Ich muss kurz was erklären. Linus (mein Mitbewohner, der Mensch der aktiv versucht sich für nichts zu interessieren was auf einem Bildschirm läuft) Linus hat letzte Woche das DanDaDan Opening gehört. Nicht freiwillig. Ich hatte es auf dem Bluetooth-Speaker in der Küche laufen. „Otonoke“ von Creepy Nuts. 87 Millionen YouTube-Views. Und Linus, der Mann der bei Anime normalerweise den Raum verlässt, Linus hat mitgewippt. Fünf Sekunden. Dann hat er es gemerkt und aufgehört. Aber diese fünf Sekunden sagen alles über DanDaDan was man wissen muss: Dieser Anime ist unausweichlich.
Genre-Anarchie auf dem höchsten Level. Der Anime den 2024 gebraucht hat.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionGeister oder Aliens. Ja.
Okay, ich versuch das mal zusammenzufassen. DanDaDan handelt von Momo Ayase, einer Highschool-Schülerin die an Geister glaubt, und Ken Takakura, Spitzname Okarun, ihrem Mitschüler der besessen ist von Aliens und UFOs. Die beiden fordern sich gegenseitig heraus: Momo soll beweisen dass Aliens real sind, Okarun soll beweisen dass Geister existieren. Und dann passiert beides. Gleichzeitig. Momo trifft auf echte Aliens. Okarun rennt in Turbo Granny, einen der furchteinflößenden Yokai die ich je in einem Anime gesehen hab. Beide bekommen übernatürliche Kräfte. Beide ziehen damit jede Menge weiterer Geister, Aliens und urbane Legenden an. Und nebenbei verlieben sie sich ineinander obwohl keiner von beiden es zugeben kann.
Wild. Ich weiß.
Das Ding mit DanDaDan ist: Es hätte auf hundert verschiedene Arten schiefgehen können. Horror plus SciFi plus Slapstick-Comedy plus echte Highschool-Romanze? Das klingt wie ein Pitch den ein Studio normalerweise ablehnt. Aber Mangaka Yukinobu Tatsu (der vorher Assistent von Tatsuki Fujimoto war, dem Chainsaw Man Schöpfer, was man in jeder einzelnen Seite spürt) Tatsu hat einen Manga geschrieben der in einer Szene dich zum Lachen bringt, in der nächsten dir Angst macht, und in der übernachsten dir das Herz bricht. Ohne dass es sich falsch anfühlt. Das ist kein Genre-Mix. Das ist Genre-Anarchie.
Und Science SARU, das Studio hinter Devilman Crybaby, Keep Your Hands Off Eizouken! und Scott Pilgrim Takes Off — hat das Ganze animiert als gäbe es keine Regeln. Weil es für sie keine gibt. Das Studio wurde von Masaaki Yuasa gegründet, dem Mann der Ping Pong the Animation gemacht hat. Experimentell ist deren Default. Flüssige, wilde, unvorhersehbare Animation. Und bei DanDaDan passt das so perfekt als hätte das Studio jahrelang auf genau dieses Projekt gewartet.
In meiner Kinoschicht hab ich nach Episode 3 angefangen jedem Kunden der nach Anime-Empfehlungen gefragt hat DanDaDan vorzuschlagen. Thomas Berger (der Kameramann aus unserem Kinokreis, normalerweise eher der Typ für französisches Arthouse) Thomas hat es tatsächlich angeschaut. Seine Reaktion: „Was zum Teufel hab ich gerade gesehen? Und warum will ich mehr?“ Genau. Genau das.
87 Millionen Views. Und das ist nur das Opening.
„Otonoke“ von Creepy Nuts. Ich muss darüber reden weil dieses Opening mehr für DanDaDan getan hat als jede Marketingkampagne es hätte können. 87 Millionen Views auf YouTube für das offizielle Musikvideo. 74 Millionen für den Crunchyroll-Upload. TikTok-Tanz-Covers überall. Der Song hat den Anime aus der Anime-Bubble rausgeholt und in den Mainstream geschoben. Leute die normalerweise keinen Anime schauen haben DanDaDan angefangen wegen eines Openings. Das passiert einmal in fünf Jahren. Vielleicht seltener.
Und der Soundtrack darunter: Kensuke Ushio. Der Mann der A Silent Voice, Chainsaw Man und Devilman Crybaby vertont hat. Ein Komponist der versteht wie man Emotionen aus Szenen rauszieht die eigentlich absurd sind. Es gibt eine Szene früh in der Serie in der Okarun von Turbo Granny verfolgt wird (objektiv lustig, er rennt in Unterhose durch die Nacht) aber Ushios Score macht sie gleichzeitig bedrohlich. DanDaDan lebt von diesen Kontrasten und Ushio ist der Kleber der das zusammenhält.
Was mich persönlich gepackt hat: die Romanze. Ich weiß, das klingt komisch für einen Anime in dem ein Junge von einem Geist seine Kronjuwelen gestohlen bekommt. Aber Momo und Okarun haben eine Chemie die so ehrlich ist wie nichts was ich in Anime seit langem gesehen hab. Keine melodramatischen Liebeserklärungen. Kein ewiges Ausweichen über 300 Folgen wie bei, sorry, Naruto und Hinata. Stattdessen zwei Teenager die sich möglich finden und nicht wissen was sie damit anfangen sollen. Während um sie herum Yokai und Aliens die Welt bedrohen. Real talk: Das ist der authentischste Teenager-Moment den Anime seit Jahren produziert hat.
Regisseur Fuga Yamashiro hat übrigens keinen klassischen Animations-Hintergrund. Er hat direkt unter Masaaki Yuasa gelernt und DanDaDan ist sein Regiedebüt. Sein DEBÜT. Was andere Regisseure in zehn Jahren nicht hinbekommen hat er beim ersten Versuch abgeliefert. Season 2 teilt er sich mit Co-Regisseur Abel Gongora — weil die Produktion so anspruchsvoll ist dass ein einzelner Mensch das nicht stemmen kann. Jede Episode hat andere Kreaturen, andere Actionchoreografie, andere Tonalität. Science SARU hat in einem Interview gesagt die Produktion sei die anspruchsvollste die sie je gemacht haben. Und die haben Devilman Crybaby gemacht.
Der Manga hat die Anime-Premiere mit 4 Millionen Bänden in Umlauf gestartet. Drei Monate später: 10 Millionen. Verdoppelt. Shueisha druckt seit Monaten Nachschub und kommt nicht hinterher. Auf Oricon war DanDaDan im ersten Halbjahr 2025 der zweitmeist verkaufte Manga überhaupt, nur hinter den Finalbänden von Jujutsu Kaisen und My Hero Academia.
Und was mich als jemand der im Kino arbeitet besonders freut: Netflix hat DanDaDan zu ihrem meistgeschauten Anime 2025 erklärt. Vor Demon Slayer. Vor JJK. Vor allem. Das ist der Durchbruch den Anime-Fans seit Jahren für eine originelle Serie wollten. Nicht das zehnte Sequel eines Shonen-Klassikers. Sondern was Neues. Was Eigenes. Was Wildes.
100% auf Rotten Tomatoes. Beide Staffeln. Das passiert bei Anime fast nie. 22 Nominierungen bei den Crunchyroll Anime Awards 2025. Gewonnen: Best Character Design, Best Anime Song, Best Opening Sequence. Beim Abema Awards 2024: Anime of the Year.
Und das alles für eine Serie die in Deutschland auf gleich drei Plattformen verfügbar ist.
Jede Stimme ein Hit
- Shion Wakayama als Momo Ayase: Debütrolle auf diesem Level und sie klingt als würde sie das seit zehn Jahren machen
- Natsuki Hanae als Okarun. Ja, DER Natsuki Hanae. Tanjiro aus Demon Slayer. Kaneki aus Tokyo Ghoul. Der Mann kann alles und hier beweist er es nochmal.
- Nana Mizuki: Momos Großmutter Seiko. Hinata aus Naruto. Anime-Legende. Hier als abgeklärte Hellseherin die nebenbei die coolste Oma der Anime-Geschichte ist.
- Mayumi Tanaka: Turbo Granny. Die Frau ist Monkey D. Luffy aus One Piece. LUFFY. Als Yokai. Surreal und perfekt.
- Ayane Sakura als Aira Shiratori (auch Ochaco in My Hero Academia)
- Kaito Ishikawa als Jiji: Tobio Kageyama aus Haikyu!!. Sportanime-Royalty.
- Tomokazu Sugita als Taro. Gintoki aus Gintama. Allein die Stimme ist ein Meme.
Danach weiterschauen
DanDaDan ist so einzigartig dass direkte Vergleiche schwer fallen. Aber wenn euch bestimmte Aspekte gepackt haben:
- Chainsaw Man: Selber kreative DNA. Tatsuki Fujimoto war Tatsus Mentor und es merkt man. Chaotisch, brutal, emotional. Pflichtprogramm.
- Mob Psycho 100: Übernatürliche Kräfte plus Highschool plus Comedy plus echte Gefühle. Drei Staffeln, alle stark.
- Jujutsu Kaisen: Flüche statt Geister, aber dieselbe Energie. Und MAPPA liefert bei der Animation fast auf ufotable-Level.
- Frieren: Beyond Journey’s End — Komplett anderes Tempo, aber ähnlich gut darin Genre-Erwartungen zu unterlaufen. Wenn DanDaDan Punk ist, ist Frieren Jazz.
- Death Note: Für die übernatürliche Seite ohne die Comedy. Psychologischer Thriller statt Action, aber genau so packend.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Bewertet von WatchGuide-Redaktion, die Wertung steht oben.
Dieser Anime ist unausweichlich. Sogar Linus hat mitgewippt.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt DAN DA DAN?
Verfügbarkeit DEStand 13.10.2026: DAN DA DAN läuft im Abo bei Netflix, Prime Video und Crunchyroll, mit deutscher Synchronfassung.
Stand 13.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Staffel 1· 24 Folgen · ab Okt. 2024▾
Besetzung
4 Rollen- Momo AyaseShion Wakayama
- Ken 'Okarun' TakakuraNatsuki Hanae
- Turbo GrannyMayumi Tanaka
- SeikoNana Mizuki


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