Resident Evil von Zach Cregger ist der erste Film dieser Reihe, der Enge ernst nimmt: Taschenlampe, Flur, Ecke, und nie genug Munition. Unsere WatchGuide-Wertung liegt bei 7,0 von 10. Der Neustart läuft seit dem 17. September 2026 im Verleih von Constantin in den deutschen Kinos, freigegeben ab 16 Jahren. Lohnend ist er für alle, die Survival Horror wollen und dabei gern lachen. Wer eine Nacht voller Dread ohne Ventil sucht, bekommt nur die Hälfte davon.
Ich liege damit etwas unter der großen Kritik. Der Grund steht weiter unten, und er hat mit dem Lachen zu tun.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionWorum es geht
Bryan, gespielt von Austin Abrams, ist medizinischer Kurier. Er nimmt eine Lieferung an, in dieser Nacht bricht in Raccoon City eine Infektion aus, und aus der Tour wird ein Überlebenslauf von A nach B. Keine Leon-, Jill- oder Alice-Geschichte, sondern eine neue Figur am Rand der bekannten Spielwelt. Cregger hat das Buch zusammen mit Shay Hatten geschrieben.
Licht im Bild, Enge im Flur
Was dieser Film kann, sieht man an seinen Lichtquellen. Die Taschenlampe, die in der Ich-Perspektive durch dunkle Gänge wackelt. Das Rot und Blau von Polizeilichtern auf Schnee. Beides steht im Bild, nicht irgendwo daneben, und beides zeigt immer nur einen Ausschnitt. Der Rest bleibt schwarz. Genau so haben sich die Spiele angefühlt, und genau das hat bisher kein Film dieser Reihe verstanden.
Cregger baut die Angst aus Mechanik, die man vom Controller kennt: um die Ecke spähen, zu wenig Patronen, ein Verfolger, der nicht aufhört. Die Kreaturen wirken handgemacht, grob und körperlich, näher an Resident Evil 7 und Village als an den glatten Mutanten der Anderson-Filme. Das Ergebnis ist der unheimlichste Resident-Evil-Film bisher. Das ist allerdings eine niedrige Latte.
Wo die Luft wieder rausgeht
Austin Abrams ist komisch. Wirklich komisch, mit einem Timing, das aus Bryan einen normalen Menschen macht, der viel zu spät begreift, wo er steckt. Viele Kritiken feiern genau das, und auf einer Ebene haben sie recht: Man glaubt ihm jede Panik.
Nur öffnet jeder Witz ein Fenster. Ein Flur, der gerade anfängt, zu lange zu dauern, bekommt einen Fluch als Pointe, und die Spannung, die sich aufgebaut hat, entweicht. Frank Falisi schreibt bei In Review Online, Trostlosigkeit und Gags wirkten „uncalibrated“, nicht aufeinander abgestimmt. So habe ich es auch erlebt. Dazu kommen Schreckmomente, die auf Lautstärke setzen, wo vorher ein Aufbau stand. Wer das mag, hat eine großartige Mitternachtsvorstellung. Mir wurde zu selten wirklich unwohl.
Cregger ohne seine Falltüren
Bei Barbarian hat Cregger den Boden unter dem Publikum weggezogen, bei Weapons hat er mit Perspektiven gespielt. Resident Evil ist sein geradlinigster Film. Eine Nacht, eine Route, eine Station nach der anderen, gebaut wie Level. Das ist ehrlich und passt zur Vorlage. Es nimmt ihm aber die Waffe, mit der er sonst am meisten Angst macht: die Frage, in welchem Film man eigentlich sitzt.
Das Ende spaltet das Publikum, und ich verrate es nicht. Nur so viel: Es zieht den Film eher Richtung Pointe als Richtung Nachhall.
Wie die Kritik den Film sieht
Die Zustimmung ist breit. Bei Rotten Tomatoes fallen 96 Prozent von 276 Kritiken positiv aus, Metacritic steht bei 79 aus 51 Besprechungen. Markus Trutt vergibt bei Filmstarts 3,5 von 5 Sternen und nennt ihn die bislang beste Resident-Evil-Adaption, Lukas Hoffmann spricht bei kino-zeit von der vermutlich rundesten Videospiel-Adaption überhaupt.
Dem ersten Teil stimme ich zu. Bester Resident-Evil-Film, ja. Ein großer Horrorfilm wird er für mich erst, wenn er der Stille so viel zutraut wie seinem Hauptdarsteller. Deshalb 7,0 und nicht 8.
Für wen sich der Kinobesuch lohnt
Für Fans der Spiele, die endlich das Gefühl von Munitionsnot und dunklen Gängen auf der Leinwand sehen wollen. Für alle, die Horror mit Humor mögen, wie ihn Cregger in Barbarian angelegt hat. Wer Ausbruchshorror mit mehr Herz sucht, bleibt bei Train to Busan. Wer sehen will, wie eine Gruppe unter Druck kippt, ohne dass jemand einen Witz reißt, bei Der Nebel. Und wer wissen will, wie tief die Reihe vorher lag, findet es in unserer Kritik zur Resident-Evil-Netflix-Serie.
Wer in Raccoon City unterwegs ist
- Austin Abrams als Bryan, der medizinische Kurier, der in den Ausbruch gerät
- Zach Cherry als Dave
- Kali Reis als Pauline
- Paul Walter Hauser als Carl
- Johnno Wilson als Max
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Taschenlampe, Flure und Polizeilicht auf Schnee: Licht, das nur Ausschnitte zeigt
- Handgemacht wirkende Kreaturen nah an Resident Evil 7 und Village
- Austin Abrams macht Bryan zu einem glaubwürdigen normalen Menschen
- Munitionsnot und Verfolger übersetzen die Spielmechanik ins Kino
Dagegen
- Die Gags lassen die aufgebaute Spannung immer wieder entweichen
- Einige Schreckmomente setzen auf Lautstärke statt auf Aufbau
- Die geradlinige Level-Struktur nimmt Cregger seine größte Stärke, die Überraschung
Die Taschenlampe zeigt immer nur einen Ausschnitt. Der Rest bleibt schwarz, und endlich weiß ein Resident-Evil-Film, warum das Angst macht.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Besetzung
5 Rollen- BryanAustin Abrams
- DaveZach Cherry
- PaulineKali Reis
- CarlPaul Walter Hauser
- MaxJohnno Wilson


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