Poster zum Film Spider-Man: A New Universe – Vier Mal im Kino und ich bereue nichts (2018) Pflichtprogramm — WatchGuide-Auszeichnung „Der Watcher"

Spider-Man: A New Universe – Vier Mal im Kino und ich bereue nichts (2018)

🏅 Pflichtprogramm 🎬 Film 117 Min. AnimationAction FSK 6
⚡ Kurz gesagt

Vier Mal im Kino. Cinenova Köln, Reihe 4, Dezember 2018. Der Film hat mich beim ersten Mal geflasht und beim vierten Mal immer noch. 8.7 von 10, und ja, das ist knapp unter 9, weil die Villain-Motivation von Kingpin ein bisschen dünn ist. Aber everything else? Perfektion. Die Animation. Miles. Die Musik. Der Moment, in dem er vom Hochhaus springt und die Kamera sich dreht und er nicht fällt sondern steigt. Gänsehaut. Vier Mal. Gleiche Stelle. Sony hat hier etwas gemacht, das Disney und Pixar seit Jahren nicht mehr hinkriegen — etwas wirklich Neues. Watcher-Score 8,7/10.

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Wer streamt Spider-Man: A New Universe?

Verfügbarkeit DE

Stand 16.03.2026: Spider-Man: A New Universe läuft im Abo bei Disney+ – mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 3,99 €.

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 16.03.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

✍️

Die Kritik

von CineTom

Spider-Man: A New Universe hat 2018 alles verändert, was ich über Animation zu wissen glaubte. 8.7 von 10, und ehrlich gesagt bin ich großzügig, weil irgendwas muss man ja noch nach oben offenhalten.

90 Millionen Dollar Budget. 375 Millionen weltweit. Oscar für den besten Animationsfilm. 97 Prozent auf Rotten Tomatoes. Aber Zahlen erzählen nicht, was dieser Film mit einem macht, wenn man ihn das erste Mal sieht.

Cinenova. Dezember 2018. Reihe 4.

Ich war vier Mal im Kino. Vier Mal. Einmal alleine, weil Linus keine Lust hatte. Einmal mit Linus, weil ich ihm keine Ruhe gelassen habe. Zweimal mit Leuten aus der Filmpalette, die erst sagten „ist doch nur ein Animationsfilm“ und danach nicht mehr geredet haben.

Das erste Mal: Ich saß in der Cinenova in Köln, Reihe 4, und nach zehn Minuten wusste ich, dass ich gerade etwas sehe, das es vorher nicht gab. Jedes Frame sieht aus wie ein gedrucktes Comic-Panel, aber es bewegt sich. Halftone-Dots. Onomatopoeia als visuelle Effekte. Ben-Day-Punkte wie bei Lichtenstein. Die haben buchstäblich einen Animationsstil erfunden, der vorher nicht existiert hat.

Miles Morales wird in den ersten Szenen auf Zwölfer animiert — twelve frames per second statt der üblichen Vierundzwanziger. Er ruckelt. Er stolpert. Er ist noch nicht Spider-Man. Und dann, Szene für Szene, wechselt die Animation auf Vierundzwanziger. Er wird flüssig. Er wird sicher. Die Animation ERZÄHLT die Character-Entwicklung, ohne ein einziges Wort Dialog. Hunderte Animator:innen, die für EINE Figur zwei verschiedene Framerate-Pipelines fahren. Wenn du verstehst was das technisch bedeutet, weißt du warum nach diesem Film nichts mehr so aussehen konnte wie vorher.

Der Soundtrack. Blackway und Black Caviar mit What’s Up Danger. Post Malone mit Sunflower. Das ist kein generischer Superhelden-Score à la Hans Zimmer BRAAAM — das ist ein Mixtape, das Miles Morales sich auf sein Handy laden würde. Die Musik ist Teil der Identität des Films. Mein Spotify Wrapped 2019 hat mich ausgelacht.

Linus hat mich gefragt, warum ich den Film nicht auf Blu-ray kaufe statt vier Mal ins Kino zu rennen. Linus versteht nicht, dass es ums Erlebnis geht. Sound System. Dunkler Saal. Der Film auf großer Leinwand hits different.

Miles Morales. Nicht Peter Parker. Und das ist der ganze Punkt.

Hört zu. Ich liebe Peter Parker. Spider-Man 2 mit Tobey Maguire ist einer der besten Superheldenfilme ever, und das sage ich als jemand, der Sam Raimis Trilogy quasi auswendig kennt. Aber Peter Parker ist ein weißer Nerd aus Queens, und das war 2002 absolut fine, und 2018 war es Zeit für was anderes.

Miles Morales ist halb afroamerikanisch, halb puertoricanisch. Er hört Hip-Hop. Er sprüht Graffiti. Er hat Probleme in der Schule, nicht weil er dumm ist, sondern weil er zu viel will von allem gleichzeitig. Und er wird Spider-Man nicht weil er sich das aussucht, sondern weil Peter Parker stirbt und jemand muss es machen.

Phil Lord und Chris Miller haben das Drehbuch geschrieben, und die haben verstanden, was viele Regisseure nicht kapieren: Du kannst nicht einfach einen neuen Spider-Man machen und den alten wegwerfen. Du musst zeigen WARUM der neue seine eigene Geschichte verdient. Sie machen das über das Multiversum. Sechs Spider-People aus sechs Universen. Peter B. Parker, die depressive geschiedene Version. Spider-Gwen. Spider-Man Noir. Peni Parker mit ihrem Mecha. Spider-Ham. Und Miles mittendrin, der eigentlich noch üben müsste.

Das Geniale: Jeder hat seinen eigenen Animationsstil. Noir ist schwarzweiß mit harten Schatten. Peni ist Anime. Spider-Ham ist Looney Tunes. Und alles funktioniert, weil die Regisseure Bob Persichetti, Peter Ramsey und Rodney Rothman den Mut hatten, es einfach zu machen. Peter Ramsey war übrigens der erste schwarze Regisseur, der einen Oscar für Animation gewonnen hat. 2019. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Was dieser Film auch geschafft hat, und das vergessen viele: Er hat Sony Animation von „die Leute die Emoji Movie gemacht haben“ zu „die Leute die Spider-Verse gemacht haben“ upgradet. In der Filmbranche ist das ungefähr so, als würde ein Zweitligist die Champions League gewinnen. Sony hat danach The Mitchells vs. the Machines produziert, und plötzlich waren sie relevant. Wegen EINEM Film.

Die Stimmen hinter den Masken

  • Shameik Moore als Miles Morales — perfekt gecastet, keine Diskussion
  • Jake Johnson: Peter B. Parker. Der traurige, dicke Spider-Man. Bester Peter Parker seit Tobey. Fight me.
  • Hailee Steinfeld als Spider-Gwen — auch in der Fortsetzung der MVP
  • Mahershala Ali als Aaron Davis / Prowler. Hätte den Oscar auch NUR für diesen Film verdient.
  • Nicolas Cage. Als Spider-Man Noir. Lies das nochmal. Nicolas Cage spricht Spider-Man Noir.
  • Liev Schreiber als Kingpin
  • John Mulaney als Spider-Ham — Comedian als Comic-Schwein, macht Sinn

97 Prozent auf Rotten Tomatoes. Die anderen 3 Prozent liegen falsch.

Ich sage das nicht oft. Normalerweise sage ich Film ist subjektiv, jeder darf seine Meinung haben, blah blah. Bei diesem Film nicht. 97 Prozent auf Rotten Tomatoes. 87 auf Metacritic. 8.4 auf IMDb. 8.4 auf TMDB. Letterboxd 4.4 von 5.

90 Millionen Budget, was für einen Animationsfilm dieser Größenordnung fast schon wenig ist — Frozen 2 hat 150 Millionen gekostet. Und dann der Oscar. Best Animated Feature. Gegen Incredibles 2. Gegen Isle of Dogs von Wes Anderson. Der erste Nicht-Disney/Pixar-Gewinner seit Rango 2012.

Ich weiß noch, wie ich die Oscar-Nacht auf Twitter verfolgt habe. Als sie verkündet haben, dass Spider-Verse gewonnen hat, hat mein Handy gebuzzed mit dreißig Nachrichten gleichzeitig. Jeder wusste es. Jeder hat es kommen sehen. Und es war trotzdem ein Moment.

Stefan aus dem Kinokreis hat gesagt, er findet den Film „visuell interessant, aber narrativ konventionell“. Stefan liegt falsch. Die narrative Struktur ist genauso revolutionär wie die Visuals — der Film erzählt nicht EINE Origin Story, er erzählt sechs parallel und hält sie alle zusammen, und man verliert nie den Faden. Das ist Writing auf einem Level, das die meisten Live-Action-Filme nicht hinkriegen.

Jutta meinte, der Film sei ihr „zu laut“. Fair enough. Aber Jutta mag auch Filme, in denen zwei Stunden lang niemand redet und am Ende jemand in den Sonnenuntergang guckt. Verschiedene Welten.

Die deutsche Synchro verdient ihren eigenen Absatz. Gronkh. Erik Range, der bekannteste Let’s Player Deutschlands, spricht Kingpin. Das ist kein Witz. Berliner Synchron hat die Fassung produziert, Dialogregie lief über Björn Schalla, und irgendwer hatte die geniale Idee, Gronkh als Kingpin zu casten. Es funktioniert. Seine Stimme hat diese tiefe, ruhige Bedrohlichkeit, die perfekt zu Wilson Fisk passt. Martin Kessler spricht Spider-Man Noir — der Mann synchronisiert sonst Ben Stiller und Owen Wilson, aber hier macht er Nicolas Cage. Ich kann nicht entscheiden, welche Version besser ist.


Synchronstudio: Berliner Synchron
Jahr: 2019
Dialogregie: Björn Schalla

Shameik Moore|Miles Morales|unbekannt
Jake Johnson|Peter B. Parker|unbekannt
Nicolas Cage|Spider-Man Noir|Martin Kessler
Liev Schreiber|Kingpin|Erik Range (Gronkh)
Hailee Steinfeld|Gwen Stacy|unbekannt
Mahershala Ali|Aaron Davis|unbekannt

Quelle: Synchronkartei.de

Wenn dir dieser Film gefallen hat: Akira hat die Grenzen von Animation gesprengt, nur dreißig Jahre früher. Chihiros Reise ins Zauberland für den Beweis, dass Animation kein Kinderding ist. Spider-Man 2 bleibt einer der besten Superheldenfilme, auch wenn er visuell neben Spider-Verse aussieht wie ein Schulprojekt. Und die komplette Spider-Man Filmreihenfolge haben wir natürlich auch, falls du den Überblick verloren hast — bei mittlerweile zehn Filmen absolut verständlich. Mehr Animationsfilme und Action auf unseren Genreseiten.

⚖️

Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

Anyone can wear the mask. (Jeder kann die Maske tragen.)— aus der Wertung von CineTom
Vier Mal im Kino. Cinenova Köln, Reihe 4, Dezember 2018. Der Film hat mich beim ersten Mal geflasht und beim vierten Mal immer noch. 8.7 von 10, und ja, das ist knapp unter 9, weil die Villain-Motivation von Kingpin ein bisschen dünn ist. Aber everything else? Perfektion. Die Animation. Miles. Die Musik. Der Moment, in dem er vom Hochhaus springt und die Kamera sich dreht und er nicht fällt sondern steigt. Gänsehaut. Vier Mal. Gleiche Stelle. Sony hat hier etwas gemacht, das Disney und Pixar seit Jahren nicht mehr hinkriegen — etwas wirklich Neues.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu Spider-Man: A New Universe

Wo kann ich Spider-Man: A New Universe streamen?

Spider-Man: A New Universe läuft aktuell im Abo bei Disney+; zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, Google Play, YouTube und maxdome. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Ab welchem Alter ist Spider-Man: A New Universe freigegeben?

Spider-Man: A New Universe ist in Deutschland ab FSK 6 freigegeben.

Wie lange dauert Spider-Man: A New Universe?

Spider-Man: A New Universe hat eine Laufzeit von rund 117 Minuten (1 Stunde und 57 Minuten).

Lohnt sich Spider-Man: A New Universe?

Unsere Redaktion vergibt Spider-Man: A New Universe einen Watcher-Score von 8,7 von 10. Vier Mal im Kino. Cinenova Köln, Reihe 4, Dezember 2018. Der Film hat mich beim ersten Mal geflasht und beim vierten Mal immer noch. 8.7 von 10, und ja, das ist knapp unter 9, weil die Villain-Motivation von Kingpin ein bisschen dünn ist. Aber everything else? Perfektion. Die Animation. Miles. Die Musik. Der Moment, in dem er vom Hochhaus springt und die Kamera sich dreht und er nicht fällt sondern steigt. Gänsehaut. Vier Mal. Gleiche Stelle. Sony hat hier etwas gemacht, das Disney und Pixar seit Jahren nicht mehr hinkriegen — etwas wirklich Neues.

Für wen ist Spider-Man: A New Universe geeignet?

Spider-Man: A New Universe ist vor allem etwas für Animation und Action-Fans und alle, die herausragende Filme suchen.

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Trailer

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Besetzung

Shameik MooreMiles Morales
Jake JohnsonPeter B. Parker
Hailee SteinfeldGwen Stacy
Mahershala AliUncle Aaron
Brian Tyree HenryJefferson Davis

FAQ zu Spider-Man: A New Universe – Vier Mal im Kino und ich bereue nichts

Gibt es eine Fortsetzung zu Spider-Man: A New Universe?
Ja. Spider-Man: Across the Spider-Verse kam 2023 raus und ist genauso gut. Vielleicht sogar besser, darüber streite ich mich noch mit Linus. Teil 3, Beyond the Spider-Verse, ist angekündigt.
Warum sieht der Film so anders aus als andere Animationsfilme?
Weil das Team um Production Designer Justin Thompson buchstäblich einen neuen Animationsstil erfunden hat. Comic-Halftone-Dots, variable Framerate, handgezeichnete Linien über CGI, Onomatopoeia als visuelle Effekte. Jedes Frame ist ein Kunstwerk. No cap. Drück Pause an einer beliebigen Stelle und du hast ein Poster.
Muss man die anderen Spider-Man Filme kennen?
Nein. Der Film erklärt alles was man braucht in einer der besten Montagen der Filmgeschichte. Peter Parker. Spinnenbiss. Große Macht, große Verantwortung. Den Rest macht der Film.
Wer ist Miles Morales?
Ein afro-lateinamerikanischer Teenager aus Brooklyn, in den Comics 2011 eingeführt. Er ist nicht Peter Parkers Ersatz — er ist sein Nachfolger. Eigene Geschichte, eigene Kräfte, eigene Probleme. Und deutlich besserer Musikgeschmack.
Ist Spider-Man: A New Universe für Kinder geeignet?
Ab sechs, sieben. Es gibt eine Todesszene, die emotional heftig ist, aber nichts Grafisches. Mein Cousin hat den Film mit acht geliebt. Mein anderer Cousin hat mit fünf an einer Stelle geweint und danach gesagt, er will ihn nochmal sehen. Checks out.
Warum hat der Film den Oscar gewonnen?
Weil er ihn verdient hat. Der Film hat Animation als Medium weitergebracht wie kaum ein Film seit Toy Story. Er hat bewiesen, dass man visuell komplett neue Wege gehen kann und dabei eine Geschichte erzählen kann, die einen emotional zerlegt. Die Academy hat ausnahmsweise richtig entschieden.
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