Die Kritik
von TribunSylvester Stallone als eiskalter Rächer, Mickey Rourke als schmieriger Porno-Produzent und Michael Caine, der seinen eigenen Klassiker mit einem Cameo adelt – Get Carter – Die Wahrheit tut weh aus dem Jahr 2000 hatte alle Zutaten für einen coolen Neo-Noir-Thriller. Was ist schiefgegangen? So ziemlich alles. Mit einem Budget von 63 Millionen Dollar und einem Einspielergebnis von mageren 19 Millionen [Quelle: Box Office Mojo, 2000] wurde das Remake zum Desaster. Rotten Tomatoes zeigt gnadenlose 11% [Stand: Januar 2026]. Das CinemaScore-Publikum vergab ein verheerendes D+ – eine der schlechtesten Noten überhaupt.
Quick Answer: Ist Get Carter – Die Wahrheit tut weh sehenswert?
Kurze Antwort: NUR für Stallone-Komplettisten und Fans von Trash-Filmen. Als ernsthafter Thriller scheitert der Film auf ganzer Linie.
Für wen geeignet: Sylvester Stallone Hardcore-Fans, Sammler von Hollywood-Flops, Menschen die das 1971er Original kennen und neugierig auf den Vergleich sind, Trash-Film-Liebhaber.
Nicht geeignet für: Fans des Originalfilms die ihr Andenken bewahren wollen, Zuschauer die einen spannenden Thriller erwarten, Menschen die gute Drehbücher schätzen.
Mein Urteil: Stallone gibt sich Mühe, aber das Drehbuch lässt ihn im Stich. Der Film hat weder Rhythmus noch Spannung, wie Elvis Mitchell in der New York Times treffend schrieb: „so minimal geplottet, dass er nicht mal einen Text hat, geschweige denn Subtext“ [Quelle: NY Times, 2000]. Michael Caines Cameo ist das einzige Highlight – und selbst das wirkt wie ein Gefallen unter Freunden.
📖 Worum geht es in Get Carter – Die Wahrheit tut weh?
Jack Carter ist ein Geldeintreiber für die Mafia in Las Vegas. Als sein Bruder Ritchie bei einem angeblichen Autounfall ums Leben kommt – betrunken am Steuer – glaubt Jack nicht an einen Unfall. Er kehrt nach Seattle zurück, um die Wahrheit herauszufinden. Was er entdeckt, zieht ihn in einen Sumpf aus Pornografie, Erpressung und Verrat – und seine eigene Nichte Doreen steckt mittendrin.
Das Grundgerüst stammt aus Ted Lewis‘ Roman „Jack’s Return Home“ von 1970, der bereits 1971 mit Michael Caine verfilmt wurde. Drehbuchautor David McKenna (American History X) verlegte die Handlung von Newcastle nach Seattle, tauschte britische Gangster gegen amerikanische Mafiosi und ersetzte die graue Industrielandschaft durch glänzende Wolkenkratzer. Die Seele des Originals? Irgendwo auf dem Weg verloren gegangen.
Regisseur Stephen Kay inszeniert den Film ohne jeden Biss. Carter arbeitet sich durch Verdächtige – Jeremy Kinnear (Alan Cumming), einen Tech-Unternehmer mit dunklen Geheimnissen, Cyrus Paice (Mickey Rourke), einen Porno-Produzenten, und Cliff Brumby (Michael Caine), einen alten Bekannten aus der Vergangenheit. Aber nichts hat Gewicht. Die Gewalt wirkt steril, die Dialoge hohl, die Auflösung vorhersehbar.
Das Problem mit dem Remake
Das Original lebte von seiner Kompromisslosigkeit. Michael Caines Jack Carter war ein Monster – und der Film feierte das nie. Stallones Version ist ein Hollywood-Antiheld: muskulös, schweigsam, mit Designer-Bart. Er soll cool aussehen statt gefährlich zu sein. Todd McCarthy von Variety nannte es „ein nutzloses Remake“ [Quelle: Variety, 2000]. Dem ist wenig hinzuzufügen.
⚖️ Was funktioniert – und was nicht?
👍 Stärken
- Michael Caines Cameo: Der Original-Carter als Nebenfigur – ein nettes Meta-Detail für Kenner.
- Mickey Rourkes Präsenz: Als schmieriger Bösewicht Cyrus Paice hat er ein paar gute Momente.
- Visuelle Kompetenz: Die Bilder von Seattle und Las Vegas sind professionell eingefangen.
- Stallones Bemühung: Er versucht, gegen das schwache Material anzuspielen.
👎 Schwächen
- Rhythmuslos: Der Film plätschert dahin, ohne je Spannung aufzubauen.
- Seelenloses Drehbuch: Kein Subtext, keine Tiefe, nur Versatzstücke.
- Überflüssiges Remake: Es gibt keinen Grund, warum diese Geschichte nochmal erzählt werden musste.
- Sterilisierte Gewalt: Das Original war brutal, das Remake ist harmlos.
- Verschwendetes Ensemble: Miranda Richardson, Alan Cumming – alle unterfordert.
🎭 Wer spielt in Get Carter – Die Wahrheit tut weh mit?
Sylvester Stallone spielt Jack Carter, den Mafia-Geldeintreiber auf Rachefeldzug. Mickey Rourke gibt den Porno-Produzenten Cyrus Paice, Alan Cumming ist der undurchsichtige Tech-Unternehmer Jeremy Kinnear, und Michael Caine – der Original-Carter von 1971 – hat einen erweiterten Cameo als Cliff Brumby. Rachael Leigh Cook spielt Carters Nichte Doreen, Miranda Richardson seine Schwägerin Gloria.
Das Interessanteste am Cast ist Michael Caines Beteiligung. Er machte den Cameo ursprünglich als Gefallen für seinen Freund Stallone – eine einzige Szene war geplant. Nach einer desaströsen Testvorführung wurden zusätzliche Szenen mit Caine gedreht, um den Film aufzuwerten [Quelle: Wikipedia]. Es hat nicht geholfen.
Mickey Rourke, damals auf dem Tiefpunkt seiner Karriere (vor dem Comeback mit „The Wrestler“), liefert als einziger eine Figur mit Ecken und Kanten. Sein Cyrus Paice ist unangenehm, bedrohlich – alles, was Stallones Carter sein sollte, aber nicht ist. Alan Cumming als Internet-Mogul wirkt fehlbesetzt, John C. McGinley als Carters Partner Con McCarty hat zu wenig zu tun.
Die Frauen im Film
Miranda Richardson als trauernde Witwe Gloria verschwendet ihr Talent in einer undankbaren Rolle. Rachael Leigh Cook als Doreen hat ein paar emotionale Szenen, aber die Figur bleibt blass. Rhona Mitra und Gretchen Mol füllen Nebenrollen, die kaum Eindruck hinterlassen.
Synchronstudio: [unbekannt]
Jahr: 2001
Dialogregie: [unbekannt]
Sylvester Stallone|Jack Carter|Thomas Danneberg
Michael Caine|Cliff Brumby|Jürgen Thormann
Mickey Rourke|Cyrus Paice|[unbekannt]
Miranda Richardson|Gloria Carter|[unbekannt]
Alan Cumming|Jeremy Kinnear|[unbekannt]
Quelle: Synchronkartei.de
💬 Zitate aus Get Carter – Die Wahrheit tut weh
- Jack Carter: „Ich bin nicht hier, um Fragen zu beantworten. Ich bin hier, um sie zu stellen.“
Original: „I’m not here to answer questions. I’m here to ask them.“ - Jack Carter: „Die Wahrheit tut weh. Aber Lügen töten.“
Original: „The truth hurts. But lies kill.“ - Cyrus Paice (Mickey Rourke): „Jeder hat Geheimnisse, Carter. Sogar du.“
Original: „Everybody’s got secrets, Carter. Even you.“
Quelle: IMDb Quotes
🎬 Wie wurde Get Carter – Die Wahrheit tut weh produziert?
Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in Vancouver statt, mit Außenaufnahmen in Seattle und Tacoma sowie Las Vegas für die Eröffnungssequenz im Venetian Casino-Hotel [Quelle: IMDb]. Das offizielle Budget lag bei 63,6 Millionen Dollar – aber die wahre Geschichte dahinter ist noch interessanter als der Film selbst.
Produzent war Franchise Pictures unter Elie Samaha, finanziert vom deutschen Unternehmen Intertainment. Im Dezember 2000 verklagte Intertainment Franchise wegen systematischen Budget-Betrugs. Samaha hatte die Produktionskosten künstlich aufgebläht: Ein gefälschtes Dokument listete „8 Millionen Dollar für S. Stallone (Extras)“ auf, Produzent Mark Canton wurde mit 6 Millionen geführt, obwohl er nur 1,5 Millionen bekam [Quelle: Wikipedia]. Das tatsächliche Budget von Get Carter betrug 44,7 Millionen Dollar – immer noch zu viel für das Ergebnis.
Der Film startete am 6. Oktober 2000 in den USA und floppte sofort. Am Eröffnungswochenende spielte er nur 6,5 Millionen ein, in der zweiten Woche brach er um 56% ein [Quelle: Box Office Mojo]. Die deutsche Premiere folgte am 16. August 2001 unter dem Titel „Get Carter – Die Wahrheit tut weh“.
Die Razzie-Schmach
Bei den 21. Golden Raspberry Awards 2001 erhielt der Film zwei Nominierungen: Worst Actor für Stallone und Worst Remake or Sequel. Die Stinkers Bad Movie Awards nominierten ihn in vier Kategorien: Worst Picture, Worst Director, Worst Actor und Worst Remake [Quelle: Wikipedia].
📊 Technische Daten
- Originaltitel: Get Carter
- Deutscher Titel: Get Carter – Die Wahrheit tut weh
- Erscheinungsjahr: 2000
- Regie: Stephen Kay
- Drehbuch: David McKenna
- Vorlage: „Jack’s Return Home“ von Ted Lewis (1970)
- Produzent: Elie Samaha, Mark Canton (Franchise Pictures)
- Musik: Tyler Bates
- Kamera: Mauro Fiore
- Laufzeit: 102 Minuten
- FSK: 16
- Budget: $63,6 Mio. (offiziell) / $44,7 Mio. (tatsächlich) [Quelle: Wikipedia]
- Box Office: $19,4 Mio. weltweit [Quelle: Box Office Mojo, 2000]
- IMDb-Rating: 5.2/10 [Stand: Januar 2026]
- Rotten Tomatoes: 11% Tomatometer, 28% Audience [Stand: Januar 2026]
- CinemaScore: D+
🎯 Wusstest du schon? Fun Facts zu Get Carter (2000)
- Michael Caines Freundschaftsdienst: Caine machte den Cameo als Gefallen für Freund Stallone. Nach katastrophalen Testvorführungen wurden seine Szenen erweitert – es half nichts.
- Budget-Betrug: Produzent Elie Samaha erfand „8 Millionen Dollar für Stallone-Extras“ und andere Fantasie-Posten. Das echte Budget war 44,7 statt 63,6 Millionen Dollar [Quelle: Wikipedia].
- D+ CinemaScore: Das Publikum hasste den Film. Ein D+ gehört zu den schlechtesten Bewertungen, die CinemaScore je vergeben hat.
- 56% Einbruch: Am zweiten Wochenende verlor der Film über die Hälfte seines Publikums – ein Zeichen, dass Mundpropaganda verheerend war.
- Original vs. Remake: Im 1971er Original spielte Michael Caine Jack Carter. Im Remake spielt er Cliff Brumby – eine komplett andere Figur.
- Mickey Rourkes Tiefpunkt: Für Rourke war dies einer seiner letzten Filme vor dem Karriere-Absturz. Erst „The Wrestler“ (2008) brachte ihn zurück.
- Vancouver als Seattle: Der Großteil des Films wurde in Vancouver gedreht, nicht in Seattle – nur Außenaufnahmen sind echt.
- Doppelte Razzie-Nominierung: Stallone erhielt seine x-te Nominierung als Worst Actor. Er „gewann“ den Preis nicht – dafür war Battlefield Earth schlimmer.
🎬 Ähnliche Filme wie Get Carter (2000)
Wer trotz allem Gefallen an Get Carter fand oder Stallone-Action sucht:
- The Negotiator (1998) – Samuel L. Jackson und Kevin Spacey in einem deutlich besseren Thriller der gleichen Ära.
- Pulp Fiction (1994) – Wie man Neo-Noir RICHTIG macht. Tarantinos Meisterwerk zeigt, was Get Carter sein wollte.
- GoodFellas (1990) – Stallone wollte Gangster-Coolness? Scorsese hat sie definiert.
🔍 Transparenz & Quellen
Dieser Review basiert auf professioneller Recherche aus:
- Wikipedia (EN) – Produktionsgeschichte, Budget-Skandal, Box Office
- Rotten Tomatoes – Kritiken und Scores
- TMDB – Ratings, Cast, Crew
Zusätzliche Quellen (im Text zitiert): IMDb, Box Office Mojo, Variety (Todd McCarthy), New York Times (Elvis Mitchell), Synchronkartei.de.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von Tribun — eine Person, ein begründetes Urteil.
Die Wahrheit tut weh. Aber Lügen töten.— aus der Wertung von Tribun
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu Get Carter - Die Wahrheit tut weh
Wie lange dauert Get Carter - Die Wahrheit tut weh?
Get Carter - Die Wahrheit tut weh hat eine Laufzeit von rund 102 Minuten (1 Stunde und 42 Minuten).
Lohnt sich Get Carter - Die Wahrheit tut weh?
Unsere Redaktion vergibt Get Carter - Die Wahrheit tut weh einen Watcher-Score von 4,5 von 10. Ein vermeidbares Remake, das alles falsch macht. Stallone bemüht sich, Caine wirkt gelangweilt, das Drehbuch ist substanzlos. Für Vollständigkeits-Sammler und Flop-Archäologen. Alle anderen: Schaut das Original von 1971. 4.5/10 – Die Wahrheit tut weh, dieser Film auch.
Für wen ist Get Carter - Die Wahrheit tut weh geeignet?
Get Carter - Die Wahrheit tut weh ist vor allem etwas für Action und Drama-Fans, die auch über Schwächen hinwegsehen.
Worum geht es in Get Carter - Die Wahrheit tut weh?
Jack Carter ist ein unbarmherziger Schuldeneintreiber und Killer, der seine Aufträge skrupellos ausführt. Der plötzliche Tod seines Bruders Richie wirft ihn völlig aus der Bahn.
Besetzung
FAQ zu Get Carter – Die Wahrheit tut weh
Ist Get Carter (2000) ein Remake?
Warum spielt Michael Caine im Remake mit?
Warum war der Film ein Flop?
Lohnt sich Get Carter (2000) trotzdem?
Wer synchronisiert Sylvester Stallone auf Deutsch?
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