How to Make a Killing: Todsicheres Erbe bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 5,6 von 10. Glen Powell trägt John Patton Fords Erbschaftssatire mit einem Grinsen, das man ihm bei jedem Mord abnimmt. Das Drehbuch aber erklärt seinen Helden aus dem Off, statt ihn handeln zu lassen, und wiederholt seinen besten Einfall so lange, bis er nicht mehr trägt.
Der Film lief am 9. April 2026 im Verleih von STUDIOCANAL in den deutschen Kinos, ab 12 Jahren und rund 105 Minuten lang. Seit dem 9. Juli 2026 gibt es ihn auf DVD, Blu-ray und UHD. Wer Powell mag und schwarzen Humor ohne echte Bosheit sucht, hat einen unterhaltsamen Abend. Wer die Schärfe von „Adel verpflichtet“ erwartet, findet sie hier nicht.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionDer Rahmen erzählt, was die Szenen zeigen sollten
Becket Redfellow ist der Enkel einer Milliardärsfamilie, die seine Mutter verstoßen hat, als sie mit ihm schwanger war. Sieben Verwandte stehen zwischen ihm und einem Vermögen von 28 Milliarden Dollar, und Becket beschließt, sie aus dem Weg zu räumen. So weit die Vorlage, die über den Roman „Israel Rank“ von Roy Horniman und die Ealing-Komödie „Adel verpflichtet“ von 1949 zu uns kommt. Ford lässt die Geschichte in der Todeszelle beginnen: Becket erzählt einem Geistlichen, wie er dort gelandet ist, und der ganze Film läuft als Rückblende mit seinem Kommentar aus dem Off.
Markus Trutt schreibt bei Filmstarts, gerade dieser zynische Kommentar sorge dafür, dass man Becket trotz allem die Daumen drückt. Das stimmt, und genau da liegt mein Problem. Der Kommentar sagt mir, was Becket denkt, bevor eine Szene es mir zeigen könnte. Eine Figur, die ihre Entscheidungen selbst einordnet, muss sie nicht mehr spielen. Das ist die bequemste Art, einen Mörder sympathisch zu machen, und sie kostet den Film die Momente, in denen ich selbst entscheiden müsste, ob ich noch auf seiner Seite bin.
Ein guter Gag, zu oft erzählt
Der beste Einfall des Films ist ein Schnitt. Nach jedem Mord springt Ford hart zur nächsten Beerdigung, und beim ersten Mal ist das sehr komisch, zumal Beckets erster Mord herrlich tollpatschig gerät. Beim dritten Mal merkt man, dass der Film eine Liste abarbeitet: ein Verwandter, ein Plan, ein Todesfall, eine Beerdigung. Der Filmdienst spricht von Mordfällen mit „kaum Raffinesse“ und einer Neigung zu faden Wiederholungen. So hart sehe ich es nicht, einige der späteren Tötungen sind durchaus ausgeklügelt. Aber sieben Opfer sind für diese Form mindestens zwei zu viel.
Die interessanteste Stelle kommt, als Becket auf seinen Onkel Warren trifft. Bill Camp spielt ihn als hilfsbereiten Mann, und zum ersten Mal steht die Frage im Raum, ob Becket überhaupt weitermachen muss. Er hat zu diesem Zeitpunkt schon mehr erreicht, als er je hatte. Hier hätte das Drehbuch eine Entscheidung verdienen müssen. Stattdessen übernehmen das Geld und Julia, seine berechnende Jugendliebe, die Margaret Qualley mit sichtbarem Vergnügen kalt anlegt. Becket wird weitergeschoben, statt sich zu entscheiden. Für eine Satire über Gier ist das zu wenig Gier.
Powell ist besser als sein Drehbuch
Patrick Heidmann hält Becket in epd Film für eine austauschbare Figur, der auch Powells Charisma nicht hilft. Dem widerspreche ich zur Hälfte. Powell spielt die Ambivalenz, die das Buch ihm nicht schreibt: ein Mann, der von seinem eigenen Talent zum Töten überrascht ist und sich dabei ein bisschen zu gut gefällt. Das trägt mich durch die Längen. Ed Harris spielt den Großvater Whitelaw Redfellow, der Beckets Mutter aus der Familie geworfen hat, und man glaubt ihm jede Unerbittlichkeit.
Die übrigen Redfellows sind Karikaturen, und einige davon sind gut: Zach Woods als trotteliger Möchtegernkünstler und Topher Grace als betrügerischer Fernsehprediger. Nur hat keiner von ihnen genug Zeit, um mehr zu sein als die nächste Nummer auf Beckets Liste. „Adel verpflichtet“ hat das Problem gelöst, indem Alec Guinness alle Opfer spielte. Ford hat diesen Kniff nicht, und er ersetzt ihn durch nichts Gleichwertiges.
Das Ende will zu viel
Im letzten Drittel legt Ford Wendung auf Wendung. Trutt nennt das Ende dramaturgisch überfrachtet, Heidmann findet die Wendungen nicht überraschend genug. Ich sehe beides: Eine gute Wendung muss etwas, das ich gesehen habe, neu lesbar machen. Hier stapeln sich Haken, die vor allem zeigen, dass das Drehbuch noch einen hat. Ohne zu viel zu verraten: Die letzte Einstellung macht einen Vergleich mit dem Gefängnis auf, den der Film vorher nicht vorbereitet hat.
Schade ist das vor allem, weil Ford es kann. Sein Debüt „Emily the Criminal“ mit Aubrey Plaza war knapp, genau und hatte eine Hauptfigur, die jede Entscheidung selbst treffen musste. Das Drehbuch zu How to Make a Killing stand schon 2014 auf der Black List der besten unverfilmten Skripte Hollywoods. Man spürt beim Zuschauen, dass es als Text gut gelesen haben muss. Als Film ist es eine Pointe, die zu lange erzählt wird.
Wie die Kritik How to Make a Killing sieht
Meine 5,6 liegen etwas über dem internationalen Schnitt und unter dem deutschen Mainstream. Bei Rotten Tomatoes sind 45 Prozent von 197 Kritiken positiv, das verifizierte Publikum liegt bei 76 Prozent. Metacritic kommt auf 49 von 100 aus 41 Kritiken. Markus Trutt vergibt bei Filmstarts 3,5 von 5 Sternen und nennt den Film ein „schön bissiges Vergnügen“. Patrick Heidmann gibt in epd Film 2 von 5 Sternen, der Filmdienst spricht von „mittelmäßig-moralinsaurer Komik“. Stand der Werte: 30. September 2026. Wer eine verspieltere Variante des Erbschaftskrimis sucht, ist mit Knives Out besser bedient.
Am 30. September 2026 von der Vorschau zur Kritik mit Wertung ausgearbeitet. Dabei korrigiert: Ed Harris spielt Beckets Großvater, deutscher Verleih ist STUDIOCANAL.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Glen Powell spielt die Ambivalenz, die das Drehbuch ihm nicht schreibt
- Der harte Schnitt zur nächsten Beerdigung ist beim ersten Mal sehr komisch
- Bill Camp als Onkel Warren gibt dem Film seine beste Stelle
- Margaret Qualley legt Julia mit Vergnügen kalt an
Dagegen
- Der Off-Kommentar erklärt, statt Szenen spielen zu lassen
- Sieben Morde nach demselben Schema nutzen sich ab
- Becket entscheidet nie selbst, er wird weitergeschoben
- Das Ende stapelt Wendungen ohne Vorbereitung
Der Kommentar aus dem Off sagt mir, was Becket denkt, bevor eine Szene es mir zeigen könnte. Eine Figur, die ihre Entscheidungen selbst einordnet, muss sie nicht mehr spielen.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt How to Make a Killing: Todsicheres Erbe?
Verfügbarkeit DEStand 17.10.2026: How to Make a Killing: Todsicheres Erbe ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 4,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Stand 17.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- Becket RedfellowGlen Powell
- JuliaMargaret Qualley
- RuthJessica Henwick
- Warren RedfellowBill Camp
- Noah RedfellowZach Woods


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