„Glennkill: Ein Schafskrimi“ bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 7,4 von 10. Die Idee hält, was sie verspricht: Eine Herde, die nur aus vorgelesenen Krimis weiß, wie Ermitteln geht, löst den Mord an ihrem Schäfer, und daraus holt der Film seinen Witz und erstaunlich viel Herz. Punkte kostet der Krimi selbst. Wer schon ein paar Whodunnits gesehen hat, ahnt die Auflösung lange vor den Schafen.
Der Film lief am 14. Mai 2026 in den deutschen Kinos an, Verleih ist Sony Pictures, die Laufzeit beträgt 110 Minuten, freigegeben ab 6 Jahren. Regie führt Kyle Balda, das Drehbuch schrieb Craig Mazin nach dem Roman von Leonie Swann aus dem Jahr 2005. Für Familien mit Kindern ab dem Grundschulalter ist das ein sehr guter Kinoabend. Wer einen kniffligen Krimi für Erwachsene sucht, bekommt eher eine warme Komödie mit Mordfall.
7,4 von mir. Glennkill zieht seine Idee konsequent durch: Die Schafe kennen Mord nur aus vorgelesenen Krimis, und daraus entstehen Witz und echtes Gefühl. Der Fall selbst ist zu leicht zu durchschauen. Für Familien ein Volltreffer, für Krimifans ein warmer Abend mit zu früh gelöstem Rätsel.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionDie Schafe kennen nur Krimis. Genau das ist die Regel des Films.
Real talk: Bei so einer Prämisse schaue ich zuerst, ob die Welt eine Regel hat und ob der Film sie durchzieht. Hier hat sie eine. Schäfer George Hardy (Hugh Jackman) liest seinen Schafen jeden Abend Krimis vor. Als er tot aufgefunden wird, wissen die Tiere über Mord genau das, was in diesen Büchern stand. Mehr nicht.
Daraus baut der Film fast jeden guten Gag. Die Schafe suchen nach Motiv, Alibi und Tatwaffe, und die Menschenwelt hält sich nicht an das Krimischema. Stefan Geisler lobt bei Filmstarts genau diesen Blick, die Welt der Menschen aus der Sicht der vierbeinigen Spürnasen neu zu entdecken. Sehe ich genauso. Das ist keine Nummer mit sprechenden Tieren, die man in jeden Familienfilm kleben könnte. Die Prämisse trägt den Film, weil sie Grenzen hat.
Mehr Herz, als der Trailer vermuten ließ
Was mich überrascht hat: Der Film nimmt Verlust ernst. Unter dem Krimi liegt eine Geschichte darüber, wie eine Herde ohne ihren Menschen weitermacht, und der Film traut sich, dabei leise zu werden. Filmstarts spricht von einer überraschend politischen Note und hebt die Nebengeschichte um ein ausgestoßenes Winterlamm hervor. Rotten Tomatoes fasst den Kritikerkonsens als familienfreundliche Unterhaltung mit entwaffnend tiefen Themen zusammen.
Das ist die stärkste Entscheidung von Craig Mazin am Drehbuch. Er hätte eine reine Gagmaschine schreiben können. Stattdessen bekommt jedes wichtige Schaf eine eigene Haltung zum Tod des Schäfers. Patrick Heidmann schreibt bei epd Film, die Schafe hätten mehr Konturen als die menschlichen Figuren. Das ist kein kleines Kompliment für Figuren, die aus dem Rechner kommen.
Wo der Krimi verliert
Jetzt der Haken. Der Fall ist zu einfach gebaut. Filmstarts nennt die Lösung sehr vorhersehbar und den Kriminalfall gegenüber dem Roman deutlich entschärft und vereinfacht. Dem stimme ich zu. Ein Whodunnit lebt davon, dass man mitraten will und dabei danebenliegt. Hier liegt man zu oft richtig.
Dazu kommt das Dorf. Für einen Film, dessen Ermittler ständig unterwegs sind, wirkt der Schauplatz erstaunlich leer. Filmstarts beschreibt ihn als Kulisse ohne echtes Leben, und das trifft meinen Eindruck: Man sieht das Geld in den Schafen, weniger in der Welt drumherum. Bei den menschlichen Verdächtigen fehlt deshalb der Druck, den ein guter Krimi braucht.
Besetzung und deutsche Fassung
Hugh Jackman spielt George mit genau der Wärme, die es braucht, damit man versteht, warum die Herde um ihn trauert. Nicholas Braun als überforderter Dorfpolizist Tim Derry ist der beste Mensch im Film, Filmstarts nennt ihn einen echten Szenendieb. Emma Thompson spielt die Anwältin Lydia Harbottle, dazu kommen Nicholas Galitzine und Molly Gordon.
In der deutschen Fassung sprechen Anke Engelke das Schaf Lily und Bastian Pastewka das Schaf Mopple. Im Original sind das Julia Louis-Dreyfus und Chris O’Dowd, außerdem leihen Bryan Cranston und Patrick Stewart zwei weiteren Schafen ihre Stimmen. Filmstarts bescheinigt Engelke und Pastewka eine wunderbare Chemie. Für mich ist das einer der seltenen Fälle, in denen ich die deutsche Fassung ohne schlechtes Gewissen empfehle. Produziert haben Working Title Films, Lord Miller und Three Strange Angels.
Die Hauptbesetzung
- Hugh Jackman als George Hardy
- Nicholas Braun als Tim Derry
- Emma Thompson als Lydia Harbottle
- Nicholas Galitzine als Elliot Matthews
- Molly Gordon als Rebecca Hampstead
- Stimmen im Original: Julia Louis-Dreyfus (Lily), Chris O’Dowd (Mopple), Bryan Cranston (Sebastian), Patrick Stewart (Sir Richfield)
- Deutsche Stimmen: Anke Engelke (Lily), Bastian Pastewka (Mopple)
Wie die Kritik den Film sieht
Sehr freundlich, international wie in Deutschland. Bei Rotten Tomatoes sind 95 Prozent von 217 Kritiken positiv, bei Metacritic steht der Film bei 72 von 100 aus 37 Kritiken. Filmstarts vergibt 3,5 von 5 Sternen, epd Film 4 von 5. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.
Meine 7,4 liegt im Mittelfeld dieser Urteile. Ich gehe mit, was Witz und Gefühl angeht, ziehe aber beim Krimi stärker ab als die meisten. Unsere WatchGuide-Empfehlung zu Glennkill: für Familien ein Volltreffer, für Krimifans ein charmanter Abend mit zu früh gelöstem Fall. Wer hybride Tierfilme mit echten Menschen mag, findet bei Paddington in Peru eine verwandte Mischung.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Prämisse mit klarer Regel, die den Humor trägt
- Überraschend ernster Umgang mit Verlust
- Die Schafe haben mehr Profil als viele Menschenfiguren
- Engelke und Pastewka in der deutschen Fassung
- Nicholas Braun als Dorfpolizist
Dagegen
- Auflösung des Falls früh absehbar
- Krimihandlung gegenüber dem Roman stark vereinfacht
- Das Dorf wirkt wie eine leere Kulisse
Die Schafe wissen über Mord nur, was in Georges Krimis stand. Genau daraus holt der Film seine besten Momente.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Glennkill: Ein Schafskrimi?
Verfügbarkeit DEStand 17.10.2026: Glennkill: Ein Schafskrimi läuft im Abo bei Prime Video, mit deutscher Synchronfassung.
Stand 17.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- George HardyHugh Jackman
- Emma Thompson
- Tim DerryNicholas Braun
- Elliot MatthewsNicholas Galitzine
- Rebecca HampsteadMolly Gordon


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