Poster zum Film Die dunkle Bedrohung: Warum die Prequels besser sind als ihr Ruf (1999)

Die dunkle Bedrohung: Warum die Prequels besser sind als ihr Ruf (1999)

🎬 Film 136 Min. AbenteuerAction
⚡ Kurz gesagt

Episode I ist der Star-Wars-Film den alle hassen und der trotzdem eine Milliarde Dollar eingespielt hat. Weil George Lucas eine Vision hatte die größer war als jede Kritik. Jar Jar nervt, die Senate-Szenen sind trocken und Midichlorians hätte niemand gebraucht. Aber Liam Neeson als Qui-Gon ist einer der besten Mentoren der Filmgeschichte, das Pod-Rennen gehoert zu den besten Action-Sequenzen der Neunziger, Darth Maul definiert mit zehn Minuten Screentime einen ganzen Villain-Archetyp und Duel of the Fates ist das beste Stück Filmmusik das John Williams je komponiert hat. Episode I ist nich Watcher-Score 6,8/10.

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Die Kritik

von CineTom

Moin. Ich muss direkt was klarstellen bevor ihr weiterlest, weil sonst versteht ihr nicht warum ich so ueber diesen Film rede: Ich hab Revenge of the Sith mit acht Jahren im Kino gesehen. 2005, Kinopolis Koeln, Saal 4, mein Vater hat mich mitgenommen und ich hab zwei Stunden lang kein einziges Wort gesagt. Als Anakin in den Lava-Suit gestiegen ist und der erste Atemzug von Darth Vader durch den Saal ging, war fuer mich eine Sache klar — die Prequels sind MEIN Star Wars. Nicht das Star Wars meiner Eltern. Meins. Und alles hat mit Episode I – Die dunkle Bedrohung angefangen. 1999. George Lucas gegen den Rest der Welt. Und ja, Jar Jar ist nervig. Aber dieser Film hat Dinge gemacht die kein anderer Blockbuster davor oder danach so hinbekommen hat. Und darueber reden wir jetzt.

1999 war wild. Und George Lucas hatte null Angst.

Leute, ihr muesst verstehen in was fuer einem Vakuum dieser Film gelandet ist. 16 Jahre. SECHZEHN JAHRE seit Return of the Jedi. Eine ganze Generation war mit dem Original aufgewachsen, hatte die VHS-Kassetten kaputtgespult, hatte in Schulhof-Fights diskutiert ob Han oder Luke cooler ist. Und dann sagt George Lucas: Ja, ich mache jetzt drei neue Filme. Ueber die Vorgeschichte. Ueber Politik. Ueber einen Neunjaehrigen der Pod-Rennen faehrt.

Die Erwartungen waren so hoch dass jeder Trailer im Kino dazu gefuehrt hat dass Leute Tickets NUR fuer den Trailer gekauft haben. Das ist kein Witz — IMDb dokumentiert das. Menschen haben den vollen Kinopreis bezahlt, den Phantom-Menace-Trailer geschaut und sind gegangen. 1999 gab es kein YouTube. Kein Streaming. Den Trailer sehen hiess: ins Kino gehen. Und die Leute sind DAFUER ins Kino gegangen.

115 Millionen Dollar Budget. Ueber eine Milliarde eingespielt. Allein in Deutschland hat der Film 53 Millionen Dollar gemacht. Und trotzdem reden die meisten Leute nur ueber einen einzigen Charakter der nervt. Das ist so als wuerdest du in Elden Ring das gesamte Caelid durchspielen und dann sagen „Ja war okay, aber die eine Hundsfliege in der Ecke war doof.“

George Lucas hat das Worldbuilding auf ein Level gehoben das vorher niemand versucht hat

Okay, real talk: Der groesste Verdienst von Episode I ist nicht die Story. Die Story ist — na ja. Handelsblockade, Senat, Abstimmungen, ein Neunjaehriger der der Auserwaehlte ist. Wenn ich das so aufschreibe klingt es wie die Inhaltsangabe einer Politikwissenschaft-Vorlesung mit Star-Wars-Skins. Und ja, die Senate-Szenen sind nicht gerade das was du dir unter „Star Wars“ vorstellst.

ABER. Das Worldbuilding. Leute.

Die Unterwasser-Stadt der Gungans. Coruscant — eine GANZE PLANET-STADT. Naboo mit seinen Wasserpaletten und der Renaissance-Architektur. Tatooine, aber diesmal nicht als oede Wueste sondern als lebendiger Ort mit Pod-Rennen und Sklaven-Vierteln und Watto, diesem gefluegelten Schrotthaendler der aussieht wie ein NPC der dir Nebenquests gibt die du eigentlich nicht machen willst aber dann doch machst weil der Loot gut ist.

George Lucas hat CGI benutzt wie kein Regisseur vor ihm. Und ja, 1999-CGI hat gealtert. Manche Szenen sehen heute aus wie gute PS2-Cutscenes. Aber was Lucas DAMIT gemacht hat — ganze Planeten aus dem Nichts erschaffen, Kreaturen designen die du vorher noch nie gesehen hast, eine Galaxie bauen die sich RIESIG anfuehlt — das war 1999 Science-Fiction im wahrsten Sinne des Wortes. Industrial Light & Magic hat fuer diesen Film ueber 2.000 VFX-Shots gemacht. Zum Vergleich: A New Hope hatte etwa 350.

Das Pod-Rennen ist eigentlich ein Rennspiel das jemand in einen Film eingebaut hat

Unpopulaere Meinung die ich unironisch vertrete: Die Pod-Race-Sequenz ist eine der besten Action-Sequenzen der Neunziger. Ja, inklusive Matrix. Fight me.

Zehn Minuten. Zehn Minuten reine Geschwindigkeit, Ben Burtts Sound Design das so krass ist dass du die Motoren FUEHLEN kannst, und ein neunjaehriger Junge der gegen Aliens antritt die alle doppelt so gross sind und dreimal so viel Erfahrung haben. Es ist ein Boss Fight in dem du untergelevelt bist. Sebulba — dieser hinterhaeltige Dug mit den Greifhaenden — ist das Gaming-Equivalent eines Cheaters der trotzdem verliert weil der Protagonist einfach mehr Skill hat.

Mein Kumpel Linus findet die Pod-Race-Szene „zu lang“. Linus findet auch dass jedes YouTube-Video ueber 8 Minuten zu lang ist. Linus ist in dieser Hinsicht nicht meine Referenz. Die Pod-Race-Szene ist genau so lang wie sie sein muss weil sie ATMEN darf. Du siehst den Aufbau, die Startlinie, die Staubwolken, das Publikum — und dann den Crash von Anakins Pod und den Rebuild und das Comeback. Das ist Storytelling durch Action. George Lucas war hier lowkey ein besserer Rennfilm-Regisseur als die meisten Leute die TATSAECHLICH Rennfilme machen.

Liam Neeson als Qui-Gon Jinn. Der Jedi den wir nicht verdient haben.

Liam Neeson hat in einem Interview mal gesagt dass er die Rolle genommen hat weil er wollte dass sein Sohn ihn in einem Star-Wars-Film sieht. Und das ist lowkey das Suesseste was jemals ein 1,93m-grosser Ire gesagt hat. Aber Neeson macht aus Qui-Gon mehr als nur „den Mentor der stirbt damit der Held motiviert ist“. Qui-Gon Jinn ist DER rebelische Jedi. Er folgt nicht dem Rat. Er ignoriert den Jedi-Orden wenn sein Gefuehl ihm was anderes sagt. Er ist der Jedi der sagt „Diese Regeln sind dumm“ und dann einfach sein Ding macht.

Und das ist wichtig fuer die gesamte Prequel-Story. Weil Qui-Gon der EINZIGE gewesen waere der Anakin richtig haette ausbilden koennen. Qui-Gon haette Anakin nicht gesagt „Unterdruecke deine Gefuehle.“ Er haette gesagt „Fuehle sie, aber lass dich nicht von ihnen kontrollieren.“ Obi-Wan — und ich liebe Obi-Wan, das wisst ihr — war dafuer zu jung, zu regelkonform, zu sehr das was der Jedi-Orden von ihm verlangt hat. Qui-Gons Tod ist nicht nur traurig. Er ist der Schmetterlingseffekt der zum Fall der Republik fuehrt.

Neeson spielt das mit einer Ruhe die fuer einen Blockbuster-Film fast schon ungewoehnlich ist. Kein Schreien. Keine heroischen Posen. Qui-Gon sitzt auf dem Boden und meditiert waehrend Darth Maul hinter dem Laser-Gate wartet. Der Typ weiss dass er gleich sterben wird und er MEDITIERT. Das ist based as hell.

Ewan McGregor hat genau drei Szenen und stiehlt jede einzelne

Obi-Wan ist in Episode I noch der Padawan. Er steht im Schatten von Qui-Gon, hat weniger Screentime als Jake Lloyd und sagt Saetze wie „Aber Meister, der Rat hat gesagt—“. Und trotzdem. TROTZDEM siehst du in Ewan McGregors Augen den Obi-Wan der kommen wird. Den Obi-Wan aus Episode II, den Obi-Wan aus der Clone-Wars-Serie, den Obi-Wan der auf einem Vulkanplaneten seinem besten Freund die Beine abhackt und dabei weint.

McGregors beste Szene in Episode I? Das Finale. Qui-Gon liegt am Boden, Darth Maul steht vor dem Laser-Gate, und Obi-Wan SCHREIT. Dieser Schrei. Diese Wut. Und dann springt er ueber Maul, greift Qui-Gons Lichtschwert und beendet den Kampf. In EINER Bewegung. Obi-Wan geht von Padawan zu Jedi-Ritter in dreissig Sekunden. McGregor hat in einem Interview gesagt dass er diese Szene „in einem Take“ gedreht hat. Ob das stimmt weiss ich nicht, aber es fuehlt sich so an.

Darth Maul: Unter zwei Stunden Screentime, trotzdem ikonisch. Wie geht das?

Ray Park als Darth Maul hat circa zehn Minuten Screentime. Zehn Minuten. Er sagt ungefaehr sechs Saetze. Und er ist trotzdem einer der kultigsten Villains der gesamten Star-Wars-Saga. Warum? Weil Design manchmal mehr sagt als Dialog.

Die roten und schwarzen Tattoos. Die Hoerner. Die gelben Sith-Augen. Das Doppelklingen-Lichtschwert — DAS DOPPELKLINGEN-LICHTSCHWERT. Als Maul im Trailer zum ersten Mal beide Seiten aktiviert hat, ist das Internet (soweit es 1999 existierte) kollektiv ausgeflippt. Das war der Moment wo jeder wusste: Okay, George Lucas hat noch was drauf.

Und dann der Kampf. Duel of the Fates. Ich komme gleich zum Musik-Teil, aber der Choreographie-Teil zuerst: Ray Park ist Martial-Arts-Champion. Er kaempft nicht wie ein Schauspieler der Choreographie gelernt hat. Er kaempft wie jemand der sein ganzes Leben gekauft hat und jetzt zufaellig eine Kamera auf ihn zeigt. Jede Bewegung ist praezise, schnell und brutal. Die Original-Trilogie hatte Lichtschwertkaufe die — seien wir ehrlich — aussahen wie zwei Opas die mit Stocken fechten. Episode I hat das komplett neu definiert.

Stefan aus dem Kinokreis hat mal gesagt: „Das Einzige was mich an den Prequels wirklich beeindruckt hat sind die Lichtschwertkaufe.“ Von Stefan ist das ein RIESIGES Kompliment. Der Mann gibt normalerweise nur Kubrick-Filmen mehr als 7 Punkte.

DUEL OF THE FATES. JOHN WILLIAMS. ICH BIN NICHT OKAY.

Leute. John Williams war 1999 siebenundsechzig Jahre alt. Er hatte bereits Jaws, E.T., Indiana Jones, Schindler’s List und drei Star-Wars-Filme komponiert. Er war, objektiv, der groesste Filmkomponist aller Zeiten. Und dann schreibt er Duel of the Fates.

Ein CHOR. Ein kompletter Chor der auf Sanskrit singt — nein, nicht Sanskrit, es ist ein keltisches Gedicht auf Sanskrit transkribiert, was keinen Sinn macht und genau deswegen perfekt ist. „Korah Matah Korah Rahtahmah.“ Diese Worte bedeuten nichts Konkretes und trotzdem fuehlt es sich an als wuerde jemand das Schicksal der Galaxie besingen. Weil Williams GENAU das tut.

Duel of the Fates ist nicht einfach Filmmusik. Es ist der Moment wo Star Wars von Space Opera zu OPER wird. Die Trommeln, die Streicher, der Chor — das ist Wagner mit Lichtschwertern. Das ist Final-Fantasy-Boss-Musik, nur dass es zwanzig Jahre vor Sephiroth’s One-Winged Angel in den Mainstream-Kinos lief. Ja, ich habe gerade Star Wars mit Final Fantasy verglichen. Nein, ich nehme das nicht zurueck.

Meine Cousine Anke — die eigentlich nur Arthouse-Filme guckt — hat mal bei mir Duel of the Fates im Auto gehoert und gefragt: „Was IST das?“ Und als ich sagte „Star Wars Episode I“ hat sie mich angeschaut als haette ich gesagt die Erde sei flach. Sie konnte nicht glauben dass DAS aus dem Film kommt den jeder im Internet hasst. Ja, Anke. Das kommt aus dem Film den jeder im Internet hasst.

Das Jar Jar Problem. Ja, ich rede drueber. Nein, ich verteidige ihn nicht komplett.

Ahmed Best hat Jar Jar Binks gespielt. Und Ahmed Best hat nach dem Film Morddrohungen bekommen. Von „Fans“. Die einen fiktiven Charakter so sehr gehasst haben dass sie dem ECHTEN MENSCHEN der ihn gespielt hat mit dem Tod gedroht haben. Das ist so unfassbar toxic dass ich jedes Mal wenn jemand sagt „Jar Jar hat Star Wars ruiniert“ fragen moechte: Hat er? Oder hat das Fandom sich selbst ruiniert?

Jar Jar ist nervig. No cap, der Charakter ist nervig. „Meesa“ dieses, „Meesa“ jenes, er tritt in Poodoo, seine Zunge bleibt im Pod-Racer haengen — das ist Slapstick fuer Fuenfjaehrige in einem Film der gleichzeitig ueber Handelsblockaden und politische Machtergreifung redet. Der Tonal-Shift ist so krass wie wenn du in einem Dark-Souls-Dungeon ploetzlich einen Kirby-Level findest.

ABER — und hier kommt der Prequel-Defender in mir — Jar Jar hatte einen Purpose. Er war der Comic Relief fuer Kinder. Weil Star Wars IMMER fuer Kinder gemacht wurde. George Lucas hat das tausendmal gesagt und tausendmal hat das Internet es ignoriert. Die Ewoks in Return of the Jedi? Merchandising fuer Kinder. C-3PO? Comic Relief fuer Kinder. Jar Jar ist die logische Fortsetzung davon, nur halt auf einem Annoying-Level das selbst geduldige Menschen testet.

Was ich aber WIRKLICH verteidigen will: Die Darth-Jar-Jar-Theorie. Falls ihr die nicht kennt — sie besagt dass Jar Jar urspruenglich als Sith Lord geplant war der sich dumm stellt. Und es gibt BELEGE dafuer. Seine Handbewegungen die verdaechtig nach Jedi-Mind-Tricks aussehen. Seine „zufaellige“ Kompetenz in der Schlacht von Naboo. Die Tatsache dass ER es ist der Palpatine Notstandsvollmachten gibt. Ahmed Best hat in Interviews angedeutet dass da was dran sein koennte. George Lucas hat es nie bestaetigt, aber auch nie dementiert. Und ehrlich? Wenn die Theorie stimmt, waere Jar Jar einer der genialsten Plot-Twists der Filmgeschichte gewesen. Leider hat der Hate das unmoeglich gemacht.

Jake Lloyd und die Midichlorians — zwei Kontroversen, eine Erklaerung

Jake Lloyd war neun als er Anakin Skywalker gespielt hat. NEUN. Und die Leute haben ihn zerrissen. „Er kann nicht schauspielern.“ „Er ist zu kindisch.“ ER WAR NEUN. Was habt ihr erwartet — Method Acting? Der Junge sollte einen Space-Messias spielen der noch nicht weiss dass er einer ist. Und fuer einen Neunjaehrigen macht Lloyd das solide. Die Pod-Race-Szenen, der Abschied von seiner Mutter, das „Yippee!“ das jeder hasst — das ist wie ein KID sich verhaelt. Kinder sagen „Yippee“. Kinder sind awkward. Das ist realistisch. Schach Matt, Hater.

Und Midichlorians. Die grosse Saende. Der Moment wo George Lucas „die Macht“ von etwas Mystischem zu etwas Biologischem gemacht hat. Und ja, ich verstehe warum Leute sauer waren. „Die Macht“ war immer dieses Ding das jeder haben konnte — du musst nur dran glauben, dich konzentrieren, den Yoda in dir finden. Und dann kommt Lucas und sagt: Nee, ist ein Bluttest. Midichlorians. Mikroskopische Lebewesen. Je mehr du hast, desto staerker bist du. Das klingt wie ein Gacha-System — jeder hat einen Random-Stat und wer Pech hat ist halt kein Jedi.

ABER — und ich werde nicht aufhoeren diese Takes zu droppen — Midichlorians erklaeren nicht die Macht. Sie sind der ZUGANG zur Macht. Lucas hat das in Interviews gesagt: Midichlorians erlauben dir die Macht zu HOEREN, nicht sie zu ERZEUGEN. Es ist wie ein Radio. Mehr Midichlorians = besserer Empfang. Aber die Musik — die Macht — existiert unabhaengig davon. Das ist ein Unterschied. Ein wichtiger. Und niemand hat zugehoert weil alle zu beschaeftigt damit waren sich aufzuregen.

Natalie Portman und Ian McDiarmid — die unbesungenen MVPs

Portman war siebzehn als sie Padme gespielt hat. Siebzehn und sie regiert einen ganzen Planeten. Okay, sie ist gewaehlte Koenigin, was ein Konzept ist das politikwissenschaftlich keinen Sinn macht, aber whatever — in einer Galaxie mit Lichtschwertern und Space-Zaubern ist eine gewaehlte Monarchie noch das Normalste. Portman spielt Padme mit einer Wuerde die fuer ihr Alter beeindruckend ist. Die Szene wo sie sich als Dienerin verkleidet um ihre eigene Palastwache auszutricksen? Plietsch. Richtig plietsch.

Ian McDiarmid als Palpatine ist subtiler als in den Sequels. Hier ist er noch Senator. Noch nicht der Imperator. Noch nicht „UNLIMITED POWER“. Aber wenn du genau hinschaust — die Art wie er Padme manipuliert, wie er den Senat gegen Kanzler Valorum aufhetzt, wie er IMMER genau da ist wo er sein muss — dann siehst du den groessten Villain der Filmgeschichte in seiner Planungsphase. McDiarmid spielt Palpatine in Episode I wie eine Schachfigur die so tut als waere sie ein Bauer. Und du weisst dass er die Dame ist.

Samuel L. Jackson sitzt auf einem Stuhl und das reicht

Mace Windu hat in Episode I vielleicht fuenf Minuten. Er sitzt im Jedi-Rat, er sagt „Wir beobachten den Jungen“ und er schaut skeptisch. Das ist alles. Aber es ist Samuel L. Jackson der skeptisch schaut, also ist es automatisch ikonisch. Jackson hat George Lucas gefragt ob er ein lila Lichtschwert haben kann. Lucas hat gesagt nein, alle Jedi haben blau oder gruen. Jackson hat gesagt: „Ich will aber lila. Damit ich mich in der grossen Schlachtszene selbst finden kann.“ Lucas hat ja gesagt. Das ist die based-este Verhandlung in der Geschichte Hollywoods.

Von Naboo bis Tatooine — wer spielt hier mit

  • Liam Neeson als Qui-Gon Jinn — der ruhigste Rebell der Jedi-Geschichte. Neeson bringt eine Gravitas mit die diesen Film erdet. Ohne ihn waere Episode I ein visuelles Spektakel ohne Herz. Mit ihm hat es eins.
  • Ewan McGregor als junger Obi-Wan Kenobi — noch der Padawan, schon der kommende Ritter. McGregor channelt Alec Guinness in einzelnen Gesten, ohne ihn zu kopieren. Das ist eine Kunst.
  • Natalie Portman als Koenigin Padme Amidala — mit siebzehn Jahre eine Praesenz die manche Oscar-Preistraeger mit vierzig nicht hinbekommen. Die Kostueme allein verdienen einen eigenen Review.
  • Jake Lloyd als junger Anakin Skywalker — ein Kind das ein Kind spielt. Was man von einem Neunjaehrigen erwarten kann, liefert Lloyd ab. Die Pod-Race-Szenen traegt er.
  • Ian McDiarmid als Senator Palpatine — das leiseste Monster im Raum. Wer wissen will wie Manipulation aussieht: McDiarmids Performance studieren. Jede einzelne Szene.
  • Ray Park als Darth Maul — zehn Minuten Screentime, hundert Prozent Eindruck. Park kaempft nicht, er performt. Martial Arts als Kunst.
  • Ahmed Best als Jar Jar Binks — kontrovers, ja. Aber Best hat fuer diesen Charakter Pionierarbeit in Motion Capture geleistet. Ohne Jar Jar gaebe es kein Gollum. Denkt drueber nach.
  • Samuel L. Jackson als Mace Windu — fuenf Minuten, ein skeptischer Blick, lila Lichtschwert. Reicht.
  • Frank Oz als Yoda (Stimme und Puppe) — ja, PUPPE. Kein CGI-Yoda. Der originale Yoda aus Empire Strikes Back. In neuem Make-up. Und er sieht immer noch aus wie der weiseste Frosch des Universums.
  • Pernilla August als Shmi Skywalker — die Mutter-Szenen mit Jake Lloyd sind emotional das Beste was der Film zu bieten hat. „Du kannst mich nicht retten“ ist ein Satz der im Kontext der gesamten Saga WUCHT bekommt.

Was Episode I fuer die Prequels als Ganzes bedeutet — und warum mich das Sequel-Bashing nervt

Ich sag jetzt was Unbeliebtes und ich meine es ernst: Die Prequels sind besseres Star Wars als die Sequel-Trilogie. Und Episode I ist der Grundstein dafuer.

Episode I macht Fehler. Jar Jar ist zu viel. Die Politik-Szenen sind fuer einen Kinderfilm zu trocken. Jake Lloyd hatte Probleme mit der Rolle die nicht seine Schuld waren. Aber Episode I hat eine VISION. George Lucas wusste EXAKT was er erzaehlen wollte — den Fall einer Demokratie, die Korruption der Jedi, das Scheitern von Institutionen die zu arrogant sind um ihre eigenen Fehler zu sehen. Das ist 1999. Das ist VOR 9/11, VOR dem Patriot Act, VOR der Finanzkrise. Lucas hat den Untergang westlicher Institutionen in Space-Fantasy verpackt bevor es cool war.

Episode VII dagegen? Copy-Paste von New Hope. Episode VIII? Rian Johnson hatte gute Ideen, aber kein Studio das ihn hat machen lassen. Episode IX? Wir reden nicht drueber. Die Sequel-Trilogie hatte drei verschiedene Visionen und NULL Plan. Die Prequels hatten EINEN Mann mit EINEM Plan, und auch wenn der Plan manchmal weird war — Midichlorians, Jar Jar, „I don’t like sand“ — es war ein Plan. Ein Abenteuer mit Rueckgrat. Und der hat zum besten Star-Wars-Film aller Zeiten gefuehrt: Revenge of the Sith. Aber das ist ein anderer Review.

Das 25-Jahre-Spaeter-Phaenomen: Warum Episode I immer besser wird

Hier ist was wild ist: Episode I hat 1999 gemischte bis schlechte Kritiken bekommen. 51% auf Rotten Tomatoes. „Enttaeuschend.“ „Zu viel CGI.“ „Wo ist der alte Star-Wars-Spirit?“ Und jetzt, 2024, wurde der Film fuer das 25-jaehrige Jubilaeum im Kino nochmal gezeigt und hat auf Letterboxd eine deutlich bessere Rezeption bekommen als damals. Weil die Kids von 1999 jetzt Erwachsene sind. Und sie erinnern sich nicht an Jar Jar. Sie erinnern sich an Duel of the Fates. An das Pod-Rennen. An den Moment wo Obi-Wan den Abgrund hochspringt.

Die Prequel-Renaissance ist real. Clone Wars hat die Charaktere vertieft. The Mandalorian hat Prequel-Elemente eingebaut. Rogue One hat gezeigt dass Prequel-Aera visuell funktioniert. Obi-Wan Kenobi auf Disney+ hat McGregor zurueckgebracht. Ahmed Best wurde als Jedi-Meister Kelleran Beq gecastet — eine Wiedergutmachung die LAENGST ueberfaellig war. Die Prequels sind nicht mehr die Schande des Franchises. Sie sind das Fundament.

Was mein Achtjaehriges Ich gewusst hat und die Kritiker nicht

Als ich 2005 mit acht Jahren im Kino sass und Revenge of the Sith geschaut hab, wusste ich nicht was „Midichlorians“ sind. Ich wusste nicht dass Jar Jar kontrovers ist. Ich wusste nicht dass George Lucas von seinem eigenen Fandom gehasst wird. Ich wusste nur: Da ist ein Junge der traurig ist weil er seine Mum verlassen muss. Da ist ein Ritter der meditiert bevor er stirbt. Da ist ein Monster mit einem Doppel-Lichtschwert. Und da ist Musik die so gross klingt dass der Kinosaal bebt.

Kinder sehen Filme ohne Zynismus. Ohne Metakritik. Ohne den Drang alles zu zerlegen und zu erklaeren warum es nicht funktioniert. Und manchmal — MANCHMAL — haben die Kinder recht. Episode I ist kein perfekter Film. Aber es ist ein Film der dich in eine Galaxie mitnimmt die so gross und so bunt und so VIEL ist dass du zwei Stunden lang vergisst wo du bist. Und das soll Kino sein. Das ist der Job.

6.8 gebe ich. Nicht weil der Film eine 6.8 „verdient“ — Bewertungen sind eh Quatsch — sondern weil ich fair sein will. Jar Jar zieht runter. Die Senate-Szenen ziehen runter. Jake Lloyds Dialoge sind manchmal holprig. Aber Duel of the Fates allein ist eine 10. Qui-Gon allein ist eine 8. Das Pod-Rennen allein ist eine 9. Und das Worldbuilding allein ist eine 10. Macht im Schnitt keine 6.8, aber Mathe war noch nie meine Staerke. Linus wuerde jetzt sagen „Das ist nicht wie Durchschnitte funktionieren, Tom.“ Ja. Ich weiss. Ist mir egal.

⚖️

Bewertung

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

Duel of the Fates allein rechtfertigt die Existenz dieses Films. John Williams hat den Soundtrack meiner Kindheit geschrieben und ich werde das nie vergessen.— aus der Wertung von CineTom
Episode I ist der Star-Wars-Film den alle hassen und der trotzdem eine Milliarde Dollar eingespielt hat. Weil George Lucas eine Vision hatte die groesser war als jede Kritik. Jar Jar nervt, die Senate-Szenen sind trocken und Midichlorians haette niemand gebraucht. Aber Liam Neeson als Qui-Gon ist einer der besten Mentoren der Filmgeschichte, das Pod-Rennen gehoert zu den besten Action-Sequenzen der Neunziger, Darth Maul definiert mit zehn Minuten Screentime einen ganzen Villain-Archetyp und Duel of the Fates ist das beste Stueck Filmmusik das John Williams je komponiert hat. Episode I ist nicht perfekt. Aber es ist mutig, visuell bahnbrechend und hat das Worldbuilding einer ganzen Galaxie auf ein Level gehoben das bis heute niemand uebertroffen hat. Die Kids von 1999 wussten das. Der Rest hat 25 Jahre gebraucht.
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Wer streamt Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung?

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Stand 17.08.2026: Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung läuft im Abo bei Disney+ – mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 3,99 €.

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 17.08.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

Schnelle Antworten

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Wo kann ich Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung streamen?

Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung läuft aktuell im Abo bei Disney+; zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, Google Play, YouTube, maxdome, MagentaTV, Videoload und freenet Video. Stand August 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Wie lange dauert Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung?

Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung hat eine Laufzeit von rund 136 Minuten (2 Stunden und 16 Minuten).

Lohnt sich Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung?

Unsere Redaktion vergibt Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung einen Watcher-Score von 6,8 von 10. Episode I ist der Star-Wars-Film den alle hassen und der trotzdem eine Milliarde Dollar eingespielt hat. Weil George Lucas eine Vision hatte die größer war als jede Kritik. Jar Jar nervt, die Senate-Szenen sind trocken und Midichlorians hätte niemand gebraucht. Aber Liam Neeson als Qui-Gon ist einer der besten Mentoren der Filmgeschichte, das Pod-Rennen gehoert zu den besten Action-Sequenzen der Neunziger, Darth Maul definiert mit zehn Minuten Screentime einen ganzen Villain-Archetyp und Duel of the Fates ist das beste Stück Filmmusik das John Williams je komponiert hat. Episode I ist nich

Für wen ist Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung geeignet?

Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung ist vor allem etwas für Abenteuer und Action-Fans, die auch über Schwächen hinwegsehen.

Worum geht es in Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung?

Nachdem der friedliche Planet Naboo von der Handelsföderation angegriffen wurde, müssen die Jedi-Ritter Qui-Gon Jinn und Obi-Wan Kenobi gemeinsam mit Königin Amidala auf dem Wüstenplaneten Tatooine notlanden.

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Trailer

🎭

Besetzung

Liam NeesonQui-Gon Jinn
Ewan McGregorObi-Wan Kenobi
Natalie PortmanPadmu00e9 Amidala
Jake LloydAnakin Skywalker
Ian McDiarmidSenator Palpatine

FAQ zu Die dunkle Bedrohung: Warum die Prequels besser sind als ihr Ruf

Ist Episode I der schlechteste Star-Wars-Film?
Nein. Episode IX existiert. Aber selbst wenn man IX ignoriert — Episode I hat Duel of the Fates, hat Qui-Gon, hat das Pod-Rennen. Der Film hat Hoehen die andere Star-Wars-Filme nicht erreichen. Er hat aber auch Tiefen — Jar Jar, die Senate-Szenen — die andere Star-Wars-Filme nicht haben. Es ist der Star-Wars-Film mit den groessten Extremen in beide Richtungen.
Soll ich meinem Kind Episode I als Einstieg zeigen?
ABSOLUT. Chronologische Reihenfolge, starting with Episode I. Kinder lieben Jar Jar. Kinder lieben das Pod-Rennen. Kinder lieben die bunten Planeten. Und wenn sie dann bei Episode III ankommen und Anakin faellt, hat das zehnmal mehr Impact als wenn sie erst die Original-Trilogie schauen. Trust me — ich war dieses Kind.
Warum wird der Film im Internet so gehasst?
Weil Erwachsene 1999 einen Film erwartet haben der fuer ERWACHSENE gemacht ist. War er aber nicht. Star Wars war immer fuer alle Altersgruppen, und Episode I hat sich entschieden die Skala Richtung juengeres Publikum zu schieben. Dazu kommen die Midichlorians die das Mystische erklaeren und die Politik-Szenen die fuer Action-Fans zu trocken waren. Aber die Hate-Welle war massiv uebertrieben und hat echten Menschen — Jake Lloyd, Ahmed Best — geschadet.
Ist Darth Maul wirklich so cool oder ist das nur Nostalgie?
Beides. Mauls Design ist objektiv ikonisch — das rot-schwarze Gesicht, die Hoerner, das Doppel-Lichtschwert. Und ja, Nostalgie spielt rein weil jeder der den Film als Kind gesehen hat diesen Moment erinnert wo das zweite Blade aktiviert wird. Aber dank Clone Wars und Rebels ist Maul inzwischen einer der tiefgruendigsten Villains der ganzen Saga. Also nein, nicht nur Nostalgie.
Was macht George Lucas besser als andere Regisseure?
Worldbuilding. Lucas hat eine Galaxie erschaffen die sich real anfuehlt. Jeder Planet hat eine eigene Kultur, eine eigene Architektur, eigene Kreaturen. Er denkt in Welten, nicht in Szenen. Und er ist der Mann der Star Wars, Indiana Jones und THX 1138 gemacht hat — drei komplett verschiedene Genres, alle mit einer visuellen Identitaet die sofort erkennbar ist. Sein Dialogwriting ist — na ja. Aber seine Visionen sind unschlagbar.
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