Countdown zum Kinostart
Sacrifice: Anya Taylor-Joy will Chris Evans einem Vulkan opfern ist noch nicht erschienen. Streaming-Anbieter tragen wir ein, sobald der Film nach dem Start verfügbar ist. Termin kann sich verschieben.
Die Vorschau
von CineTomSacrifice (2026) startet am 15. Oktober 2026 in den deutschen Kinos, und die WatchGuide-Erwartung ist gespalten: Romain Gavras gehört zu den stärksten Bildermachern Europas, sein erster englischsprachiger Film kam aus Toronto aber mit 37 Prozent bei Rotten Tomatoes zurück.
Chris Evans, Anya Taylor-Joy, eine Sekte und ein Vulkan. Ich gehe hin, weil ich sehen will, wie Gavras das filmt. Eine Wertung gibt es erst nach der Sichtung.
Athena ist der Grund, warum ich bei Gavras hinschaue
Romain Gavras hat 2022 mit Athena einen Netflix-Film gedreht, der mit einer minutenlangen Plansequenz durch eine Pariser Vorstadtsiedlung beginnt. Man wusste in jeder Sekunde, wo wer steht. Für Sacrifice holt er denselben Kameramann zurück, Matias Boucard. Das ist für mich der wichtigste Name im Abspann, wichtiger als jeder Star auf dem Plakat.
Gavras ist der Sohn von Costa-Gavras und kommt aus dem Musikvideo. Justice „Stress“ von 2008, M.I.A. „Born Free“ von 2010, dazu „No Church in the Wild“ für Kanye West und Jay-Z. Der Mann kann Chaos choreografieren, das ist belegt.
Sacrifice ist sein vierter Spielfilm nach Notre jour viendra (2010), Le monde est à toi (2018, Quinzaine in Cannes) und Athena. Das Drehbuch hat er mit dem Dramatiker Will Arbery geschrieben. Produziert haben Iconoclast, Heretic, Mid March Media und Film4.
Eine Gala, eine Insel und eine Sekte, die dem Vulkan Menschen opfern will
Auf einer Charity-Gala auf einer abgelegenen griechischen Insel stürmt eine Öko-Sekte den Saal. Ihre Anführerin Joan, gespielt von Anya Taylor-Joy, glaubt, dass Menschenopfer einen Vulkanausbruch aufhalten und die Menschheit retten. Unter den Geiseln ist der Filmstar Mike Tyler, gespielt von Chris Evans. Gedreht wurde ab November 2024 in Griechenland, Bulgarien und Island.
Hier wird es für mich spannend. Eine Sekte mit Prophezeiung ist eine erfundene Welt im Kleinen, und die braucht Regeln. Glaubt der Film an Joans Vulkan, muss er das durchziehen. Glaubt er nicht daran, auch. Kippt er je nach Szene hin und her, weil der Plot es gerade braucht, bin ich raus.
Sekten im Sonnenlicht kennen wir spätestens seit Midsommar. Gavras dreht daraus aber keinen Horror. Die Vorlage für den Ton ist die Satire auf Superreiche, mit Vincent Cassel als reichstem Mann der Welt und Salma Hayek als seiner Frau, einem Popstar.
37 Prozent. Das tut weh.
Bei Rotten Tomatoes steht Sacrifice bei 37 Prozent aus 35 Kritiken, Metacritic kommt auf 48 von 100 aus elf Besprechungen. Das Branchenblatt Screen International schrieb nach der Premiere, der Film mache viel Lärm, ohne viel zu sagen. Gelobt werden die Bilder, bemängelt wird die Satire.
Das Muster kenne ich. Die Kamera ist weiter als das Drehbuch. Bei Athena hat mich das kaum gestört, weil die Geschichte einfach war und die Wucht sie getragen hat. Eine Satire über Promis und Milliardäre braucht dagegen Pointen, die sitzen. Ist Cassels Milliardär nur ein Kostüm, bleibt ein sehr schöner Bildband.
Was mich trotzdem ins Kino treibt, ist die Musik. Sie kommt von GENER8ION, dem Projekt des französischen Produzenten Surkin, und mischt laut Screen Streicher, Elektronik und Chor. Zu Boucards Bildern auf einer Leinwand kann das allein den Eintritt wert sein.
Wir sehen ihn im Kino, die USA bekommen ihn bei Netflix
Netflix hat sich im Mai 2026 die Rechte für die USA und Frankreich gesichert, dort startet Sacrifice am 16. Oktober 2026 im Stream. In Deutschland bringt der Verleih DCM den Film einen Tag früher ins Kino. Italien war schneller, dort lief er schon ab dem 12. August 2026 auf der Leinwand.
Zwischen der Weltpremiere beim Filmfestival Toronto am 6. September 2025 und unserem Kinostart liegen 13 Monate. So lange liegt kein Film herum, bei dem alle Beteiligten sicher sind, was sie da haben. Für einen Film, der von seinen Bildern lebt, ist die Leinwand trotzdem der richtige Ort. Wer die Wahl hat, sollte sie nutzen.
Wer auf der Insel festsitzt
- Chris Evans als Mike Tyler, Actionstar im Karriereloch. Seit Knives Out weiß ich, dass er sich selbst auf die Schippe nehmen kann.
- Anya Taylor-Joy spielt Joan, die Anführerin der Sekte. Religiöser Wahn liegt ihr seit ihrem Durchbruch in The Witch, dieses Jahr war sie außerdem in der Apple-Serie Lucky zu sehen.
- Vincent Cassel als Ben Bracken, der reichste Mann der Welt
- Salma Hayek: Gloria Bracken, Popstar und Bens Frau
- John Malkovich als Gunnar, Vater von Joan und ihren Geschwistern. Malkovich als Sektenvater, da bin ich sofort dabei.
- Charli xcx als Mother Nature. Ja, wirklich.
- Yung Lean, der schwedische Rapper, spielt Joans Bruder Arthur
- Sam Richardson als Oliver, Mikes Agent
- Ambika Mod als Katie
Erwartungen vor dem Start
keine WertungGavras kann Chaos filmen wie kaum ein anderer. Ob er diesmal auch etwas zu sagen hat, zeigt die Leinwand am 15. Oktober.— vorab eingeschätzt von CineTom
✅ Darauf freuen wir uns
- Matias Boucard an der Kamera, wie schon bei Athena
- Ein Ensemble von Evans bis Malkovich
- Eine Sekte mit Vulkan-Prophezeiung als Schauplatz
- DCM bringt ihn bei uns ins Kino statt nur in den Stream
❓ Das macht uns nervös
- 37 Prozent bei Rotten Tomatoes nach Toronto
- Die Satire soll ihre reichen Ziele verfehlen
- 13 Monate zwischen Premiere und deutschem Start
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