
Exit 8: Der Gang ist perfekt, die Geschichte darum erklärt zu viel (2025)
8番出口Regie Genki Kawamura95 MinutenHorror, Mystery
Mit 二宮和也, 河内大和, Naru Asanuma, Kotone Hanase
Von WatchGuide-Redaktion, aktualisiert am 1. Oktober 2026So arbeiten wir
- Flop bis 4,9
- Solide 5 bis 6,9
- Top 7 bis 8,9
- Goldstück ab 9
Kurz gesagt
Ein dunkler Keller sagt dir, wo die Gefahr wohnt. Dieser Gang sagt dir gar nichts.
WatchGuide-Redaktion schätzt ihn aus internationalen Kritiken mit 6,6 von 10 ein
6,6 von mir. Der nachgebaute Gang aus dem Spiel, das Licht ohne Schatten und Yamato Kôchi als Walking Man machen die erste Hälfte unheimlicher als die meisten Horrorfilme des Jahres. Dann erklärt die Geschichte um einen Mann mit Angst vor dem Vaterwerden, was rätselhaft bleiben sollte. Für Fans von Räumen, die nicht stimmen, trotzdem sehenswert.
Dafür
- Der Gang aus dem Spiel ist exakt nachgebaut
- Unschärfen lassen einen selbst nach Anomalien suchen
- Yamato Kôchi als Walking Man, fast ohne Worte
- Der Wechsel von Ich-Perspektive zu Außensicht
Dagegen
- Die Vaterschafts-Geschichte erklärt das Fremde
- Einige unnötige Schreckmomente
- Die zweite Hälfte verliert die Beklemmung
Wer streamt Exit 8?
Stand 03.11.2026Stand 03.11.2026: Exit 8 ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 4,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Leihen oder kaufen
Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night, ohne Gewähr
Trailer
Unsere Einordnung
5 Minuten LesezeitDie Einordnung von WatchGuide-Redaktion, zuletzt überarbeitet am 1. Oktober 2026
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
„Exit 8“ bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 6,6 von 10. Der weiß gekachelte U-Bahn-Gang aus dem Spiel ist exakt nachgebaut, und solange der Film nur in diesem Gang bleibt, ist er unheimlicher als die meisten Horrorfilme des Jahres. Dann legt Genki Kawamura eine Geschichte über einen Mann darüber, der Angst vor dem Vaterwerden hat, und erklärt damit genau das, was hätte rätselhaft bleiben müssen.
Kinostart in Deutschland war der 13. August 2026 im Verleih von Plaion Pictures, freigegeben ab 12 Jahren, 95 Minuten lang. Am 22. Oktober 2026 erscheint der Film bei Plaion auf Blu-ray, DVD und als Mediabook, mit deutscher und japanischer Tonspur. Wer Räume mag, die nicht stimmen, und Horror ohne Monster sucht, sollte ihn sehen. Wer einen Film erwartet, der sein Rätsel offen lässt, wird in der zweiten Hälfte enttäuscht.
1Ein Gang, der zu sauber ist
Ein Mann steigt aus der U-Bahn und findet den Ausgang nicht. Der Gang wiederholt sich. Die Regel hängt an der Wand: Siehst du eine Abweichung, dreh um. Siehst du keine, geh weiter. Ein Fehler, und es geht zurück zum Anfang.
Der Gang wurde in Tokio als genaue Kopie des Spielschauplatzes gebaut. Weiße Fliesen, Leuchtstoffröhren, Werbeplakate, ein Schild mit einer Zahl. Das Licht kommt aus dem Bild selbst, von der Decke, gleichmäßig, ohne Schatten, in die man sich verkriechen könnte. Genau das macht es schlimm. Ein dunkler Keller sagt dir, wo die Gefahr wohnt. Dieser Gang sagt dir gar nichts.
Kawamura weiß, wie man den Blick lenkt, ohne ihn zu befriedigen. Christoph Petersen beschreibt in seiner Filmstarts-Kritik, wie Unschärfen und Hinterköpfe verdecken, ob auf dem nächsten Schild eine höhere Zahl oder wieder eine Null steht. Das ist die beste Idee des Films. Man sucht mit. Nach einer Weile sucht man auch dort, wo gar nichts sein kann.
2Bis hierhin wurde mir nie langweilig, nur unwohl
Die erste Strecke funktioniert, weil sie auf das Spiel vertraut. Wiederholung, und in der Wiederholung ein Fehler, den man vielleicht gesehen hat. Lucas Barwenczik hebt bei kino-zeit den Wechsel von der Ich-Perspektive zur Außensicht hervor. Zu Recht. Erst schaut man durch die Augen des Mannes, dann schaut man ihm zu, und plötzlich ist man nicht mehr der, der sucht, sondern der, der ihn beim Scheitern beobachtet.
Yamato Kôchi als „Walking Man“, der einem im Gang immer wieder entgegenkommt, ist die unheimlichste Figur des Jahres, und er sagt dafür fast nichts. Er bekam dafür 2026 den Nachwuchspreis der Japan Academy. Verdient. Ein Mensch, der minimal falsch geht, macht mehr Angst als jede Kreatur.
Und dann der Ton. Ravels Boléro zieht sich durch den Film, ein Stück, das eine einzige Figur immer wieder spielt und nur lauter wird. Für einen Gang, der sich wiederholt, ist das fast zu passend. Die Musik von Yasutaka Nakata und Shohei Amimori wurde in Sitges 2025 ausgezeichnet. Sie drängt sich selten vor. Das rechne ich ihr hoch an.
3Wo der Film mir den Gang wegnimmt
Das Spiel hat keine Geschichte. Der Film braucht eine, also bekommt der Mann eine: Seine Freundin ist schwanger, er weiß nicht, ob er Vater sein kann. Filmstarts nennt den hinzuerfundenen Plot „lynchesk“ und zugleich oberflächlich. epd Film liest den ganzen Film als Allegorie auf diese Angst und vergibt dafür vier von fünf Sternen.
Ich sehe das anders. Sobald der Gang für etwas steht, ist er kein Gang mehr. Jede Anomalie wird zum Symbol, jede Begegnung zur Botschaft an den Mann, und die Frage, was hier eigentlich passiert, bekommt eine Antwort. Kino-zeit kritisiert genau das: Der Film erkläre das Fremde zu sehr. Für mich ist das der Punkt, an dem die Luft wieder normal wird. Ein Gang, der etwas bedeutet, ist leichter auszuhalten als einer, der einfach nicht aufhört.
Dazu kommen ein paar Schreckmomente, die nicht nötig gewesen wären. Filmstarts fände sie ruhig heftiger. Mir wären weniger lieber. Der Film hat sie nicht nötig, er hatte den Zuschauer schon.
4Wie die Kritik „Exit 8“ sieht
International deutlich freundlicher als in Deutschland. Bei Rotten Tomatoes sind 91 Prozent von 176 Kritiken positiv, im Schnitt 7,2 von 10. Metacritic kommt auf 71 von 100 aus 31 Kritiken. Hierzulande reicht die Spanne von vier Sternen bei epd Film über drei von fünf bei Filmstarts bis zum gemischten Urteil bei kino-zeit. Meine 6,6 liegen in der Mitte der deutschen Stimmen und etwas unter dem internationalen Schnitt, weil ich einem Film, der mir eine Erklärung nachreicht, die ich nicht wollte, weniger verzeihe als einen Durchhänger. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.
Weltpremiere war am 19. Mai 2025 in Cannes bei den Midnight Screenings, in Japan lief er ab dem 29. August 2025 und spielte rund 5,2 Milliarden Yen ein. In Deutschland war er 2025 schon auf dem Fantasy Filmfest zu sehen. Wer räumlichen Horror sucht, findet in Barbarian einen Keller, der länger ist als das Haus darüber. Und Backrooms nimmt sich dieselbe Angst vor leeren Räumen vor. Mehr nach Stimmung sortiert gibt es im Horror-Bereich.
5Wer mitspielt
- Kazunari Ninomiya als namenloser Mann („Lost Man“)
- Yamato Kôchi als „Walking Man“
- Nana Komatsu als die Freundin des Mannes
- Naru Asanuma als Junge
- Kotone Hanase als Schülerin
Regie: Genki Kawamura, Drehbuch: Genki Kawamura und Kentaro Hirase nach dem Spiel „The Exit 8“ von Kotake Create. Kamera: Keisuke Imamura.
Wer mitspielt
- 二宮和也Lost Man
- 河内大和Walking Man
- Naru AsanumaThe Boy
- Kotone HanaseHigh School Student
- 小松菜奈Lost Man's Partner
Häufige Fragen zu Exit 8
Muss ich das Spiel kennen?
Wie gruselig ist „Exit 8“ für Leute, die Jump Scares hassen?
Diskutiere mit
Ein Klick, ohne Anmeldung
Schon gesehen? Dein Urteil zählt.
Leserstimmung, nicht repräsentativ. Ohne Konto, ohne Cookie, Ergebnis ab 5 Stimmen. Datenschutz





