Wer streamt How to Make a Killing: Tödliches Erbe?
Verfügbarkeit DEStand 27.07.2026: How to Make a Killing: Tödliches Erbe ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 4,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 27.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Die Kritik
von FilmSchneiderHow to Make a Killing: Tödliches Erbe startet am 9. April 2026 in den deutschen Kinos – ein A24-Thriller mit Glen Powell, der seine gesamte Verwandtschaft umbringt, um 28 Milliarden Dollar zu erben.
Schwarze Komödie, Erbschaftskrimi, Klassiker-Remake. Drei Schubladen, die alle passen. John Patton Ford hat mit Emily the Criminal bewiesen, dass er Figuren an moralische Abgründe führen kann. Jetzt führt er Glen Powell an sieben davon.
Worum geht es in How to Make a Killing?
Becket Redfellow wird bei seiner Geburt von seiner steinreichen Familie verstoßen – seine Mutter hatte den Fehler begangen, sich in den falschen Mann zu verlieben. Jahrzehnte später beschließt Becket, dass die 28 Milliarden Dollar Familienvermögen ihm zustehen, und eliminiert systematisch sieben Verwandte, die zwischen ihm und dem Erbe stehen.
Die Prämisse klingt nach einem Pitch, bei dem die Hälfte des Raumes lacht und die andere Hälfte nervös wird. Genau da will John Patton Ford hin. Der Tagline – „$28 billion inheritance. 7 relatives standing in the way.“ – ist so reduziert, dass er wie ein Rezept klingt. Hier die Zutaten, hier die Anleitung. Fertig.
Ich hab mir im Moleskine notiert: „Kind Hearts and Coronets + Knives Out + amerikanisches Geld = ?“ Was den Plot reizt: Die Vorlage. Ford hat sich an Kind Hearts and Coronets orientiert, einem britischen Klassiker von 1949, in dem Alec Guinness gleich acht Rollen spielte [Rotten Tomatoes]. Der wiederum basiert auf dem Roman „Israel Rank: The Autobiography of a Criminal“ von Roy Horniman aus dem Jahr 1907. Drei Iterationen desselben Grundgedankens, jede an ihre Epoche angepasst. Die aktuelle Version verlagert das Ganze nach Amerika, dreht die Klassenunterschiede auf Maximum und gibt dem Protagonisten einen Namen, der wie eine Mischung aus Gatsby und einem Gebrauchtwarenhändler klingt. Becket Redfellow. Allein dafür muss man den Film respektieren.
Margaret Qualley spielt Julia, eine Kindheitsfreundin und Komplizin, die den Trailer mit einem einzigen Satz dominiert: „Call me when you’ve killed them all.“ („Ruf mich an, wenn du sie alle umgebracht hast.“) Dass Ford ausgerechnet Qualley diese Rolle gibt – nach Substance und The Maid eine Schauspielerin, die Verletzlichkeit und Kälte gleichzeitig ausstrahlen kann –, zeigt mir, dass er weiß, was er tut.
Wer spielt in How to Make a Killing mit?
Glen Powell übernimmt die Hauptrolle als Becket Redfellow, dazu kommen Margaret Qualley als seine Komplizin Julia, Ed Harris als Familienpatriarch Whitelaw Redfellow und ein Ensemble, das mit Jessica Henwick, Bill Camp, Zach Woods und Topher Grace besetzt ist – sieben Opfer, alle hochkarätig besetzt.
Fangen wir mit Powell an. Der Mann hat 2024 und 2025 eine Karriere hingelegt, die – ich sag’s mal so – handwerklich beeindruckend geplant wirkt. Hit Man war smart, Anyone But You war Popcorn, und Top Gun: Maverick hat gezeigt, dass der Junge Leinwand-Präsenz hat. Dass er bei How to Make a Killing auch als Executive Producer auftritt [Hollywood Reporter], verrät: Er will mit diesem Film etwas beweisen. Nicht nur den nächsten Hit landen, sondern zeigen, dass er auch das Dunkle kann. Ein kalkuliertes Risiko. Das muss man anerkennen.
Ed Harris als Whitelaw Redfellow. Allein der Name.
Harris spielt Patriarchen wie andere Leute atmen – denkt man an Westworld, an The Truman Show, an A History of Violence. Dass er hier den reichen Onkel gibt, der vermutlich als Erster dran glaubt, passt wie ein – naja, wie ein gut geschliffenes Werkzeug in Fords Erzählmaschine. Bill Camp, der bei Killers of the Flower Moon und Wildlife gezeigt hat, dass er Nebenfiguren so präsent machen kann wie andere ihre Hauptrollen, spielt Warren Redfellow. Und dann ist da Topher Grace als Pastor Steven J. Redfellow. Ein Pastor in der Familie. Der heuchelt. Oder vielleicht doch nicht? Hier liegt Potenzial.
Jessica Henwick als Ruth rundet das Ensemble ab. Henwick, bekannt aus Matrix Resurrections und Glass Onion – wobei, Moment. Glass Onion und Erbschaftsmord? Die Parallelen zu Rian Johnsons Knives-Out-Universum sind offensichtlich, und ich bin gespannt, wie Ford sich davon absetzt. Muss er auch, wenn das hier mehr sein soll als eine elegante Kopie.
Anke meinte neulich beim Kinokreis-Abend – wir saßen nach dem Film noch im OFF Broadway-Foyer – dass sie den Trailer gesehen hat und – Zitat – „Powell macht mir Angst, und das meine ich als Kompliment.“ Typisch. Aber sie hat einen Punkt.
John Patton Ford.
Ford debütierte 2022 mit Emily the Criminal, einem Low-Budget-Thriller mit Aubrey Plaza, der bei den Sundance Film Festivals Premiere feierte und bei einem Budget von rund 2 Millionen Dollar weltweit über 5 Millionen einspielte – für ein Erstlingswerk mit null Marketing ein starkes Ergebnis.
Was mich an Ford interessiert: Er schreibt und inszeniert selbst. Beides. Gleichzeitig. Sein AFI-Abschlussfilm PATROL lief 2010 in Sundance und schaffte es auf die Oscar-Shortlist für den besten Kurzfilm. Danach Werbespots für Audi, Pepsi, Toyota. Klingt nach Karrieresackgasse, war aber offenbar Vorbereitung. Emily the Criminal war nicht der Film eines Anfängers. Es war der Film eines Regisseurs, der acht Jahre lang sein Handwerk an 30-Sekunden-Spots geschärft hat und dann einen Spielfilm mit der Präzision eines Chirurgen ablieferte. Kurz. Kalt. Effizient.
Und jetzt, mit seinem zweiten Film, geht er aufs Ganze. A24 als Verleih. Glen Powell als Star. Ein Budget, das vermutlich ein Vielfaches von Emily the Criminal beträgt – die genauen Zahlen sind noch nicht bekannt, aber die Dreharbeiten in Kapstadt ab Juni 2024 mit hunderten lokalen Crew-Mitgliedern deuten auf eine andere Gewichtsklasse hin. Ob Ford den Sprung schafft? Sein Drehbuch „Rothchild“ – so hieß How to Make a Killing ursprünglich – landete 2014 auf Platz 5 der Black List, einer Branchenliste der besten unverfilmten Drehbücher Hollywoods. Damals waren Shia LaBeouf und Mel Gibson im Gespräch für die Hauptrollen. Dass es zwölf Jahre dauerte bis der Film realisiert wurde, sagt vielleicht mehr über Hollywood als über das Drehbuch.
Von der Black List zu A24
Die Entstehungsgeschichte von How to Make a Killing erstreckt sich über mehr als ein Jahrzehnt: Fords Drehbuch „Rothchild“ wurde 2014 als fünftbestes unverfilmtes Script Hollywoods gelistet, durchlief mehrere Titeländerungen und Besetzungswechsel, bevor A24 das Projekt mit Glen Powell als Star und Executive Producer übernahm.
2014: „Rothchild“. Ein Drehbuch über Erbschaft und Mord, locker basierend auf einem britischen Filmklassiker. Shia LaBeouf und Mel Gibson sind attachiert. Jon S. Baird soll Regie führen. Passiert: nix. Hollywood-typisch.
Dann Emily the Criminal. Ford beweist, dass er inszenieren kann. Plötzlich wird das alte Script wieder interessant. Umbenennung in „Huntington“ – warum, weiß keiner genau. November 2025 dann die dritte und finale Namensänderung: How to Make a Killing. Powell erklärte im Hollywood Reporter-Interview: „The movie is fantastic, and John Patton Ford is a great filmmaker.“ („Der Film ist fantastisch, und John Patton Ford ist ein großartiger Filmemacher.“) Das Zitat ist diplomatisch, klar. Aber wenn ein Executive Producer seinen eigenen Film lobt, gehört das zum Geschäft. Was mich eher überzeugt: Er hat den Titel gewechselt. Von „Huntington“ – zu vage, zu nichtssagend – zu „How to Make a Killing“. Ein Wortspiel, das auf Englisch doppelt funktioniert: „ein Vermögen machen“ und „einen Mord begehen“. Sauber.
Butter bei die Fische: A24 hat in den letzten Jahren eine Trefferquote, die mich als jemanden, der seit 30 Jahren Filme schaut, beeindruckt. Everything Everywhere All at Once, Hereditary, Moonlight, Uncut Gems – das Studio nimmt Risiken, die andere Verleiher nicht mal in Meetings besprechen. Dass sie sich für Fords schwarze Komödie entschieden haben, interpretiere ich als Vertrauensbeweis. Könnte aber auch – und das sage ich als Realist – bedeuten, dass der Film billiger war als ein Marvel-Sandwich.
Wer verkörpert die Familie Redfellow?
Die Familie Redfellow besteht aus sieben Mitgliedern, die alle zwischen Becket und seinem Erbe stehen. Jede Rolle ist mit einem namhaften Darsteller besetzt, was A24-typisch auf Qualität statt Quantität beim Casting hinweist.
- Glen Powell als Becket Redfellow – der verstoßene Erbe mit einem Plan
- Margaret Qualley als Julia – Kindheitsfreundin, Komplizin, moralischer Kompass (oder Gegenteil)
- Ed Harris als Whitelaw Redfellow – der Patriarch
- Bill Camp als Warren Redfellow – Details zum Charakter noch unklar
- Zach Woods als Noah Redfellow – bekannt aus Silicon Valley, hier vermutlich die komödiantische Flanke
- Topher Grace als Pastor Steven J. Redfellow – ein Mann Gottes in einer Familie von Milliardären. Mhm.
- Jessica Henwick als Ruth – die Wildcard im Ensemble
- Raff Law in einer noch nicht näher benannten Rolle
Was mir auffällt: Kein schwaches Glied. Camp und Harris allein wären Grund genug, einen Film anzuschauen. Dass Zach Woods dabei ist – der Mann, der in Silicon Valley Jared gespielt hat, diesen perfekt unwohlen Charakter – verspricht eine Komödien-Dimension, die über reinen Dark Humor hinausgeht. Und Topher Grace als Pastor? Da bin ich ehrlich: Das klingt nach einer Rolle, die entweder grandios oder ein Desaster wird. Dazwischen gibt es nichts.
Was die Beteiligten sagen
Glen Powell im Hollywood Reporter über den Film: „The movie is fantastic, and John Patton Ford is a great filmmaker.“ („Der Film ist fantastisch, und John Patton Ford ist ein großartiger Filmemacher.“)
Margaret Qualley (als Julia im Trailer): „Call me when you’ve killed them all.“ („Ruf mich an, wenn du sie alle umgebracht hast.“) – Ein Satz, der den Tonfall des ganzen Films in sechs Wörter packt. Julia behandelt Mord wie einen Terminkalender-Eintrag. Wenn das repräsentativ ist, hat Ford den richtigen Ton gefunden.
Was im Trailer mitschwingt, und das ist der entscheidende Punkt: Powell behandelt die Morde wie – und das ist Fords Inszenierung – eine kreative Lösung für ein finanzielles Problem. Das erinnert an American Psycho: Die Oberfläche glänzt, darunter verrottet alles. Ob Ford so weit geht? Wäre mutig.
Drehorte und Produktion
Die Dreharbeiten fanden ab Juni 2024 in Kapstadt, Südafrika statt, mit hunderten lokalen Crew-Mitgliedern und Statisten – ein für A24 untypisch großes Produktionsvolumen, das auf ambitionierte Schauwerte hindeutet.
Kapstadt als Drehort ist clever. Die Stadt kann visuell alles sein: englisches Herrenhaus, amerikanische Küste, europäisches Anwesen. Für eine Geschichte über Erbschaftsmorde in einer Milliardärsfamilie braucht man genau diese visuelle Flexibilität. Dass Ford nicht in Los Angeles oder London gedreht hat, zeigt mir zweierlei: Entweder wollte er steuerliche Vorteile nutzen – Südafrika bietet attraktive Anreize für internationale Produktionen – oder er wollte bewusst weg vom typischen Hollywood-Look. Vielleicht beides. Pragmatismus und Ästhetik müssen sich nicht ausschließen.
Das Casting wurde zwischen Januar und Juni 2024 komplettiert. Powell kam im Januar an Bord, Qualley und Harris im Mai, der Rest ab Juni – parallel zum Drehstart. Kubrick (mein Kater, nicht der Regisseur) hat weniger straffe Zeitpläne.
In den USA erscheint der Film am 20. Februar 2026 via A24, in Großbritannien am 13. März über StudioCanal. Deutschland muss bis zum 9. April warten. R-Rating in den USA – was bedeutet: Keine Kompromisse bei Gewalt und Sprache. Gut so. Eine schwarze Komödie über serienmäßigen Verwandtenmord sollte sich nicht selbst zensieren.
Noch was.
Der Film hat eine der ungewöhnlichsten Entstehungsgeschichten der letzten Jahre: Zwölf Jahre von der Black List bis zur Leinwand, drei Titeländerungen, zwei gescheiterte Besetzungen und eine Vorlage aus dem Jahr 1907.
- Fords Drehbuch hieß ursprünglich „Rothchild“ und landete 2014 auf Platz 5 der Black List – Hollywoods jährlicher Rangliste der besten unverfilmten Scripts
- Damals sollte Jon S. Baird Regie führen, mit Shia LaBeouf und Mel Gibson in den Hauptrollen. Das Projekt scheiterte
- Die Vorlage Kind Hearts and Coronets (1949) gilt als einer der besten britischen Filme aller Zeiten. Alec Guinness spielte darin acht verschiedene Rollen
- Der Roman, auf dem alles basiert – „Israel Rank“ von Roy Horniman (1907) – erschien ein Jahr nach der Dreyfus-Affäre und war als Satire auf die englische Klassengesellschaft gedacht
- Ford änderte den Titel zunächst in „Huntington“, dann im November 2025 in „How to Make a Killing“ – das Wortspiel funktioniert auf Englisch doppelt: „reich werden“ und „jemanden umbringen“
- Der deutsche Zusatztitel „Tödliches Erbe“ verzichtet auf das Wortspiel. Schade, aber erwartbar
Welche Filme ähneln How to Make a Killing?
Wer Erbschaftskrimis mit schwarzem Humor mag, findet hier Anschluss. How to Make a Killing reiht sich ein in eine Tradition von Filmen, die reiche Familien sezieren und dabei genüsslich zuschauen, wie die Fassade bröckelt.
- Kind Hearts and Coronets (1949) – Die direkte Vorlage. Alec Guinness in acht Rollen, britischer Humor vom Feinsten
- Knives Out (2019) – Rian Johnsons Erbschaftskrimi mit Daniel Craig. Ähnliche Prämisse, anderer Tonfall
- American Psycho (2000) – Reichtum, Soziopathie und ein Protagonist, dem man beim Abrutschen zuschaut
- Once Upon a Time in Hollywood (2019) – Nicht inhaltlich verwandt, aber Tarantinos Ensemble-Arbeit und der Tonwechsel zwischen Komödie und Gewalt sind vergleichbar
- Pulp Fiction (1994) – Der Klassiker für den Spagat zwischen lakonischem Humor und plötzlicher Gewalt
- The Menu (2022) – A24-Nachbar im Geiste: Klassen-Satire, eingesperrt in einem Luxussetting
- Glass Onion (2022) – Noch ein Milliardär, noch ein Mordkomplott, noch ein Ensemble-Cast
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von FilmSchneider — eine Person, ein begründetes Urteil.
Call me when you've killed them all.— aus der Wertung von FilmSchneider
Trailer
Besetzung
FAQ zu How to Make a Killing: Wenn das Familientreffen tödlich endet
Wann startet How to Make a Killing in Deutschland?
Ist How to Make a Killing ein Remake?
Wie lang ist der Film?
Was hat John Patton Ford vorher gedreht?
Warum wurde der Filmtitel geändert?
Welche Altersfreigabe hat How to Make a Killing?
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