Spa Weekend hat vier Komikerinnen, die Timing im Schlaf beherrschen, und ein Drehbuch, das ihnen kaum etwas zu spielen gibt. Unsere WatchGuide-Wertung liegt bei 4,0 von 10. Die Komödie von Jon Lucas und Scott Moore läuft seit dem 24. September 2026 im Verleih von DCM in den deutschen Kinos. Lohnend ist sie vor allem für Fans von Leslie Mann, Isla Fisher, Anna Faris und Michelle Buteau, die mit niedriger Erwartung hingehen.
Ich hatte mir vor dem Start vorgenommen, dem Film eine ehrliche Chance zu geben, weil das Duo hinter Hangover und Bad Moms weiß, wie man eine Eskalationskomödie baut. Die Chance hat er bekommen. Genutzt hat er sie nur dort, wo die vier Darstellerinnen mehr aus ihren Figuren holen, als im Buch steht.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
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Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionWorum es geht
Jane, Sophie, Coco und Mel sind seit der Kindheit befreundet und haben sich als Erwachsene aus den Augen verloren. Coco bucht zu Janes Geburtstag ein Wellness-Wochenende in einem Luxusresort in Palm Springs, für drei. Mel soll nicht mit, weil sie die Runde erfahrungsgemäß in Schwierigkeiten bringt. Sophie plagt das schlechte Gewissen, sie lädt Mel in letzter Minute doch ein, und von da an läuft das Wochenende aus dem Ruder: ein Job geht verloren, ein Ex-Mann taucht auf, und Jane lässt sich auf den Yogalehrer des Resorts ein.
Die beste Idee steht im ersten Akt und wird dann verschenkt
Fangen wir mit dem an, was das Drehbuch richtig anlegt. Drei Freundinnen beschließen, die vierte auszuladen, und eine von ihnen hält das nicht durch. Das ist ein echter Konflikt, einer mit Schuld und alter Kränkung darin, und er könnte das ganze Wochenende tragen. Für mich kippt Spa Weekend genau an der Stelle, an der der Film diesen Konflikt gegen eine Kette von Pannen eintauscht.
Was Mel danach anrichtet, passiert den anderen, statt aus ihren Entscheidungen zu folgen. Sophie verliert ihren Job, Cocos Ex-Mann Roger steht plötzlich im Resort, und jede dieser Wendungen hat Mel ausgelöst, nicht die Frau, die sie betrifft. So bleiben Jane, Sophie und Coco über weite Strecken Zuschauerinnen ihrer eigenen Geschichte. Eine Eskalationskomödie funktioniert nur, wenn die Figuren sich die Katastrophe ein Stück weit selbst verdient haben. Hier verdient sie sich niemand, sie wird geliefert.
Die Hangover-Formel ohne die Hangover-Klammer
Lucas und Moore haben 2009 Hangover geschrieben, und der Vergleich drängt sich auf, weil der Film ihn selbst sucht. Was Hangover damals zusammenhielt, war nicht der Exzess, sondern die Rekonstruktion: drei Männer, ein Morgen danach, ein fehlender Freund und die Frage, was in der Nacht passiert ist. Spa Weekend übernimmt den Exzess und die Figur, die ihn auslöst. Eine vergleichbare Klammer, die aus den einzelnen Nummern eine Geschichte macht, habe ich nicht gefunden.
Ilija Glavas schreibt bei Kinomeister, Lucas und Moore steigerten das Chaos mechanisch, ohne einen komischen Rhythmus zu entwickeln. Das deckt sich mit meinem Eindruck. Schlammbad, Stripper, sexuelle Anspielungen: Man sieht die Pointe kommen, bevor sie da ist, und das ist bei einer Komödie das härteste Urteil, das ich kenne.
Das Ensemble ist besser als das Material
Die vier Hauptdarstellerinnen sind der Grund, warum ich nicht tiefer gehe. Leslie Mann trägt als Jane die Figur mit der meisten Geschichte, eine Anwältin und alleinerziehende Mutter, und sie spielt die Unsicherheit dieser Frau leiser, als das Buch sie schreibt. Isla Fisher bekommt mit Mel die dankbarste und zugleich undankbarste Rolle: Sie liefert die lautesten Momente, und genau diese Figur ist so gebaut, dass sie nie etwas lernen muss. Michelle Buteau hat als Coco das Temperament, aber kaum Raum dafür.
Und Anna Faris, auf die ich mich vorab am meisten gefreut hatte? Ihre Sophie hat ein paar schöne Momente, eine Figur ist sie nicht. Das Drehbuch gibt ihr einen Jobverlust und eine glückliche Fügung, dazwischen fehlt der Teil, in dem Faris ihr Timing ausspielen könnte. Wer sie seit The House Bunny vermisst, bekommt sie hier zu sehen, aber nicht zurück.
Was der Film über seine Heldinnen sagen will
Jane mit ihren Selbstzweifeln im Beruf, Sophie mit ihrer Überforderung, Coco mit der gescheiterten Ehe: Das Material für eine Komödie über Frauen, die jahrzehntelang funktioniert haben, liegt auf dem Tisch. Andreas Köhnemann nennt die Selbstermächtigungsgeschichten bei kino-zeit naiv und simpel, und da muss ich ihm recht geben. Die Probleme werden benannt und am Ende von einem Wochenende gelöst, das keines davon ernst genommen hat. Wie das bei Sophie ausgeht, verrate ich nicht. Es geht zu leicht.
Wie die Kritik und das Publikum den Film sehen
Mit meiner Wertung liege ich nah an der großen Kritik. Bei Rotten Tomatoes fallen 29 Prozent von 45 Kritiken positiv aus, Metacritic steht bei 33 aus 17 Besprechungen. Filmstarts vergibt 2 von 5 Sternen, der filmdienst bemängelt fehlende originelle Ideen und schwach konturierte Figuren. Das Publikum ist gnädiger: Auf Rotten Tomatoes kommen die Zuschauerwertungen auf 73 Prozent.
Diese Lücke ist aufschlussreich. Wer Spa Weekend als Abend mit Freundinnen und ohne Anspruch an die Geschichte bucht, bekommt vier sympathische Darstellerinnen und ein paar echte Lacher. Wer wissen will, warum eine Komödie trägt, sieht einem Drehbuch zu, das seine eigene gute Idee nicht ernst nimmt.
Hintergrund zur Produktion
Gedreht wurde ab Februar 2025 in Queensland, Australien, obwohl die Geschichte in Palm Springs spielt. Produziert haben Black Bear Pictures und Suzanne Todds Firma Team Todd, in den USA lief der Film am 21. August 2026 an. In Deutschland verleiht ihn DCM, freigegeben ist er ab 12 Jahren. Weitere Produktionsdaten sammelt die englische Wikipedia.
Wer die Macher lieber in Bestform sieht, greift zu Hangover. Anna Faris ist außerdem in Scary Movie zurück, der Parodie-Reihe, mit der sie bekannt wurde. Wer eine Wohlfühlkomödie mit mehr Herz sucht, findet sie eher bei Bridget Jones: Verrückt nach ihm. Mehr gibt es in unserem Komödien-Archiv.
Wer im Resort eincheckt
- Leslie Mann als Jane, die Anwältin, um deren Geburtstag sich das Wochenende dreht.
- Isla Fisher als Mel, die Unberechenbare, die eigentlich nicht mitkommen sollte. Wer Fisher in Shopaholic gesehen hat, weiß, dass sie körperliche Komik beherrscht.
- Anna Faris als Sophie, die Mel aus schlechtem Gewissen doch einlädt.
- Michelle Buteau als Coco, die das Wochenende bucht. Die Stand-up-Komikerin kennt man aus Survival of the Thickest.
- Adam Demos als Yogalehrer Kai.
- Dominic Ona-Ariki als Roger, Cocos Ex-Mann.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Leslie Mann, Isla Fisher, Anna Faris und Michelle Buteau mit sicherem Timing
- Die Ausgangslage mit der ausgeladenen Freundin hat echtes Konfliktpotenzial
- Leslie Mann spielt Janes Unsicherheit leiser, als das Buch sie schreibt
Dagegen
- Die Katastrophen passieren den Figuren, statt aus ihren Entscheidungen zu folgen
- Gags nach Schema, man sieht jede Pointe kommen
- Anna Faris bekommt als Sophie keine ausgearbeitete Figur
- Die Lebenskrisen der Freundinnen werden zu leicht gelöst
Der Film hat einen echten Konflikt im ersten Akt und tauscht ihn gegen eine Kette von Pannen.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Besetzung
4 Rollen- Leslie Mann
- Isla Fisher
- Michelle Buteau
- Anna Faris


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