Die erste Dreiviertelstunde von Insidious: Out of the Further gehört zum Besten, was diese Reihe gezeigt hat. Eine Zahnarztpraxis, eine Kissenburg, und plötzlich ist das Alltägliche unheimlich. Danach beginnt der Film zu erklären, und mit jeder Erklärung wird das Further kleiner. Meine WatchGuide-Wertung: 5,4 von 10, und fast alle Punkte stammen aus der ersten Hälfte.
Seit dem 20. August 2026 im Kino, Verleih Sony Pictures, 106 Minuten, FSK 16. Sechster Teil der Reihe, Regie und Drehbuch Jacob Chase. Wer die Insidious-Filme wegen ihrer Schreckmomente mag, bekommt einige der wirksamsten seit Langem. Wer auf Unheimliches hofft, das unerklärt bleibt, wird in der zweiten Hälfte enttäuscht.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionDie erste Hälfte: Horror in Räumen, die man kennt
Der Film beginnt 1999 mit einem Kindheitstrauma und springt dann in die Gegenwart. Gemma (Amelia Eve) arbeitet als Dentalhygienikerin und zieht ihre Tochter Maya in dem Haus groß, in dem sie selbst aufgewachsen ist. Sie merkt, dass sie ins Further reisen kann, dieses Zwischenreich verlorener Seelen, und dass sie von dort etwas mitbringen kann. Das ist die neue Idee, und sie ist gut.
Chase nutzt sie zuerst dort, wo niemand mit dem Jenseits rechnet. Eine Szene in der Zahnarztpraxis. Eine Kissenburg, die zum Labyrinth wird. Joshua Polanski zählt beide bei In Review Online zum Besten, was die Reihe je geboten hat, und da gehe ich mit. Beide funktionieren, weil der Raum zuerst normal ist. Eine Praxis. Kissen. Dann ist da etwas, das nicht hingehört.
Chase hat mit Come Play (2020) schon gezeigt, dass er Unbehagen aufbauen kann, statt es anzukündigen. Eine Dreiviertelstunde lang gelingt ihm das hier wieder.
Die zweite Hälfte: Das Further bekommt eine Gebrauchsanweisung
Dann kommt Cyrus Lam, ein Kultführer, der seine Anhänger über Gemmas Gabe zurückholen will. Ab da muss der Film erklären: wer was will, wie das Further funktioniert, warum Gemma das kann. Jede Antwort nimmt dem Ort etwas weg. Ein Zwischenreich, dessen Regeln man kennt, ist keine Bedrohung mehr, es ist Kulisse.
Cyrus selbst bleibt blass. Polanski vergleicht ihn mit einem billigen, untoten Criss Angel, Alonso Duralde bei The Film Verdict nennt ihn eher Handlungswerkzeug als Gefahr. Auch die Wesen im Further haben keine Gestalt, die hängen bleibt. Und das Finale will größer sein, als dieser Horror es braucht. Mehr verrate ich nicht.
Amelia Eve und Lin Shaye
Amelia Eve kennt man als Jamie aus Mike Flanagans The Haunting of Bly Manor. Sie spielt Gemma ohne Ironie, auch in den Szenen, die das Drehbuch zu dick aufträgt. Lin Shaye ist mit 82 wieder Elise Rainier, und sie ist der Grund, warum die übernatürlichen Teile überhaupt Gewicht haben. Brandon Perea aus Jordan Peeles Nope und Maisie Richardson-Sellers gehören zum Ensemble.
Hinter der Kamera stehen die Reihe-Konstanten: Joseph Bishara hat wie bei allen bisherigen Insidious-Filmen die Musik geschrieben, Blumhouse und James Wans Atomic Monster haben produziert. Gedreht wurde in Australien, Melbourne und Kleinstädte in Victoria stehen für Neuengland.
Was die Kritik sagt
Das Echo ist gemischt, und es trennt ziemlich genau dort, wo ich trenne. Rotten Tomatoes zählt 57 Prozent positive Stimmen aus 136 Kritiken, der Konsens nennt die Auffrischung formelhaft, einzelne Sequenzen aber zu den wirksamsten der Reihe. Das Publikum dort liegt bei 69 Prozent. Metacritic weist 47 von 100 bei 26 Kritiken aus. Filmstarts vergibt drei von fünf Sternen und nennt ihn den besten Insidious-Film seit vielen Jahren.
Meine 5,4 liegt etwas unter diesem Schnitt. Dass die Schreckmomente sitzen, bestreite ich nicht. Aber ich messe Horror daran, ob er etwas unerklärt lassen kann, und diese Probe besteht der Film nur zur Hälfte.
Wo er in der Reihe steht
Bei mir hinter den ersten beiden Filmen von 2010 und 2013 und vor allem, was danach kam, auch vor The Red Door (2023), Patrick Wilsons Regiedebüt, das die Reihe auf ihren Tiefpunkt gebracht hat. Das klingt nach mehr Lob, als 5,4 hergeben. Es sagt vor allem etwas über die Reihe.
Wer ruhigen Familienhorror sucht, der sein Grauen nicht erklärt, findet ihn in Hereditary. Wer das Wan-Handwerk in seiner besten Form sehen will, schaut The Conjuring: Die Heimsuchung. Mehr Reihen und Einzelfilme sammelt unsere Horror-Übersicht.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Zwei Schrecksequenzen im Alltag, eine Zahnarztpraxis und eine Kissenburg, gehören zum Besten der Reihe
- Amelia Eve spielt Gemma ernsthaft, auch dort, wo das Buch es ihr schwer macht
- Lin Shaye gibt den übernatürlichen Teilen Gewicht
- Die Idee, dass Gemma etwas aus dem Further mitbringen kann, ist ein echter Einfall
Dagegen
- Die zweite Hälfte erklärt das Further, statt es wirken zu lassen
- Der Kultführer Cyrus bleibt eine Behauptung, keine Bedrohung
- Die Wesen im Further sind schnell vergessen
- Das Finale will zu groß sein
Solange das Further in eine Kissenburg passt, ist es furchtbar. Sobald jemand erklärt, was es will, ist es nur noch ein Ort.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Insidious: Out of the Further?
Verfügbarkeit DEStand 19.10.2026: Insidious: Out of the Further ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 3,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Stand 19.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- GemmaAmelia Eve
- Brandon Perea
- Elise RainierLin Shaye
- Maisie Richardson-Sellers
- Sam Spruell


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