Backrooms bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 7,6 von 10. Kane Parsons verfilmt seine eigene Internet-Legende, und die erste Hälfte ist das Unheimlichste, was ich in diesem Kinojahr gesehen habe: leere Flure, gelbliche Wände, das Summen der Leuchtstoffröhren. Dann muss der Film eine Geschichte erzählen. Da wird er kleiner.
Seit dem 18. Juni 2026 im Kino, Verleih Constantin Film, 111 Minuten, FSK 16. Seit dem 3. Juli läuft in Deutschland zusätzlich die „Everything Must Go Edition“, laut Filmstarts rund eine Viertelstunde länger, das Zusatzmaterial hängt nach dem regulären Ende. Wer Horror mag, der aus Räumen und Geräuschen entsteht, sollte ihn im Kino sehen. Wer eine Geschichte erwartet, die ihre Rätsel sauber auflöst, wird in der zweiten Hälfte ungeduldig.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionEin Möbelhaus, ein Keller, ein Raum ohne Ende
Chiwetel Ejiofor spielt Clark, der ein Möbelhaus führt. Renate Reinsve ist seine Therapeutin Dr. Mary Kline. Über den Keller des Ladens geraten die beiden in ein Labyrinth aus leeren, gleichförmigen Räumen, in dem etwas lebt. Mark Duplass, Finn Bennett und Lukita Maxwell gehören zum Ensemble. Das Drehbuch stammt von Will Soodik, produziert hat unter anderem A24.
Parsons war 20, als der Film herauskam. Die Backrooms kennt man aus seinen kurzen Videos im Netz, und die Frage war, ob das auf Spielfilmlänge trägt.
Die erste Hälfte: ein Raum wird zum Monster
Parsons hat verstanden, dass ein leerer Raum mehr Angst macht als ein voller. Er hält die Einstellungen lange. Er lässt die Kamera in Flure schauen, in denen nichts ist. Der Ton kommt vor dem Bild: erst das Summen, dann die Ahnung, dass es nicht aufhört. Irgendwann hört man die Röhren im eigenen Kopf.
Das Bemerkenswerte: Auch die Welt draußen wirkt nicht mehr sicher. Ipke Cornils beschreibt es bei epd Film so, dass auch die Orte außerhalb der Backrooms inszeniert sind, als würde dort etwas nicht stimmen. Das Unbehagen beginnt nicht erst im Keller.
Die zweite Hälfte: Regeln statt Leere
Der Reiz der Backrooms lag immer darin, dass niemand wusste, was diese Räume sind. Der Film beantwortet mehr, als ihm guttut. Je genauer man die Regeln kennt, desto kleiner wird der Raum. Cornils sieht dasselbe Problem: Was als kurzes Format funktioniert, trägt nicht unbedingt einen ganzen Film, und Parsons greife am Ende auf das klassischste Horrormotiv zurück, die Flucht vor dem Monster. Da wird Backrooms zu einem Film, den man schon kennt.
Ejiofor und Reinsve spielen das ernst, ohne Augenzwinkern. Das rettet viel. Aber eine Stille, die man erklärt, ist keine mehr.
Wie die Kritik Backrooms sieht
Die meisten Kolleginnen und Kollegen sind begeisterter als ich. Bei Rotten Tomatoes sind 87 Prozent von 312 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 74 Prozent. Metacritic kommt auf 76 von 100 aus 47 Kritiken. Kamil Moll vergibt bei Filmstarts 4,5 von 5 Sternen und nennt das Debüt meisterlich, epd Film vergibt 3 von 5. Stand der Werte: 30. September 2026. Meine 7,6 liegen dazwischen: volle Punkte für die Räume, Abzug für das, was der Film über sie verrät.
Wer räumlichen Horror mit engerem Rahmen sucht, schaut Exit 8, eine Endlosschleife in einem U-Bahn-Gang. Das Vorbild für Flure, die nicht enden wollen, bleibt Shining. Mehr steht in unserer Horror-Übersicht.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Lange Einstellungen in leeren Räumen, die nichts zeigen müssen
- Das Summen der Röhren als Bedrohung, bevor etwas passiert
- Auch die Welt außerhalb wirkt nicht mehr sicher
- Ejiofor und Reinsve spielen ohne Augenzwinkern
Dagegen
- Die zweite Hälfte erklärt, was unheimlich bleiben sollte
- Am Ende wird es eine gewöhnliche Flucht vor dem Monster
- Der Stoff aus kurzen Videos trägt keinen ganzen Spielfilm
Ein leerer Flur macht mehr Angst als jedes Monster. Der Film weiß das, bis er uns das Monster zeigt.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Backrooms?
Verfügbarkeit DEStand 19.10.2026: Backrooms ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 4,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Stand 19.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- ClarkChiwetel Ejiofor
- MaryRenate Reinsve
- PhilMark Duplass
- BobbyFinn Bennett
- KatLukita Maxwell


Diskutiere mit