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Die Kritik
von NordNoirEin Bunker müsste Schutz bieten. In Zombie 2 – Day of the Dead wird er zum Raum, in dem jede Begegnung die Luft noch knapper macht. George A. Romeros Film von 1985 trifft dort am härtesten, wo sich seine Überlebenden gegenseitig zerreiben. Die groben Machtkämpfe ermüden stellenweise, doch die Verbindung aus eingeschlossener Gemeinschaft und körperlichem Verfall bleibt verstörend. Zur angekündigten ungeschnittenen 4K-Kinowiederaufführung am 29. Oktober 2026 lohnt sich dieser dritte Teil seiner ursprünglichen Zombie-Trilogie gerade wegen seiner Unfreundlichkeit.
Unten wird weiter gestritten
Die Außenwelt ist weitgehend verloren. In einer unterirdischen Anlage in Florida leben Wissenschaftler und Soldaten zusammen, ohne sich noch auf eine gemeinsame Zukunft einigen zu können. Sarah, gespielt von Lori Cardille, versucht unter diesen Bedingungen weiterzuarbeiten. Captain Rhodes verlangt Ergebnisse, Dr. Logan experimentiert mit dem lernfähigen Zombie Bub. Schon diese Anordnung macht den vermeintlichen Zufluchtsort unangenehm: Jeder ist auf Menschen angewiesen, denen er misstraut.
Mich interessiert an diesem Film besonders, wie wenig Entlastung diese Gemeinschaft bietet. Die bewaffnete Sicherheit gehört denselben Männern, vor deren Willkür man Schutz bräuchte. Forschung verspricht einen Ausweg und behandelt Körper zugleich als Material. Romero lässt deshalb auch die Wissenschaft nicht einfach als vernünftige Gegenpartei davonkommen. Das Grauen wächst aus zwei Formen von Kontrolle, zwischen denen Sarah ihren Platz behaupten muss.
Bub verschiebt den Blick
Der stärkste Einfall ist Bub. Seine Lernfähigkeit stellt die Trennung zwischen menschlicher Zivilisation und untotem Instinkt infrage. Bei den Lebenden brechen die Umgangsformen zusammen; ausgerechnet ein Zombie beginnt, auf sein Gegenüber zu reagieren. Daraus entsteht eine eigentümliche Zärtlichkeit, ohne dass der Film seine Härte verliert. Für mich liegt hier sein bleibender Reiz: Die Kreatur ist mehr als das nächste Ziel vor einem Gewehrlauf.
Tom Savinis Make-up und Spezialeffekte geben den zerstörten Körpern eine greifbare Schwere. Für einen entspannten Gruselabend eignet sich das kaum. Die drastische Gewalt gehört zur Zumutung des Films und lässt sich bei einer Empfehlung nicht hinter dem Wort Klassiker verstecken. Wer Splatter grundsätzlich meidet, wird hier auch wegen Romeros gesellschaftlichem Blick keine leichte Ausnahme finden.
Die Lautstärke hat ihren Preis
Rhodes und seine Männer tragen den Konflikt so offen nach außen, dass die Streitpassagen gelegentlich auf der Stelle treten. Das war schon bei Erscheinen ein Kritikpunkt: Roger Ebert störte sich besonders am überzogenen Spiel. Den Einwand finde ich nachvollziehbar. Dauernde Aggression stumpft ab, und feinere Abstufungen hätten die Ausweglosigkeit nicht geschwächt.
Trotzdem wiegt für mich die Enge schwerer als dieser Verschleiß. Die Nacht der lebenden Toten sperrte Menschen in ein Haus, Zombie: Dawn of the Dead gab ihnen ein Einkaufszentrum. Hier ist vom möglichen Neuanfang kaum etwas übrig. Wer den Ton der Vorgänger kennt, sollte sich auf einen spröderen, verbitterten Film einstellen.
Welche Fassung kommt 2026 ins Kino?
UCM.ONE kündigt die Wiederaufführung mit Cinestrange Extreme als ungeschnittene 4K-Fassung an, mit 101 Minuten und einer Freigabe ab 18 Jahren. Gemeint ist Romeros Original, das in Deutschland auch Zombie 2 – Das letzte Kapitel hieß. Es ist weder das Remake von 2008 noch Lucio Fulcis Zombi 2.
Die Wertung gilt dem Film, nicht einer technischen Prüfung des neuen 4K-Masters. Über Schärfe, Restaurierung und Ton dieser Kinofassung lässt sich anhand der Ankündigung noch kein Urteil fällen. Wer ihn sehen möchte, sollte beim örtlichen Kino die konkrete Vorstellung und Sprachfassung prüfen.
Bewertung
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von NordNoir, die Wertung steht oben.
Der Bunker schützt vor den Toten und lässt den Lebenden keinen Abstand voneinander.Aus der Wertung von NordNoir
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