Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
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von WatchGuide-Redaktion„Cold Storage“ bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 5,5 von 10. Ein Self-Storage-Lager über einem vergessenen Militärbunker, Nachtschicht, ein Pilz, der Körper übernimmt: Dieser Ort hätte echtes Grauen hergegeben. Jonny Campbell macht daraus einen flotten Splatter-Spaß mit gut gelaunter Besetzung. Kurzweilig, ja. Unheimlich wird es nie.
In Deutschland lief die Horrorkomödie am 19. Februar 2026 im Verleih von StudioCanal an, 99 Minuten lang und ab 16 Jahren freigegeben. Das Drehbuch schrieb David Koepp nach seinem eigenen Roman von 2019. Wer Pilz-Ekel mit trockenen Sprüchen mag, hat einen unterhaltsamen Abend. Wer Horror sucht, der unter die Haut kriecht, geht leer aus.
Ein Ort, der mehr kann als der Film
Lagerhallen für fremde Leben. Lange Gänge, Rolltore, hinter jedem Tor etwas, das jemand nicht mehr sehen wollte. Darunter ein Bunker aus einer Zeit, in der das Militär Dinge lieber vergraben als vernichtet hat. Eine bessere Kulisse für einen Film über etwas Verdrängtes gibt es kaum.
Nur braucht so ein Ort Geduld. Stille. Einen Gang, in dem lange nichts passiert. „Cold Storage“ hat dafür keine Zeit. Der Film will zur nächsten Infektion und zum nächsten Spruch, und das Tempo ist genau das, was die meisten Kritiken an ihm loben. Mir nimmt es den Raum weg. Die Nachtschicht bleibt Kulisse, sie wird nie zur Falle.
Der Pilz wird erklärt, bevor er Angst machen darf
Der filmdienst spricht von einer „umständlichen Exposition“, bevor der Film zu seinem Charme findet. Das ist für mich der eigentliche Fehler. Was man in allen Einzelheiten erklärt bekommt, Herkunft, Wirkung, Ausbreitung, muss man nicht mehr fürchten. Ein Organismus, der Gehirne übernimmt, ist dann am stärksten, wenn niemand genau weiß, was er will.
Dazu kommt, wie der Befall aussieht. Markus Trutt stört sich bei Filmstarts an übermäßig computergenerierten Tieren, allen voran den Hirschen, und Rahel Schmitz-Beckers beschreibt bei kino-zeit unscharfe Konturen und unnatürliche Bewegungen. Genau da verliert mich ein Creature-Film. Ekel braucht Gewicht, etwas, das wirklich im Raum steht und Licht schluckt. Was nach Rechner aussieht, bleibt auf der Leinwand.
Was trägt: zwei Menschen in der Nachtschicht
Georgina Campbell als Naomi und Joe Keery als Teacake passen zusammen, darin sind sich die deutschen Kritiken einig. Campbell kennt man als die Frau, die in Barbarian in das falsche Haus gerät, und wieder ist es eine Nacht an einem Ort, an dem man nicht sein will. kino-zeit hört in beiden Besetzungen Echos früherer Rollen, ganz falsch ist das nicht. Der filmdienst lobt die „Sympathie für Figuren vom Rand der Gesellschaft“, und da gehe ich mit. Diese Wärme ist das Beste am Film, sie hat nur mit Horror wenig zu tun.
Liam Neeson steht groß auf dem Plakat. Mir ist das egal, und dem Film offenbar auch: Laut Filmstarts wird sein pensionierter Bio-Terror-Agent Robert Quinn im Finale weitgehend aus dem Geschehen genommen. Lesley Manville und Vanessa Redgrave sind Luxus in Nebenrollen, mehr nicht.
Wer mitspielt
- Georgina Campbell als Naomi Williams
- Joe Keery als Travis „Teacake“ Meacham
- Liam Neeson als Robert Quinn
- Sosie Bacon als Dr. Hero Martins
- Lesley Manville als Trini Romano
- Vanessa Redgrave als Ma Rooney
Regie führte Jonny Campbell, das Drehbuch stammt von David Koepp nach seinem Roman.
Wie die Kritik „Cold Storage“ sieht
Freundlich, aber ohne Begeisterung. Bei Rotten Tomatoes sind 81 Prozent von 105 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 75 Prozent. Metacritic kommt auf 64 von 100 aus 12 Kritiken. Filmstarts vergibt 3 von 5 Sternen und nennt den Film einen „kurzweiligen Film-Fast-Food-Snack“, kino-zeit und filmdienst sehen einen unterhaltsamen Film mit Schwächen. Meine 5,5 liegen darunter, und das mit Absicht: Wer eine Horrorkomödie danach misst, ob sie Spaß macht, landet höher. Ich messe Horror daran, ob etwas nachwirkt. Hier wirkt nichts nach. Stand der Werte: 30. September 2026.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Starke Kulisse aus Lagerhalle und vergessenem Bunker
- Georgina Campbell und Joe Keery als glaubwürdiges Nachtschicht-Duo
- Hohes Tempo ohne Leerlauf
Dagegen
- Der Pilz wird erklärt, bevor er unheimlich werden kann
- Computergenerierter Befall ohne Gewicht
- Liam Neeson verschwindet im Finale weitgehend
- Die Stille des Ortes wird nie genutzt
Der Ort hätte Grauen hergegeben. Der Film wollte lieber Spaß.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Cold Storage?
Verfügbarkeit DEStand 04.10.2026: Cold Storage ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 4,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Stand 04.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
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