Die Kritik
von CineTomMoin. Ich bin Tom, ich bin 28, und ich muss euch was gestehen: Ich hab Star Wars Episode IV erst mit 14 zum ersten Mal gesehen. Komplett. Ungekuerzt. Auf einem CRT-Fernseher im Keller meiner Cousine Anke, weil sie gesagt hat „Du kannst doch nicht ueber Filme reden ohne Star Wars gesehen zu haben“, und sie hatte Recht, und dieser Film hat mein Gehirn auf eine Art und Weise umformatiert die ich bis heute spuere. Star Wars: Eine neue Hoffnung kriegt von mir eine 8.8 — und bevor jemand sagt „nur 8.8 fuer DEN Film?“ — lest weiter. Es wird emotional.
George Lucas hat 1977 mit einem Budget von 11 Millionen Dollar einen Film gemacht, der die gesamte Popkultur fuer immer veraendert hat. Alles was ihr liebt — von Science-Fiction in der heutigen Form bis hin zu Merchandise, Expanded Universes, Trilogien als Erzaehlformat — geht auf diesen einen Film zurueck. Auf einen baertigen Typen aus Modesto, Kalifornien, der Akira Kurosawa und Flash Gordon in einen Mixer geworfen und die Space Opera erfunden hat.
Der Keller. Die Couch. Ankes VHS-Kassette.
Okay, 2012. Ich war 14. In Kiel regnet es, weil es in Kiel IMMER regnet, und ich haenge bei Anke und Stefan rum weil meine Eltern irgendwo unterwegs waren. Anke — meine Cousine, die normalerweise nur Horror-Kram guckt und mich mit Empfehlungen fuer Filme bombardiert in denen Leute sterben — hatte eine VHS-Kassette rausgekramt. Eine VHS. Im Jahr 2012. „Die Originalversion“, hat sie gesagt, „bevor George Lucas alles mit CGI vollgekleistert hat.“
Stefan hat sich mit einem Buch hingesetzt und so getan als wuerde er nicht mitgucken, aber nach zehn Minuten lag das Buch auf dem Tisch und er hat genauso geglotzt wie ich. Weil — und das ist der Punkt — Star Wars funktioniert. Sofort. Vom ersten Frame. Dieser Sternenzerstoerer der NICHT AUFHOERT sich ueber den Bildschirm zu schieben. Dieser Opening Crawl. John Williams‘ Fanfare die dir sagt: Hier passiert was Grosses. Setz dich hin und halt die Klappe.
Linus wuerde jetzt sagen: „Es ist ein Film ueber Raumschiffe, Tom, beruhig dich.“ Und ich wuerde sagen: „Linus, du hast unironisch drei Staffeln einer Show ueber Immobilienpreise geguckt, du hast KEIN Recht mich zu kritisieren.“
11 Millionen Dollar. Davon sieht jeder einzelne Cent 49 Jahre spaeter noch krass aus.
Real talk: 11 Millionen Budget. 1977. Das war damals schon nicht viel, und 20th Century Fox war so wenig ueberzeugt von dem Projekt dass sie Lucas die Merchandising-Rechte ueberlassen haben. Die MERCHANDISING-RECHTE. Fuer STAR WARS. Das ist so als wuerde Nintendo dir die Rechte an Mario geben weil sie denken dass Klempner in Videospielen keinen interessieren. Fox hat mit dieser einen Entscheidung Milliarden verloren, und George Lucas hat mit genau dieser Entscheidung ein Imperium aufgebaut. Pun intended.
Das Einspielergebnis: 775 Millionen Dollar. 1977. Inflationsbereinigt ist das irgendwo bei ueber 3 Milliarden. Der profitabelste Film aller Zeiten, gemessen am Verhaeltnis von Budget zu Einnahmen. Und das in einer Zeit wo Kinos KEINE 3D-Zuschlaege hatten, wo es kein IMAX gab, wo eine Kinokarte vielleicht drei Dollar gekostet hat. Die Leute sind teilweise zehn, fuenfzehn Mal ins Kino gegangen fuer denselben Film. Das passiert heute nicht mehr. Das passiert NIRGENDWO mehr. Ausser vielleicht bei Avengers: Endgame, aber selbst das war ein anderes Phaenomen.
Luke Skywalker schaut in den Sonnenuntergang und ich bin fertig
Es gibt Momente im Kino die so perfekt sind, dass sie sich in dein Gedaechtnis einbrennen wie ein Save-Point den du nie ueberschreibst. Luke steht vor der Huette seiner Tante und seines Onkels auf Tatooine. Zwei Sonnen gehen unter. John Williams spielt das Force Theme. Und Luke schaut in die Ferne und will MEHR. Er will weg von diesem Sandplaneten. Er will Abenteuer. Er will Teil von etwas sein das groesser ist als er selbst.
Leute. Ich war 14 auf einer Couch in Kiel. Und ich hab das GEFUEHLT. Jeder 14-Jaehrige der jemals in einer Kleinstadt sass und dachte „Hier muss es doch mehr geben“ hat diesen Moment gefuehlt. Das ist der Trick von Star Wars. Lucas hat keine reine Sci-Fi-Story geschrieben. Er hat Joseph Campbells „Held mit tausend Gesichtern“ genommen — die Monomyth-Struktur die in JEDER grossen Geschichte steckt, von Odysseus bis Frodo — und hat sie in den Weltraum gepackt. Luke ist nicht nur ein Farmjunge. Luke ist JEDER Farmjunge. Luke bist DU.
Mark Hamill war 25 als er Luke gespielt hat. Keine grosse Karriere vorher. Ein paar TV-Rollen. Und dann dieser Film, und ploetzlich ist er fuer immer Luke Skywalker. Hamill hat spaeter in Interviews gesagt dass das sowohl ein Segen als auch ein Fluch war. Aber seine Performance in Episode IV ist genau das was sie sein muss: unschuldig, enthusiastisch, ein bisschen whiny („But I was going to Tosche Station to pick up some power converters!“), und dann — Stueck fuer Stueck — mutig.
Han Solo betritt die Cantina und jeder andere Charakter im Film wird unsichtbar
Harrison Ford. Was soll ich sagen. Der Mann hat in einer Castingszene so viel Charisma rausgepumpt dass George Lucas ihn genommen hat obwohl er eigentlich NICHT wollte dass ehemalige American Graffiti-Darsteller mitspielen. Ford war damals Schreiner. SCHREINER. Er hat Schraenke gebaut. Und dann hat er Han Solo gespielt und ploetzlich war er der coolste Mensch auf dem Planeten.
Han Solo ist — und das ist no cap — einer der besten Charaktere die je fuer Film geschrieben wurden. Er ist kein Held. Er ist ein Schmuggler. Ein Egoist. Ein Typ der sagt „Ich mach das nur wegen dem Geld“ und dem du trotzdem jede Sekunde abnimmst dass da mehr dahintersteckt. Ford hat die Haelfte seiner Dialogzeilen improvisiert. Die beruehmte „I know“-Szene in Empire? Improvisiert. Weil Ford wusste dass Han Solo nicht „Ich liebe dich auch“ sagen wuerde. Er wuerde „Ich weiss“ sagen. Und das ist based as hell.
In der Mos Eisley Cantina — die lowkey der Prototyp fuer JEDE RPG-Taverne in der Geschichte der Videospiele ist — sitzt Han an einem Tisch und ERSCHIESST Greedo. Punkt. Kein Gespraech. Kein langes Abwaegen. Er sieht die Gefahr und handelt. Lucas hat das spaeter mit dem „Han shot first“-Drama kaputt editiert, und ich werde ihm das NIEMALS verzeihen. Han Solo ist kein Disney-Prinz. Han Solo ist der Typ in deinem Raid der den Boss pullt bevor alle ready sind und es TROTZDEM klappt.
Darth Vader atmet einmal und du weisst: das ist der finale Boss
David Prowse im Kostuem. James Earl Jones als Stimme. Zusammen haben sie etwas erschaffen das groesser ist als beide Teile. Darth Vader ist DER Filmboesewicht. Nicht einer der Besten. DER Beste. Ja, ich weiss, ich hab Willem Dafoes Green Goblin in meinem Spider-Man: No Way Home Review als besten MCU-Villain bezeichnet. Das steht. Aber Vader spielt in einer anderen Liga. Vader spielt in der Liga die die Liga erfunden hat.
Das Charakterdesign. Schwarze Ruestung, inspiriert von japanischen Samurai-Helmen und Nazi-Stahlhelmen gleichzeitig. Der Cape. Der Atem. Dieses mechanische, rhythmische, bedrohliche Atmen das so ikonisch ist dass du es auf einer Party imitieren kannst und JEDER weiss wen du meinst. Ralph McQuarries Konzeptkunst hat hier etwas geschaffen das ueber Film hinausgeht. Vader ist ein kulturelles Symbol. Wie Mickey Mouse. Wie Superman. Nur boese.
In Episode IV ist Vader noch nicht der tragische Vater der er in Empire und Jedi wird. Hier ist er pure Bedrohung. Ein schwarzer Monolith der durch weisse Korridore marschiert und Leute mit der Macht wuergt. Er hat vielleicht 15 Minuten Screentime im ganzen Film. Aber jede einzelne Sekunde BRENNT sich ein. Das ist Effizienz. Das ist Final-Boss-Energy in Reinform — du siehst ihn selten, aber wenn er auftaucht, aendert sich die Musik, die Temperatur im Raum, alles.
Die Prequels sind besser als ihr Ruf, und ich werde auf diesem Huegel sterben
Kurzer Exkurs, weil ich kann. Ich WEISS dass das eine unpopulaere Meinung ist. Und ich sage nicht dass die Prequels BESSERE Filme sind als die Originaltrilogie. Ich sage: Sie sind besser als ihr Ruf. Hayden Christensens steife Dialoge? Yeah, die sind rough. Jar Jar Binks? Uff. Aber das Worldbuilding! Die politische Struktur des Senats! Order 66! Duel of the Fates! Episode III im CineStar Kiel, ich war 8 Jahre alt, und als Anakin in die Lava faellt und Obi-Wan „You were my brother, Anakin!“ schreit, hab ich zum ersten Mal in einem Kino geweint. ACHT. Acht Jahre alt. Und JA, Episode I hat Probleme. Aber ohne die Prequels haette ich Episode IV nie in Ankes Keller geguckt. Die Prequels waren MEIN Einstieg. Und dafuer bin ich dankbar.
Was das mit Episode IV zu tun hat? Alles. Weil Episode IV das Fundament ist auf dem alles steht. Jeder Star-Wars-Film, jede Serie, jedes Spiel, jedes Buch — alles geht zurueck auf diese 121 Minuten. Wenn Episode IV nicht funktioniert, existiert nichts davon. Keine Prequels. Kein Empire Strikes Back. Kein Mandalorian. Kein Grogu. NICHTS. Und der Film funktioniert, weil Lucas — bei all seinen Schwaechen als Dialogschreiber — ein genialer visueller Erzaehler war und ein noch besserer Weltenbauer.
John Williams hat den Soundtrack zum Universum geschrieben, und das ist keine Uebertreibung
Leute, ich arbeite im Filmpalette Kino in Koeln. Ich hoere Filmsoundtracks den ganzen Tag. Hans Zimmer, Ludwig Goransson, Trent Reznor — alles grossartig. Aber John Williams 1977? Das ist ein anderes Level. Das ist nicht „guter Filmscore“. Das ist „dieser Mensch hat Musik geschrieben die die Menschheit fuer immer veraendert hat“.
Das Main Theme. Der Imperial March (der kam technisch erst in Empire, aber egal, das braucht Kontext). Leias Theme — so zart und so traurig und so schoen dass mir die Augen feucht werden wenn ich es hoere, besonders seit Carrie Fishers Tod 2016. Und das Binary Sunset Theme, das Force Theme, wenn Luke in den Doppel-Sonnenuntergang schaut. Da ist diese eine Stelle wo die Franzoesischen Hoerner einsetzen und das volle Orchester explodiert und du FUEHLST die Sehnsucht eines Jungen der die Sterne sehen will.
Williams hat fuer den Score von Star Wars den Oscar gewonnen. Einen von sechs Oscars die der Film insgesamt abgeraeumt hat, plus vier Special Achievement Awards. Zehn Nominierungen insgesamt, und er haette noch mehr verdient. Williams war 45 als er das komponiert hat. Er hat danach noch Indiana Jones, Harry Potter, Schindlers Liste, Jurassic Park und ungefaehr tausend andere Sachen gemacht. Aber Star Wars bleibt das Ding. DAS Ding.
Special Effects 1977: Handgemacht, chaotisch, unsterblich
Industrial Light & Magic. ILM. Gegruendet von Lucas SPEZIELL fuer diesen Film, weil es damals kein Studio gab das machen konnte was er wollte. Die Typen haben im Grunde die moderne Spezialeffekt-Industrie erfunden. Weil sie mussten.
Die Trench-Run-Szene am Ende — Luke fliegt durch den Graben des Todessterns, Tie-Fighter hinter ihm, die Uhr tickt — ist mit physischen Modellen gedreht worden. Nicht CGI. Modelle. Handgebaut, handgebemalt, Kamerafahrten ueber Miniatur-Oberflaechen. Und weisst du was? Es sieht BESSER aus als 90% der CGI die heute produziert wird. Weil Modelle Gewicht haben. Modelle fangen Licht anders. Dein Gehirn WEISS auf einer unterbewussten Ebene dass das was du siehst real ist, auch wenn es nur 30 Zentimeter gross ist.
Gleiches gilt fuer die Kreaturen in der Cantina. Handpuppen, Masken, Kostueme. Manche davon sehen wild aus — das muss man ehrlich sagen, ein paar von den Aliens sehen aus wie ein Schulprojekt das zwei Tage vor Abgabe fertig werden musste. Aber das ist Teil des Charmes. Das Star-Wars-Universum fuehlt sich GELEBT an. Dreckig. Benutzt. Lucas hat den Begriff „used future“ populaer gemacht — die Idee dass Sci-Fi nicht sauber und steril sein muss. Raumschiffe koennen Kratzer haben. Droiden koennen rosten. Und das macht alles so viel realer als jede polierte CGI-Welt.
Carrie Fisher war 19, und sie war die Staerkste im Raum
Neunzehn. Neunzehn Jahre alt. Und Carrie Fisher hat sich in einen Raum mit Harrison Ford (34), Mark Hamill (25) und Alec Guinness (63!) gestellt und JEDEN einzelnen von ihnen an die Wand gespielt. Prinzessin Leia ist keine Prinzessin die gerettet wird. Ja, Luke und Han kommen um sie aus dem Todesstern zu befreien. Aber sobald sie da ist, uebernimmt SIE. „Into the garbage chute, flyboy!“ — sie greift die Waffe, schiesst den Fluchtweg frei, und kommandiert alle rum. 1977. In einem Blockbuster. Das war WILD fuer die Zeit.
Fisher hat spaeter offen ueber ihre Erfahrungen am Set gesprochen, ueber die Substanzprobleme, ueber die Affaere mit Ford, ueber alles. Sie war schonungslos ehrlich auf eine Art die Hollywood nicht gewohnt war. Und ihre Leia — klug, sarkastisch, staerker als jeder Jedi im Raum auch ohne die Macht — ist das Vorbild fuer jede weibliche Actionheldin die danach kam. Ripley in Alien? Ohne Leia undenkbar. Sarah Connor? Ohne Leia undenkbar. Rey in den Sequels? Buchstaeblich Leias Nachfolgerin.
Ich vermisse sie. Jeder vermisst sie. Als sie im Dezember 2016 gestorben ist, hat Anke mich angerufen. Nicht ich sie. Anke hat MICH angerufen und gesagt: „Tom, ich weiss dass das doof klingt, aber ich muss das jemandem sagen der es versteht.“ Ja. Versteh ich.
Alec Guinness fand den Film laecherlich, und das macht alles noch besser
Alec Guinness. Sir Alec Guinness. Der Mann der Lawrence von Arabien und Die Bruecke am Kwai gemacht hat. Oscar-Gewinner. Einer der angesehensten britischen Schauspieler aller Zeiten. Und er fand Star Wars… na ja. Nicht gut. In Briefen hat er geschrieben dass die Dialoge „fairy-tale rubbish“ seien („Maerchen-Quatsch“). Er hat einen Deal ausgehandelt dass er 2,25% des Bruttoeinspiels bekommt statt einer normalen Gage — was sich als der vielleicht kluegste finanzielle Deal der Filmgeschichte herausgestellt hat, weil er dadurch ueber 90 Millionen Dollar verdient hat.
Aber das Ding ist: Guinness‘ Verachtung fuer das Material ist KOMPLETT unsichtbar im Film. Obi-Wan Kenobi ist weise, warm, geheimnisvoll, vaeterlich. Guinness bringt jede einzelne Szene ein Gewicht das der Rest des Films — mit seinem jungen Cast und seiner Pulp-Story — dringend brauchte. Als Obi-Wan sein Lichtschwert einschaltet und sich Vader zum letzten Mal gegenueberstellt, ist das nicht nur ein Kampf. Das ist ein Statement. „If you strike me down, I shall become more powerful than you can possibly imagine.“ Und dann laesst er sich toeten. Einfach so. Er laechelt. Und er geht.
Das ist — sorry fuer die Gaming-Metapher, aber sie passt — das ist der Mentor-NPC der dir das Tutorial gibt, das Schwert ueberreicht und dann stirbt damit du die Story allein weiterspielen musst. Gandalf. Dumbledore. Jiraiya. Alle gehen auf Obi-Wan zurueck. ALLE.
Die Leute die das Universum gebaut haben
- Mark Hamill als Luke Skywalker — der Junge der in die Sonnen schaut und MEHR will. Hamills groesste Staerke: Er spielt einen Helden dem du seine Angst genauso abkaufst wie seinen Mut. Kein Macho-Quatsch, keine Iron-Man-Oneliners. Luke ist real.
- Harrison Ford als Han Solo — ein Schreiner. Ein SCHREINER der zum groessten Filmstar der Welt wurde. Jede Szene in der Ford den Mund aufmacht ist Gold. Der Millennium Falcon ist nur cool weil HAN ihn fliegt.
- Carrie Fisher als Prinzessin Leia Organa. 19 Jahre alt, haerter als jeder Mann im Raum, und mit einem Mundwerk das Laserstrahlen Konkurrenz macht. Leia IST Star Wars genauso wie Luke und Han.
- Alec Guinness als Obi-Wan Kenobi — hat den Film gehasst, den Scheck geliebt, und eine Performance abgeliefert die trotzdem perfekt ist. Das ist Professionalitaet, Doebaddel.
- Peter Cushing als Grand Moff Tarkin. Cushing war schon Dracula-Jaeger bei Hammer Films, und hier spielt er den Mann der einen ganzen Planeten in die Luft jagt mit der gleichen Emotion wie jemand der eine Fliege verscheucht. Kalt. Praezise. Gruselig.
- James Earl Jones (Stimme) und David Prowse (Koerper) als Darth Vader — zwei Menschen, ein Monster. Jones‘ Bass ist so tief dass er das Kino zum Vibrieren bringt. Prowse‘ Koerpersprache ist pure Einschuechterung. Zusammen: ikonisch ist ein zu schwaches Wort.
- Anthony Daniels als C-3PO und Kenny Baker als R2-D2 — die heimlichen Hauptfiguren. Ernsthaft. Der Film BEGINNT mit diesen beiden. Lucas hat seine Space Opera durch die Augen von zwei Robotern erzaehlt. Das ist so als wuerde ein RPG aus der Perspektive der NPCs erzaehlt. Genial.
- Peter Mayhew als Chewbacca — 2,21 Meter, ein Wookiee-Kostuem, und nichts als Grunzlaute. Trotzdem einer der emotionalsten Charaktere im Film. Mayhew war ein Krankenhausangestellter aus London bevor er gecastet wurde.
Tatooine ist Tunesien und die Macht ist fernöstliche Philosophie, und beides funktioniert wild gut zusammen
Lucas hat fuer Tatooine in der tunesischen Wueste gedreht. Die Kulissen stehen teilweise HEUTE noch. Touristen fahren hin. Es gibt Hotels in der Naehe die damit werben. Ein Filmset in der Wueste Nordafrikas das seit fast 50 Jahren Pilger anzieht — das ist die Definition von kulturellem Impact.
Und die Macht. Die Force. Lucas hat Zen-Buddhismus, Taoismus, ein bisschen Christentum und eine Prise Samurai-Philosophie genommen und daraus ein Konzept gemacht das gleichzeitig mystisch und greifbar ist. „The Force surrounds us, penetrates us, it binds the galaxy together.“ Das ist kein Sci-Fi-Techno-Gequatsche. Das ist Spiritualitaet. Obi-Wan bringt Luke nicht bei wie man ein Lichtschwert benutzt. Er bringt ihm bei zu VERTRAUEN. „Let go, Luke. Trust your feelings.“ Im Trench Run, am Ende, schaltet Luke seinen Zielcomputer aus und vertraut der Macht. Und trifft.
Jedes RPG das ein Magie-System hat. Jeder Anime in dem der Protagonist eine innere Kraft entdeckt. Jedes Spiel in dem du „leveln“ musst bevor du den Final Boss angreifen kannst. Alles davon hat Spuren von Star Wars. Die Macht ist das Vorbild fuer jede unsichtbare Kraft in der Popkultur. Narutos Chakra? Force. Hamis Nen in HxH? Force. Midichlorians in den Prequels? …okay, das vergessen wir lieber.
George Lucas konnte keine Dialoge schreiben, und das ist voellig egal
Ich sage das mit Liebe. Wirklich. Aber die Dialoge in Star Wars sind — wenn man sie auf Papier liest — nicht gut. „You can’t win, Darth. If you strike me down…“ ist grossartig wegen Guinness, nicht wegen dem Satz. Und Mark Hamill hat den beruehmten „But I was going to Tosche Station“-Satz so gespielt dass man Lukes Genervtheit SPUERT, obwohl der Dialog klingt wie aus einem Schulaufsatz.
Lucas‘ Talent war nie das Wort. Sein Talent war das Bild, der Schnitt, die Welt. Er hat mit Marcia Lucas — seiner damaligen Frau — und den Editoren Paul Hirsch und Richard Chew einen Film zusammengeschnitten der so praezise getaktet ist dass er sich wie eine Achterbahn anfuehlt. Der Wechsel zwischen Luke auf Tatooine und Leia auf dem Todesstern. Der Wechsel zwischen Action und ruhigen Momenten. Der Rhythmus. Das ist Handwerk auf einem Level das viele Regisseure nie erreichen.
Marcia Lucas hat uebrigens den Oscar fuer den Schnitt gewonnen. Sie. Nicht George. Und viele Filmhistoriker sagen dass ihr Einfluss auf die Finalversion des Films groesser war als Georges. Sie hat die emotionalen Beats gesetzt, die Szenenanordnung umgebaut, und die Todesszene von Obi-Wan so geschnitten dass sie funktioniert. George wollte sie anders. Marcia hatte Recht.
Warum 8.8 und nicht 9 oder 10?
Weil ich ehrlich sein muss. Und ehrlich heisst: Der dritte Akt hat Pacing-Probleme. Die Todesstern-Angriffssequenz am Ende ist FANTASTISCH — der Trench Run gehoert zum Besten was je gedreht wurde. Aber davor gibt es eine Planungsszene die zu lang ist. Die Briefingszene wo jemand den Todesstern-Plan erklaert. Die haette fuenf Minuten kuerzer sein koennen.
Und: So sehr ich Lukes Reise liebe, sein Charakter-Arc in Episode IV ist… duenn. Er geht von „gelangweilter Farmjunge“ zu „Held“ in einem relativ geraden Bogen. Keine echten Zweifel, keine inneren Konflikte, kein Moment wo er ernsthaft in Frage stellt was er tut. Das kommt erst in Empire Strikes Back, und DORT wird Luke zu einem der besten Charaktere der Filmgeschichte. Hier ist er noch… im Tutorial-Level. Plietsch, aber im Tutorial.
Deshalb 8.8. Nicht weil der Film nicht grossartig ist. Sondern weil Empire existiert. Und Empire ist 10. Und wenn Empire 10 ist, dann muss Episode IV — so sehr ich ihn liebe — ehrlich bewertet werden.
Bewertung
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von CineTom — eine Person, ein begründetes Urteil.
Jeder 14-Jaehrige der jemals in einer Kleinstadt sass und dachte da muss doch mehr geben hat diesen Moment gefuehlt— aus der Wertung von CineTom
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Verfügbarkeit DEStand 25.08.2026: Krieg der Sterne läuft im Abo bei Disney+ – mit deutscher Synchronfassung.
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 25.08.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
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Krieg der Sterne hat eine Laufzeit von rund 125 Minuten (2 Stunden und 5 Minuten).
Lohnt sich Krieg der Sterne?
Unsere Redaktion vergibt Krieg der Sterne einen Watcher-Score von 8,8 von 10. George Lucas hat 1977 mit elf Millionen Dollar einen Film gemacht der mein Leben veraendert hat, und ich übertreibe nicht. Star Wars Episode IV funktioniert nicht weil es perfekte Dialoge hat — die hat es nicht — oder weil es die besten Spezialeffekte hat — obwohl ILM hier die Filmindustrie neu erfunden hat. Es funktioniert weil Luke Skywalker in einen Doppel-Sonnenuntergang schaut und du FUEHLST was er fühlt. Es funktioniert weil Han Solo ein Schmuggler ist der sich in einen Helden verwandelt ohne dass es sich erzwungen anfühlt. Es funktioniert weil Carrie Fisher mit 19 in einen Raum volle
Für wen ist Krieg der Sterne geeignet?
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Worum geht es in Krieg der Sterne?
Seit der Vernichtung der Jedi-Ritter steht die Galaxie unter der grausamen Herrschaft des Imperiums. Nur eine kleine Gruppe von Rebellen, angeführt von der schönen Prinzessin Leia, widersetzt sich der dunklen Macht.
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FAQ zu Star Wars: Eine neue Hoffnung hat nach fast 50 Jahren nichts verlernt
In welcher Reihenfolge sollte man Star Wars gucken?
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