„Die Unfassbaren 3“ bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 5,6 von 10. Die Vier Reiter sind nach neun Jahren wieder zusammen, Jesse Eisenberg und Woody Harrelson haben sichtlich Spaß, und einzelne Tricks sind hübsch gebaut. Das Drehbuch aber zieht so oft den Teppich weg, dass am Ende keine Entscheidung einer Figur mehr etwas zählt.
Kinostart in Deutschland war der 13. November 2025 im Verleih von Leonine, 113 Minuten lang, freigegeben ab 12 Jahren. Wer die ersten beiden Filme mochte und einen leichten Abend mit Kartentricks, Raubzug und Starbesetzung sucht, wird ordentlich unterhalten. Wer einen Heist-Film will, dessen Auflösung man nachrechnen kann, sollte die Erwartungen niedrig halten.
5,6 von mir. Die Vier Reiter sind nach neun Jahren wieder da, Eisenberg und Harrelson haben Spaß, Rosamund Pike ist eine schöne Gegnerin, und die gebauten Sets machen Freude. Doch das Drehbuch erfindet seine Wendungen nachträglich, erklärt jeden Trick einmal zu oft und nimmt den Figuren damit jedes Gewicht. Solide Unterhaltung für Fans der Reihe, mehr nicht.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionDer Plan
Drei junge Straßenmagier, Charlie, Bosco und June, geraten an die alten Vier Reiter: J. Daniel Atlas, Merritt McKinney, Jack Wilder und Henley Reeves. Gemeinsam sollen sie einen der wertvollsten Diamanten der Welt stehlen, der Veronika Vanderberg gehört, einer Diamantenhändlerin mit sehr schmutzigem Geld. Das Muster kennt man aus den Teilen von 2013 und 2016: öffentliche Show, Raub als Zaubertrick, Auflösung im Rückblick.
Regie führt Ruben Fleischer („Zombieland“, „Venom“). Am Drehbuch haben gleich vier Autoren gearbeitet: Michael Lesslie, Seth Grahame-Smith sowie Rhett Reese und Paul Wernick. Man merkt es.
Was funktioniert
Fangen wir mit dem Ensemble an. Eisenberg spielt Atlas wieder als Mann, der jeden Raum für seine Bühne hält, Harrelson holt aus jedem trockenen Satz eine Pointe, und Isla Fisher ist nach ihrer Pause in Teil zwei zurück. Unter den Neuen bringt Dominic Sessa am meisten mit, weil er als Einziger wirkt, als hätte er etwas zu verlieren. Rosamund Pike macht aus Vanderberg eine kühle, amüsierte Gegnerin, die mehr Raum verdient hätte.
Handwerklich sauber sind die Sets. Christoph Petersen hebt bei Filmstarts die gebauten Kulissen mit ihrer unmöglichen Architektur hervor und lobt, dass die Tricks über Rückblenden erklärt werden, statt alles dem Computer zu überlassen. Das stimmt, und in den besten Momenten hat der Film dadurch das Vergnügen einer guten Bühnenshow.
Wo das Drehbuch die Figuren verliert
Mein Problem liegt in der Mechanik. Ein Trickfilm dieser Art lebt davon, dass der Zuschauer etwas Entscheidendes nicht weiß und es hinterher nachvollziehen kann. „Die Unfassbaren 3“ hält aber nicht nur Information zurück, er erfindet sie nachträglich. Immer wieder stellt sich im Rückblick heraus, dass hinter dem Plan noch ein Plan stand, den der Film vorher nirgends angelegt hat. Irgendwann ist jede Wendung nur noch eine Behauptung, und mit ihr verlieren die Entscheidungen der Figuren ihr Gewicht. Wenn sowieso alles vorbereitet war, ist kein Risiko verdient.
Dazu kommt das Tempo. Die Rückblenden erklären, was man gerade gesehen hat, ein Satz zu oft und eine Einstellung zu lang. Und der Schauplatzwechsel zum Finale nach Abu Dhabi, den auch Filmstarts als unpassend empfindet, ist mehr Kulisse als Steigerung. Der Film wird größer, aber nicht klüger.
Das Generationenthema, die alten Reiter und die jungen Nachfolger, bleibt im Grunde eine Übergabe ohne Konflikt. Morgan Freeman schaut wieder vorbei, Lizzy Caplan ebenfalls. Das ist nett für Fans. Erzählerisch trägt es nichts.
Wie die Kritik „Die Unfassbaren 3“ sieht
Lauwarm. Bei Rotten Tomatoes sind 61 Prozent von 148 Kritiken positiv, der Konsens spricht von vielen bekannten Tricks, aber auch von Charme. Metacritic kommt auf 50 von 100 aus 34 Kritiken. Filmstarts vergibt drei von fünf Sternen und nennt den Film einen nicht gerade zwingenden Epilog. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.
Meine 5,6 liegen leicht darunter. Nicht weil der Film langweilt, das tut er selten, sondern weil seine Konstruktion nicht hält. Unsere WatchGuide-Empfehlung zu „Die Unfassbaren 3“: solide Popcorn-Unterhaltung für Fans der Reihe, gut gespielt und schön ausgestattet, aber kein Heist-Film, über dessen Auflösung man hinterher gern nachdenkt.
Besetzung
- Jesse Eisenberg als J. Daniel Atlas
- Woody Harrelson als Merritt McKinney
- Dave Franco als Jack Wilder
- Isla Fisher als Henley Reeves
- Justice Smith als Charlie
- Dominic Sessa als Bosco
- Ariana Greenblatt als June
- Rosamund Pike als Veronika Vanderberg
- Lizzy Caplan als Lula
- Morgan Freeman als Thaddeus Bradley
Regie: Ruben Fleischer. Drehbuch: Michael Lesslie, Seth Grahame-Smith, Rhett Reese und Paul Wernick. Kamera: George Richmond. Schnitt: Stacey Schroeder. Musik: Brian Tyler.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Eisenberg und Harrelson in Bestform
- Rosamund Pike als kühle Gegnerin
- Gebaute Sets statt reiner Computertricks
- Dominic Sessa unter den Neuen
Dagegen
- Wendungen werden nachträglich erfunden
- Rückblenden erklären zu viel
- Finale in Abu Dhabi ist mehr Kulisse als Steigerung
- Generationenwechsel ohne Konflikt
Wenn sowieso alles vorbereitet war, ist kein Risiko verdient.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
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Stand 19.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- J. Daniel AtlasJesse Eisenberg
- Bosco LeroyDominic Sessa
- June McClureAriana Greenblatt
- CharlieJustice Smith
- Veronika VanderbergRosamund Pike


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