episode V und Episode VI anfangen, dann Episode VII anschauen, und dann selbst entscheiden ob er Lust hat VIII und IX zu gucken. Für die Prequel-Trilogie (I, II, III) gibt es eigene Reviews hier, und die Meinung zu den Prequels ist in Tom-Land eine andere als die Mainstream-Rezension. Spoiler: Episode III rockt mehr als ihr denkt.

  • Daisy Ridley als Rey, die Scavengerin aus Jakku die ohne Training mehr kann als sie selbst versteht
  • John Boyega als Finn alias FN-2187, der erste Sturmtruppler der je eine Perspektive bekommen hat
  • Adam Driver als Kylo Ren alias Ben Solo, der Darth-Vader-Fan mit Vater-Problemen
  • Oscar Isaac als Poe Dameron, bester Pilot der Resistenz und kleiner comic relief
  • Harrison Ford als Han Solo, der seinen Abschied geschrieben hat und ihn bekommen hat
  • Carrie Fisher als General Leia Organa, die Anführerin die während des Films ihren Bruder und Ehemann verliert
  • Mark Hamill als Luke Skywalker in seinem stummen Cameo am Ende auf Ahch-To
  • Lupita Nyong’o als Maz Kanata, die tausendjährige Weisheits-Figur via Motion Capture
  • Domhnall Gleeson als General Hux, Nazi-Karikatur-Antagonist-Politikoffizier
  • Andy Serkis als Supreme Leader Snoke, Mystery-Boss für Episode VIII
  • Anthony Daniels als C-3PO, immer noch auf Originalgagenliste nach 38 Jahren
  • Max von Sydow als Lor San Tekka in einem fünfminütigen Cameo der die Karrierewährung addiert
9

Was man danach schauen sollte, wenn man Star Wars VII zum ersten Mal gesehen hat

Wer Episode VII zum ersten Mal gesehen hat und weitermachen möchte, fährt am besten chronologisch weiter. Episode VIII (The Last Jedi) ist der umstrittenste Film der Trilogie aber für mich der interessanteste. Episode IX (Der Aufstieg Skywalkers) ist der schwächste und leider der Trilogie-Abschluss. Wer sich danach noch traut, sollte ins Star Wars Abenteuer-Archiv abtauchen und mit der Prequel-Trilogie weitermachen. Außerhalb der Skywalker-Saga empfehle ich Rogue One als Sidequest, obwohl der Film nicht auf WatchGuide ist. Für vergleichbare Sci-Fi-Erlebnisse mit eigener Sprache ist Interstellar die nächstliegende Empfehlung, auch wenn Christopher Nolan und J.J. Abrams stilistisch auf verschiedenen Planeten arbeiten.

Bewertung

Bisherige Einschätzung

Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung

Bewertet von , die Wertung steht oben.

Chewie, wir sind wieder zu Hause.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Episode VII ist für mich der solideste Einzelfilm der Sequel-Trilogie, Daisy Ridley ist ein Volltreffer in der Hauptrolle, Adam Drivers Kylo Ren ist die beste Antagonisten-Neuerung der Saga seit Palpatine und John Williams-Score sitzt mit 83 Jahren immer noch wie Peak. Ich war 2015 im Cinedom Köln mit dem kompletten Kinokreis, und der Han-Solo-Moment hat selbst Stefan gebrochen, der sonst nie bricht. 7.5 von mir, weil Abrams zu sehr auf Nummer sicher gespielt hat und die Starkiller-Base eine peinliche Todesstern-Kopie ist, nicht weil der Film schlecht ist sondern weil er mehr können wollte und sich dann nicht getraut hat. Immer noch der beste Disney-Star-Wars.

Wer streamt Star Wars: Das Erwachen der Macht?

Verfügbarkeit DE

Stand 18.10.2026: Star Wars: Das Erwachen der Macht läuft im Abo bei Disney+, mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 3,99 €.

Stand 18.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr

Besetzung

5 Rollen
  • ReyDaisy Ridley
  • FinnJohn Boyega
  • Poe DameronOscar Isaac
  • Kylo RenAdam Driver
  • Princess LeiaCarrie Fisher

FAQ zu Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht

Ist Episode VII wirklich nur ein Episode-IV-Remake?
Ja und nein. Die Plot-Struktur ist fast identisch, aber die Figuren und Themen unterscheiden sich deutlich. Rey ist nicht Luke. Kylo Ren ist nicht Darth Vader. Finn ist die komplett neue Perspektive. Das Drehbuch spielt mit der Parallelstruktur bewusst, um Nostalgie zu erzeugen. Ob das klug oder faul ist, darüber streiten wir im Kinokreis seit 2015.
Warum stirbt Han Solo?
Weil Harrison Ford das als Bedingung für seine Rückkehr in die Rolle gestellt hat. Ford wollte Han seit Jahren ein Ende geben, und Disney hat die Bedingung akzeptiert. Die Szene ist Abrams' und Kasdans emotionaler Höhepunkt, und sie funktioniert weil Ford selbst wollte dass Han geht.
Warum ist Mark Hamill fast gar nicht im Film?
Weil Episode VII als Aufbau angelegt war. Luke Skywalker ist der Mystery-Anker, den der Film auflöst aber nicht nutzt. Rian Johnson hat Mark Hamill in Episode VIII die komplette Rolle gegeben, die Hamill mit Abstand als eine seiner besten Schauspielerlesungen absolvierte. Episode VII ist für Hamill nur der Cameo-Teaser.
Wer ist Snoke eigentlich?
Das wird im Film nicht aufgelöst. Episode VIII schreibt Snoke weg, ohne ihn zu erklären. Episode IX versucht eine nachträgliche Retconn-Erklärung über Palpatine, die bei den meisten Fans nicht funktioniert. Snoke ist der größte ungelöste Plot-Thread der Trilogie und gehört zu den Gründen warum die Trilogie als Trilogie nicht funktioniert.
Ist Rey eine Mary Sue?
Nein. Die Kritik stammt aus einer bestimmten Ecke des Internets und hält einer genauen Betrachtung nicht stand. Rey hat jahrelang als Scavenger auf Jakku überlebt, sie hat Technik-Erfahrung, sie hat Nahkampf-Erfahrung mit ihrem Stab, und der Lichtschwert-Duel-Sieg gegen Kylo Ren findet statt gegen einen verwundeten und emotional zerrütteten Gegner. Die Mary-Sue-Debatte ist Culture-War, nicht Film-Analyse.
Lohnt sich der Film 2026 noch?
Für Neueinsteiger: ja. Episode VII ist immer noch der am leichtesten zugängliche Sequel-Teil und funktioniert als Standalone. Für Star-Wars-Fans die Prequel-Trilogie und Originaltrilogie kennen: bedingt. Der Film wirkt wie eine Plot-Copy, aber die Charaktere sind stark genug dass ein Re-Watch lohnt, besonders wenn man Episode VIII danach schauen will.

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